Adiemus – Steckbrief, Songs & Konzerte

today28.02.2026

Hintergrund
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Adiemus ist ein faszinierendes Musikprojekt des walisischen Komponisten Sir Karl Jenkins, das 1994 seinen Anfang nahm und Weltmusik, Klassik und New Age zu einem unverwechselbaren Klangerlebnis verschmilzt. Mit erfundenen Silben statt echter Sprache und einer Mischung aus Chor, Orchester und ethnischen Instrumenten schuf Jenkins eine völlig neue musikalische Dimension. Der gleichnamige Titelsong wurde zum weltweiten Hit und machte Adiemus zu einem der erfolgreichsten Crossover-Projekte der 1990er Jahre.

Künstlername Adiemus
Mitglieder Karl Jenkins, Miriam Stockley, Mary Carewe
Genre Worldbeat, New Age, Klassik-Crossover, Ethno
Größter Hit Adiemus
Gründungsjahr 1994
Land Vereinigtes Königreich (Wales)
Markenzeichen Gesungene Silben ohne Wortbedeutung, Kombination von Chor und Weltmusik

Die Entstehung eines musikalischen Phänomens

Webradio Steckbrief - Adiemus

Was als Auftragsarbeit für eine Fernsehwerbung begann, entwickelte sich zu einem der außergewöhnlichsten Musikprojekte der modernen Zeit. Karl Jenkins komponierte 1994 für eine Kampagne der Fluggesellschaft Delta Air Lines eine kurze musikalische Sequenz, die so viel positive Resonanz erhielt, dass er daraus eine vollständige Komposition entwickelte. Der gebürtige Waliser, der am 17. Februar 1944 in Penclawdd geboren wurde, hatte zu diesem Zeitpunkt bereits eine beeindruckende Karriere hinter sich. Sein Vater, selbst Lehrer, Orgelspieler und Chorleiter, legte den Grundstein für Jenkins’ musikalische Ausbildung. Der junge Karl lernte Klavier, spielte Oboe im National Youth Orchestra of Wales und studierte später an der Cardiff University sowie der Royal Academy of Music.

Seine ersten professionellen Schritte machte Jenkins in der Jazzszene. Ab 1969 war er Mitglied der Gruppe Nucleus, mit der er sogar den Wettbewerb beim Montreux Jazz Festival gewann. Später wechselte er zur progressiven Fusion-Band Soft Machine, wo er ab 1972 zunehmend als Komponist in Erscheinung trat. In den 1980er und frühen 1990er Jahren verlegte sich Jenkins auf die Komposition von Werbemusik und schuf einprägsame Melodien für internationale Marken wie Renault, De Beers und Levi’s. Diese kommerzielle Arbeit schärfte sein Gespür für eingängige, emotional berührende Musik – eine Fähigkeit, die später zum Markenzeichen von Adiemus werden sollte.

Songs of Sanctuary und der Durchbruch

Als 1995 das Debütalbum “Adiemus: Songs of Sanctuary” erschien, war die Musikwelt überrascht von diesem ungewöhnlichen Konzept. Jenkins verwendete keine echte Sprache für die Gesangsparts, sondern erfand phonetische Silben, die zwar wie Latein klingen mochten, aber keinerlei konkrete Bedeutung trugen. Die Stimme wurde zum reinen Instrument, das sich nahtlos in die orchestrale und ethnische Klanglandschaft einfügte. Die Hauptvocalistin Miriam Stockley verlieh dem Projekt ihre charakteristische Stimme, unterstützt von Mary Carewe und verschiedenen Chorgruppen.

Der Titelsong “Adiemus” wurde am 7. November 1995 als Single veröffentlicht und entwickelte sich zu einem bemerkenswerten Charterfolg. In Deutschland erreichte das Stück Platz 6 und hielt sich 27 Wochen in den Top 100, davon sieben Wochen in den Top 10. In der Schweiz kletterte die Single bis auf Platz 4, in Österreich auf Platz 7. Selbst in den Niederlanden und Großbritannien fand das außergewöhnliche Stück sein Publikum. Das Album verkaufte sich weltweit über eine Million Mal – ein sensationeller Erfolg für ein Projekt, das sich jeder kommerziellen Kategorisierung entzog. Wer heute im Internetradio oder beim Streaming auf Adiemus stößt, erlebt oft genau diesen magischen Moment der ersten Begegnung mit dieser einzigartigen Klangwelt.

Die Adiemus-Albumreihe

Nach dem überwältigenden Erfolg des Debüts entwickelte Jenkins Adiemus zu einer fortlaufenden Reihe. 1997 erschien “Adiemus II: Cantata Mundi”, das die musikalische Reise um weitere ethnische Einflüsse und orchestrale Farben erweiterte. Zwei Jahre später folgte “Adiemus III: Dances of Time” (1999), das rhythmische Elemente noch stärker in den Vordergrund rückte. Im Jahr 2000 erschien mit “The Journey: The Best of Adiemus” eine Zusammenstellung der beliebtesten Stücke, die Neueinsteigern einen perfekten Überblick über das Projekt bot.

“Adiemus IV: The Eternal Knot” kam 2001 auf den Markt und vertiefte die spirituelle Dimension des Projekts. Ein Jahr später dokumentierte “Adiemus Live” (2002) die beeindruckende Bühnenpräsenz des Ensembles, das weltweit in großen Konzerthallen auftrat. “Adiemus V: Vocalise” (2003) setzte den Fokus noch stärker auf die menschliche Stimme als Ausdrucksmittel. Nach einer längeren Pause kehrte Jenkins 2013 mit “Adiemus – Colores” zurück, einem Album, das sich lateinamerikanischen und spanischen Musikelementen widmete. Jedes Stück trug den Namen einer Farbe und verband Samba, Tango und Bolero mit der charakteristischen Adiemus-Ästhetik.

Das musikalische Konzept und seine Wirkung

Was macht Adiemus so besonders? Es ist die einzigartige Kombination verschiedener musikalischer Traditionen zu einem kohärenten Ganzen. Jenkins verbindet westliche Orchesterklänge mit ethnischen Percussion-Instrumenten, gregorianische Choraltraditionen mit afrikanischen Rhythmen, klassische Harmonien mit Weltmusik-Elementen. Die erfundene Sprache befreit die Musik von jeder konkreten Bedeutung und macht sie universell zugänglich – unabhängig von Kultur oder Sprachbarrieren. Die Stimmen werden zu Instrumenten, die Emotionen transportieren, ohne Worte zu benötigen.

Diese atmosphärischen, oft spirituell anmutenden Klangwelten schaffen eine meditative Qualität, die Adiemus von anderen Crossover-Projekten unterscheidet. Jenkins arbeitet häufig mit ungewöhnlichen Taktarten und komplexen rhythmischen Strukturen, die dennoch eingängig und zugänglich bleiben. Die Musik ist erhebend, ohne kitschig zu werden, anspruchsvoll, ohne elitär zu wirken. Diese Balance zwischen künstlerischem Anspruch und emotionaler Unmittelbarkeit erklärt den anhaltenden Erfolg des Projekts. Viele Hörer entdecken Adiemus heute über Online Radio oder Streaming-Dienste und sind fasziniert von dieser zeitlosen Qualität.

Karl Jenkins’ weiteres Schaffen und Vermächtnis

Parallel zu Adiemus entwickelte sich Karl Jenkins zu einem der meistgespielten lebenden Komponisten klassischer Musik. Sein 2000 uraufgeführtes Werk “The Armed Man: A Mass for Peace” wurde zu einem der erfolgreichsten zeitgenössischen Chorwerke überhaupt. Es folgten weitere große geistliche Kompositionen wie “Requiem” (2005), “Stabat Mater” (2008) und “The Peacemakers”, die Texte aus verschiedenen religiösen und philosophischen Traditionen kombinieren. Jenkins’ Fähigkeit, unterschiedliche kulturelle Einflüsse zu verschmelzen, die er mit Adiemus perfektioniert hatte, prägt auch diese Werke.

Seine Verdienste wurden vielfach gewürdigt. 2005 wurde er zum Officer of the Order of the British Empire (OBE) ernannt, 2010 zum Commander (CBE) befördert und 2015 im Rahmen der Queen’s Birthday Honours zum Knight Bachelor geadelt – seither darf er sich Sir Karl Jenkins nennen. Er erhielt Ehrendoktorwürden mehrerer Universitäten und wurde 2024 mit dem Preis der Europäischen Kirchenmusik ausgezeichnet. Diese Ehrungen unterstreichen seinen Einfluss auf die zeitgenössische Musiklandschaft.

Adiemus bleibt jedoch sein vielleicht zugänglichstes und populärstes Werk. Die Musik hat Generationen von Hörern berührt und findet bis heute neue Fans. In Konzerten weltweit, auf Webradio-Sendern und Streaming-Plattformen lebt das Projekt weiter. Karl Jenkins, der in Wales lebt und international auftritt, hat mit Adiemus einen Klang geschaffen, der keine Grenzen kennt – weder geografische noch sprachliche noch musikalische. Es ist eine Musik, die verbindet, erhebt und in ihrer Schönheit zeitlos bleibt. Das Vermächtnis von Adiemus liegt nicht nur in den verkauften Alben oder Chartplatzierungen, sondern in der Fähigkeit, Menschen durch pure Klangmagie zu berühren.

Songs von Adiemus im Radio

Konzerte von Adiemus

Wir konnten leider keine Konzerte von Adiemus finden.

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Geschrieben von: RadioMonster.FM