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today28.02.2026
Real McCoy gehört zu den erfolgreichsten deutschen Eurodance-Projekten der 1990er Jahre und eroberte mit Hits wie „Another Night” und „Run Away” die internationalen Charts. Das Berliner Musikprojekt um Rapper Olaf „O-Jay” Jeglitza prägte mit seiner Mischung aus tanzbaren Beats, eingängigen Melodien und kraftvollen Vocals eine ganze Generation. Trotz wechselnder Besetzungen und Kontroversen um Lip-Sync-Auftritte bleibt Real McCoy bis heute ein fester Bestandteil der 90er-Nostalgie.
| Künstlername | Real McCoy |
| Mitglieder | Olaf Jeglitza (O-Jay), Karin Kasar, Sara Mosquera |
| Genre | Eurodance, Dance-Pop |
| Größter Hit | Another Night |
| Gründungsjahr | 1989 |
| Land | Deutschland |
| Markenzeichen | Kombination aus Rap-Parts und kraftvollen weiblichen Vocals |

Real McCoy entstand 1989 im pulsierenden Berlin als M.C. Sar & the Real McCoy. Die Produzenten Juergen Wind und Frank „Quickmix” Hassas gründeten das Projekt zusammen mit Rapper Olaf Jeglitza unter dem Label Freshline Records. Von Anfang an setzte das Team auf eine explosive Mischung aus Hip-Hop-Elementen und tanzbaren Dance-Beats, die den aufkommenden Eurodance-Sound perfekt verkörperte. Die erste Single, ein Cover von „Pump Up the Jam”, erschien noch 1989 und machte bereits in Deutschland auf sich aufmerksam.
Mit „It’s On You” gelang 1990 der erste richtige Durchbruch in Europa. Der Song erreichte Platz 11 in den deutschen Charts und platzierte sich in mehreren europäischen Ländern in den Top 10. Patricia Petersen, die als „Patsy” bekannt wurde, übernahm die weiblichen Gesangsparts – zumindest auf der Bühne und in den Videos. Tatsächlich stammten viele der Studio-Vocals von Karin Kasar, was später zu Diskussionen über die Authentizität des Projekts führen sollte. Diese Praxis war jedoch in der damaligen Dance-Szene nicht unüblich und Teil des Imageaufbaus vieler erfolgreicher Acts.
1993 markierte den Wendepunkt in der Geschichte von Real McCoy. Mit „Another Night” gelang dem Projekt der große internationale Durchbruch, der weit über Europa hinausreichte. Der Song entwickelte sich zu einem weltweiten Phänomen und erreichte in den USA Platz 3 der Billboard Hot 100, in Großbritannien Platz 2 und in Kanada sogar die Spitze der Dance- und Urban-Charts. In Deutschland erreichte der Hit Platz 18, was angesichts des internationalen Erfolgs überraschend moderat erscheint.
Für den amerikanischen Markt wurde das Projekt strategisch neu ausgerichtet. Der Name wurde von M.C. Sar & the Real McCoy auf schlicht Real McCoy verkürzt, und das europäische Album „Space Invaders” von 1994 wurde für die USA als „Another Night” neu zusammengestellt und mit zusätzlichen Produktionen versehen. Diese Anpassung erwies sich als goldrichtig: Das Album erhielt in den Vereinigten Staaten Platin-Status und machte Real McCoy zu einem der wenigen deutschen Acts, die in Nordamerika echten Mainstream-Erfolg feierten.
Der Erfolg setzte sich mit „Run Away” fort, das 1994 ebenfalls Platz 3 in den USA erreichte und in Großbritannien auf Platz 6 kletterte. „Automatic Lover (Call for Love)” und „Love & Devotion” folgten und festigten den Status von Real McCoy als eine der führenden Eurodance-Formationen weltweit. Besonders bemerkenswert war, dass die Musik auch in Internetradio-Streams und auf verschiedenen Streaming-Plattformen konstant hohe Abrufzahlen verzeichnete, was die anhaltende Popularität des Sounds unterstreicht.
1996 wurde Real McCoy mit dem World Music Award als „World’s Best-Selling German Group” ausgezeichnet – eine Anerkennung, die den enormen kommerziellen Erfolg des Projekts unterstrich. Die Singles und Alben erhielten zahlreiche Gold- und Platin-Zertifizierungen, insbesondere in den USA, wo Eurodance normalerweise ein Nischendasein fristete. Real McCoy hatte es geschafft, diese Barriere zu durchbrechen und den europäischen Dance-Sound einem amerikanischen Massenpublikum zugänglich zu machen.
Die Live-Auftritte waren spektakulär inszeniert, mit energiegeladenen Performances, bei denen O-Jay seine charakteristischen Rap-Parts lieferte, während die Sängerinnen die kraftvollen Refrains präsentierten. Allerdings wurde die Diskrepanz zwischen Studio-Vocals und Live-Darstellerinnen zunehmend zum Diskussionsthema. Während Patricia Petersen als Gesicht der Gruppe fungierte, war es tatsächlich Karin Kasar, deren Stimme auf den meisten Hits zu hören war. Diese Praxis, die auch bei anderen erfolgreichen Dance-Projekten üblich war, führte zu Kontroversen, tat dem Erfolg aber zunächst keinen Abbruch.
Nach dem Höhepunkt Mitte der 1990er Jahre begann der kommerzielle Erfolg allmählich nachzulassen. Das 1997 erschienene Album „One More Time” konnte nicht mehr an die früheren Erfolge anknüpfen. Die Musiklandschaft hatte sich verändert, und der klassische Eurodance-Sound verlor an Popularität. Es gab mehrere Besetzungswechsel: Neue Sängerinnen wie Vanessa Mason und Lisa Cork wurden ins Projekt integriert, doch die Magie der frühen Jahre ließ sich nicht wiederholen.
Trotz des nachlassenden kommerziellen Erfolgs blieb Olaf Jeglitza aktiv. Er gründete das Label Phears Music und arbeitete an verschiedenen musikalischen Projekten. 2006 nahm er zusammen mit der polnischen Band Ich Troje am Eurovision Song Contest teil, was seine anhaltende Präsenz in der europäischen Musikszene demonstrierte. Real McCoy trat in den folgenden Jahren zwar in den Hintergrund, verschwand aber nie vollständig von der Bildfläche.
Ab 2009 erlebte Real McCoy eine Renaissance durch die wachsende Nostalgie für die Musik der 1990er Jahre. Das Projekt trat wieder vermehrt bei 90er-Festivals und Nostalgie-Events auf, wo die alten Hits ein begeistertes Publikum fanden. Die Songs wurden zu Klassikern des Genres und liefen regelmäßig auf Webradio-Sendern, die sich auf Dance und 90er-Musik spezialisiert hatten. Die Streaming-Zahlen stiegen kontinuierlich, als neue Generationen die Musik für sich entdeckten.
Olaf Jeglitza, geboren am 15. Februar 1965 in West-Berlin, blieb das konstante Element des Projekts. Als deutscher Staatsbürger lebt er weiterhin in Deutschland und engagiert sich sowohl als Künstler als auch als Produzent. Die aktuelle Besetzung von Real McCoy umfasst neben O-Jay auch Sara Mosquera und andere Mitglieder, wobei Karin Kasar als Studio-Stimme weiterhin maßgeblich beteiligt ist. Das Projekt ist zwar nicht mehr so präsent wie in den Hochzeiten, aber bei Live-Auftritten und auf Online-Radio-Plattformen nach wie vor gefragt.
Real McCoy hat einen bleibenden Eindruck in der Geschichte der elektronischen Tanzmusik hinterlassen. Als eines der erfolgreichsten deutschen Musikexporte der 1990er Jahre ebnete das Projekt den Weg für viele nachfolgende Eurodance-Acts und bewies, dass europäische Dance-Musik auch auf dem amerikanischen Markt erfolgreich sein konnte. Die Kombination aus O-Jays markanten Rap-Einlagen und den kraftvollen, melodischen Gesangsparts schuf einen unverwechselbaren Sound, der bis heute in Clubs, auf Partys und in zahlreichen Streaming-Playlists präsent ist. Die Musik von Real McCoy bleibt ein Synonym für die energiegeladene, unbeschwerte Atmosphäre der 90er-Jahre-Dance-Szene und wird auch künftig Generationen von Tanzmusik-Fans begeistern.
Wir konnten leider keine Konzerte von Real McCoy finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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