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today01.03.2026
John „Jellybean” Benitez ist eine Legende der New Yorker Clubszene und prägte als DJ, Produzent und Remixer die Dance-Musik der 1980er Jahre entscheidend mit. Bekannt wurde er vor allem durch seine Zusammenarbeit mit Madonna und Hits wie „Sidewalk Talk” und „Who Found Who”. Als Pionier des Remix-Geschäfts hinterließ er bleibende Spuren in der internationalen Popmusik.
| Künstlername | Jellybean |
| Bürgerlicher Name | John A. Benitez |
| Genre | Dance, Synthpop, Freestyle, Electro, House |
| Größter Hit | Sidewalk Talk |
| Geburtsdatum | 7. November 1957 |
| Geburtsort | The Bronx, New York City, USA |
| Wohnort | Gramercy Park, Manhattan, New York City |
| Staatsangehörigkeit | Amerikanisch |
| Sternzeichen | Skorpion |
| Markenzeichen | Produzent und Remixer, arbeitet mit wechselnden Gastsängern |

John Benitez wuchs in der South Bronx auf, einem Stadtteil, der in den 1960er und 70er Jahren als rau und herausfordernd galt. Seine Eltern waren puerto-ricanischer Herkunft, und nach der Scheidung lebte er mit seiner Mutter und seiner jüngeren Schwester Debbie zusammen. Seine Mutter arbeitete hart in Führungspositionen eines Supermarktes, um die Familie über Wasser zu halten. Schon früh entwickelte der junge John eine Leidenschaft für Musik. Er übte heimlich am Plattenspieler seiner Schwester und entdeckte dabei sein Talent, Platten so zu mischen, dass Menschen tanzen wollten.
Seinen legendären Spitznamen „Jellybean” verdankt er seinen Initialen J.B. und der damals populären Redewendung „Know what I mean, Jellybean?”. Seine Schwester gab ihm diesen Namen, der später zu seinem Markenzeichen werden sollte. Die Schulzeit verlief nicht ganz reibungslos – Benitez besuchte die De Witt Clinton High School und die John F. Kennedy High School, brach das Gymnasium jedoch ab. Später holte er einen High-School-Äquivalenzabschluss nach, doch seine wahre Ausbildung fand auf den Tanzflächen New Yorks statt.
In den späten 1970er Jahren begann Jellybeans Karriere als DJ richtig Fahrt aufzunehmen. Er legte in verschiedenen Clubs auf, darunter Charlie’s in der Bronx, La Mariposa, Experimental Four, Hurrah, Le Mouches, Club Marrakesh, Blue Cloud und La Falafel. Sein Arbeitspensum war enorm – er spielte sieben Nächte pro Woche und pendelte dabei zwischen Manhattan und Long Island. Diese intensive Zeit schärfte sein Gespür für die Bedürfnisse des Publikums und machte ihn zu einem der gefragtesten DJs der Stadt.
Was Jellybean von anderen DJs unterschied, war sein innovativer Umgang mit Musik. Er gehörte zu den ersten, die das Konzept des Remixens professionell umsetzten und damit neue künstlerische Dimensionen eröffneten. Seine Sets waren mehr als nur eine Aneinanderreihung von Songs – sie waren durchdachte musikalische Reisen, die die Tanzflächen zum Kochen brachten. Diese Fähigkeit machte ihn nicht nur bei Clubbesuchern beliebt, sondern auch bei Plattenfirmen und Künstlern, die seine Expertise suchten.
Der entscheidende Wendepunkt in Jellybeans Karriere kam Anfang der 1980er Jahre, als er Madonna kennenlernte. Die aufstrebende Sängerin und der talentierte DJ-Produzent fanden schnell zueinander, und Jellybean wurde maßgeblich an ihrem Debütalbum „Madonna” von 1983 beteiligt. Er mischte und produzierte Hits wie „Holiday”, „Lucky Star” und „Borderline”, die alle zu Klassikern wurden und Madonnas Karriere in die Stratosphäre katapultierten. Diese Zusammenarbeit brachte Jellybean nicht nur Anerkennung in der Musikindustrie, sondern öffnete ihm auch Türen zu weiteren hochkarätigen Projekten.
1984 startete Jellybean seine eigene künstlerische Karriere mit dem Album „Wotupski!?!”. Die erste Single „The Mexican”, ein Cover des Songs der britischen Band Babe Ruth mit deren ursprünglicher Sängerin Janita Haan, wurde sofort ein Nummer-eins-Hit in den US Dance Club Charts. Doch der größte Erfolg sollte mit „Sidewalk Talk” folgen. Dieser Song, geschrieben von Madonna und gesungen von Catherine Buchanan mit Madonna im Background, erreichte Platz 18 der US Hot 100 und die Spitze der Dance Charts. Das Lied wurde auch international erfolgreich und etablierte Jellybean als eigenständigen Künstler.
Nach dem Erfolg von „Sidewalk Talk” veröffentlichte Jellybean eine Reihe weiterer erfolgreicher Singles und Alben. 1987 erschien „Just Visiting This Planet” mit dem Hit „Who Found Who” featuring Elisa Fiorillo, der Platz 16 in den US Hot 100 und Platz 10 in Großbritannien erreichte. Im selben Jahr folgte „The Real Thing” mit Steven Dante, das erneut die Spitze der US Dance Charts eroberte und auch in Großbritannien auf Platz 13 kletterte. Weitere erfolgreiche Singles wie „Jingo” und „Just a Mirage” folgten 1987 und 1988, beide erreichten Platz 13 in den britischen Charts.
Jellybeans Arbeitsweise war charakteristisch: Er selbst sang selten, sondern arbeitete mit wechselnden Gastsängern und Sängerinnen zusammen, die seinen Produktionen ihre Stimme liehen. Diese Strategie ermöglichte es ihm, verschiedene Stile und Sounds zu erkunden und dabei stets frisch und relevant zu bleiben. Seine Alben „Jellybean Rocks the House” von 1988 und „Spillin’ the Beans” von 1991 zeigten seine Vielseitigkeit und seinen unermüdlichen Innovationsgeist. Wer heute über Streaming-Dienste oder im Internetradio Dance-Klassiker der 80er Jahre hört, kommt an Jellybeans Produktionen kaum vorbei.
Parallel zu seiner eigenen Karriere als Künstler etablierte sich Jellybean als einer der gefragtesten Remixer der Musikindustrie. Seine Kundenliste liest sich wie das Who’s Who der Popmusik: Paul McCartney, Michael Jackson, Whitney Houston, Billy Joel, Duran Duran und viele andere vertrauten auf sein Gespür für tanzbare Arrangements. Seine Remixe waren keine simplen Neuauflagen, sondern eigenständige Interpretationen, die oft erfolgreicher waren als die Originalversionen. Diese Arbeit brachte ihm nicht nur finanziellen Erfolg, sondern auch höchste Anerkennung in der Branche.
In den 1990er Jahren gründete Jellybean sein eigenes Label H.O.L.A. Recordings (House Of Latin Artists), um lateinamerikanisch beeinflusste Dance-Musik zu fördern. Neben diesem Label betrieb er auch Jellybean Productions, Jellybean Soul und die Jellybean Music Group. In den frühen 2000er Jahren kehrte er verstärkt als DJ zurück, unter anderem bei legendären Loft-Partys, die an die goldenen Zeiten der New Yorker Clubkultur erinnerten. 2005 wurde seine Pionierarbeit mit der Aufnahme in die Dance Music Hall of Fame gewürdigt.
Seit 2011 ist Jellybean Executive Producer des Radiosenders Studio 54 Radio, wo er Klassiker der 70er und 80er Jahre Dance-Musik präsentiert und dabei auf sein umfangreiches persönliches Archiv sowie historisches Material des legendären Studio 54 zurückgreift. 2010 veröffentlichte er das Album „A Celebration in Sound”, das seine lange Karriere würdigte. Über die Jahre erhielt er mindestens einen Grammy sowie drei weitere Nominierungen. Seine Musik läuft weiterhin regelmäßig in Clubs und auf spezialisierten Radiosendern, die sich der goldenen Ära der Dance-Musik verschrieben haben. John „Jellybean” Benitez bleibt eine lebende Legende, die die Entwicklung der elektronischen Tanzmusik maßgeblich mitgeprägt hat und deren Einfluss bis heute spürbar ist.
Wir konnten leider keine Konzerte von Jellybean finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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