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today28.02.2026
Ol’ Dirty Bastard war einer der schillerndsten und unberechenbarsten Charaktere des Hip-Hop. Als Gründungsmitglied des legendären Wu-Tang Clan prägte er mit seinem rohen, chaotischen Stil eine ganze Generation. Sein Leben war geprägt von künstlerischen Höhenflügen und persönlichen Abstürzen.
| Künstlername | Ol’ Dirty Bastard |
| Bürgerlicher Name | Russell Tyrone Jones |
| Genre | East Coast Hip-Hop, Hardcore Rap |
| Größter Hit | Got Your Money / Ghetto Supastar (That Is What You Are) |
| Geburtsdatum | 15. November 1968 |
| Geburtsort | Brooklyn, New York City, USA |
| Todesdatum | 13. November 2004 |
| Sterbeort | Manhattan, New York City, USA |
| Staatsangehörigkeit | US-Amerikanisch |
| Sternzeichen | Skorpion |
| Markenzeichen | Unberechenbarer Rap-Stil, exzentrisches Verhalten, halb gesungene Vocals |

Russell Tyrone Jones wurde am 15. November 1968 in Brooklyn, New York City, geboren und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Als eines von vielen Kindern einer alleinerziehenden Mutter, die auf Sozialhilfe angewiesen war, lernte er früh die harten Realitäten des Lebens in den Straßen New Yorks kennen. Seine Cousins Robert Diggs und Gary Grice, später bekannt als RZA und GZA, sollten zu seinen engsten musikalischen Weggefährten werden. Schon in jungen Jahren begannen die drei zusammen zu rappen und entwickelten einen Sound, der die Hip-Hop-Landschaft für immer verändern sollte.
In den späten 1980er Jahren intensivierte sich die Zusammenarbeit zwischen den Cousins. Sie experimentierten mit verschiedenen Stilen und bildeten schließlich den Kern dessen, was 1992 zum Wu-Tang Clan werden sollte. Die Gruppe bestand aus neun Mitgliedern, darunter neben Ol’ Dirty Bastard auch Method Man, Raekwon, Ghostface Killah, Inspectah Deck, U-God und Masta Killa. Jedes Mitglied brachte seinen eigenen unverwechselbaren Stil ein, doch keiner war so unkonventionell wie Russell Jones.
1993 erschien das Debütalbum des Wu-Tang Clan, “Enter the Wu-Tang (36 Chambers)”, das sofort zum Klassiker avancierte. Das Album revolutionierte den East Coast Hip-Hop mit seinen rohen Beats, Kung-Fu-Samples und den neun unterschiedlichen Rap-Persönlichkeiten. Ol’ Dirty Bastard stach dabei besonders hervor mit seinem wilden, fast anarchischen Delivery-Stil, der zwischen Gesang und Rap changierte und jegliche Konventionen ignorierte. Seine Performances waren unvorhersehbar, seine Texte oft absurd und doch faszinierend.
Der Erfolg des Wu-Tang Clan öffnete allen Mitgliedern die Türen für Solokarrieren. 1995 veröffentlichte Ol’ Dirty Bastard sein Debütalbum “Return to the 36 Chambers: The Dirty Version”, das seinen Ruf als Hip-Hop-Exzentriker zementierte. Singles wie “Brooklyn Zoo” und “Shimmy Shimmy Ya” wurden zu Hits und zeigten seine Fähigkeit, eingängige Hooks mit seinem charakteristischen chaotischen Stil zu verbinden. “Shimmy Shimmy Ya” erreichte Position 62 der US Billboard Hot 100 und wurde zu einem der bekanntesten Songs der 90er Jahre. Sein Künstlername war dabei Programm – er bedeutete, dass es keinen Vater seines Stils gebe, er war ein Original ohne Vorbild.
Einer der größten kommerziellen Erfolge seiner Karriere kam 1998, als er auf dem Track “Ghetto Supastar (That Is What You Are)” von Pras Michel zusammen mit Mýa zu hören war. Der Song, der für den Soundtrack des Films “Bulworth” produziert wurde, erreichte Platz 2 der UK Singles Chart und war auch international ein großer Hit. Die Kombination aus eingängigem Refrain, smoothem R&B-Gesang von Mýa und Ol’ Dirty Bastards unverwechselbarem Rap-Stil machte den Track zu einem Dauerbrenner im Radio und auf verschiedenen Streaming-Plattformen. Der Song gewann 1998 den MOBO Award für “Best International Single” und erhielt eine Grammy-Nominierung für “Best Rap Performance by a Duo or Group”.
1999 folgte sein zweites Soloalbum “Nigga Please”, das die Single “Got Your Money” featuring Kelis enthielt. Der Track wurde zu einem seiner größten Solo-Hits und erreichte Platz 33 der US Billboard Hot 100 sowie Platz 11 der UK Singles Chart. Das Video, das Ol’ Dirty Bastard in verschiedenen absurden Situationen zeigte, wurde zu einem MTV-Dauerbrenner und unterstrich seinen Status als einer der unterhaltsamsten Performer des Hip-Hop. Die Zusammenarbeit mit Kelis brachte eine neue Dimension in seine Musik und zeigte, dass er trotz seines wilden Images durchaus kommerziell erfolgreiche Musik produzieren konnte.
Während seine Karriere florierte, wurde Ol’ Dirty Bastards Leben zunehmend von rechtlichen Problemen überschattet. Zwischen 1995 und 2004 häuften sich Verhaftungen wegen Körperverletzung, Drogenbesitz, Nichtzahlung von Unterhalt und anderen Vergehen. Sein Verhalten in der Öffentlichkeit war oft exzentrisch und unberechenbar. Ein berühmter Vorfall ereignete sich bei den Grammy Awards, als er die Bühne stürmte und verkündete: “Wu-Tang is for the children.” Trotz seines Erfolgs lebte er oft in Armut – ein Foto von ihm, wie er mit seinen Kindern zur Sozialhilfe ging, während sein Album in den Top 10 der Charts war, machte Schlagzeilen.
Dennoch gab es auch Momente, die seine menschliche Seite zeigten. 1998 half er dabei, ein vierjähriges Mädchen zu retten, das unter einem Auto eingeklemmt war. Er blieb mit der Familie in Kontakt und besuchte das Kind später im Krankenhaus. Solche Geschichten zeigten, dass hinter der chaotischen Fassade ein Mensch mit Herz steckte. Ab 2003 wurde bei ihm Schizophrenie diagnostiziert, was viele seiner Verhaltensweisen in ein anderes Licht rückte. Seine psychischen Probleme, kombiniert mit Drogenkonsum, machten sein Leben zunehmend instabil.
Am 13. November 2004, nur zwei Tage vor seinem 36. Geburtstag, starb Ol’ Dirty Bastard in einem Aufnahmestudio in Manhattan an einer versehentlichen Überdosis. Die Kombination aus Kokain und dem verschreibungspflichtigen Schmerzmittel Tramadol, gepaart mit bereits bestehenden Gesundheitsproblemen, wurde ihm zum Verhängnis. Sein plötzlicher Tod schockierte die Hip-Hop-Welt und hinterließ eine große Lücke. Er hinterließ zwischen sieben und dreizehn Kinder, darunter einen Sohn, der später als “Young Dirty Bastard” ebenfalls eine Rap-Karriere startete.
Posthum erschienen verschiedene Kompilationen und unveröffentlichtes Material, darunter “The Trials and Tribulations of Russell Jones” (2002) und das unvollendete Album “A Son Unique” (2005). Sein Einfluss auf den Hip-Hop ist bis heute spürbar. Künstler schätzen ihn für seine Kompromisslosigkeit, seine Originalität und seine Weigerung, sich an Konventionen zu halten. Ol’ Dirty Bastard war mehr als nur ein Rapper – er war ein Künstler, der die Grenzen dessen, was Hip-Hop sein konnte, erweiterte. Seine Musik läuft weiterhin auf Internetradio-Stationen weltweit und erinnert neue Generationen daran, dass wahre Kreativität oft dort entsteht, wo man sich traut, anders zu sein. Der Wu-Tang Clan besteht bis heute fort und ehrt regelmäßig das Andenken ihres gefallenen Bruders, dessen Geist in ihrer Musik weiterlebt.
Wir konnten leider keine Konzerte von Ol' Dirty Bastard finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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