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today28.02.2026
Charlene ist eine US-amerikanische Sängerin, die vor allem durch ihren emotionalen Hit “I’ve Never Been To Me” weltbekannt wurde. Die gebürtige Kalifornierin erlebte eine außergewöhnliche Karriere mit Höhen und Tiefen, die sie von den Motown-Studios bis nach England führte. Ihre Geschichte ist geprägt von einem ungewöhnlichen Comeback und persönlichen Wandlungen.
| Künstlername | Charlene |
| Bürgerlicher Name | Charlene Marilynn D’Angelo |
| Genre | Pop, Soul, R&B, Adult Contemporary |
| Größter Hit | I’ve Never Been To Me |
| Geburtsdatum | 1. Juni 1950 |
| Geburtsort | Hollywood, Los Angeles, Kalifornien |
| Wohnort | Fort Worth, Texas |
| Staatsangehörigkeit | US-amerikanisch |
| Sternzeichen | Zwillinge |

Charlene Marilynn D’Angelo wurde am 1. Juni 1950 im glamourösen Hollywood geboren, doch die glitzernde Umgebung entsprach nicht ihrer inneren Welt. Bereits in jungen Jahren fühlte sie sich unwohl in der oberflächlichen Atmosphäre der Filmmetropole und entwickelte eine rebellische Haltung. Während ihrer Jugend in Südkalifornien zog sie sich oft zurück, kleidete sich bewusst schlicht und suchte nach ihrer eigenen Identität abseits des Hollywood-Glanzes.
Trotz ihrer Distanz zur Showbiz-Welt zog es Charlene zur Musik. Sie begann früh mit Hintergrundgesang und Demoaufnahmen, sammelte erste Erfahrungen in der Musikindustrie und knüpfte wichtige Kontakte. Diese ersten Schritte sollten den Grundstein für eine Karriere legen, die von unerwarteten Wendungen geprägt sein würde.
Im Alter von 23 Jahren, im Jahr 1973, erhielt Charlene die Chance ihres Lebens: Motown Records, das legendäre Label von Größen wie Diana Ross und Stevie Wonder, nahm sie unter Vertrag. Zu diesem Zeitpunkt war sie bereits mit dem Gitarristen Larry Duncan verheiratet und trat unter dem Namen Charlene Duncan auf. Als eine der ersten weißen Solo-Sängerinnen bei Motown betrat sie Neuland und stand vor besonderen Herausforderungen.
Die ersten Veröffentlichungen bei Motown verliefen jedoch enttäuschend. Singles wie “Relove/Give It One More Try” und “All That Love Went to Waste” blieben ohne nennenswerten Erfolg. Auch ihre ersten Alben “Charlene” (1976) und “Songs of Love” (1977) konnten sich nicht durchsetzen. Lediglich “It Ain’t Easy Comin’ Down” und “Freddie” schafften es 1977 in die hinteren Regionen der US-Charts, erreichten Platz 97 beziehungsweise 96 in den Hot 100.
1976 nahm Charlene einen Song auf, der ihr Leben verändern sollte – allerdings nicht sofort. “I’ve Never Been to Me”, geschrieben von Ron Miller und Kenneth Hirsch, war eine emotionale Ballade über eine Frau, die trotz eines aufregenden Lebens voller Reisen und Abenteuer nie wahres Glück gefunden hatte. Der Song enthielt einen gesprochenen Teil, eine “spoken bridge”, in der die Protagonistin einer anderen Frau von ihren Erfahrungen erzählte.
Als die Single 1977 veröffentlicht wurde, passierte zunächst – nichts. Motown hatte den gesprochenen Teil als zu kontrovers und möglicherweise zu feministisch eingeschätzt und ihn teilweise entfernt. Der Song verschwand in der Versenkung, Charlenes Vertrag wurde nicht verlängert, und ihre Karriere schien beendet, bevor sie richtig begonnen hatte. Was niemand ahnte: Dies war nur der erste Akt einer außergewöhnlichen Geschichte.
Fünf Jahre später, 1982, geschah etwas Unerwartetes. Scott Shannon, ein DJ bei der Radiostation WRBQ-FM in Tampa, Florida, entdeckte “I’ve Never Been to Me” wieder und spielte die Originalversion mit dem kompletten gesprochenen Teil. Die Reaktion der Hörer war überwältigend. Die Telefonleitungen des Senders liefen heiß, und die Nachfrage nach dem Song explodierte förmlich.
Motown erkannte die Chance und veröffentlichte den Song erneut – diesmal mit dem ursprünglichen gesprochenen Teil, der 1977 noch als problematisch galt. Charlene wurde zurück ins Studio geholt und erneut unter Vertrag genommen. Was folgte, war ein weltweiter Triumph: Der Song erreichte Platz 3 in den US Hot 100, eroberte die Spitze der Charts in Großbritannien, Australien (wo er sechs Wochen auf Platz 1 blieb), Kanada und Irland. In Australien erhielt die Single Goldstatus.
Das Phänomen “I’ve Never Been to Me” wurde zu einem der bemerkenswertesten Comebacks der Popgeschichte. Ein Song, der fünf Jahre zuvor gefloppt war, entwickelte sich zu einem internationalen Millionenseller. Für Charlene bedeutete dies nicht nur kommerziellen Erfolg, sondern auch die Anerkennung, nach der sie so lange gesucht hatte. Der Song wurde zu einem Klassiker, der bis heute in zahlreichen Filmen und Serien verwendet wird und besonders in der LGBTQ-Community als Drag-Performance-Hymne geschätzt wird, unter anderem im Kultfilm “The Adventures of Priscilla, Queen of the Desert”.
Nach dem durchschlagenden Erfolg versuchte Charlene, an den Triumph anzuknüpfen. 1982 veröffentlichte sie das Duett “Used to Be” mit Stevie Wonder, einem der größten Stars bei Motown. Der Song erreichte Platz 46 in den US Hot 100 und Platz 31 in den Adult Contemporary Charts – respektable Platzierungen, aber weit entfernt vom Erfolg ihres Signature-Songs. Weitere Alben wie “I’ve Never Been to Me” und “Used to Be” (beide 1982) sowie “Hit & Run Lover” (1984) folgten, konnten aber nicht die erhofften Verkaufszahlen erreichen.
Trotz des weltweiten Hits blieb Charlene in der öffentlichen Wahrnehmung ein “One-Hit Wonder”. Die finanzielle Situation war schwierig, und persönliche Probleme belasteten sie zusätzlich. Sie traf die Entscheidung, sich aus dem Musikgeschäft zurückzuziehen und zog mit ihrem zweiten Ehemann Jeff Oliver nach England. Dort arbeitete sie in einfachen Jobs, unter anderem in einem Süßwarengeschäft in Ilford, London – ein drastischer Kontrast zu ihrem früheren Leben als international gefeierte Sängerin.
Die Zeit in England wurde für Charlene zu einer Phase der Selbstfindung. Sie vertiefte ihren christlichen Glauben, der ihr Halt in schwierigen Zeiten gab. In Interviews sprach sie offen über ihre persönlichen Krisen, über Beziehungen, Missbrauch und die Suche nach Sinn jenseits des Showbusiness. Diese Erfahrungen verarbeitete sie auch schriftstellerisch in einem autobiografischen Buch.
Charlene kehrte schließlich in die USA zurück und ließ sich in Fort Worth, Texas, nieder. Dort begann sie vorsichtig, wieder musikalisch aktiv zu werden. Auch wenn sie nie mehr an die kommerziellen Erfolge der frühen 1980er Jahre anknüpfen konnte, blieb sie der Musik treu. Fans auf der ganzen Welt, die über Streaming-Dienste und Internetradio ihre Musik entdeckten, sorgten dafür, dass “I’ve Never Been to Me” nie in Vergessenheit geriet.
Bis in die 2020er Jahre blieb Charlene aktiv: 2021 veröffentlichte sie den neuen Track “Destiny”, und 2022 arbeitete sie an einem Duett mit dem Titel “Fairytale Life”. Diese späten Veröffentlichungen zeigen, dass die Sängerin auch im fortgeschrittenen Alter nicht aufgehört hat, sich musikalisch auszudrücken. Ihre Geschichte bleibt eine der faszinierendsten in der Popmusik – die Geschichte einer Künstlerin, die durch Zufall und die Kraft eines einzigen Songs unsterblich wurde, die aber auch lernen musste, mit den Schattenseiten des Ruhms umzugehen.
Charlenes Vermächtnis ist mehr als nur ein Hit. Es ist die Geschichte einer Frau, die trotz aller Widrigkeiten ihren Weg ging, die sich neu erfand und die durch ihre Ehrlichkeit und Verletzlichkeit Millionen Menschen berührte. “I’ve Never Been to Me” bleibt ein zeitloses Dokument weiblicher Selbstreflexion und die Hymne einer Künstlerin, die ihre eigene Reise zu sich selbst fand – auch wenn diese Reise anders verlief, als sie es sich je hätte vorstellen können.
Wir konnten leider keine Konzerte von Charlene finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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