Amazulu – Steckbrief, Songs & Konzerte

today28.02.2026

Hintergrund
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Amazulu waren eine britische Band aus London, die Anfang der 1980er Jahre mit ihrer einzigartigen Mischung aus Reggae, Ska und Pop die Charts eroberten. Mit ihrer überwiegend weiblichen Besetzung und eingängigen Cover-Versionen schrieben sie ein buntes Kapitel der New-Wave-Ära. Ihr größter Erfolg „Too Good To Be Forgotten” erreichte 1986 Platz 5 der britischen Charts und machte sie international bekannt.

Künstlername Amazulu
Mitglieder Anne-Marie Ruddock, Sharon Bailey, Lesley Beach, Clare Kenny, Margo Sagov, Nardo Bailey, Rose Miner, Debbie Dread
Genre Reggae, Ska, Pop, New Wave
Größter Hit Too Good To Be Forgotten
Gründungsjahr 1982
Auflösungsjahr 1988
Land Vereinigtes Königreich
Markenzeichen Überwiegend weibliche Besetzung, lebendige Reggae-Ska-Arrangements

Die Anfänge in London

Webradio Steckbrief - Amazulu

Die Geschichte von Amazulu begann Anfang der 1980er Jahre im pulsierenden London. Sharon Bailey und Lesley Beach, die Gründerinnen der Band, hatten ursprünglich den Namen „Amazon” im Sinn, mussten aber umdisponieren, als sie erfuhren, dass bereits eine US-Rockband diesen Namen trug. Die Inspiration für den neuen Namen kam bei einem Theaterbesuch: Sharon Bailey und Lesley Beach sahen ein südafrikanisches Theaterstück namens „Amazulu”, was in der Zulu-Sprache „die Zulu-Leute” bedeutet. Begeistert von der Bedeutung und dem Klang des Wortes, holten sie sich die Erlaubnis des Autors und tauften ihre Band entsprechend.

Die ursprüngliche Besetzung war fast ausschließlich weiblich. Rose Miner übernahm zunächst den Lead-Gesang, während Debbie Dread am Schlagzeug saß. Sharon Bailey kümmerte sich nicht nur um die Percussion, sondern übernahm auch Management-Aufgaben in der Frühphase der Band. Lesley Beach brachte mit ihrem Saxophon den charakteristischen Ska-Sound ein, der Amazulu von vielen anderen New-Wave-Bands unterschied. Diese ungewöhnliche Konstellation erregte schnell Aufmerksamkeit in der Londoner Musikszene.

Der Weg zum Erfolg

Die erste Single „Cairo” erschien 1983 und sorgte für erste Aufmerksamkeit, besonders bei BBC Radio 1. Obwohl sie es nicht in die Top 75 schaffte, öffnete sie der Band wichtige Türen. Es folgten weitere Singles wie „Smiley Stylee” und „Moonlight Romance”, die das Profil der Band schärften. In dieser Zeit gab es wichtige personelle Veränderungen: Anne-Marie Ruddock, geboren am 22. Juni 1963, ersetzte Rose Miner als Leadsängerin und wurde zum Gesicht der Band. Ihre kraftvolle, ausdrucksstarke Stimme verlieh Amazulu eine neue Dimension. Zudem kam John „Nardo” Bailey als Schlagzeuger hinzu und wurde das einzige männliche Bandmitglied.

Der Durchbruch kam 1985 mit der Single „Excitable”, die Platz 12 der britischen Charts erreichte und auch in Belgien und Irland erfolgreich war. Kurz darauf folgte „Don’t You Just Know It”, das ebenfalls die Top 20 eroberte. Die Band hatte ihren Stil gefunden: eingängige Melodien, tanzbare Rhythmen und eine Mischung aus Reggae-Groove und Pop-Appeal, die perfekt in die Mitte der 80er Jahre passte. Auftritte in populären TV-Shows wie „The Young Ones” und „Top of the Pops” machten Amazulu zu einem festen Bestandteil der britischen Popkultur.

Der große Wurf mit „Too Good To Be Forgotten”

1986 wurde zum erfolgreichsten Jahr für Amazulu. Mit „Too Good To Be Forgotten”, einer Cover-Version des Chi-Lites-Klassikers, gelang der Band der internationale Durchbruch. Die Single kletterte auf Platz 5 der britischen Charts und platzierte sich auch in Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Irland und Neuseeland. Anne-Marie Ruddocks gefühlvolle Interpretation des Soul-Klassikers, kombiniert mit dem charakteristischen Ska-Beat der Band, traf den Nerv der Zeit. Wer heute Internetradio mit 80er-Jahre-Musik hört, kommt an diesem Song kaum vorbei – er gehört zu den Evergreens der Dekade.

Im selben Jahr erschien das Debütalbum „Amazulu” bei Island Records, das neben dem großen Hit auch weitere erfolgreiche Singles enthielt. „Montego Bay”, ebenfalls eine Cover-Version, erreichte Platz 16 in Großbritannien und schaffte es sogar in die US-Charts auf Platz 90. Die Band tourte ausgiebig und festigte ihren Ruf als mitreißende Live-Act. Margo Sagov an der Gitarre und Clare Kenny am Bass bildeten zusammen mit den anderen Mitgliedern eine tight eingespielte Einheit, die auf der Bühne für Begeisterung sorgte.

Veränderungen und das Ende

Doch der Erfolg war nicht von Dauer. Gegen Ende 1986 verließen mehrere Mitglieder die Band, und Amazulu reduzierten sich auf ein Trio bestehend aus Anne-Marie Ruddock, Sharon Bailey und Lesley Beach. 1987 verließ auch Lesley Beach die Gruppe, was einen weiteren Einschnitt bedeutete. Ruddock und Bailey versuchten als Duo unter dem Namen „Amazulu II” weiterzumachen und veröffentlichten Singles wie „Mony Mony”, das in Südafrika Platz 9 erreichte, und „Wonderful World, Beautiful People”, das in Deutschland auf Platz 28 kam.

Ein zweites Album namens „Spellbound” erschien 1987 bei EMI, wurde aber hauptsächlich in asiatischen Märkten veröffentlicht und erreichte nicht die Verbreitung des Debüts. Der Versuch, an frühere Erfolge anzuknüpfen, gelang nicht mehr. Anfang 1988 trennten sich die verbliebenen Mitglieder schließlich, und Amazulu lösten sich offiziell auf. Die Band hatte in ihrer relativ kurzen aktiven Phase ein beachtliches Vermächtnis hinterlassen, auch wenn sie nie die ganz großen internationalen Auszeichnungen erhielt.

Leben nach Amazulu

Nach der Auflösung schlugen die Bandmitglieder unterschiedliche Wege ein. Clare Kenny etablierte sich als gefragte Session-Bassistin und arbeitete mit zahlreichen bekannten Künstlern zusammen. Margo Sagov wandte sich der Architektur zu und studierte in diesem Bereich. Lesley Beach wanderte nach Tucson, Arizona aus und engagierte sich in der sozialen Arbeit. Sharon Bailey blieb in Buckinghamshire und war gelegentlich noch musikalisch aktiv.

Einige ehemalige Mitglieder fanden später im Samba-Projekt „Quilombo do Samba” zusammen, das 2002 beim Notting Hill Carnival auftrat und positiv aufgenommen wurde. Auch wenn Amazulu nie offiziell ein Comeback feierten, blieb die Musik der Band lebendig. Besonders „Too Good To Be Forgotten” wird bis heute regelmäßig im Radio gespielt und erfreut sich bei Streaming-Diensten und Online Radio Stationen großer Beliebtheit. Die Band wird als wichtiger Teil der britischen Ska- und Pop-Szene der 1980er Jahre erinnert.

Amazulu bewiesen, dass eine überwiegend weibliche Band mit eigenem Sound und der richtigen Mischung aus Originalität und cleveren Cover-Versionen in der männerdominierten Musikindustrie der 80er Jahre erfolgreich sein konnte. Ihr Erbe lebt in den Songs weiter, die auch Jahrzehnte später noch für gute Laune sorgen und die bunte, experimentierfreudige Atmosphäre jener Zeit einfangen.

Songs von Amazulu im Radio

Konzerte von Amazulu

Wir konnten leider keine Konzerte von Amazulu finden.

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Geschrieben von: RadioMonster.FM