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today01.03.2026
The Church ist eine australische Alternative-Rock-Band, die 1980 in Sydney gegründet wurde und mit ihrem atmosphärischen, psychedelisch angehauchten Sound internationale Bekanntheit erlangte. Ihr größter Erfolg “Under the Milky Way” aus dem Jahr 1988 machte sie weltweit bekannt und gilt bis heute als Klassiker. Trotz zahlreicher Besetzungswechsel ist die Band um Gründungsmitglied Steve Kilbey bis heute aktiv und veröffentlicht regelmäßig neue Alben.
| Künstlername | The Church |
| Mitglieder | Steve Kilbey, Tim Powles, Ian Haug, Jeffrey Cain, Ashley Naylor |
| Genre | Alternative Rock, Neo-Psychedelia, New Wave, Dream Pop |
| Größter Hit | Under the Milky Way |
| Gründungsjahr | 1980 |
| Land | Australien |
| Markenzeichen | Atmosphärische Gitarrenteppiche, mystische Texte, Steve Kilbeys tiefe Stimme |

Als sich The Church 1980 in Sydney formierte, bestand die ursprüngliche Besetzung aus Steve Kilbey am Bass und Gesang, Peter Koppes und Marty Willson-Piper an den Gitarren sowie Nick Ward am Schlagzeug. Die Band entwickelte schnell einen eigenen Sound, der New Wave-Elemente mit Post-Punk-Attitüde verband. Schon im ersten Jahr verließ Nick Ward die Gruppe und wurde durch Richard Ploog ersetzt, der das rhythmische Fundament der Band für die kommenden Jahre prägen sollte.
Der Durchbruch in Australien ließ nicht lange auf sich warten. Mit ihrem Debütalbum “Of Skins and Heart” von 1981 und der Single “The Unguarded Moment” eroberten sie die australischen Charts und erreichten Platz 22. Die Kombination aus eingängigen Melodien, jangelnden Gitarren und Kilbeys charakteristischer Stimme traf den Nerv der Zeit. Das Album etablierte The Church als eine der vielversprechendsten Bands der australischen Musikszene und legte den Grundstein für eine bemerkenswerte Karriere.
In den folgenden Jahren verfeinerte die Band ihren Sound kontinuierlich. Alben wie “The Blurred Crusade” (1982), “Seance” (1983) und “Heyday” (1985) zeigten eine zunehmende Hinwendung zu psychedelischen und atmosphärischen Elementen. Die Band bewegte sich weg vom direkteren New Wave-Sound ihrer Anfänge und entwickelte jene verträumten, vielschichtigen Arrangements, die später zu ihrem Markenzeichen werden sollten. Die zwei Gitarren von Koppes und Willson-Piper schufen komplexe Klangteppiche, während Kilbeys Texte zunehmend poetischer und rätselhafter wurden.
Der internationale Durchbruch gelang 1988 mit dem Album “Starfish”. Dieses Werk markierte den Höhepunkt ihrer kommerziellen Karriere und verkaufte sich allein in den USA gold. Die Single “Under the Milky Way”, geschrieben von Steve Kilbey zusammen mit Karin Jansson, wurde zum weltweiten Hit und erreichte Platz 24 in den amerikanischen Billboard Hot 100 sowie Platz 22 in Australien. Der Song mit seinem unverwechselbaren Intro und der melancholischen Atmosphäre wurde zu einem Klassiker, der bis heute auf zahlreichen Internetradio-Stationen und im Streaming gespielt wird. Interessanterweise wurden die Drums des Songs von einem Sessionmusiker eingespielt, da die Band mit den ursprünglichen Aufnahmen unzufrieden war.
Nach dem Erfolg von “Starfish” experimentierte The Church in den 1990er Jahren verstärkt mit elektronischen Elementen und neuen Klangfarben. Alben wie “Gold Afternoon Fix” (1990) mit der erfolgreichen Single “Metropolis” und das ambitionierte “Priest=Aura” (1992) zeigten eine Band, die sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen wollte. Allerdings blieb der ganz große kommerzielle Erfolg außerhalb Australiens aus, auch wenn die Kritiker die künstlerische Entwicklung würdigten.
Diese Phase war auch von internen Spannungen geprägt. Die kreativen Differenzen zwischen den Bandmitgliedern führten zu Konflikten, und die Besetzung begann sich zu verändern. Richard Ploog verließ die Band Mitte der 90er Jahre, und Tim Powles übernahm 1994 dauerhaft den Platz am Schlagzeug. Trotz dieser Turbulenzen veröffentlichte die Band weiterhin regelmäßig Alben wie “Sometime Anywhere” (1994) und “Magician Among the Spirits” (1996), die ihre treue Fanbasis begeisterten.
Das neue Jahrtausend brachte weitere Veränderungen in der Besetzung. 2013 verließ Marty Willson-Piper nach über 30 Jahren die Band und wurde durch Ian Haug ersetzt, der zuvor bei der australischen Band Powderfinger gespielt hatte. 2020 folgte der Ausstieg von Peter Koppes, einem der Gründungsmitglieder. An seine Stelle traten Jeffrey Cain und Ashley Naylor, die beide das charakteristische Zwei-Gitarren-Spiel der Band fortsetzten.
Trotz dieser einschneidenden Wechsel blieb Steve Kilbey die konstante Kraft und kreative Seele von The Church. Der in Welwyn Garden City, England, geborene und in Australien aufgewachsene Musiker führte die Band durch alle Höhen und Tiefen. Neben seiner Arbeit mit The Church verfolgte Kilbey zahlreiche Nebenprojekte wie Hex, Jack Frost und Isidore, veröffentlichte Gedichtbände und Essays. Seine beiden Töchter Elektra und Miranda Kilbey wurden ebenfalls Musikerinnen und sind als Duo Say Lou Lou bekannt.
Die Produktivität von The Church ist auch nach über vier Jahrzehnten ungebrochen. Mit “Man Woman Life Death Infinity” (2017), “The Hypnogogue” (2023) und “Eros Zeta and the Perfumed Guitars” (2024) haben sie mittlerweile über 25 Studioalben veröffentlicht. Die neueren Werke zeigen eine Band, die konzeptionell arbeitet und narrative Elemente einbaut. “The Hypnogogue” ist ein dystopisches Konzeptalbum, das durch das Folgewerk sogar mit einem begleitenden Roman erweitert wurde.
Die Anerkennung für ihr Lebenswerk blieb nicht aus. 1989 gewannen sie den ARIA Award für die Single des Jahres mit “Under the Milky Way”, und 2010 wurden sie in die ARIA Hall of Fame aufgenommen. Diese Ehrungen unterstreichen die Bedeutung von The Church für die australische und internationale Musiklandschaft. Ihr Einfluss auf spätere Generationen von Alternative-Rock- und Dream-Pop-Bands ist unbestritten, und ihre Musik findet sich regelmäßig in Filmen und Fernsehserien wieder.
Heute leben die Bandmitglieder weiterhin in Australien, Steve Kilbey in North Bondi. Die Band tourt regelmäßig und begeistert sowohl langjährige Fans als auch neue Hörer, die ihre Musik über Online Radio und Webradio-Kanäle entdecken. The Church haben bewiesen, dass künstlerische Integrität und kommerzielle Unabhängigkeit über Jahrzehnte hinweg möglich sind. Ihr atmosphärischer, psychedelisch gefärbter Sound bleibt zeitlos und inspiriert weiterhin Musiker weltweit. Mit ihrer Mischung aus verträumten Gitarrenlandschaften, poetischen Texten und einer unverwechselbaren musikalischen Vision haben sie sich einen festen Platz in der Rockgeschichte gesichert.
Wir konnten leider keine Konzerte von The Church finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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