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today28.02.2026
Shalamar ist eine legendäre US-amerikanische Soul-, Disco- und R&B-Gruppe, die 1977 in Los Angeles gegründet wurde und mit Hits wie „A Night To Remember” und „The Second Time Around” Musikgeschichte schrieb. Die Formation begann als Studioprojekt und entwickelte sich zu einer der erfolgreichsten Funk- und Disco-Bands der frühen 1980er Jahre. Mit über 25 Millionen verkauften Alben weltweit prägte Shalamar nicht nur die Musikszene, sondern auch die Tanzkultur ihrer Ära.
| Künstlername | Shalamar |
| Mitglieder | Howard Hewett, Jeffrey Daniel, Carolyn Griffey (aktuell); ehemalige: Jody Watley, Gerald Brown, Gary Mumford, Delisa Davis, Micki Free, Sidney Justin |
| Genre | Disco, Funk, Soul, R&B, Post-Disco |
| Größter Hit | A Night To Remember, The Second Time Around |
| Gründungsjahr | 1977 |
| Land | Vereinigte Staaten |
| Markenzeichen | Howard Hewetts charakteristischer Soul-Gesang, Jeffrey Daniels Body-Popping und Moonwalk, aufwendige Choreografien |

Shalamar entstand 1977 aus einer kreativen Zusammenarbeit zwischen Dick Griffey und Don Cornelius, beide bereits durch die legendäre Fernsehshow Soul Train bekannt. Ursprünglich war Shalamar kein klassisches Bandprojekt mit festen Mitgliedern, sondern ein Studiokonzept. Die erste Veröffentlichung unter dem Namen Shalamar war die Single „Uptown Festival”, ein cleveres Disco-Medley bekannter Motown-Klassiker, das 1977 erschien und überraschend erfolgreich wurde. Die Aufnahmen erfolgten mit Studiomusikern, ohne dass eine eigentliche Band dahinterstand. Der Name Shalamar selbst wurde von Dick Griffey erfunden und sollte das moderne, urbane Lebensgefühl der späten Siebziger verkörpern.
Als sich der kommerzielle Erfolg abzeichnete, entschied Griffey, aus dem Studioprojekt eine richtige Band zu formen. Er rekrutierte Tänzer aus der Soul Train-Show, die nicht nur tanzen, sondern auch singen konnten. Die erste offizielle Besetzung bestand aus Jody Watley, Jeffrey Daniel und Gerald Brown. Brown wurde jedoch bereits 1979 durch Howard Hewett ersetzt, einen erfahrenen Sänger aus Akron, Ohio, der zuvor mit der Gruppe Lyfe tätig war. Mit dieser Konstellation – Howard Hewett, Jody Watley und Jeffrey Daniel – entstand das klassische Line-up, das Shalamar zu Weltruhm führen sollte.
Mit Howard Hewett als neuem Leadsänger erlebte Shalamar den künstlerischen und kommerziellen Durchbruch. 1979 erschien die Single „The Second Time Around”, die sich zu einem Millionenseller entwickelte und in den US-R&B-Charts Platz 1 erreichte. Auch in den Pop-Charts kletterte der Song auf Platz 8 und etablierte Shalamar als ernstzunehmende Kraft im Soul- und Disco-Geschäft. Das Album „Big Fun” aus demselben Jahr wurde mit Gold ausgezeichnet und markierte den Beginn einer äußerst erfolgreichen Phase.
In den folgenden Jahren veröffentlichte die Gruppe eine Reihe von Alben, die sowohl künstlerisch als auch kommerziell überzeugten. „Three for Love” (1980) und „Go for It” (1981) festigten den Status der Band, doch der Höhepunkt kam 1982 mit dem Album „Friends”. Daraus wurde „A Night to Remember” ausgekoppelt, ein Song, der besonders in Europa und Großbritannien zum Klassiker wurde. In den UK-Charts erreichte die Single Platz 5 und läuft bis heute regelmäßig im Internetradio und auf Streaming-Plattformen. Der Song, geschrieben von Nidra Beard, Dana Meyers und Charmaine Sylvers und produziert von Leon Sylvers III, besticht durch seinen eingängigen Groove und die perfekte Harmonie zwischen Jody Watleys und Howard Hewetts Stimmen.
Die Gruppe war nicht nur musikalisch erfolgreich, sondern auch visuell wegweisend. Jeffrey Daniel brachte innovative Tanzbewegungen wie Body-Popping und den Moonwalk nach Großbritannien, lange bevor Michael Jackson diese Moves weltberühmt machte. Sein Auftritt in der britischen Fernsehsendung „Top of the Pops” gilt als historischer Moment in der Tanzgeschichte. Die aufwendigen Choreografien und stylischen Kostüme machten Shalamar zu einer kompletten Performance-Gruppe, die weit über reine Musikdarbietungen hinausging.
1983 kam es zu einem einschneidenden Wandel: Jody Watley und Jeffrey Daniel verließen die Gruppe. Die Gründe lagen in kreativen Differenzen und unterschiedlichen Vorstellungen über die zukünftige Ausrichtung. Watley wollte eine Solokarriere starten, die sich später als äußerst erfolgreich herausstellen sollte – 1988 gewann sie den Grammy als „Best New Artist”. Jeffrey Daniel wollte sich ebenfalls neuen Projekten widmen und international als Choreograf und Tänzer arbeiten.
Dick Griffey formierte Shalamar mit neuen Mitgliedern: Micki Free, ein talentierter Gitarrist und Sänger, sowie Delisa Davis an Keyboards und Gesang kamen hinzu. Später stieß auch Sidney Justin zur Gruppe. Mit dieser neuen Besetzung veröffentlichte Shalamar 1983 das Album „The Look”, gefolgt von „Heartbreak” (1984). Obwohl diese Alben nicht an die Erfolge der klassischen Besetzung anknüpfen konnten, produzierten sie dennoch beachtliche Hits. Besonders hervorzuheben ist der Beitrag zum Soundtrack von „Beverly Hills Cop” mit dem Song „Don’t Get Stopped in Beverly Hills”, der zur Auszeichnung des Soundtracks mit einem Grammy beitrug.
Howard Hewett blieb zunächst das konstante Element der Gruppe, verließ Shalamar jedoch schließlich ebenfalls, um eine erfolgreiche Solokarriere zu starten. Seine samtweiche Stimme und sein Talent für romantische Balladen machten ihn zu einem gefragten R&B-Künstler. Die späten Achtziger waren von weiteren Besetzungswechseln geprägt, und 1990 erschien mit „Wake Up” das letzte Album dieser Ära, bevor sich die Gruppe zunächst auflöste.
Shalamar verschwand nicht für immer von der Bildfläche. Ab Mitte der Neunziger gab es erste Wiedervereinigungen, zunächst sporadisch, dann regelmäßiger. 1996 und 1999 traten Howard Hewett und Jeffrey Daniel wieder gemeinsam auf. Seit 2001 tourt die Gruppe in einer Besetzung mit Hewett, Daniel und Carolyn Griffey, der Tochter von Gründer Dick Griffey, die die dritte Stimme übernimmt. Diese Formation ist bis heute aktiv und tritt regelmäßig in Europa und Großbritannien auf, wo Shalamar nach wie vor eine treue Fangemeinde hat.
2005 nahm die Gruppe an der britischen Fernsehshow „Hit Me Baby One More Time” teil, was zu neuer Aufmerksamkeit führte. Die Konzerte sind oft ausverkauft, und die Musik von Shalamar wird weiterhin auf zahlreichen Online Radio-Sendern gespielt, die sich auf Soul, Funk und Disco der Siebziger und Achtziger spezialisiert haben. 2023 wurde der Band eine besondere Ehre zuteil: Shalamar erhielt einen Stein auf dem Music Walk of Fame in Camden, London, eine Anerkennung für alle Mitglieder über die Jahre hinweg.
Allerdings gab es auch rechtliche Auseinandersetzungen um den Markennamen „Shalamar”. Carolyn Griffey und Jody Watley stritten um die Rechte am Namen, wobei das Trademark Trial and Appeal Board schließlich zugunsten von Watley entschied, zumindest was die US-Rechte betrifft. Solche Konflikte sind in der Musikindustrie nicht ungewöhnlich, besonders bei Bands mit wechselnden Besetzungen und langer Geschichte.
Shalamar hat über 25 Millionen Alben weltweit verkauft und zahlreiche Gold-Auszeichnungen erhalten. Die Diskografie umfasst zehn Studioalben sowie unzählige Kompilationen und Greatest-Hits-Sammlungen. Songs wie „Take That to the Bank”, „I Can Make You Feel Good”, „There It Is” und „Dancing in the Sheets” aus dem „Footloose”-Soundtrack sind bis heute Klassiker des Genres.
Der Einfluss der Gruppe reicht weit über ihre eigenen Hits hinaus. Jeffrey Daniels Pionierarbeit im Bereich des modernen Tanzes inspirierte eine ganze Generation von Performern, darunter Michael Jackson, der offen zugab, von Daniel gelernt zu haben. Howard Hewetts stimmliche Fähigkeiten setzten Maßstäbe im R&B-Gesang und beeinflussten zahlreiche Künstler der Neunziger und Zweitausender. Jody Watleys Solokarriere bewies, dass sie nicht nur als Teil einer Gruppe, sondern auch als eigenständige Künstlerin brillieren konnte.
Shalamar steht exemplarisch für die Ära, in der Soul, Funk und Disco miteinander verschmolzen und eine neue, urbane Klangästhetik schufen. Die Gruppe verband musikalische Exzellenz mit visueller Innovation und schuf damit ein Gesamtkunstwerk, das bis heute Bestand hat. Wer heute einen Webradio-Sender einschaltet, der sich den Achtzigern widmet, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Shalamar stoßen – ein Beweis für die zeitlose Qualität ihrer Musik.
Wir konnten leider keine Konzerte von Shalamar finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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