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today28.02.2026
Passion Fruit war ein deutsch-niederländisches Eurodance-Projekt, das Ende der 1990er Jahre mit eingängigen Dance-Pop-Hits die Charts eroberte. Die Gruppe wurde vor allem durch „The Rigga-Ding-Dong-Song” bekannt und endete tragisch nach einem Flugzeugabsturz im Jahr 2001. Trotz der kurzen Karriere hinterließ Passion Fruit einen bleibenden Eindruck in der Eurodance-Szene.
| Künstlername | Passion Fruit |
| Mitglieder | María Serrano Serrano, Nathaly van het Ende, Debby St. Maarten, Leticia Pareja-Padrón, Kenneth Clemmons |
| Genre | Eurodance, Dance-Pop, Bubblegum Dance |
| Größter Hit | The Rigga-Ding-Dong-Song |
| Gründungsjahr | 1999 |
| Auflösungsjahr | 2001 |
| Land | Deutschland, Niederlande |
| Markenzeichen | Mehrsprachige Songs, Bubblegum-Ästhetik, Studio-Vokalisten |

Im Juni 1999 wurde Passion Fruit in Berlin als deutsch-niederländisches Dance-Projekt ins Leben gerufen. Die erste Besetzung bestand aus Manye „Blade” Thompson, Viola „Dawn” Schubbe, Carla „Pearl” Sinclair und Mario „MC Steve” Zuber. Bereits wenige Wochen nach der Gründung veröffentlichte die Gruppe am 7. Juni 1999 ihre Debütsingle „The Rigga-Ding-Dong-Song”, die sofort für Furore sorgte. Der Song kombinierte eingängige Eurodance-Rhythmen mit mehrsprachigen Texten und einer unwiderstehlichen Melodie, die perfekt in die damalige Dance-Pop-Landschaft passte.
Der Erfolg war überwältigend: In Deutschland erreichte die Single Platz 9, in Österreich ebenfalls Platz 9 und in der Schweiz sogar Platz 7. Auch in den Niederlanden schaffte es der Song in die Top-20. Die Gruppe hatte damit einen Hit gelandet, der in zahlreichen Clubs gespielt wurde und auch im Internetradio sowie auf verschiedenen Streaming-Plattformen für Begeisterung sorgte. Bei den ECHO-Awards 2000 wurde „The Rigga-Ding-Dong-Song” als „Dance Single des Jahres national” nominiert, was den Stellenwert des Titels in der deutschen Musiklandschaft unterstrich.
Doch hinter den Kulissen brodelte es bereits. Die ursprünglichen Mitglieder verließen das Projekt bereits im Oktober 1999 aufgrund kreativer Differenzen. Was die Öffentlichkeit nicht wusste: Die meisten Songs wurden ohnehin nicht von den Bühnenmitgliedern selbst gesungen, sondern von Studio-Vokalisten eingespielt. Die Hauptstimme stammte von Leticia Pareja-Padrón, einer cubanisch-deutschen Sängerin, während die Rap-Parts von Kenneth Clemmons aus Flensburg beigesteuert wurden. Die Bühnenmitglieder waren in erster Linie Performance-Gesichter, die für Auftritte und Musikvideos zuständig waren.
Ab Januar 2000 übernahm eine neue Formation das Projekt: Nathaly van het Ende aus Amsterdam, María Serrano Serrano aus Duisburg und Debby St. Maarten aus Delft bildeten das zweite Line-Up. Diese drei Frauen sollten Passion Fruit bis zum tragischen Ende begleiten. Im April 2000 erschien das einzige vollständige Studioalbum der Gruppe mit dem Titel „Spanglish Love Affairs”. Der Albumtitel war Programm: Die Songs kombinierten Englisch mit Spanisch und gelegentlich auch anderen Sprachen, was dem Projekt einen internationalen und exotischen Touch verlieh.
Die zweite Single „Wonderland” wurde am 13. März 2000 veröffentlicht und erreichte Platz 22 in Deutschland sowie Platz 11 in Österreich. Obwohl der Erfolg nicht ganz an den Debüthit heranreichte, etablierte sich Passion Fruit damit als feste Größe in der Eurodance-Szene. Es folgte am 5. Juni 2000 die Single „Sun Fun Baby (Looky Looky)”, die in Deutschland Platz 34 erreichte. Der Song verkörperte perfekt den sommerlichen, unbeschwerten Sound, für den die Gruppe stand.
Die Musik von Passion Fruit war geprägt von eingängigen Melodien, tanzbaren Rhythmen und einer gewissen Leichtigkeit, die typisch für den Bubblegum Dance war. Die Texte waren oft süß und verspielt, die Produktionen professionell und radiofähig. Beim letzten Singleprojekt „I’m Dreaming of… A Winter Wonderland” war das zweite Line-Up erstmals maßgeblich am Gesang beteiligt, was eine Besonderheit darstellte. Auch Anja Bublitz wirkte bei diesem Titel mit.
Am 24. November 2001 ereignete sich das Unglück, das Passion Fruit für immer beenden sollte. Die Gruppe befand sich auf dem Rückflug von Leipzig nach Zürich, nachdem sie als Vorband für Melanie Thornton aufgetreten war. Der Crossair Flug 3597 geriet während des Endanflugs in Schwierigkeiten. Schlechte Sicht und Verwirrung über die Distanzmesser führten dazu, dass die Maschine in der Nähe von Bassersdorf abstürzte.
María Serrano Serrano, die am 26. November 1973 in Duisburg geboren wurde, starb bei dem Unglück – nur zwei Tage vor ihrem 28. Geburtstag. Auch Nathaly van het Ende, geboren am 2. Januar 1975 in Amsterdam, überlebte den Absturz nicht. Debby St. Maarten, geboren 1973 in Delft, überlebte schwer verletzt mit Verbrennungen zweiten und dritten Grades im Gesicht und an den Händen. Der Unfall forderte insgesamt 24 Todesopfer und erschütterte die Musikwelt.
María Serrano Serrano hatte vor ihrer Zeit bei Passion Fruit als Krankenschwester, Model und Tänzerin gearbeitet. Sie hatte einen Sohn namens Jamule. Nathaly van het Ende war eine talentierte Performerin, die mit ihrer Bühnenpräsenz überzeugte. Debby St. Maarten durchlief nach dem Unfall Jahre der Erholung und zog sich später aus dem aktiven Musikgeschäft zurück. Sie arbeitet heute als Sozialarbeiterin und lebt in Zoetermeer in den Niederlanden.
Kurz nach dem Unglück, am 3. Dezember 2001, erschien die letzte Single „I’m Dreaming of… A Winter Wonderland” posthum. Die Erlöse aus dem Verkauf wurden den Opfern und Überlebenden gespendet. Der Song erreichte Platz 72 in Deutschland, Platz 56 in der Schweiz und Platz 63 in Österreich. Es war ein würdiger, wenn auch trauriger Abschied von einer Gruppe, die so viel Potenzial hatte.
Ein zweites Album war für 2001 in Planung gewesen und sollte beim Label Edel erscheinen. Einige Singles wie „Bongo Man”, das am 25. Juni 2001 veröffentlicht wurde und Platz 35 in Deutschland erreichte, waren bereits als Vorboten erschienen. Doch nach dem Flugzeugabsturz wurde das Projekt nie fertiggestellt. Die Musikwelt verlor damit nicht nur zwei talentierte Künstlerinnen, sondern auch ein vielversprechendes Projekt, das die Eurodance-Szene weiter bereichert hätte.
Passion Fruit hinterließ mit „Spanglish Love Affairs” ein Album, das den Zeitgeist der späten 1990er und frühen 2000er Jahre perfekt einfängt. Die Kombination aus verschiedenen Sprachen, die professionelle Produktion und die eingängigen Melodien machten die Gruppe zu einem Favoriten in Clubs und auf Radiostationen. Heute werden die Songs noch immer auf Online Radio-Stationen gespielt, die sich der Eurodance-Ära widmen, und erinnern an eine Zeit, als Dance-Pop die Charts dominierte.
Was Passion Fruit von anderen Eurodance-Projekten unterschied, war die konsequente Mehrsprachigkeit. Während viele Gruppen ausschließlich auf Englisch setzten, integrierten Passion Fruit Spanisch und gelegentlich auch andere Sprachen in ihre Songs. Diese Vielfalt spiegelte sich auch in der Zusammensetzung der Gruppe wider: Deutsche und niederländische Mitglieder arbeiteten zusammen, Studio-Vokalisten mit cubanischen Wurzeln verliehen den Songs eine besondere Note.
Die Arbeitsweise von Passion Fruit war typisch für viele Dance-Projekte jener Zeit: Professionelle Studio-Vokalisten sorgten für den Sound, während attraktive Performer für die visuelle Präsenz zuständig waren. Diese Trennung zwischen Performance und tatsächlichem Gesang war damals weit verbreitet und wurde erst später kritischer betrachtet. Leticia Pareja-Padrón, geboren am 23. Februar 1971, war die Stimme hinter den meisten Hits, während Kenneth Clemmons die charakteristischen Rap-Parts beisteuerte.
Die Bubblegum-Ästhetik von Passion Fruit – süße Texte, fröhliche Melodien und eingängige Rhythmen – machte die Gruppe besonders bei einem jungen Publikum beliebt. Die Songs waren perfekt für Partys, Clubs und natürlich für das Radio geeignet. Auch heute noch, über zwei Jahrzehnte nach dem tragischen Ende, werden die Hits von Passion Fruit auf Webradio-Stationen gespielt, die sich der 90er und frühen 2000er Jahre widmen.
Das tragische Ende von Passion Fruit erinnert daran, wie fragil Erfolg und Leben sein können. In nur zwei Jahren schuf die Gruppe ein musikalisches Vermächtnis, das bis heute Bestand hat. „The Rigga-Ding-Dong-Song” bleibt ein Klassiker der Eurodance-Ära, und die Geschichte von Passion Fruit ist ein bewegendes Kapitel in der Geschichte der deutschen und niederländischen Popmusik.
Wir konnten leider keine Konzerte von Passion Fruit finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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