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today28.02.2026
The Roots sind eine legendäre Hip-Hop-Band aus Philadelphia, die seit 1987 mit ihrer einzigartigen Mischung aus Live-Instrumentierung, Jazz-Einflüssen und gesellschaftskritischen Texten die Musikwelt prägt. Als Pioniere des alternativen Rap und spätere Hausband der Tonight Show haben sie Hip-Hop neu definiert und Generationen von Künstlern beeinflusst.
| Künstlername | The Roots |
| Mitglieder | Black Thought, Questlove, Captain Kirk Douglas, Damon Bryson, Raymond Angry, James Poyser, Mark Kelley, Stro Elliot, Kamal Gray, Ian Hendrickson-Smith, Dave Guy |
| Genre | Hip-Hop, Jazz-Rap, Neo-Soul, Alternative Rap |
| Größter Hit | You Got Me |
| Gründungsjahr | 1987 |
| Land | USA |
| Markenzeichen | Live-Instrumentierung im Hip-Hop, Jazz- und Soul-Einflüsse, politisch bewusste Texte |

Die Geschichte von The Roots beginnt 1987 an der Philadelphia High School for the Creative and Performing Arts, wo sich Tariq “Black Thought” Trotter und Ahmir “Questlove” Thompson kennenlernten. Was als spontane Straßenmusik begann, bei der Questlove auf Blech- oder Eimertrommeln spielte, während Black Thought darüber rappte, entwickelte sich schnell zu etwas Besonderem. Die beiden erkannten früh, dass sie mit ihrer Kombination aus Live-Percussion und lyrischem Flow etwas Einzigartiges schufen, das sich von der damals vorherrschenden Sample-basierten Hip-Hop-Produktion abhob.
Der Name der Band durchlief mehrere Metamorphosen: Von Radio Activity über Black to the Future bis zu The Square Roots, bevor sie sich schließlich auf den prägnanten Namen The Roots einigten. Diese Namenssuche spiegelte auch ihre musikalische Reise wider – die Suche nach ihren Wurzeln, nach authentischem Ausdruck in einer Zeit, in der Hip-Hop zunehmend kommerzialisiert wurde. Mit der Erweiterung der Besetzung durch Malik B. und Leonard “Hub” Hubbard gewann die Band an Tiefe und Komplexität. Ihre Auftritte in Clubs und auf den Straßen Philadelphias wurden zur Legende und legten den Grundstein für eine außergewöhnliche Karriere.
Das Debütalbum “Organix” erschien 1993 zunächst unabhängig und zeigte bereits die musikalische Richtung der Band. Doch erst mit der Unterzeichnung bei DGC Records und Geffen 1994 öffneten sich größere Türen. “Do You Want More?!!!??!” von 1995 war ein Statement: Hip-Hop konnte auch ohne Samples funktionieren, mit echten Instrumenten, komplexen Arrangements und Jazz-Harmonien. Das Album fand kritischen Anklang und etablierte The Roots als ernstzunehmende Kraft im alternativen Hip-Hop.
Der wirkliche Durchbruch kam 1996 mit “Illadelph Halflife”. Die Single “What They Do” erreichte als erste ihrer Songs die Top 40 der US-Billboard-Charts und landete auf Platz 34. Das zugehörige Musikvideo, eine satirische Parodie auf Klischees in Hip-Hop-Videos, unterstrich ihren intelligenten, selbstreflexiven Ansatz. In dieser Phase stieß auch der legendäre Beatboxer Rahzel zur Band, der ihre Live-Shows auf ein neues Level hob. Kurzzeitig war auch Scott Storch Teil der Besetzung, bevor er seine eigene erfolgreiche Karriere als Produzent startete.
1999 markierte den Höhepunkt des kommerziellen Erfolgs von The Roots. Ihr Album “Things Fall Apart” wurde nicht nur von Kritikern gefeiert, sondern erreichte auch ein breites Publikum. Der Song “You Got Me” mit Erykah Badu wurde zum größten Hit der Band und erreichte Platz 39 in den Billboard Hot 100, Platz 11 in den R&B/Hip-Hop Songs und Platz 19 in den Rap Songs. International war der Track ebenfalls erfolgreich: Platz 31 in Großbritannien, Platz 15 in der Schweiz, Platz 25 in Deutschland und Platz 37 in Neuseeland.
Was viele nicht wussten: Die Rapperin Eve hatte einen bedeutenden, aber nicht offiziell anerkannten Part auf dem Track beigesteuert. Erst 2026, fast drei Jahrzehnte später, wurde ihr diese Leistung offiziell gewürdigt und sie erhielt rückwirkend einen Grammy für ihren Beitrag. Der Song selbst gewann 2000 den Grammy Award für Best Rap Performance by a Duo or Group und katapultierte The Roots endgültig in den Mainstream. “Things Fall Apart” zeigte die Band auf dem Höhepunkt ihrer kreativen Kraft – lyrisch anspruchsvoll, musikalisch innovativ und emotional berührend. Das Album wurde zu einem Meilenstein des alternativen Hip-Hop und beeinflusste unzählige Künstler, die im Internetradio und auf Streaming-Plattformen eine neue Generation erreichten.
Nach dem kommerziellen Erfolg hätten sich The Roots auf einer bewährten Formel ausruhen können, doch stattdessen wagten sie immer wieder Experimente. “Phrenology” von 2002 war ein eklektisches Werk, das Punk, Rock und elektronische Elemente in ihren Sound integrierte. “The Tipping Point” (2004) war zugänglicher, während “Game Theory” (2006) und “Rising Down” (2008) zunehmend düstere, gesellschaftskritische Themen aufgriffen.
Mit “How I Got Over” (2010) und besonders “Undun” (2011) erreichten The Roots eine neue künstlerische Reife. “Undun” war ein Konzeptalbum, das die Geschichte eines Mannes namens Redford Stephens in umgekehrter chronologischer Reihenfolge erzählte – von seinem Tod zurück zu seiner Geburt. Diese narrative Komplexität, kombiniert mit orchestralen Arrangements und introspektiven Texten, zeigte eine Band, die Hip-Hop als ernsthafte Kunstform etablierte. Ihr letztes Studioalbum “…And Then You Shoot Your Cousin” von 2014 war noch experimenteller und abstrakter, ein bewusst sperriges Werk, das ihre künstlerische Integrität über kommerzielle Erwägungen stellte.
2009 begann ein neues Kapitel, als The Roots die Hausband für “Late Night with Jimmy Fallon” wurden. Viele befürchteten, dies könnte ihre künstlerische Glaubwürdigkeit gefährden, doch die Band bewies das Gegenteil. Sie nutzten die Plattform kreativ, spielten mit musikalischen Anspielungen und politischen Statements, die oft subtil in ihre Instrumentalstücke eingewoben waren. Als Fallon 2014 zur “Tonight Show” wechselte, kamen The Roots mit und erreichten ein noch größeres Publikum.
Diese TV-Präsenz machte sie zu einer der bekanntesten Live-Bands der Welt und führte zu zahlreichen Kollaborationen. Das Album “Wake Up!” (2010) mit John Legend gewann einen Grammy für das beste R&B-Album. “Wise Up Ghost” (2013) mit Elvis Costello zeigte ihre Vielseitigkeit über Genre-Grenzen hinweg. Questlove entwickelte sich zudem zu einer wichtigen Kulturfigur – als DJ, Autor, Produzent und Filmemacher. Sein Dokumentarfilm “Summer of Soul” gewann 2022 den Oscar für den besten Dokumentarfilm.
Black Thought, geboren am 3. Oktober 1973 in Philadelphia, gilt heute als einer der besten Rapper aller Zeiten. Seine technische Präzision, sein umfangreicher Wortschatz und seine Fähigkeit, komplexe soziale Themen in packende Verse zu verwandeln, sind legendär. Questlove, geboren am 20. Januar 1971, ebenfalls in Philadelphia, ist nicht nur ein virtuoser Schlagzeuger, sondern auch ein Musikhistoriker und kultureller Kommentator. Beide stammen aus musikalischen Familien und erlebten persönliche Tragödien – Black Thought verlor beide Elternteile durch Gewalt, was seine Texte prägte.
Die Band erlitt auch schmerzliche Verluste: Leonard “Hub” Hubbard, der langjährige Bassist, verstarb 2021 an Krebs. Malik B., eines der Gründungsmitglieder, starb 2020 im Alter von nur 47 Jahren. Diese Verluste erinnern daran, dass hinter der Musik echte Menschen mit echten Kämpfen stehen. The Roots haben mit ihrer jährlichen Festival-Reihe “Roots Picnic” in Philadelphia auch eine Plattform geschaffen, die verschiedene Generationen und Genres zusammenbringt. Ihr Einfluss auf die Hip-Hop-Kultur ist immens – sie haben bewiesen, dass Rap-Musik intellektuell anspruchsvoll, musikalisch komplex und gleichzeitig unterhaltsam sein kann. Für Fans, die ihre Musik im Radio oder auf Online-Streaming-Diensten entdecken, öffnet sich eine Welt voller Tiefe, Kreativität und unerschütterlicher künstlerischer Integrität.
Wir konnten leider keine Konzerte von The Roots finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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