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today28.02.2026
Sabrina Setlur, auch bekannt als Schwester S., ist eine deutsche Rapperin mit indischen Wurzeln und gilt als Pionierin des deutschsprachigen Hip-Hop. Mit ihrem Hit „Du liebst mich nicht” schrieb sie 1997 Musikgeschichte als erste Rapperin mit einem Nummer-eins-Hit in Deutschland. Ihre Karriere prägte den deutschen Rap der 1990er und frühen 2000er Jahre nachhaltig.
| Künstlername | Sabrina Setlur (Schwester S.) |
| Bürgerlicher Name | Sabrina Setlur |
| Genre | Deutschrap, Hip-Hop, Pop |
| Größter Hit | Du liebst mich nicht |
| Geburtsdatum | 10. Januar 1974 |
| Geburtsort | Frankfurt am Main |
| Staatsangehörigkeit | Deutsch |
| Sternzeichen | Steinbock |
Sabrina Setlur wurde am 10. Januar 1974 als Tochter indischer Einwanderer in Frankfurt am Main geboren. Ihr Vater stammt aus der südindischen Region Karnataka, ihre Mutter ist Malayali. Aufgewachsen ist sie überwiegend in Bad Soden am Taunus und Schwalbach am Taunus, wo sie gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Yvonne eine behütete Kindheit verbrachte. Die kulturelle Vielfalt ihres Elternhauses prägte sie früh und sollte später auch in ihrer Musik eine Rolle spielen.
Bereits während ihrer Schulzeit lernte Sabrina die späteren Wegbegleiter Thomas Hofmann und Moses Pelham kennen, die das Label Pelham Power Productions gründeten. Der entscheidende Moment ihrer Karriere ereignete sich 1993 auf einer Party, als sie spontan einen Rap von Dr. Dre performte und damit die Aufmerksamkeit der anwesenden Produzenten auf sich zog. Kurz darauf trug sie zum Song „Wenn es nicht hart ist” des Rödelheim Hartreim Projekts bei. Für die Musik brach sie ihr begonnenes Studium der Betriebswirtschaftslehre ab und widmete sich fortan vollständig ihrer künstlerischen Laufbahn.
1995 markierte den offiziellen Karrierestart von Sabrina Setlur unter dem Pseudonym Schwester S. Ihre Doppel-A-Single „Hier kommt die Schwester / Pass auf” sowie das Debütalbum „S ist soweit” wurden von Moses Pelham produziert und legten den Grundstein für ihren Erfolg. Der Song „Ja klar” brachte ihr erste Chartplatzierungen und machte sie in der deutschen Hip-Hop-Szene bekannt. Zu einer Zeit, als Rap in Deutschland noch eine Nische war, setzte sie mit ihrer selbstbewussten Art und ihrem unverwechselbaren Flow neue Maßstäbe.
Das Jahr 1997 sollte zum Wendepunkt werden. Mit dem Album „Die neue S-Klasse” und insbesondere der Single „Du liebst mich nicht” gelang ihr der endgültige Durchbruch. Der Song stieg auf Platz 1 der deutschen Charts und machte Sabrina Setlur zur ersten Rapperin überhaupt, die in Deutschland einen Nummer-eins-Hit landen konnte. Auch in Österreich und der Schweiz erreichte die Single Top-3-Platzierungen. Weitere erfolgreiche Auskopplungen wie „Glaubst du mir?”, „Nur mir” und „Folge dem Stern” festigten ihren Status als eine der wichtigsten Stimmen im deutschen Hip-Hop.
In den folgenden Jahren baute Sabrina Setlur ihre Karriere konsequent aus. 1999 erschien das Album „Aus der Sicht und mit den Worten von…”, das ihre künstlerische Entwicklung dokumentierte. Sie tourte mit internationalen Größen wie Michael Jackson und den Fugees, trat bei Rock am Ring auf und arbeitete mit zahlreichen Künstlern zusammen. Besonders hervorzuheben ist ihre Kollaboration mit Xavier Naidoo für den Song „Alles”, der als Titelsong zum Film „Anatomie” diente und 2000 Platz 16 der deutschen Charts erreichte.
Ihre Musik zeichnete sich durch eine gelungene Mischung aus Rap-Flows und melodischen Elementen aus. Thematisch setzte sie sich mit Liebe, Selbstwert, dem Leben im Rampenlicht und der medialen Wahrnehmung auseinander. Ihr authentischer Stil und ihre klare Aussprache machten ihre Songs auch für Hörer zugänglich, die sonst weniger mit Hip-Hop in Berührung kamen. Beim Streaming und im Radio wurde sie zu einer festen Größe, die den deutschen Rap salonfähig machte.
Sabrina Setlurs Erfolg blieb nicht unbemerkt. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter mindestens drei Echos als „Beste nationale Künstlerin” sowie mehrere Comet Awards. Die Goldene Kamera, RSH-Gold und weitere Preise würdigten ihre Leistungen für die deutsche Musiklandschaft. Mit über zwei Millionen verkauften Tonträgern zählt sie zu den erfolgreichsten weiblichen Rapperinnen Deutschlands.
Allerdings blieb ihre Karriere nicht frei von Kontroversen. Der Song „Nur mir” aus dem Jahr 1997 enthielt ein Sample von Kraftwerks „Metall auf Metall”, was zu einem langjährigen Rechtsstreit führte. Dieser Fall wurde schließlich 2019 vom Gerichtshof der Europäischen Union entschieden und hatte weitreichende Bedeutung für das Urheberrecht in der Musikindustrie. Trotz dieser juristischen Auseinandersetzung blieb Sabrina Setlurs künstlerisches Schaffen unbeeinträchtigt.
2003 erschien das Album „Sabs”, das mit Singles wie „Ich bin so”, „Liebe”, „Baby” und „Mein Herz” moderate Erfolge feierte, aber nicht mehr an die Chartplatzierungen der 1990er Jahre anknüpfen konnte. Im selben Jahr übernahm sie eine Jury-Position bei der Castingshow „Popstars” und nahm am Vorentscheid zum Eurovision Song Contest teil. Ihre mediale Präsenz wurde durch ihre Beziehung zu Boris Becker um 2001 zusätzlich verstärkt, was sie auch in die Boulevard-Presse katapultierte.
2007 veröffentlichte Sabrina Setlur mit „Rot” ihr bislang letztes Studioalbum. Kommerziell blieb es hinter den Erwartungen zurück, was sie dazu veranlasste, sich weitgehend aus dem Musikgeschäft zurückzuziehen. Neben ihrer Musikkarriere war sie auch in mehreren Filmen zu sehen, darunter „Anatomie”, „Frau2 sucht HappyEnd”, „Die Welt der Wunderlichs” und „Verpiss dich, Schneewittchen”. Sie nahm an der Tanzshow „Let’s Dance” teil und zeigte sich gelegentlich bei TV-Auftritten.
Heute lebt Sabrina Setlur zurückgezogen und fernab des Rampenlichts. Ihre Musik wird jedoch weiterhin im Internetradio gespielt und erreicht neue Generationen von Hip-Hop-Fans. Ihre Bedeutung als Pionierin des deutschen Rap bleibt unbestritten. Mit ihrer Mischung aus Authentizität, lyrischer Stärke und melodischem Gespür hat sie den Weg für viele nachfolgende Künstlerinnen geebnet und einen festen Platz in der deutschen Musikgeschichte erobert.
Wir konnten leider keine Konzerte von Sabrina Setlur finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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