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today28.02.2026
De La Soul gehört zu den innovativsten Hip-Hop-Gruppen der Geschichte und prägte mit ihrem kreativen Sampling, humorvollen Texten und positiven Botschaften den alternativen Rap nachhaltig. Die 1988 auf Long Island gegründete Formation aus Posdnuos, Trugoy the Dove und Maseo revolutionierte das Genre mit ihrem Debütalbum und blieb über Jahrzehnte hinweg künstlerisch relevant. Trotz rechtlicher Hürden und persönlicher Verluste hat die Gruppe bis heute einen unverwechselbaren Platz in der Musikgeschichte.
| Künstlername | De La Soul |
| Mitglieder | Kelvin Mercer (Posdnuos), David Jude Jolicoeur (Trugoy the Dove, verstorben 2023), Vincent Lamont Mason Jr. (Maseo) |
| Genre | Alternative Hip-Hop, Jazz Rap, Golden Age Hip-Hop |
| Größter Hit | Ring Ring Ring (Ha Ha Hey) |
| Gründungsjahr | 1988 |
| Land | Vereinigte Staaten |
| Markenzeichen | Experimentelles Sampling, humorvolle Texte, bunte D.A.I.S.Y. Age-Ästhetik |

Die Geschichte von De La Soul begann in Amityville auf Long Island, wo sich drei Highschool-Freunde zusammenfanden, um etwas völlig Neues zu schaffen. Kelvin Mercer, David Jude Jolicoeur und Vincent Lamont Mason Jr. teilten nicht nur ihre Leidenschaft für Musik, sondern auch die Vision, Hip-Hop anders zu interpretieren als die damals dominierenden Hardcore- und Gangsta-Rap-Strömungen. Ihre Demo mit dem Titel „Plug Tunin'” erreichte den Produzenten Prince Paul, der sofort das Potenzial der jungen Künstler erkannte und sie unter Vertrag nahm. Was folgte, war nichts Geringeres als eine Revolution im Hip-Hop.
Von Anfang an unterschied sich De La Soul durch ihren eklektischen Ansatz. Statt auf aggressive Beats und harte Straßengeschichten zu setzen, experimentierten sie mit Samples aus Jazz, Soul, Pop und sogar Psychedelic Rock. Ihre Texte waren verspielt, abstrakt und oft humorvoll, während sie gleichzeitig Themen wie Frieden, Eigenständigkeit und Zusammengehörigkeit behandelten. Diese Herangehensweise machte sie zu Außenseitern in einer Szene, die zunehmend von Härte und Konfrontation geprägt war, doch genau das sollte ihr größter Vorteil werden.
Als 1989 das Debütalbum „3 Feet High and Rising” erschien, war die Reaktion überwältigend. Das Album wurde sofort als Meilenstein des alternativen Hip-Hop und des Jazz Rap gefeiert und katapultierte De La Soul in die erste Reihe der innovativsten Künstler ihrer Zeit. Mit Singles wie „Me Myself and I”, „Buddy” und „Eye Know” schufen sie Hymnen, die sowohl kommerziell erfolgreich als auch künstlerisch anspruchsvoll waren. Die Produktion war eine wahre Collage aus Samples, die nahtlos miteinander verwoben wurden und eine völlig neue Klanglandschaft eröffneten.
Das Album führte auch zur Verbindung mit der Native Tongues-Bewegung, einem losen Kollektiv positiver und experimenteller Hip-Hop-Künstler, zu dem auch A Tribe Called Quest, Jungle Brothers und Queen Latifah gehörten. Diese Bewegung setzte auf Afrozentristik, Jazz- und Soul-Einflüsse sowie soziale und positive Botschaften, was perfekt zur Philosophie von De La Soul passte. Die Gruppe wurde zum Gesicht des sogenannten „D.A.I.S.Y. Age” – eine Abkürzung für „Da Inner Sound, Y’all” –, das für eine farbenfrohe, optimistische und cartoonhafte Ästhetik stand.
Der kommerzielle Erfolg war beachtlich, doch noch wichtiger war der kulturelle Einfluss. De La Soul bewiesen, dass Hip-Hop weit mehr sein konnte als nur Gangsta-Rap oder Party-Musik. Sie öffneten Türen für eine ganze Generation von Künstlern, die sich trauten, experimentell und individuell zu sein. Das Album wird bis heute als eines der wichtigsten Hip-Hop-Alben aller Zeiten gehandelt und wurde 2023 sogar in das National Recording Registry der Library of Congress aufgenommen.
Mit dem zweiten Album „De La Soul Is Dead” von 1991 überraschte die Gruppe ihre Fans und Kritiker gleichermaßen. Statt das erfolgreiche Rezept des Debüts zu wiederholen, entschied sich das Trio bewusst dafür, sich vom „D.A.I.S.Y. Age”-Image zu distanzieren. Das Album war dunkler, kritischer und konfrontativer. Es richtete sich gegen die Erwartungen des Publikums, gegen Trends im Mainstream-Rap und gegen die Oberflächlichkeit der Musikindustrie. Die Lead-Single „Ring Ring Ring (Ha Ha Hey)” wurde zu einem der größten Hits der Gruppe und erreichte Platz eins in Finnland, Griechenland und der Schweiz sowie Top-10-Platzierungen in zahlreichen weiteren Ländern, darunter Deutschland, Großbritannien und Australien.
Dieser mutige Schritt zeigte, dass De La Soul nicht bereit waren, sich in eine Schublade stecken zu lassen. Sie wollten sich ständig weiterentwickeln und neue künstlerische Wege beschreiten. Mit „Buhloone Mindstate” von 1993 und „Stakes Is High” von 1996 setzten sie diesen Kurs fort. Letzteres war besonders kritisch gegenüber der Kommerzialisierung des Hip-Hop und der zunehmenden Dominanz von Gangsta-Rap. Die Gruppe positionierte sich klar als Alternative zu diesen Entwicklungen und blieb ihrer Vision von intelligentem, vielschichtigem Hip-Hop treu.
Die 2000er Jahre brachten sowohl kreative Höhepunkte als auch erhebliche Herausforderungen. Mit „Art Official Intelligence: Mosaic Thump” im Jahr 2000 und „AOI: Bionix” 2001 startete De La Soul eine geplante Trilogie, die jedoch nie vollständig umgesetzt wurde. Es folgten „The Grind Date” 2004 und nach längerer Pause „Plug 1 & Plug 2 Present… First Serve” 2012. Doch während dieser Zeit kämpfte die Gruppe mit einem massiven Problem: Ihre Musik war aufgrund komplexer Sample-Clearances und Differenzen mit ihrem Label über viele Jahre hinweg nicht auf Streamingplattformen verfügbar. Für eine ganze Generation von Fans, die Musik hauptsächlich über Dienste wie Spotify oder Apple Music konsumierte, waren De La Soul praktisch unsichtbar.
Erst im März 2023 kehrte der Großteil ihres Katalogs auf die Streaming-Plattformen zurück – ein Meilenstein, der von Fans weltweit gefeiert wurde. Doch die Freude wurde von einer tragischen Nachricht überschattet: Im Februar 2023 verstarb David Jude Jolicoeur, besser bekannt als Trugoy the Dove, im Alter von nur 54 Jahren. Sein Tod war ein schwerer Schlag für die Hip-Hop-Community und hinterließ eine große Lücke in der Gruppe.
Trotz dieses Verlusts entschieden sich Posdnuos und Maseo, das musikalische Erbe fortzuführen. 2016 hatten sie bereits mit „and the Anonymous Nobody…” ein über Crowdfunding finanziertes Album veröffentlicht, das ihre Unabhängigkeit und kreative Freiheit unterstrich. Im November 2025 erschien schließlich „Cabin in the Sky”, ein emotionales Werk, das posthum veröffentlichte Beiträge von Trugoy enthält und Themen wie Verlust, Trauer und Heilung behandelt. Das Album zeigt, dass De La Soul trotz aller Widrigkeiten weiterhin relevant und kreativ sind.
De La Soul haben die Hip-Hop-Landschaft nachhaltig geprägt und Generationen von Künstlern beeinflusst. Ihr experimenteller Ansatz, ihre Bereitschaft zur Selbstreflexion und ihre Weigerung, sich kommerziellen Erwartungen zu beugen, haben sie zu Ikonen des alternativen Hip-Hop gemacht. Ihre Zusammenarbeit mit Gorillaz auf dem Hit „Feel Good Inc.” im Jahr 2005, für den sie einen Grammy gewannen, bewies einmal mehr ihre Vielseitigkeit und Relevanz über Genre-Grenzen hinweg.
Die Gruppe hat bewiesen, dass Hip-Hop intellektuell, verspielt und experimentell sein kann, ohne an Authentizität zu verlieren. Ihre Musik läuft heute auf zahlreichen Plattformen, darunter auch auf Webradio-Sendern, die sich dem Golden Age Hip-Hop verschrieben haben. Für Fans des Genres bleibt De La Soul eine unverzichtbare Referenz – eine Gruppe, die nie aufgehört hat, Grenzen zu verschieben und neue Wege zu gehen. Ihr Einfluss reicht weit über ihre eigenen Alben hinaus und ist in der Arbeit unzähliger moderner Künstler spürbar, die sich von ihrer Kreativität und ihrem Mut inspirieren lassen.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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