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today01.03.2026
Arcadia war ein Musikprojekt dreier Mitglieder von Duran Duran, das Mitte der 1980er Jahre mit atmosphärischem Synth-Pop und aufwendig inszenierten Videos für Aufsehen sorgte. Mit ihrem einzigen Album “So Red the Rose” und dem Hit “Election Day” schufen Simon Le Bon, Nick Rhodes und Roger Taylor einen eleganten, experimentellen Sound. Das Projekt existierte nur von 1985 bis 1986, hinterließ aber einen bleibenden Eindruck in der New-Wave-Szene.
| Künstlername | Arcadia |
| Mitglieder | Simon Le Bon, Nick Rhodes, Roger Taylor |
| Genre | Synth-Pop, New Wave |
| Größter Hit | Election Day |
| Gründungsjahr | 1985 |
| Auflösungsjahr | 1986 |
| Land | Vereinigtes Königreich |
| Markenzeichen | Stilisierte Gothic-Ästhetik, keine Live-Tourneen, prominente Gastmusiker |

Als Duran Duran Mitte der 1980er Jahre auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs standen, entschieden sich drei Bandmitglieder für einen kreativen Seitensprung. Simon Le Bon, Nick Rhodes und Roger Taylor gründeten 1985 Arcadia, während ihre Kollegen John Taylor und Andy Taylor parallel das rockigere Projekt The Power Station ins Leben riefen. Die Idee hinter Arcadia war es, musikalisch neue Wege zu beschreiten und einen dunkleren, atmosphärischeren Sound zu entwickeln, der sich vom typischen Duran-Duran-Pop abhob.
Der Name des Projekts war dabei kein Zufall. Inspiriert vom Gemälde “Et in Arcadia ego” des französischen Barockmalers Nicolas Poussin, sollte Arcadia eine Art musikalisches Arkadien erschaffen – einen Ort der künstlerischen Freiheit und Eleganz. Diese philosophische Herangehensweise spiegelte sich auch in der Musik wider, die deutlich experimenteller und kunstvoller ausfiel als die Hitparaden-orientierten Songs der Mutterband.
Im November 1985 veröffentlichte Arcadia ihr einziges Studioalbum “So Red the Rose”. Die Platte war ein ambitioniertes Werk, das mit einer beeindruckenden Liste von Gastmusikern aufwartete. Grace Jones, Sting, Herbie Hancock, David Gilmour von Pink Floyd, Andy Mackay von Roxy Music und viele weitere renommierte Künstler trugen zu dem Album bei. Diese Zusammenarbeit verlieh dem Projekt eine besondere Tiefe und Vielfalt, die weit über konventionelle Pop-Produktionen hinausging.
Das Album wurde sowohl kommerziell als auch künstlerisch ein Erfolg. In den USA erreichte es Platin-Status, in Kanada sogar mehrfach Platin. Die Produktion war geprägt von üppigen Synthesizer-Arrangements, orchestralen Elementen und einer fast cinematischen Klanglandschaft. Nick Rhodes’ Keyboard-Arbeit bildete das Rückgrat der meisten Songs, während Simon Le Bons charakteristische Stimme den Tracks eine unverwechselbare Note verlieh. Roger Taylor sorgte für präzise, aber nie aufdringliche Schlagzeugarbeit, die den Songs Struktur gab, ohne die atmosphärische Qualität zu stören.
Die erste Single “Election Day” erschien bereits im Oktober 1985 und wurde zum größten Erfolg des Projekts. Der Song erreichte Platz sechs in den USA und Platz sieben in Großbritannien. Besonders bemerkenswert war der Erfolg in Italien, wo “Election Day” etwa sieben Wochen lang die Spitze der Charts hielt. Auch in Neuseeland, Irland und anderen Ländern landete der Song in den Top Five. Das dazugehörige Musikvideo, inszeniert mit aufwendiger Gothic-Ästhetik und surrealen Bildwelten, wurde zu einem Markenzeichen des Projekts.
Arcadia unterschied sich nicht nur musikalisch von Duran Duran, sondern auch in ihrer visuellen Präsentation. Während Duran Duran für farbenfrohe, glamouröse Videos bekannt waren, setzte Arcadia auf eine dunklere, mysteriösere Ästhetik. Die Bandmitglieder trugen schwarze Anzüge, Vintage-Outfits und präsentierten sich in gotisch angehauchten Settings. Diese visuelle Sprache unterstrich den künstlerischen Anspruch des Projekts und grenzte es klar von der Mutterband ab.
Interessanterweise verzichtete Arcadia komplett auf Live-Auftritte und Tourneen. Die Promotion beschränkte sich auf Musikvideos, Fernsehauftritte und Interviews. Diese Entscheidung war bewusst getroffen worden, um den Fokus auf die Studioarbeit und die künstlerische Vision zu legen. Für Fans, die Arcadia live erleben wollten, war dies natürlich enttäuschend, aber es unterstrich auch den exklusiven, fast elitären Charakter des Projekts.
Die weiteren Singles “Goodbye Is Forever”, “The Promise” und “The Flame” konnten nicht an den Erfolg von “Election Day” anknüpfen, erreichten aber dennoch respektable Chartplatzierungen. “Goodbye Is Forever” schaffte es in Großbritannien auf Platz 33, während “The Promise” Platz 37 erreichte. “The Flame” kam auf Platz 58 in UK, hatte aber in anderen Ländern wie der Schweiz und Irland moderate Erfolge. Jede Single wurde von einem aufwendig produzierten Video begleitet, das die visuelle Identität des Projekts weiter festigte.
Im Sommer 1986 endete das Arcadia-Projekt so plötzlich, wie es begonnen hatte. Duran Duran fand sich wieder zusammen, um an neuem Material zu arbeiten, und die Mitglieder konzentrierten sich wieder auf die Hauptband. Roger Taylor zog sich zu dieser Zeit vorübergehend aus dem Musikgeschäft zurück, was das Ende von Arcadia zusätzlich besiegelte. Es gab nie konkrete Pläne für ein zweites Album oder eine Wiedervereinigung, obwohl die Mitglieder in späteren Interviews gelegentlich nostalgisch über die Zeit sprachen.
Trotz seiner kurzen Existenz hinterließ Arcadia einen bleibenden Eindruck in der Musiklandschaft der 1980er Jahre. Das Projekt zeigte, dass Mitglieder erfolgreicher Bands durchaus in der Lage waren, eigenständige künstlerische Visionen zu verwirklichen, die sich deutlich vom Sound ihrer Hauptprojekte unterschieden. Die Kombination aus atmosphärischem Synth-Pop, hochkarätigen Gastmusikern und einer durchdachten visuellen Identität machte Arcadia zu mehr als nur einem Nebenprojekt.
Im Jahr 2010 wurde “So Red the Rose” als remastertes Box-Set neu veröffentlicht, komplett mit Remixen und einer Video-DVD. Diese Wiederveröffentlichung führte zu einer Neubewertung des Albums und brachte es einer neuen Generation von Hörern nahe. Viele Kritiker hoben die zeitlose Qualität der Produktion hervor und erkannten, dass Arcadia seiner Zeit in mancher Hinsicht voraus war.
Simon Le Bon, geboren am 27. Oktober 1958 in Bushey, Hertfordshire, war als Sänger das Gesicht von Arcadia. Seine markante Stimme und sein charismatisches Auftreten prägten die Identität des Projekts. Im Dezember 1985, während der Hochphase von Arcadia, heiratete er das Model Yasmin Parvaneh. Das Paar hat drei Töchter und ist bis heute zusammen. Le Bon setzte nach dem Ende von Arcadia seine erfolgreiche Karriere mit Duran Duran fort und ist bis heute als Frontmann der Band aktiv.
Nick Rhodes, geboren als Nicholas James Bates am 8. Juni 1962 in Moseley, Birmingham, war das kreative Mastermind hinter dem Sound von Arcadia. Seine Arbeit an den Keyboards und Synthesizern definierte die atmosphärische Qualität des Projekts. Rhodes war schon immer für seine Experimentierfreude und seinen Sinn für Ästhetik bekannt. Während der Arcadia-Zeit änderte er sogar sein Aussehen und färbte sich für das Video zu “The Flame” die Haare blond. Er hat eine Tochter und war zeitweise verheiratet.
Roger Taylor, geboren am 26. April 1960 in Birmingham, komplettierte das Trio als Schlagzeuger. Seine präzise, aber niemals aufdringliche Spielweise gab den Songs von Arcadia ihre rhythmische Struktur. Nach dem Ende des Projekts zog sich Taylor für einige Zeit aus dem Musikgeschäft zurück, kehrte aber später zu Duran Duran zurück. Er hat mehrere Kinder und wurde 2022 zusammen mit den anderen Mitgliedern von Duran Duran in die Rock & Roll Hall of Fame aufgenommen.
Die drei Musiker bewiesen mit Arcadia, dass sie mehr waren als nur Mitglieder einer erfolgreichen Popband. Sie zeigten künstlerische Tiefe, Experimentierfreude und den Mut, neue Wege zu gehen. Auch wenn das Projekt nur kurz existierte, bleibt es ein faszinierendes Kapitel in der Geschichte der 1980er Jahre und ein Beweis dafür, dass wahre Kreativität keine Grenzen kennt. Wer heute Internetradio mit Musik aus den Achtzigern hört, wird unweigerlich auf “Election Day” stoßen und sich an die Zeit erinnern, als drei Musiker für einen kurzen, magischen Moment ihr eigenes musikalisches Arkadien erschufen.
Wir konnten leider keine Konzerte von Arcadia finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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