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today28.02.2026
Tinlicker ist ein niederländisches Musikprojekt aus Utrecht, das 2012 von Micha Heyboer gegründet wurde und seit 2014 als Duo mit Jordi van Achthoven für emotionale elektronische Musik im Bereich Progressive House und Deep House bekannt ist. Mit ihrem Hit “Because You Move Me” gelang ihnen 2017 der internationale Durchbruch. Seit Oktober 2025 ist die Sängerin Hero Baldwin offizielles drittes Mitglied des Projekts.
| Künstlername | Tinlicker |
| Mitglieder | Micha Heyboer, Jordi van Achthoven, Hero Baldwin |
| Genre | Progressive House, Deep House, Electronic |
| Größter Hit | Because You Move Me |
| Gründungsjahr | 2012 |
| Land | Niederlande |
| Markenzeichen | Emotionale Melodien, atmosphärische Sounds, Live-Instrumentierung |

Die Geschichte von Tinlicker beginnt 2012 in Utrecht, als Micha Heyboer das Projekt als Solo-Unterfangen ins Leben rief. Der am 14. Mai 1979 in Utrecht geborene Produzent hatte bereits Erfahrung in der elektronischen Musikszene gesammelt, unter anderem durch seine Arbeit bei der Drum-and-Bass-Gruppe Black Sun Empire. Diese Vergangenheit prägte seinen Produktionsstil nachhaltig und verlieh seiner Musik eine besondere Tiefe und Detailliebe. Auf seinem eigenen Label Zero Three Zero veröffentlichte er die ersten Werke, darunter die Alben “It’s My First Time Here” und “Remember the Future”, die noch im Eigenvertrieb erschienen.
Der entscheidende Wendepunkt kam 2014, als Jordi van Achthoven zum Projekt stieß. Der am 4. Juni 1983 in Gouda geborene Musiker ergänzte Michas Vision perfekt, und gemeinsam entwickelten sie den charakteristischen Tinlicker-Sound weiter. Die Chemie zwischen den beiden niederländischen Produzenten erwies sich als äußerst fruchtbar. In den folgenden Jahren veröffentlichten sie zahlreiche EPs auf kleineren Labels wie Sotto Voce und Zerothree, darunter “Like No Other”, “Into the Open” und “The Space in Between”, die ihre musikalische Entwicklung dokumentierten.
Das Jahr 2017 markierte den kommerziellen Durchbruch für Tinlicker. Mit der Veröffentlichung von “Because You Move Me” in Zusammenarbeit mit Helsloot gelang dem Duo ein Hit, der weit über die elektronische Musikszene hinaus Beachtung fand. Der Track kombinierte eingängige Melodien mit emotionalen Vocals und einem treibenden Beat, der sowohl in Clubs als auch im Streaming funktionierte. Obwohl der Song bereits 2017 erschien, erlebte er 2021 und 2022 durch ein begleitendes Musikvideo einen erneuten Popularitätsschub, der ihm zu beeindruckenden Chartplatzierungen verhalf.
In Deutschland erreichte “Because You Move Me” Platz 14 der Charts, in der Schweiz Platz 19 und in Österreich Platz 22. Die Auszeichnungen ließen nicht lange auf sich warten: In Deutschland erhielt der Track Platin-Status, in der Schweiz sogar dreifaches Platin, und in Österreich mehrfache Gold-Auszeichnungen. Der Song entwickelte sich zu einem der meistgestreamten Titel im Genre und erreichte über alle Plattformen hinweg Milliarden von Streams. Dieser Erfolg öffnete Tinlicker die Türen zu größeren Labels und internationalen Auftritten auf Festivals wie Tomorrowland, Coachella, Pinkpop und Sziget.
Nach dem Erfolg ihrer Singles war es nur konsequent, dass Tinlicker 2019 ihr erstes vollständiges Studioalbum “This Is Not Our Universe” auf dem renommierten Label Anjunabeats veröffentlichten. Das Album zeigte die Bandbreite ihres Könnens und festigte ihren Ruf als innovative Produzenten im Progressive-House-Bereich. Die Platte wurde 2020 durch ein Remix-Album ergänzt, das verschiedene Interpretationen ihrer Tracks bot. Parallel dazu veröffentlichten sie weitere erfolgreiche Singles wie “Nothing Without You”, “Lost” und “Need You”, die ihre Position in der elektronischen Musikszene weiter festigten.
2022 folgte mit “In Another Lifetime” auf Anjunadeep ein zweites Studioalbum, das ihre musikalische Entwicklung dokumentierte. Das Album zeigte eine reifere, introspektivere Seite von Tinlicker, ohne dabei die tanzbare Energie zu verlieren. Besonders bemerkenswert waren Kollaborationen wie “Run Away” mit Ben Böhmer und Felix Raphael sowie “Tell Me” mit Helsloot und Hero Baldwin. Diese Zusammenarbeit mit Hero Baldwin sollte sich als wegweisend erweisen, denn die Sängerin und Songwriterin wurde im Oktober 2025 offiziell drittes Mitglied von Tinlicker, womit das Duo zum Trio wurde.
Der Einstieg von Hero Baldwin markierte einen bedeutenden Wandel für Tinlicker. Mit der Single “I Want My Freedom” kündigten sie nicht nur ihre neue Formation an, sondern auch ein viertes Studioalbum, das 2026 erscheinen soll. Diese Erweiterung ermöglicht es dem Projekt, Live-Performances noch stärker mit vokalen Elementen zu bereichern und die emotionale Tiefe ihrer Musik weiter auszubauen. Die Integration einer festen Sängerin in die Gruppe zeigt, dass Tinlicker bereit ist, neue Wege zu gehen und ihre künstlerische Vision zu erweitern.
Bereits 2024 hatten sie mit “Cold Enough for Snow” ihr drittes Studioalbum veröffentlicht, diesmal auf dem Label PIAS Électronique. Dieser Labelwechsel nach Jahren bei Anjunadeep und Anjunabeats signalisierte einen erneuten kreativen Richtungswechsel. Das Album enthielt bemerkenswerte Tracks wie “Nothing To Lose” mit Circa Waves, “Blowfish” und “This Life”, die zeigten, dass Tinlicker stilistisch nicht stillstehen. Die Musik wurde zunehmend vielschichtiger, mit verstärktem Einsatz von Live-Instrumenten wie Keys und Streichern, die den elektronischen Beats eine organische Dimension hinzufügten.
Der charakteristische Sound von Tinlicker zeichnet sich durch emotional aufgeladene Melodien, atmosphärische Builds und den geschickten Wechsel zwischen club-tauglichen Beats und introspektiven elektronischen Passagen aus. Ihre Musik bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Deep House und Progressive House, wobei sie immer wieder Elemente aus Electropop und melodischer Elektronik einfließen lassen. Die häufige Zusammenarbeit mit Sängerinnen und Sängern verleiht ihren Produktionen eine menschliche Wärme, die in der elektronischen Musik nicht immer selbstverständlich ist.
Interessanterweise entstand der Projektname “Tinlicker” aus einer scherzhaften Idee während Bastel-Sessions mit elektronischem Equipment. Inspiriert vom Begriff “circuit bending” – dem kreativen Kurzschließen und Modifizieren elektronischer Geräte – entstand die Vorstellung, man müsse beim Löten das Zinn mit der Zunge berühren, also “tin licking” betreiben. Was als Witz begann, wurde zum markanten Namen eines Projekts, das heute Millionen von Hörerinnen und Hörern weltweit erreicht. Ihre Performances haben sich von reinen DJ-Sets zu erweiterten Live-Shows entwickelt, die zunehmend Live-Elemente und Gesang integrieren, besonders seit Hero Baldwin zur Gruppe gestoßen ist. Auf Internetradio-Sendern und Streaming-Plattformen gehören Tinlicker heute zu den meistgespielten Acts im Bereich der melodischen elektronischen Musik.
Wir konnten leider keine Konzerte von Tinlicker finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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