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today01.03.2026
Poco gehört zu den Pionieren des Country Rock und prägte mit ihrem melodischen Sound eine ganze Ära. Die 1968 in Los Angeles gegründete Band schuf mit harmonischen Gesängen und der charakteristischen Steel Guitar einen unverwechselbaren Stil. Über fünf Jahrzehnte hinweg begeisterten sie Fans weltweit, bis der Tod von Rusty Young 2021 das Ende der Band besiegelte.
| Künstlername | Poco |
| Mitglieder | Richie Furay, Jim Messina, Rusty Young, George Grantham, Randy Meisner, Timothy B. Schmit, Paul Cotton, Jack Sundrud, Rick Lonow, Tom Hampton |
| Genre | Country Rock, Folk Rock, Soft Rock |
| Größter Hit | Crazy Love |
| Gründungsjahr | 1968 |
| Auflösungsjahr | 2021 |
| Land | Vereinigte Staaten |
| Markenzeichen | Mehrstimmiger Gesang, Steel Guitar, Mischung aus Country und Rock |

Als sich 1968 Buffalo Springfield auflöste, stand Richie Furay vor der Entscheidung, wie es musikalisch weitergehen sollte. Gemeinsam mit Jim Messina, der als Produzent und Bassist bei Buffalo Springfield gearbeitet hatte, formte er eine neue Vision. Der talentierte Steel-Gitarrist Rusty Young, Schlagzeuger George Grantham und Bassist Randy Meisner komplettierten die Gründungsbesetzung. Ursprünglich sollte die Band “Pogo” heißen, doch rechtliche Einwände des Schöpfers der gleichnamigen Comic-Figur zwangen sie zur Umbenennung in “Poco”.
Das Debütalbum “Pickin’ Up the Pieces” erschien 1969 und gilt heute als Meilenstein des Country Rock. Die Platte zeigte bereits die charakteristischen Elemente, die Poco auszeichnen sollten: kristallklare Harmonien, gefühlvolle Balladen und die geschickte Verschmelzung von Country-Elementen mit Rockmusik. Doch der kommerzielle Erfolg blieb zunächst aus. Randy Meisner verließ die Band noch während der Aufnahmen zum Debütalbum und wurde durch Timothy B. Schmit ersetzt – beide sollten später bei den Eagles zu Weltruhm gelangen.
Die frühen 1970er Jahre waren von ständigen Besetzungswechseln geprägt. Jim Messina verließ Poco 1970, um mit Kenny Loggins das erfolgreiche Duo Loggins and Messina zu gründen. Paul Cotton übernahm seinen Platz und sollte für die nächsten Jahrzehnte ein prägendes Mitglied werden. Auch Timothy B. Schmit stieg 1977 aus, um Randy Meisner bei den Eagles zu ersetzen – eine ironische Wendung der Musikgeschichte.
Trotz dieser Turbulenzen veröffentlichte Poco eine beeindruckende Serie von Alben. “From the Inside” (1971), “A Good Feelin’ to Know” (1972) und “Crazy Eyes” (1973) zeigten die Band auf der Höhe ihres kreativen Schaffens. Besonders “Crazy Eyes” wird von Kennern als eines ihrer besten Werke geschätzt, auch wenn es kommerziell hinter den Erwartungen zurückblieb. Die Alben “Seven” und “Cantamos” folgten 1974, bevor “Head over Heels” (1975) mit der Single “Keep On Tryin'” endlich einen bescheidenen Hit in den Top 50 bescherte.
Das Album “Rose of Cimarron” von 1976 markierte einen weiteren künstlerischen Höhepunkt, fand aber ebenfalls kein großes Publikum. Rusty Young blieb durch all diese Jahre das konstante Element der Band, während um ihn herum die Besetzung wechselte. Seine virtuose Steel Guitar wurde zum Markenzeichen und unterschied Poco von vielen anderen Rockbands ihrer Zeit.
1978 gelang Poco endlich der langersehnte kommerzielle Durchbruch. Das Album “Legend” wurde ihr erfolgreichstes Werk und erreichte Goldstatus in den USA. Die Single “Crazy Love” kletterte auf Platz 17 der Billboard Hot 100 und eroberte sogar die Spitze der Adult Contemporary Charts. Der Song wurde zu ihrem Signature-Tune und läuft bis heute regelmäßig auf Radiostationen und in Streaming-Diensten. “Heart of the Night”, die zweite Auskopplung, schaffte es ebenfalls in die Top 20.
Der Erfolg von “Legend” katapultierte Poco in eine neue Liga. Plötzlich füllten sie größere Hallen, und ihre Konzerte wurden zu gefeierten Events. Die Band tourte ausgiebig und genoss endlich die Anerkennung, die ihr lange verwehrt geblieben war. Das Cover des Albums, gestaltet vom späteren Saturday-Night-Live-Star Phil Hartman, wurde ikonisch und zeigt die Band in einem märchenhaften Setting.
Doch der Erfolg war schwer zu halten. Die Folgealben “Under the Gun” (1980) und “Blue and Gray” (1981) konnten nicht an den Triumph von “Legend” anknüpfen. Die Musiklandschaft veränderte sich, und Poco musste sich anpassen oder riskieren, in der Versenkung zu verschwinden.
Die frühen 1980er waren eine schwierige Phase. Poco experimentierte mit Synthesizern und einem poppigeren Sound, wie auf den Alben “Cowboys & Englishmen” und “Ghost Town” (beide 1982) zu hören ist. Diese stilistische Anpassung an den Zeitgeist stieß bei langjährigen Fans auf gemischte Reaktionen. Das Album “Inamorata” von 1984 markierte einen vorläufigen Tiefpunkt, und die Band löste sich faktisch auf.
Doch 1989 kam es zur überraschenden Reunion der Gründungsmitglieder Richie Furay, Rusty Young, George Grantham, Jim Messina und Timothy B. Schmit. Das Album “Legacy” wurde zum Comeback-Triumph und bescherte Poco mit “Call It Love” einen weiteren großen Hit. Der Song erreichte Platz 18 in den Billboard Hot 100 und Platz 2 in den Adult Contemporary Charts. Die Reunion-Tour war ein voller Erfolg, und Poco bewies, dass ihre Musik zeitlos war.
Nach diesem Höhepunkt kehrten die Mitglieder wieder zu ihren Solo-Projekten zurück, doch Rusty Young führte Poco mit wechselnden Besetzungen weiter. Jack Sundrud, Rick Lonow und Tom Hampton wurden zu festen Bestandteilen der späteren Jahre. Die Band veröffentlichte 2002 “Running Horse” und 2013 “All Fired Up”, tourte regelmäßig und pflegte ihre treue Fanbasis.
2013 kündigte Rusty Young seinen Rückzug vom intensiven Tourleben an, spielte aber weiterhin gelegentliche Shows. Poco wurde 2015 in die Colorado Music Hall of Fame aufgenommen – eine späte, aber verdiente Anerkennung für ihre Pionierarbeit im Country Rock. Die Band hatte über fünf Jahrzehnte hinweg neunzehn Studioalben veröffentlicht und unzählige Konzerte gespielt.
Am 14. April 2021 verstarb Rusty Young im Alter von 75 Jahren in Davisville, Missouri. Nur wenige Monate später starb auch Paul Cotton. Mit dem Tod von Young, dem einzigen durchgängigen Mitglied seit der Gründung, endete die Geschichte von Poco faktisch. Tribute-Shows und ein Gedenkalbum ehrten sein Vermächtnis, und die Poco-Community, liebevoll “Poconuts” genannt, hält die Erinnerung an die Band lebendig.
Poco mag nie den ganz großen kommerziellen Durchbruch wie die Eagles oder Fleetwood Mac erreicht haben, doch ihr Einfluss auf den Country Rock ist unbestritten. Sie ebneten den Weg für unzählige Bands und zeigten, dass Country und Rock keine Gegensätze sein müssen. Ihre Musik lebt weiter – in Internetradios, auf Streaming-Plattformen und in den Herzen ihrer Fans weltweit.
Wir konnten leider keine Konzerte von Poco finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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