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today28.02.2026
Nick Cave & The Bad Seeds gehören zu den einflussreichsten Bands der Alternative- und Post-Punk-Szene. Seit ihrer Gründung 1983 haben sie mit dunklen, literarisch anspruchsvollen Texten und dramatischen Arrangements eine treue Fangemeinde aufgebaut. Die Band um Frontmann Nick Cave verbindet Gothic Rock, Blues und experimentelle Klänge zu einem unverwechselbaren Sound.
| Künstlername | Nick Cave & The Bad Seeds |
| Mitglieder | Nick Cave, Thomas Wydler, Martyn P. Casey, Jim Sclavunos, Warren Ellis, George Vjestica |
| Genre | Alternative Rock, Post-Punk, Gothic Rock, Experimental Rock |
| Größter Hit | Where the Wild Roses Grow |
| Gründungsjahr | 1983 |
| Land | Australien |
| Markenzeichen | Dunkle, poetische Texte, dramatische Arrangements, intensive Live-Performances |

Nicholas Edward Cave wurde am 22. September 1957 in Warracknabeal, Victoria, geboren und wuchs in Wangaratta auf. Sein Vater war Englischlehrer, seine Mutter Bibliothekarin. Schon als Kind sang er im Kirchenchor, was seine spätere Vorliebe für religiöse und spirituelle Themen prägen sollte. Mit zwölf Jahren kam er auf ein Internat in Melbourne, wo er Mick Harvey kennenlernte, der später zu seinem langjährigen musikalischen Partner werden sollte.
In den späten 1970er Jahren gründeten Cave und Harvey die Band The Boys Next Door, die sich später in The Birthday Party umbenannte. Diese Formation entwickelte einen rauen, chaotischen Post-Punk-Sound, der die australische Musikszene aufmischte. Nach der Auflösung der Birthday Party 1983 zog Cave nach Berlin, wo er zusammen mit Harvey, Blixa Bargeld von den Einstürzenden Neubauten und Barry Adamson die Bad Seeds ins Leben rief. Der Name der Band war eine Anspielung auf einen Song von The Birthday Party.
Das Debütalbum “From Her to Eternity” erschien 1984 und zeigte bereits die Richtung an, die die Band einschlagen würde: düster, intensiv und literarisch ambitioniert. Die folgenden Alben “The Firstborn Is Dead” (1985) und “Tender Prey” (1988) festigten ihren Ruf als kompromisslose Künstler, die sich nicht um kommerzielle Erwartungen scherten. Der Sound war geprägt von Blues-Einflüssen, Gospel-Anleihen und einem theatralischen Gespür für Drama.
Mit “The Good Son” (1990) vollzog die Band einen bemerkenswerten Stilwechsel hin zu ruhigeren, balladenorientierten Stücken. Songs wie “The Ship Song” und “The Weeping Song” zeigten eine verletzlichere Seite von Nick Cave. Diese Phase setzte sich mit “Henry’s Dream” (1992) und “Let Love In” (1994) fort, wobei letzteres den Klassiker “Red Right Hand” enthielt, der später durch seine Verwendung in zahlreichen Filmen und TV-Serien Kultstatus erreichte.
1996 erschien “Murder Ballads”, ein Konzeptalbum über Mord und Gewalt, das der Band endlich auch kommerziellen Erfolg bescherte. Der Song “Where the Wild Roses Grow”, ein Duett mit der australischen Pop-Ikone Kylie Minogue, wurde zum größten Hit der Band. Die Single erreichte Platz 3 in Norwegen, Top 5 in Australien und Top 20 in Großbritannien, Irland, Deutschland und Neuseeland. In Deutschland und Australien erhielt der Song Gold-Status. Die Zusammenarbeit zwischen dem düsteren Rockpoeten und der Pop-Prinzessin war eine unerwartete, aber geniale Kombination, die beide Künstler in neuem Licht erscheinen ließ.
Das folgende Album “The Boatman’s Call” (1997) markierte einen weiteren Wendepunkt. Es war deutlich introspektiver und persönlicher, mit Songs wie “Into My Arms”, die zu den bekanntesten Balladen der Band zählen. Cave verarbeitete hier seine gescheiterten Beziehungen und spirituellen Suchbewegungen in eindringlichen, minimalistischen Arrangements.
Nach “No More Shall We Part” (2001) und “Nocturama” (2003) folgte mit “Abattoir Blues / The Lyre of Orpheus” (2004) ein Doppelalbum, das die verschiedenen Facetten der Band vereinte: rohe Energie auf der einen, zarte Melancholie auf der anderen Seite. “Dig, Lazarus, Dig!!!” (2008) war das letzte Album mit Mick Harvey, der 2009 nach über 25 Jahren die Band verließ. Auch Blixa Bargeld hatte bereits 2003 die Bad Seeds verlassen.
Diese Veränderungen führten zu einer Neuausrichtung des Sounds. “Push the Sky Away” (2013) markierte den Beginn einer neuen Ära mit verstärkten elektronischen und Ambient-Elementen. Das Album war ein weltweiter Erfolg und erreichte Platz 1 in Australien, Belgien, den Niederlanden, Portugal und Neuseeland. Selbst in den USA kletterte es auf Platz 29 der Billboard 200, eine der besten Platzierungen der Band dort. Wer die Band über Streaming-Dienste oder im Internetradio entdeckte, fand hier einen zugänglicheren, aber nicht weniger intensiven Sound.
2015 erlitt Nick Cave einen schweren Schicksalsschlag, als sein 15-jähriger Sohn Arthur bei einem Sturz von einer Klippe ums Leben kam. Dieser Verlust prägte das Album “Skeleton Tree” (2016) zutiefst, auch wenn viele Songs bereits vor der Tragödie geschrieben worden waren. Der begleitende Dokumentarfilm “One More Time with Feeling” von Andrew Dominik zeigte Cave und die Band im Aufnahmeprozess und wurde für einen Grammy nominiert.
2019 folgte “Ghosteen”, ein zweiteiliges Album, das sich noch direkter mit Trauer, Verlust und der Suche nach Trost auseinandersetzte. Die atmosphärischen, fast meditativen Klanglandschaften waren weit entfernt vom rauen Post-Punk der Anfangsjahre, zeugten aber von einer künstlerischen Reife und emotionalen Tiefe, die viele Kritiker als Caves bisher bestes Werk bezeichneten. 2022 starb auch Caves Sohn Jethro, was den Künstler erneut mit unvorstellbarem Leid konfrontierte.
2024 erschien “Wild God”, ein Album, das trotz oder gerade wegen der durchlebten Tragödien von Hoffnung und spiritueller Suche durchdrungen ist. Die Band kehrte zu einer volleren Besetzung zurück, und die Songs verbinden die verschiedenen Phasen ihrer langen Karriere. Das Album erreichte Platz 1 in Belgien, den Niederlanden und der Schweiz sowie Top-10-Platzierungen in weiten Teilen Europas.
Die begleitende Wild God Tour führte die Band Ende 2024 erstmals seit Jahren wieder nach Australien. Die Live-Performances werden als emotional überwältigend beschrieben, wobei Cave eine intensive Verbindung zum Publikum herstellt. Neben seiner Arbeit mit den Bad Seeds betreibt er den Newsletter “The Red Hand Files”, in dem er persönlich auf Fragen von Fans eingeht, und hat mehrere Romane veröffentlicht, darunter “And the Ass Saw the Angel” und “The Death of Bunny Munro”.
Zusammen mit Warren Ellis komponiert Cave auch Filmmusik für Produktionen wie “The Proposition”, “The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford” und “Hell or High Water”. Mit Ellis, Jim Sclavunos und Martyn P. Casey gründete er 2006 auch das Nebenprojekt Grinderman, das einen rohen Garage-Rock-Sound pflegte und zwei Alben veröffentlichte.
Nick Cave & The Bad Seeds haben über vier Jahrzehnte hinweg bewiesen, dass künstlerische Integrität und musikalische Evolution Hand in Hand gehen können. Ihre Diskografie umfasst 18 Studioalben, zahlreiche Auszeichnungen, darunter mehrere ARIA Music Awards und APRA Awards, und eine treue Fangemeinde, die ihre Musik über alle Plattformen hinweg schätzt. Die Band bleibt aktiv und relevant, ein seltenes Beispiel für Langlebigkeit in der Rockmusik.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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