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today28.02.2026
Paul Johnson war eine Legende der Chicago-House-Szene und prägte mit seinem unverwechselbaren Sound eine ganze Generation von Clubgängern und Produzenten. Sein größter Hit „Get Get Down” aus dem Jahr 1999 machte ihn international bekannt und ist bis heute ein Klassiker auf den Dancefloors dieser Welt. Trotz schwerer gesundheitlicher Rückschläge blieb er seiner Musik bis zum Schluss treu und hinterließ ein beeindruckendes Vermächtnis.
| Künstlername | Paul Johnson |
| Bürgerlicher Name | Paul Leighton Johnson |
| Genre | Chicago House, Electronic Dance |
| Größter Hit | Get Get Down |
| Geburtsdatum | 11. Januar 1971 |
| Geburtsort | Chicago, Illinois, USA |
| Wohnort | Chicago, Illinois |
| Todesdatum | 4. August 2021 |
| Sterbeort | Evergreen Park, Illinois, USA |
| Staatsangehörigkeit | US-amerikanisch |
| Sternzeichen | Steinbock |
| Markenzeichen | Groovige Basslines, markante Piano-Samples, energetische Beats |

Paul Johnson wurde am 11. Januar 1971 in Chicago geboren, der Stadt, die als Wiege des House-Musik gilt. Schon früh entdeckte er seine Leidenschaft für elektronische Musik und begann bereits mit 13 Jahren als DJ zu arbeiten. Seine ersten Sets legte er im elterlichen Haushalt und in der unmittelbaren Nachbarschaft auf, wo er schnell eine kleine, aber treue Fangemeinde um sich scharte. Chicago in den 1980er Jahren war ein Schmelztiegel musikalischer Innovation, und der junge Paul sog all diese Einflüsse begierig auf.
Ab 1987 wagte er sich auch an die Produktion eigener Tracks. Mit gerade einmal 16 Jahren begann er, seine eigenen musikalischen Ideen im Studio umzusetzen. Dabei entwickelte er einen charakteristischen Sound, der sich durch treibende Beats, funkige Basslines und clevere Samples auszeichnete. Seine Musik war von Anfang an tanzbar und energiegeladen, perfekt für die aufstrebende Club-Szene Chicagos.
In den 1990er Jahren gehörte Paul Johnson zur zweiten Welle der Chicago-House-Bewegung. Er veröffentlichte auf renommierten Labels wie Dance Mania, Relief, Cajual, Nite Life, Undaground Therapy, Defected, Peacefrog und Moody. Seine Produktivität war bemerkenswert – Johnson selbst behauptete später, über 300 Veröffentlichungen gemacht zu haben. Viele davon erschienen als limitierte Vinyl-Pressung, was ihn zu einem gefragten Namen unter Plattensammlern machte.
1997 gründete er zusammen mit seinem Partner Radek das Label Dust Traxx, um noch mehr kreative Kontrolle über seine Veröffentlichungen zu haben. Doch der wirkliche Durchbruch kam 1999 mit dem Release von „Get Get Down”. Der Track eroberte die Tanzflächen im Sturm und erreichte Platz 1 der US Dance Club Charts. Auch international war der Erfolg überwältigend: In Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden, Griechenland und Belgien landete der Song in den Top 10. Der unwiderstehliche Groove, die eingängigen Vocal-Samples und der treibende Beat machten „Get Get Down” zu einem zeitlosen Klassiker, der auch heute noch regelmäßig in Clubs und auf Streaming-Plattformen gespielt wird.
Hinter dem Erfolg verbarg sich jedoch eine Geschichte voller persönlicher Tragödien. Bereits 1987, im selben Jahr, in dem er mit der Produktion begann, erlitt Paul Johnson eine schwere Verletzung. Durch einen zufälligen Schuss wurde seine linke Beinseite so stark beschädigt, dass er teilweise gelähmt war. Doch statt sich von diesem Rückschlag unterkriegen zu lassen, arbeitete er weiter an seiner Musik und ließ sich nicht davon abhalten, seine Karriere voranzutreiben.
Die gesundheitlichen Probleme sollten ihn jedoch sein ganzes Leben begleiten. 2003 musste sein linkes Bein amputiert werden. Sieben Jahre später, nach einem schweren Autounfall im Jahr 2010, folgte die Amputation des rechten Beins. Für die meisten Menschen wären solche Schicksalsschläge das Ende ihrer Karriere gewesen, doch nicht für Paul Johnson. Er blieb musikalisch aktiv, tourte international und veröffentlichte weiterhin neue Musik. Seine Resilienz und sein unbändiger Wille, trotz aller Widrigkeiten weiterzumachen, machten ihn zu einer Inspirationsfigur weit über die House-Szene hinaus.
In Interviews zeigte er sich stets offen und ehrlich über seine Situation. Er sprach über seine Herausforderungen, aber auch über seine Liebe zur Musik, die ihm die Kraft gab, weiterzumachen. Seine direkte und authentische Art machte ihn bei Fans und Kollegen gleichermaßen beliebt.
Paul Johnsons Einfluss auf die elektronische Musikszene kann kaum überschätzt werden. Sein Sound war prägend für die Chicago-House-Bewegung der späten 1990er und frühen 2000er Jahre. Mit Tracks wie „Follow This Beat”, der 2003 Platz 8 der US Dance Charts erreichte, und „She Got Me On” bewies er immer wieder sein Gespür für tanzbare Grooves und eingängige Hooks. Seine Musik zeichnete sich durch eine perfekte Balance zwischen minimalistischen Elementen und funkigen, disco-inspirierten Samples aus.
Besonders bemerkenswert ist, dass selbst Daft Punk, die französischen House-Ikonen, ihn in ihrem Track „Teachers” als erste namentliche Inspiration nennen. Das zeigt, welchen Stellenwert Johnson in der globalen House-Community hatte. Seine Platten wurden nicht nur in Chicago, sondern auch in Europa, Asien und auf der ganzen Welt in Clubs gespielt. DJs und Produzenten der nachfolgenden Generationen beziehen sich bis heute auf seinen Sound und seine Produktionstechniken.
Neben seiner Solokarriere arbeitete Johnson auch unter verschiedenen Aliasnamen. Mit Robert Armani bildete er das Duo Traxxmen, und zusammen mit Gant Garrard trat er als Brother 2 Brother auf. Diese Kollaborationen zeigten seine Vielseitigkeit und seine Fähigkeit, sich in unterschiedlichen musikalischen Kontexten zu bewegen. Seine Diskografie umfasst zahlreiche Alben wie „Second Coming” (1996), „Feel the Music” (1996), „We Can Make The World Spin” (1998) und „The Groove I Have” (1999), sowie unzählige EPs, Singles und Remixe.
Im Jahr 2021 erkrankte Paul Johnson an COVID-19. Trotz medizinischer Behandlung verschlechterte sich sein Zustand rapide. Am 4. August 2021 verstarb er im Alter von nur 50 Jahren in einem Krankenhaus in Evergreen Park, Illinois. Die Nachricht von seinem Tod löste weltweit Trauer und Bestürzung aus. Fans, Kollegen und Weggefährten würdigten ihn als einen der wichtigsten House-Musiker aller Zeiten.
Sein Vermächtnis lebt jedoch weiter. Seine Musik wird weiterhin in Clubs gespielt, auf Internetradio-Sendern gestreamt und von neuen Generationen von House-Fans entdeckt. „Get Get Down” bleibt ein unverzichtbarer Track in jeder DJ-Sammlung, und seine anderen Produktionen werden von Kennern der Szene hochgeschätzt. Paul Johnson hat bewiesen, dass wahre Leidenschaft und Hingabe selbst die größten Hindernisse überwinden können. Seine Geschichte ist eine von Triumph über Widrigkeiten, von unerschütterlicher Liebe zur Musik und von einem Erbe, das noch lange nachhallen wird.
Wir konnten leider keine Konzerte von Paul Johnson finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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