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today28.02.2026
Blancmange ist eine britische Synth-Pop-Band, die 1979 in Harrow, London, von Neil Arthur und Stephen Luscombe gegründet wurde. Mit ihrem charakteristischen Mix aus elektronischen Synthesizern und exotischen orientalischen Klängen prägten sie die New-Wave-Szene der frühen 1980er Jahre. Ihr größter Erfolg “Living On The Ceiling” erreichte 1982 Platz 7 der britischen Charts und wurde mit Silber ausgezeichnet.
| Künstlername | Blancmange |
| Mitglieder | Neil Arthur, Stephen Luscombe (†) |
| Genre | Synth-Pop, New Wave, Alternative Dance |
| Größter Hit | Living On The Ceiling |
| Gründungsjahr | 1979 |
| Land | England |
| Markenzeichen | Kombination elektronischer Synthesizer mit orientalischen Percussions-Instrumenten wie Tabla und Sitar |

Neil Arthur und Stephen Luscombe lernten sich als Kunststudenten kennen, wobei Luscombe an der renommierten Harrow School of Art studierte. Beide teilten eine Leidenschaft für experimentelle Klänge und die aufkommende elektronische Musikszene. 1979 gründeten sie gemeinsam mit Laurence Stevens, der die Band jedoch bald wieder verließ, Blancmange. Der ungewöhnliche Bandname stammt von einem traditionellen britischen Dessert, einem weißen Milchpudding, und spiegelte bereits den eigenwilligen Humor der Musiker wider.
Die erste Veröffentlichung war 1980 die selbst produzierte EP “Irene & Mavis”, die in kleinen Kreisen Aufmerksamkeit erregte. Den entscheidenden Durchbruch in die breitere Öffentlichkeit schafften sie 1981 mit dem Instrumentalstück “Sad Day” auf der legendären Kompilation “Some Bizzare Album”. Diese Zusammenstellung präsentierte aufstrebende Synth-Pop-Acts wie Soft Cell, Depeche Mode und The The und wurde zu einem wichtigen Dokument der britischen New-Wave-Bewegung. Die Teilnahme an diesem Album öffnete Blancmange die Türen zu London Records, wo sie einen Plattenvertrag unterschrieben.
1982 erschien das Debütalbum “Happy Families”, das die musikalische Vision von Blancmange perfekt einfing. Das Album kombinierte tanzbare Synthesizer-Melodien mit ungewöhnlichen Percussion-Elementen aus der indischen und arabischen Musiktradition. Die Single “Feel Me” erreichte Platz 46 der britischen Charts und bereitete den Boden für den großen Wurf. Mit “Living On The Ceiling” gelang der Band ihr größter kommerzieller Erfolg. Der Song kletterte auf Platz 7 der UK-Charts und wurde für über 200.000 verkaufte Exemplare mit Silber ausgezeichnet. Das zugehörige Musikvideo wurde in Kairo gedreht und unterstrich die Faszination der Band für orientalische Kultur.
Die Kombination aus Neil Arthurs theatralischem, fast eigenwilligem Gesangsstil und den exotischen Klanglandschaften machte Blancmange zu einer einzigartigen Erscheinung in der Synth-Pop-Szene. Während andere Bands sich auf reine Elektronik konzentrierten, wagten Arthur und Luscombe den Brückenschlag zwischen westlicher Popmusik und östlichen Musiktraditionen. Bei Live-Auftritten trugen beide gelegentlich ein Bindi auf der Stirn, um diese kulturelle Verbindung auch visuell zu unterstreichen. Die Single “Waves” aus dem Jahr 1983 erreichte Platz 19 und festigte den Ruf der Band als innovative Kraft im britischen Pop.
Das zweite Album “Mange Tout” erschien 1984 und markierte den künstlerischen und kommerziellen Höhepunkt von Blancmange. Mit Platz 8 in den britischen Albumcharts übertraf es sogar den Erfolg des Debüts. Die erste Single “Blind Vision” erreichte Platz 10 und zeigte die Band auf dem Höhepunkt ihrer Schaffenskraft. Der Song “Don’t Tell Me” wurde mit Platz 8 zu einem weiteren Top-10-Hit und bewies, dass Blancmange mehr als eine One-Hit-Wonder waren. Besonders bemerkenswert war ihre Interpretation von ABBAs “The Day Before You Came”, die Platz 22 erreichte und zeigte, dass die Band auch fremdes Material mit ihrer unverwechselbaren Handschrift versehen konnte.
Die Single “That’s Love, That It Is” komplettierte die Erfolgsreihe und erreichte Platz 33. In dieser Phase tourte die Band intensiv und ihre Live-Shows wurden für ihre energiegeladene Atmosphäre und die Verschmelzung von elektronischen und organischen Klangelementen geschätzt. Fans konnten die Musik von Blancmange nicht nur auf Konzerten erleben, sondern auch im Radio und später über Streaming-Dienste genießen. Die Band hatte sich zu einem festen Bestandteil der britischen Poplandschaft entwickelt und wurde regelmäßig im Internetradio gespielt, wo ihre Hits eine neue Generation von Hörern erreichten.
Das dritte Studioalbum “Believe You Me” erschien 1985, konnte jedoch nicht an die Erfolge der Vorgänger anknüpfen. Die musikalische Landschaft hatte sich verändert, und der Sound von Blancmange wirkte plötzlich weniger innovativ als noch zwei Jahre zuvor. Die Singles “What’s Your Problem” erreichte nur noch Platz 40, während “Lose Your Love” auf Platz 77 abstürzte. Die letzte Single dieser Ära, “I Can See It”, schaffte es 1986 nur noch auf Platz 71. Die sinkenden Chartplatzierungen spiegelten nicht nur veränderte Hörgewohnheiten wider, sondern auch eine gewisse kreative Erschöpfung innerhalb der Band.
Nach einem Auftritt beim Greenpeace-Konzert in der Royal Albert Hall Mitte 1986 trennten sich die Wege von Arthur und Luscombe. Die Band, die vier Jahre zuvor noch als eine der aufregendsten Neuentdeckungen der britischen Musikszene gefeiert worden war, löste sich still und leise auf. Neil Arthur verfolgte eine Solokarriere und veröffentlichte 1994 das Album “Suitcase”, während Stephen Luscombe sich einem ambitionierten Projekt zur Verschmelzung westlicher und indischer Musik widmete. Unter dem Namen “The West India Company” arbeitete er mit den indischen Musikern Pandit Dinesh und der legendären Playback-Sängerin Asha Bhosle zusammen.
Nach zwei Jahrzehnten Pause kam es 2006 zur Wiedervereinigung von Arthur und Luscombe. Die Synth-Pop-Welle der 1980er Jahre erlebte eine Renaissance, und viele Bands dieser Ära fanden ein neues, nostalgisches Publikum. 2011 erschien das Comeback-Album “Blanc Burn”, das zeigte, dass Blancmange ihren charakteristischen Sound bewahrt hatten. Es folgten weitere Alben wie “Happy Families Too…” (2013) und “Semi Detached” (2015), die zwar nicht mehr die Chartpositionen der goldenen Jahre erreichten, aber von Kritikern positiv aufgenommen wurden.
Gesundheitliche Probleme zwangen Stephen Luscombe jedoch zunehmend zum Rückzug. Ein abdominales Aortenaneurysma machte ihm schwer zu schaffen, und ab etwa 2017 übernahm Neil Arthur die Kontrolle über Blancmange als Soloprojekt. Mit Unterstützung von Session-Musikern produzierte Arthur eine bemerkenswerte Anzahl von Alben: “Nil by Mouth” (2015), “Commuter 23” (2016), “Unfurnished Rooms” (2017), “Wanderlust” (2018) und weitere Teile der “Nil by Mouth”-Serie bis 2024. Diese produktive Phase bewies Arthurs ungebrochene kreative Energie und seine Fähigkeit, sich musikalisch weiterzuentwickeln.
Stephen Luscombe verstarb am 13. September 2025, was das Ende einer Ära markierte. Neil Arthur führt Blancmange jedoch weiter und veröffentlichte 2025 “Waiting Room (Vol. 2)”. Die Band bleibt ein lebendiges Projekt, das die Brücke zwischen der innovativen Synth-Pop-Ära der frühen 1980er Jahre und zeitgenössischer elektronischer Musik schlägt. Blancmange mag heute nicht mehr die Charts dominieren, aber ihre Musik lebt weiter in den Herzen treuer Fans und erreicht durch Online Radio und Streaming-Plattformen immer wieder neue Hörer, die die einzigartige Mischung aus westlicher Popmusik und orientalischen Klängen zu schätzen wissen.
Wir konnten leider keine Konzerte von Blancmange finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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