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today01.03.2026
The Firm war eine britische Rock-Supergruppe, die 1984 von Led Zeppelin-Gitarrist Jimmy Page und Bad Company-Sänger Paul Rodgers gegründet wurde. In ihrer kurzen, aber intensiven Schaffensphase von nur zwei Jahren veröffentlichte die Band zwei Studioalben und landete mit “Radioactive” einen Nummer-1-Hit in den US-Rock-Charts. Trotz der hochkarätigen Besetzung blieb The Firm ein bewusst kurzlebiges Projekt, das sich 1986 wieder auflöste.
| Künstlername | The Firm |
| Mitglieder | Jimmy Page, Paul Rodgers, Tony Franklin, Chris Slade |
| Genre | Rock, Hard Rock, Blues Rock |
| Größter Hit | Radioactive |
| Gründungsjahr | 1984 |
| Auflösungsjahr | 1986 |
| Land | England |
| Markenzeichen | Supergruppen-Konstellation zweier Rock-Legenden, fretless Bass-Sound |

Als sich Led Zeppelin nach dem tragischen Tod ihres Schlagzeugers John Bonham 1980 auflösten, stand Jimmy Page vor der Frage, wie seine musikalische Zukunft aussehen sollte. Gleichzeitig hatte Paul Rodgers nach seiner Zeit bei Free und Bad Company ebenfalls neue kreative Wege eingeschlagen. Die beiden Rockgrößen begannen 1984 informell zusammen Musik zu schreiben, ohne zunächst konkrete Pläne für eine feste Band zu haben. Doch die Chemie stimmte, und schnell wurde klar, dass aus diesen Sessions mehr werden könnte.
Zur Komplettierung der Besetzung holten Page und Rodgers den jungen Bassisten Tony Franklin ins Boot, der bereits durch seine Arbeit mit Roy Harper aufgefallen war. Franklin brachte einen besonderen Sound mit – er spielte sowohl fretted als auch fretless Bass und ergänzte die Band zusätzlich an Keyboards und Synthesizern. Am Schlagzeug saß Chris Slade, ein erfahrener walisischer Musiker, der später auch bei AC/DC Bekanntheit erlangen sollte. Diese Konstellation bildete The Firm, benannt nach dem gleichnamigen Roman von John Grisham, wobei der Name auch die geschäftsmäßige, professionelle Herangehensweise der Musiker widerspiegelte.
Im Februar 1985 erschien das selbstbetitelte Debütalbum “The Firm”, das eine Mischung aus hartem Rock, Blues-Elementen und kommerziell zugänglicheren Sounds bot. Die erste Single “Radioactive” wurde zum größten Erfolg der Band und kletterte auf Platz 1 der US-Mainstream Rock Charts, während sie in den Billboard Hot 100 immerhin Platz 28 erreichte. Der Song, komplett von Paul Rodgers geschrieben, überzeugte mit eingängigen Melodien und einem kraftvollen Sound, der perfekt für das damalige Radioformat geeignet war. Heute läuft “Radioactive” noch immer regelmäßig im Streaming und auf Internetradio-Sendern, die sich auf klassischen Rock spezialisiert haben.
Weitere Singles wie “Closer” und “Satisfaction Guaranteed” folgten und platzierten sich ebenfalls in den Rock-Charts. Besonders “Satisfaction Guaranteed” erreichte Platz 4 in den US Rock Tracks und zeigte, dass The Firm durchaus das Potenzial hatte, an die Erfolge der früheren Bands ihrer Mitglieder anzuknüpfen. Das Album selbst erhielt gemischte Kritiken – während einige die frische Herangehensweise lobten, vermissten andere die rohe Energie von Led Zeppelin oder die Blues-Authentizität von Bad Company.
Bereits 1986 folgte das zweite und letzte Studioalbum “Mean Business”. Die Band hatte sich bewusst dafür entschieden, bei Live-Auftritten keine Songs ihrer früheren Projekte zu spielen, um The Firm als eigenständige musikalische Einheit zu etablieren. Dies war eine mutige Entscheidung, die jedoch nicht bei allen Fans gut ankam. Viele Konzertbesucher hätten gerne Led Zeppelin- oder Bad Company-Klassiker gehört.
“Mean Business” brachte mit “All the King’s Horses” erneut einen Nummer-1-Hit in den US Rock Charts hervor, konnte aber kommerziell nicht an den Erfolg des Debüts anknüpfen. Auch “Live in Peace” schaffte es noch in die Charts, doch insgesamt blieb der erhoffte Durchbruch aus. Die Band unternahm zwar Tourneen durch Europa und die USA, doch die Erwartungen an eine Supergruppe dieser Größenordnung waren enorm hoch – vielleicht zu hoch.
Ein charakteristisches Merkmal von The Firm war der unverwechselbare Bass-Sound von Tony Franklin. Sein Spiel auf dem fretless Bass verlieh den Songs eine besondere Tiefe und Klarheit, die sich deutlich von den härteren, direkteren Bass-Linien unterschied, die man von Led Zeppelin oder Bad Company kannte. Jimmy Page experimentierte weiterhin mit seinem Violin-Bogen, ein Stilmittel, das er bereits bei Led Zeppelin perfektioniert hatte.
Bei Live-Auftritten gab es vereinzelt Momente, in denen die Band ihre musikalische Vergangenheit durchscheinen ließ. So enthielten einige Versionen von “Midnight Moonlight”, dem Schlussstück des ersten Albums, Passagen, die an Led Zeppelins “Kashmir” oder “White Summer” erinnerten. Interessanterweise basierte “Midnight Moonlight” auf einem unveröffentlichten Led Zeppelin-Stück namens “Swan Song”, das Jimmy Page während der “Physical Graffiti”-Sessions begonnen hatte. Solche Verbindungen zur Vergangenheit waren jedoch eher subtil und dienten nicht dazu, nostalgische Gefühle zu bedienen.
The Firm war von Anfang an als zeitlich begrenztes Projekt angelegt. Bereits kurz nach der Veröffentlichung von “Mean Business” löste sich die Band 1986 auf. Die Mitglieder gingen wieder getrennte Wege: Jimmy Page setzte seine Solo-Karriere fort und arbeitete später auch wieder mit Robert Plant zusammen. Paul Rodgers startete eine erfolgreiche Solokarriere und sang später sogar mit Queen. Chris Slade wurde Mitglied von AC/DC, und Tony Franklin arbeitete mit verschiedenen Projekten wie Blue Murder.
Obwohl The Firm nur zwei Jahre existierte und kommerziell hinter den Erwartungen zurückblieb, hinterließ die Band dennoch ihre Spuren in der Rockgeschichte. Die Kombination zweier absoluter Legenden des Rock war ein mutiges Experiment, das zeigte, dass selbst etablierte Künstler bereit waren, neue Wege zu gehen und sich nicht auf ihren Lorbeeren auszuruhen. Für Fans, die heute über Online Radio oder Webradio klassischen Rock genießen, bleibt “Radioactive” ein zeitloser Hit, der die Energie und das Können dieser außergewöhnlichen Zusammenarbeit perfekt einfängt.
Wir konnten leider keine Konzerte von The Firm finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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