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today01.03.2026
Sergio Mendes war eine brasilianische Musiklegende, die den Sound der Bossa Nova und des Latin Jazz weltweit populär machte. Mit seiner charakteristischen Mischung aus brasilianischen Rhythmen und amerikanischer Popmusik prägte er über sechs Jahrzehnte die internationale Musikszene. Seine Karriere reichte von den Anfängen in den Nachtclubs von Rio de Janeiro bis zu Grammy-Auszeichnungen und Kollaborationen mit Künstlern verschiedenster Generationen.
| Künstlername | Sergio Mendes |
| Bürgerlicher Name | Sérgio Santos Mendes |
| Genre | Bossa Nova, Latin Jazz, Samba, MPB |
| Größter Hit | Mas Que Nada |
| Geburtsdatum | 11. Februar 1941 |
| Geburtsort | Niterói, Rio de Janeiro, Brasilien |
| Wohnort | Los Angeles, Kalifornien |
| Todesdatum | 5. September 2024 |
| Sterbeort | Los Angeles, Kalifornien |
| Staatsangehörigkeit | Brasilianisch |
| Sternzeichen | Wassermann |
| Markenzeichen | Fusion von Bossa Nova mit Pop, mehrstimmige Gesangsarrangements |

Sergio Mendes wurde am 11. Februar 1941 in Niterói im Bundesstaat Rio de Janeiro geboren. Sein Vater war Arzt, seine Mutter hatte portugiesische Wurzeln. Die Kindheit des jungen Sergio war von einer schweren Erkrankung geprägt: Er litt an Osteomyelitis und musste drei Jahre lang einen Gips tragen. Dank der medizinischen Versorgung durch seinen Vater, der ihm Penicillin besorgen konnte, überwand er diese schwierige Zeit. Diese frühen Jahre sollten seine Entschlossenheit und seinen Durchhaltewillen prägen, die später seine Karriere kennzeichneten.
Seine musikalische Ausbildung begann am Konservatorium seiner Heimatstadt, wo er klassisches Klavier studierte. Doch schon bald entdeckte der junge Pianist seine wahre Leidenschaft: Jazz und die aufkommende Bossa Nova-Bewegung. In den späten 1950er Jahren begann er in den Nachtclubs von Rio zu spielen, insbesondere im legendären Beco das Garrafas, einem Treffpunkt für die aufstrebende brasilianische Musikszene. Dort traf er auf Antonio Carlos Jobim, den Mitbegründer der Bossa Nova, den Mendes später als seinen wichtigsten Mentor bezeichnete.
1961 gründete Mendes das Sexteto Bossa Rio und veröffentlichte sein Debütalbum “Dance Moderno”. Die Gruppe umfasste talentierte Musiker wie Paulo Moura am Saxophon, Pedro Paulo an der Trompete und Dom Um Romão am Schlagzeug. Mendes begann, mit amerikanischen Jazzgrößen wie Cannonball Adderley und Herbie Mann zusammenzuarbeiten, was ihm erste internationale Aufmerksamkeit verschaffte. 1962 war er Teil des historischen Konzerts “Bossa Nova at Carnegie Hall” in New York, das die brasilianische Musik einem amerikanischen Publikum vorstellte.
Mitte der 1960er Jahre zog Mendes in die USA und ließ sich in Los Angeles nieder, wo er seine berühmteste Formation gründete: Brasil ’66. Diese Gruppe sollte seinen internationalen Durchbruch markieren. Mit ihrer charakteristischen Besetzung, die zwei Sängerinnen einschloss, darunter die spätere Grammy-Gewinnerin Lani Hall, entwickelte Mendes einen unverwechselbaren Sound. Die Mischung aus brasilianischen Rhythmen, jazzigen Arrangements und mehrstimmigem Gesang war revolutionär und fand sofort ein begeistertes Publikum.
Der große Durchbruch kam 1966 mit dem Album “Herb Alpert Presents Sergio Mendes & Brasil ’66” und der Single “Mas Que Nada”. Der Song, der komplett auf Portugiesisch gesungen wurde, erreichte Platz 47 in den US-Popcharts und Platz 4 in den Adult Contemporary Charts – eine bemerkenswerte Leistung für einen nicht-englischsprachigen Titel in dieser Ära. Das Album wurde später, im Jahr 2012, in die Grammy Hall of Fame aufgenommen.
Die späten 1960er Jahre waren die kommerziell erfolgreichste Phase von Mendes’ Karriere. Er hatte eine besondere Gabe, populäre Songs neu zu interpretieren und ihnen einen brasilianischen Touch zu verleihen. Seine Version von “The Look of Love” erreichte 1968 Platz 4 der US-Popcharts, während seine Interpretation von “The Fool on the Hill” der Beatles sogar Platz 6 erreichte. Diese Coverversionen waren keine bloßen Kopien, sondern kreative Neuschöpfungen, die den Originalen eine völlig neue Dimension verliehen.
Zwischen 1966 und 1970 veröffentlichte Mendes eine beeindruckende Serie erfolgreicher Alben, darunter “Equinox”, “Look Around” und “Crystal Illusions”. Seine Konzerte waren ausverkauft, und er trat bei wichtigen Veranstaltungen auf, darunter die Weltausstellung Expo 70 in Japan. Die Musik von Brasil ’66 wurde zum Soundtrack einer Generation und prägte den Sound vieler Internetradio-Sender, die später den Easy Listening- und Latin Jazz-Stil pflegten.
In den 1970er Jahren wandelte sich die Formation mehrfach. Aus Brasil ’66 wurde Brasil ’77, später Brasil ’88, wobei Mendes stets die kreative Kontrolle behielt. Seine Ehefrau Gracinha Leporace, die er Anfang der 1970er Jahre heiratete, wurde zu einer festen musikalischen Partnerin und trat auf zahlreichen Alben mit auf. Obwohl die kommerziellen Erfolge in diesem Jahrzehnt nicht an die Höhepunkte der 1960er Jahre heranreichten, blieb Mendes künstlerisch produktiv und veröffentlichte Alben wie “Primal Roots”, “Love Music” und “Homecooking”.
Nach einer Phase relativer Stille erlebte Sergio Mendes Anfang der 1980er Jahre ein spektakuläres Comeback. Das selbstbetitelte Album “Sergio Mendes” von 1983 markierte eine stilistische Neuausrichtung. Der Song “Never Gonna Let You Go”, gesungen von Joe Pizzulo und Leza Miller, wurde zu einem der größten Hits seiner Karriere. Die Single erreichte Platz 4 in den Billboard Hot 100 und sogar Platz 1 in den Adult Contemporary Charts. Der Song wurde zu einem Klassiker des Soft Rock und ist bis heute in vielen Radio-Playlists präsent.
Das Nachfolgealbum “Confetti” von 1984 setzte diesen Erfolg fort. Die Single “Alibis” erreichte Platz 29 in den Billboard Hot 100 und Platz 5 in den Adult Contemporary Charts. Diese beiden Alben zeigten, dass Mendes in der Lage war, sich musikalisch weiterzuentwickeln und zeitgenössische Produktionstechniken zu integrieren, ohne seine brasilianischen Wurzeln zu verleugnen. Die Songs aus dieser Ära fanden besonders bei Streaming-Diensten und im Online Radio großen Anklang.
In den 1990er und 2000er Jahren konzentrierte sich Mendes wieder stärker auf seine brasilianischen Wurzeln. Das Album “Brasileiro” von 1992 brachte ihm seinen ersten Grammy Award in der Kategorie “Best World Music Album” ein. Er arbeitete mit einer neuen Generation brasilianischer Musiker zusammen und brachte traditionelle brasilianische Musik mit modernen Produktionstechniken zusammen.
Ein besonderer Höhepunkt seiner späten Karriere war die Zusammenarbeit mit will.i.am von den Black Eyed Peas für das Album “Timeless” im Jahr 2006. Die neue Version von “Mas Que Nada” mit den Black Eyed Peas wurde ein internationaler Hit und führte Mendes’ Musik einer völlig neuen Generation zu. Das Album zeigte seine bemerkenswerte Fähigkeit, über Generationen hinweg relevant zu bleiben und verschiedene musikalische Welten zu verbinden.
2005 erhielt Mendes den Latin Grammy Lifetime Achievement Award für sein Lebenswerk. Weitere Auszeichnungen folgten, darunter ein Grammy für das Album “Bom Tempo” im Jahr 2010. 2012 wurde er für den Oscar nominiert für den Song “Real in Rio” aus dem Animationsfilm “Rio”, was seine anhaltende kreative Vitalität unter Beweis stellte.
Mendes blieb bis ins hohe Alter aktiv. Sein letztes Album “In the Key of Joy” erschien 2019, als er bereits 78 Jahre alt war. Am 5. September 2024 verstarb Sergio Mendes in Los Angeles an Komplikationen im Zusammenhang mit Long Covid. Er hinterließ ein musikalisches Erbe, das über 60 Jahre und mehr als 35 Studioalben umfasst. Seine Musik wird weiterhin auf Webradio-Sendern weltweit gespielt und inspiriert neue Generationen von Musikern, die Grenzen zwischen verschiedenen musikalischen Traditionen zu überwinden. Sergio Mendes hat nicht nur die brasilianische Musik in die Welt getragen, sondern auch gezeigt, dass kulturelle Fusion zu zeitloser Kunst führen kann.
Wir konnten leider keine Konzerte von Sergio Mendes finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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