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today28.02.2026
Technohead war ein britisches Musikprojekt, das Mitte der 1990er Jahre mit seinem Megahit “I Wanna Be a Hippy” die Gabber- und Happy-Hardcore-Szene aufmischte. Hinter dem Namen standen die beiden Produzenten Lee Newman und Michael Wells, die bereits als Greater Than One bekannt waren. Mit ihrem unverwechselbaren Sound und provokanten Samples prägten sie eine ganze Generation von Techno-Fans.
| Künstlername | Technohead |
| Mitglieder | Lee Newman, Michael Wells |
| Genre | Gabber, Happy Hardcore, Hardcore Techno |
| Größter Hit | I Wanna Be a Hippy |
| Gründungsjahr | 1995 |
| Land | Großbritannien |
| Markenzeichen | Schnelle Beats, humorvolle Samples, provokante Texte |

Die Geschichte von Technohead beginnt eigentlich schon 1985 in London, als das Ehepaar Lee Newman und Michael Wells das Projekt Greater Than One ins Leben rief. Unter diesem Namen experimentierten sie mit verschiedensten elektronischen Klängen, von Industrial über Ambient bis hin zu Techno. Die beiden waren echte Pioniere der britischen Elektronikszene und arbeiteten mit einer beeindruckenden Vielfalt an Pseudonymen, darunter G.T.O., Tricky Disco, John + Julie und Church of Extacy.
In den späten Achtzigern und frühen Neunzigern veröffentlichten Newman und Wells eine beachtliche Anzahl von Alben, die in der Underground-Szene für Aufsehen sorgten. Werke wie “All the Masters Licked Me”, “Dance on the Cowards” und “London” zeigten ihre Experimentierfreude und ihren unkonventionellen Ansatz zur elektronischen Musik. Sie waren nie Künstler, die sich in eine Schublade stecken ließen, sondern wechselten je nach Projekt und Stimmung zwischen verschiedenen Stilen hin und her.
Mitte der 1990er Jahre entschieden sich Newman und Wells, einen härteren, direkteren Sound zu verfolgen. Sie griffen das Pseudonym Technohead auf und konzentrierten sich auf Gabber und Happy Hardcore – Genres, die zu dieser Zeit in den Niederlanden und anderen Teilen Europas explodierten. 1995 erschien ihr Album “Headsex”, das die Grundlage für ihren späteren Erfolg legte.
Der eigentliche Durchbruch kam jedoch mit einer Single, die zunächst nur als B-Seite gedacht war. “I Wanna Be a Hippy” wurde ursprünglich auf der “Mary Jane EP” veröffentlicht und enthielt ein hochgepitchtes Sample aus David Peels Song “I Like Marijuana”, der aus dem Film “Rude Awakening” von 1989 stammte. Der Track war eine wilde Mischung aus rasenden Beats, provokantem Text und einem unwiderstehlichen Hook, der sich sofort ins Gedächtnis brannte.
Was den Song wirklich zum Erfolg machte, war ein Remix des niederländischen Duos Flamman & Abraxas. Diese Version wurde in Clubs gespielt, fand ihren Weg ins Radio und entwickelte sich zu einem regelrechten Phänomen. Anfang 1996 wurde “I Wanna Be a Hippy” erneut veröffentlicht und stürmte die Charts in ganz Europa. In Deutschland, Österreich, den Niederlanden und Flandern erreichte der Song die Spitzenposition. In Großbritannien kletterte er bei der Wiederveröffentlichung auf Platz 6, nachdem er beim ersten Versuch 1995 nur Platz 77 erreicht hatte.
Der Erfolg von Technohead war jedoch von einer Tragödie überschattet. Lee Newman, die kreative Kraft hinter vielen Projekten des Duos, erkrankte an Hautkrebs und verstarb am 4. August 1995 in Amsterdam. Ihr Tod kam zu einem Zeitpunkt, als “I Wanna Be a Hippy” gerade dabei war, ein internationaler Hit zu werden. Sie erlebte den vollen Umfang des Erfolgs nicht mehr mit.
Michael Wells entschied sich, trotz des schweren Verlusts weiterzumachen. Er produzierte weitere Singles unter dem Namen Technohead, darunter “Happy Birthday”, das 1996 Platz 18 in den britischen Charts erreichte und auch in Finnland, Irland und den Niederlanden erfolgreich war. Ein weiterer Track, “Banana-na-na (Dumb Diddy Dumb)”, erschien ebenfalls 1996 und schaffte es in mehreren Ländern in die Charts, wenn auch nicht mit dem gleichen durchschlagenden Erfolg wie der Vorgänger.
Wells setzte seine Arbeit unter verschiedenen Projektnamen fort und blieb der elektronischen Musikszene treu. Auch wenn Technohead nie wieder an den enormen Erfolg von “I Wanna Be a Hippy” anknüpfen konnte, blieb das Projekt ein wichtiger Teil der Gabber- und Hardcore-Geschichte.
Das Musikvideo zu “I Wanna Be a Hippy” wurde zu einem Kultklassiker der 90er Jahre. Es zeigt drei typische Gabber mit Glatzen und Trainingsanzügen, die einen Hippie mit aufblasbaren Hämmern durch einen Park in Amsterdam jagen. Die humorvolle und gleichzeitig aggressive Darstellung spiegelte perfekt den Geist des Songs wider – eine ironische Abrechnung mit der Hippie-Kultur aus der Perspektive der rauen Techno-Szene.
Der Song und das Video wurden zum Symbol für die Kommerzialisierung des Gabbers, eines Genres, das ursprünglich in den Underground-Clubs der Niederlande entstanden war. Während einige Puristen den Mainstream-Erfolg kritisierten, brachte “I Wanna Be a Hippy” die harte elektronische Musik einem breiten Publikum näher. Der Track lief nicht nur in Clubs, sondern auch im Internetradio und auf verschiedenen Streaming-Plattformen, was damals noch relativ neu war.
Technohead erhielt für “I Wanna Be a Hippy” 1996 eine Auszeichnung bei den Dance d’Or Awards in Frankreich, was die internationale Bedeutung des Tracks unterstrich. Der Song wurde zu einer Hymne der 90er-Rave-Kultur und wird bis heute in Clubs und auf Festivals gespielt. Er taucht regelmäßig in Playlists von Online Radio Stationen auf, die sich der elektronischen Musik der 90er Jahre widmen.
Die Arbeitsweise von Newman und Wells – das ständige Experimentieren mit verschiedenen Pseudonymen und Stilen – beeinflusste viele nachfolgende Produzenten. Sie zeigten, dass elektronische Musik nicht in starre Kategorien gepresst werden muss und dass Humor und Provokation durchaus ihren Platz in der Clubkultur haben können.
Michael Wells veröffentlichte auch nach der Hochphase von Technohead weiter Musik. 2019 erschien beispielsweise die “Wasted EP”, die zeigte, dass das Projekt auch Jahrzehnte später noch lebendig war. Die Verbindung zur niederländischen Szene, insbesondere zum Label Mokum, blieb über die Jahre bestehen.
Technohead steht heute für eine Ära, in der elektronische Musik wild, unkonventionell und manchmal bewusst provokant war. Der Sound war schnell, hart und kompromisslos – genau wie die Zeit, in der er entstand. “I Wanna Be a Hippy” bleibt ein Meilenstein der 90er-Clubkultur und ein perfektes Beispiel dafür, wie ein eigentlich als B-Seite gedachter Track zum weltweiten Phänomen werden kann. Die Musik von Technohead lebt weiter, nicht nur in den Erinnerungen derer, die damals dabei waren, sondern auch bei einer neuen Generation von Fans, die den Sound über verschiedene Plattformen entdecken.
Wir konnten leider keine Konzerte von Technohead finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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