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today28.02.2026
The Grid ist ein britisches Elektro-Projekt, das 1988 von Richard Norris und David Ball in London gegründet wurde. Mit ihrem innovativen Mix aus House, Techno und Ambient prägten sie die elektronische Tanzmusik der 1990er Jahre. Ihr größter Erfolg war 1994 die Single “Swamp Thing”, die weltweit Millionen verkaufte und in zahlreichen Ländern die Top 10 erreichte.
| Künstlername | The Grid |
| Mitglieder | Richard Norris, David Ball |
| Genre | House, Techno, Ambient, Folktronica |
| Größter Hit | Swamp Thing |
| Gründungsjahr | 1988 |
| Land | Vereinigtes Königreich |
| Markenzeichen | Fusion elektronischer Tanzmusik mit unkonventionellen Instrumenten wie Banjo |

Als sich Richard Norris und David Ball 1988 zusammentaten, brachten beide bereits beachtliche Erfahrungen mit. David Ball hatte als Mitglied von Soft Cell in den frühen 1980er Jahren mit “Tainted Love” einen Welthit gelandet, während Richard Norris sich in der aufstrebenden Acid-House-Szene einen Namen machte. Ihre erste gemeinsame Arbeit entstand im Rahmen eines Projekts mit Psychic TV, wo sie an “Jack the Tab – Acid Tablets Volume One” mitwirkten. Ein Track namens “Meet Every Situation Head On” wurde zum Vorläufer dessen, was The Grid werden sollte.
Die beiden Musiker erkannten schnell, dass ihre unterschiedlichen Hintergründe perfekt zusammenpassten. Ball brachte seine Erfahrung mit Synthesizern und Pop-Strukturen ein, während Norris mit frischen Ideen aus der Underground-Szene aufwartete. Diese Kombination sollte sich als äußerst fruchtbar erweisen. Bereits 1990 gelang ihnen mit der Single “Floatation” der Einstieg in die britischen Charts, als der Track Platz 60 erreichte. Das Debütalbum “Electric Head” folgte im selben Jahr und etablierte The Grid als ernstzunehmende Kraft in der elektronischen Musikszene.
Die frühen 1990er Jahre waren eine produktive Phase für das Duo. Nach dem zweiten Album “456” im Jahr 1992 arbeiteten Norris und Ball intensiv an neuem Material. 1993 veröffentlichten sie die Singles “Crystal Clear” und “Texas Cowboys”, die beide respektable Chartplatzierungen erreichten. “Texas Cowboys” schaffte es sogar bis auf Platz 21 in Großbritannien und wurde auch in skandinavischen Ländern zum Erfolg. Doch niemand ahnte, dass ihr größter Triumph noch bevorstand.
Im Jahr 1994 erschien das Album “Evolver”, und mit ihm die Single “Swamp Thing”. Der Track war etwas völlig Unerwartetes: Eine Mischung aus treibenden House-Beats, einem eingängigen Banjo-Riff und einem Reggae-Vocal-Sample aus “Papa Do It Sweet” von Lloyd & Patsy. Die Banjo-Parts stammten von Roger Dinsdale, einem Musiker, den David Ball zufällig in einem Pub in Marylebone entdeckt hatte. Diese ungewöhnliche Kombination von Elementen, die man später als “Folktronica” bezeichnen würde, traf den Nerv der Zeit perfekt.
“Swamp Thing” wurde zu einem weltweiten Phänomen. In Großbritannien erreichte die Single Platz 3, ebenso in Australien, wo sie mit Platin ausgezeichnet wurde. In Finnland und Norwegen kletterte der Track sogar auf Platz 2. Das aufwendig produzierte Musikvideo mit computergenerierten tanzenden Robotern, einem krabbelnden Baby und surrealen Synthesizer-Bildern lief in Dauerschleife auf MTV Europe und VIVA. Insgesamt verkaufte sich “Swamp Thing” über eine Million Mal weltweit und brachte The Grid auch eine Silberne Schallplatte in Großbritannien ein. Wer damals Internetradio oder andere Streaming-Dienste genutzt hätte, wäre dem Song kaum entkommen – doch in den 1990ern dominierten noch traditionelle Medien.
Nach dem durchschlagenden Erfolg von “Swamp Thing” veröffentlichten The Grid noch im selben Jahr die Single “Rollercoaster”, die Platz 19 in Großbritannien erreichte. 1995 folgte das Album “Music for Dancing” sowie die Single “Diablo”, die es auf Platz 32 schaffte. Doch trotz dieser Erfolge entschieden sich Norris und Ball 1996 für eine Pause. Die intensive Arbeit der vergangenen Jahre hatte ihren Tribut gefordert, und beide wollten sich anderen Projekten widmen.
Richard Norris gründete das Projekt The Droyds und machte sich einen Namen als gefragter Remixer. Er arbeitete mit verschiedenen Künstlern zusammen und experimentierte weiter mit elektronischen Klängen. David Ball hingegen kehrte zu seinen Wurzeln zurück und reformierte Soft Cell mit Marc Almond. Zudem komponierte er Filmmusik und widmete sich anderen kreativen Unternehmungen. Die Pause sollte fast ein Jahrzehnt dauern, doch The Grid war nie wirklich vergessen.
Im Jahr 2005 fanden Norris und Ball wieder zusammen. Zunächst traten sie unter dem Namen GDM mit der Sängerin Misty Woods auf, doch bald kehrten sie zum Namen The Grid zurück. Die elektronische Musiklandschaft hatte sich in der Zwischenzeit stark verändert – das Aufkommen von Online Radio und digitalen Plattformen hatte die Art und Weise revolutioniert, wie Menschen Musik konsumierten. Doch The Grid bewiesen, dass sie auch in dieser neuen Ära relevant bleiben konnten.
2007 erschien die Single “Put Your Hands Together”, gefolgt vom Album “Doppelgänger” im Jahr 2008. Die Musik zeigte eine reifere, experimentellere Seite des Duos, ohne dabei ihre charakteristische Mischung aus Tanzbarkeit und Innovation aufzugeben. Nach einer weiteren längeren Pause meldeten sich The Grid 2018 mit dem Album “One Way Traffic” zurück. Drei Jahre später, 2021, folgte “Leviathan”, eine bemerkenswerte Kollaboration mit dem legendären Gitarristen Robert Fripp von King Crimson. Diese Zusammenarbeit zeigte einmal mehr die Bereitschaft von Norris und Ball, Grenzen zu überschreiten und neue musikalische Territorien zu erkunden.
Die Geschichte von The Grid ist untrennbar mit den beiden Persönlichkeiten verbunden, die das Projekt schufen. Richard Norris, geboren am 23. Juni 1965 in London, blieb über die Jahre hinweg ein produktiver und vielseitiger Musiker. Seine Arbeit erstreckte sich weit über The Grid hinaus und umfasste zahlreiche Kollaborationen und Solo-Projekte. David Ball, geboren am 3. Mai 1959 in Chester und aufgewachsen in Blackpool, brachte seine jahrzehntelange Erfahrung und sein technisches Know-how in jedes Projekt ein.
Tragischerweise endete David Balls Lebensweg am 22. Oktober 2025, als er friedlich in seinem Zuhause in London verstarb. In seinen letzten Jahren hatte er mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, darunter ein schwerer Sturz im Jahr 2022, der zu Komplikationen wie Lungenentzündung und Sepsis führte. Doch selbst in dieser schwierigen Zeit arbeitete Ball weiter an seiner Musik. Das letzte Soft Cell-Album “Danceteria” wurde kurz vor seinem Tod fertiggestellt und soll 2026 veröffentlicht werden – ein letztes Geschenk an seine Fans.
Das Erbe von The Grid bleibt bestehen. Ihre Musik, insbesondere “Swamp Thing”, wird weiterhin auf Radiosendern weltweit gespielt und erreicht neue Generationen von Hörern. Die innovative Herangehensweise des Duos, elektronische Tanzmusik mit unerwarteten Elementen zu verbinden, hat zahlreiche Künstler inspiriert. Von den frühen Tagen in der Londoner Acid-House-Szene bis zu ihren späteren experimentellen Werken bewiesen Richard Norris und David Ball immer wieder, dass elektronische Musik mehr sein kann als nur Beats und Synthesizer – sie kann Geschichten erzählen, Emotionen wecken und Menschen auf der ganzen Welt zusammenbringen. Ob im traditionellen Radio oder modernen Webradio-Streams, The Grid haben ihren festen Platz in der Geschichte der elektronischen Musik erobert.
Wir konnten leider keine Konzerte von The Grid finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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