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today28.02.2026
Eric “E.T.” Thorngren war ein legendärer Toningenieur, Mixer und Produzent, der die Musiklandschaft der 1980er Jahre maßgeblich prägte. Von frühen Hip-Hop-Aufnahmen bis hin zu internationalen Rock- und Pop-Hits arbeitete er mit den größten Namen der Branche zusammen. Sein technisches Können und sein musikalisches Gespür machten ihn zu einer unverzichtbaren Größe hinter den Kulissen.
| Künstlername | Eric “E.T.” Thorngren |
| Bürgerlicher Name | Eric J. Thorngren |
| Genre | Rock, Pop, Dance-Rock, Hip-Hop |
| Größter Hit | Addicted to Love (Robert Palmer) |
| Geburtsdatum | April 1945 |
| Geburtsort | Utica, New York, USA |
| Todesdatum | 6. Mai 2024 |
| Staatsangehörigkeit | Amerikanisch |
| Sternzeichen | Widder |
| Markenzeichen | Cowboy-Hut, präziser Mix-Sound |

Eric Thorngren wuchs in Utica, New York auf und entdeckte schon früh seine Leidenschaft für Musik. In den 1960er Jahren gründete er seine erste Band, Eric and the Chessmen, mit der er 1966 die Single “You Don’t Want My Loving” veröffentlichte. Die lokale Musikszene bot ihm erste Einblicke in die Welt der Aufnahmetechnik und Performance. Doch der junge Musiker sollte bald einen anderen Weg einschlagen, der ihn zu einem der gefragtesten Toningenieure seiner Generation machen würde.
In den frühen 1970er Jahren schloss sich Thorngren der Band Bulldog an, die er gemeinsam mit Gene Cornish und Dino Danelli von den Young Rascals gründete. Die Band veröffentlichte zwei Alben und tourte durch die USA. Doch während dieser Zeit reifte in Thorngren die Erkenntnis, dass seine wahre Berufung nicht auf der Bühne, sondern hinter dem Mischpult lag. Er begann, sich intensiv mit Aufnahmetechnik zu beschäftigen und sammelte erste Erfahrungen als Toningenieur.
Einer seiner ersten bedeutenden Jobs führte Thorngren zu All Platinum Records in New Jersey, das später zu Sugar Hill Records wurde. Hier arbeitete er an bahnbrechenden frühen Hip-Hop-Projekten mit. Besonders hervorzuheben ist seine Arbeit an Grandmaster Flashs “The Adventures of Grandmaster Flash on the Wheels of Steel” aus dem Jahr 1981. Diese Aufnahme gilt als eine der ersten, die Scratching und Back-Spinning auf Vinyl verewigte und damit einen Meilenstein in der Geschichte des Hip-Hop setzte. Thorngrens technisches Geschick half dabei, diese revolutionären DJ-Techniken erstmals professionell einzufangen.
Diese frühe Arbeit im Hip-Hop-Bereich zeigte bereits Thorngrens Vielseitigkeit und seine Fähigkeit, sich auf unterschiedlichste musikalische Genres einzulassen. Seine Offenheit für neue Sounds und Techniken sollte sich als entscheidender Vorteil erweisen, als er in den 1980er Jahren mit einigen der größten Namen der Musikindustrie zusammenarbeitete.
Die 1980er Jahre wurden zur erfolgreichsten Phase in Thorngrens Karriere. Er arbeitete mit einer beeindruckenden Liste von Künstlern zusammen, darunter Talking Heads, Bob Marley & the Wailers, Eurythmics, Robert Palmer, Squeeze, Violent Femmes, Grace Jones, Public Image Ltd., Debbie Harry, Cyndi Lauper und viele mehr. Seine Arbeit zeichnete sich durch einen klaren, kraftvollen Sound aus, der perfekt zum energiegeladenen Zeitgeist der Dekade passte.
Der absolute Höhepunkt seiner Karriere war zweifellos seine Arbeit an Robert Palmers Album “Riptide” von 1985. Als Mixer war Thorngren maßgeblich am Sound des Albums beteiligt, insbesondere bei der Hit-Single “Addicted to Love”. Der Song erreichte Platz 1 der US-Billboard Hot 100 und wurde zu einem der definierenden Tracks der 1980er Jahre. Auch “I Didn’t Mean to Turn You On”, ein weiterer Hit vom selben Album, erreichte Platz 2 in den USA und Platz 9 in Großbritannien. Für seine herausragende Arbeit an “Riptide” erhielt Thorngren eine Grammy-Nominierung in der Kategorie “Best Engineered Recording – Non-Classical”.
Seine Zusammenarbeit mit den Talking Heads war ebenfalls prägend. Gemeinsam mit Jerry Harrison arbeitete er an Mixes und Neuabmischungen ihrer Alben. Songs wie “And She Was” und “Wild Wild Life” profitierten von seinem feinen Gehör für Details und seiner Fähigkeit, die experimentelle Energie der Band einzufangen, ohne dabei die Zugänglichkeit zu verlieren. Auch für Eurythmics fertigte er Remixe an, darunter eine Extended Version von “Sexcrime”, die in vielen Internetradio-Playlists bis heute präsent ist.
Thorngren ruhte sich nie auf seinen Lorbeeren aus. Während viele seiner Zeitgenossen sich mit den Erfolgen der Vergangenheit zufriedengaben, blieb er stets am Puls der technischen Entwicklung. In seinen späteren Jahren widmete er sich intensiv der Neuabmischung klassischer Aufnahmen für moderne Formate wie 5.1 Surround Sound und Dolby Atmos. Besonders am Herzen lag ihm dabei das Werk der Talking Heads. Er arbeitete bis kurz vor seinem Tod an Atmos-Mixes für das legendäre Live-Album und den Film “Stop Making Sense”.
Diese Arbeit war nicht nur technisch anspruchsvoll, sondern auch eine Herzensangelegenheit. Thorngren verstand es, die Essenz der ursprünglichen Aufnahmen zu bewahren und gleichzeitig die Möglichkeiten moderner Wiedergabetechnologie voll auszuschöpfen. Seine Atmos-Mixe wurden von Kritikern und Fans gleichermaßen gelobt und trugen dazu bei, dass klassische Alben für neue Generationen von Hörern zugänglich wurden, die über Streaming-Dienste und Online Radio Zugang zu diesen Werken fanden.
Ein amüsantes Detail aus dieser späten Schaffensphase: Thorngren war bekannt für seinen charakteristischen Cowboy-Hut, den er praktisch immer trug. In einem der modernen Atmos-Studios wurde er jedoch gebeten, den Hut abzunehmen, da er möglicherweise die Raumakustik beeinflussen könnte. Diese Anekdote zeigt nicht nur seinen unverwechselbaren Stil, sondern auch die Detailversessenheit, mit der in der Welt des High-End-Audio-Engineerings gearbeitet wird.
Eric “E.T.” Thorngren verstarb am 6. Mai 2024 und hinterließ ein beeindruckendes Vermächtnis. Seine Arbeit prägte den Sound einer ganzen Ära und half dabei, einige der unvergesslichsten Songs der Musikgeschichte zu formen. Was ihn besonders auszeichnete, war seine Vielseitigkeit: Von frühen Hip-Hop-Experimenten über New Wave und Dance-Rock bis hin zu modernen Surround-Sound-Produktionen beherrschte er alle Facetten seines Handwerks.
Sein Ansatz war stets eine perfekte Balance zwischen technischer Präzision und musikalischer Sensibilität. Kollegen beschrieben seinen Sound als “klar und tief”, mit einer besonderen Fähigkeit, jedes Element einer Produktion zum Strahlen zu bringen, ohne dass das Gesamtbild überladen wirkte. Diese Qualität machte ihn zu einem gefragten Partner für Künstler, die einen kraftvollen, aber ausgewogenen Sound suchten.
Thorngrens Beitrag zur Musikgeschichte geht weit über die Charts hinaus. Er war ein Pionier, der half, neue Techniken zu etablieren und alte Aufnahmen für die Zukunft zu bewahren. Seine Arbeit wird noch Generationen von Musikliebhabern begleiten, sei es beim klassischen Radiohören oder beim modernen Streaming in höchster Audioqualität. Der Mann mit dem Cowboy-Hut bleibt unvergessen als einer der großen Studio-Magier seiner Zeit.
Wir konnten leider keine Konzerte von Eric "E.T." Thorngren finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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