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today01.03.2026
Models zählt zu den prägendsten New-Wave-Bands Australiens und feierte Mitte der 1980er Jahre mit ihrem Hit “Out Of Mind Out Of Sight” internationale Erfolge. Die 1978 in Melbourne gegründete Formation durchlief mehrere Besetzungswechsel und entwickelte sich von experimentellem Post-Punk zu eingängigem Synthie-Pop. Ihre Musik wird heute noch auf zahlreichen Streaming-Plattformen und im Webradio gespielt.
| Künstlername | Models |
| Mitglieder | Sean Kelly, James Freud, Andrew Duffield, Barton Price, Mark Ferrie, Roger Mason, James Valentine, Wendy Matthews |
| Genre | New Wave, Post-Punk, Rock |
| Größter Hit | Out Of Mind Out Of Sight |
| Gründungsjahr | 1978 |
| Land | Australien |
| Markenzeichen | Synthesizer-lastige Sounds, experimentelle Texte, Wechsel zwischen Underground und Pop |

Im August 1978 formierte sich Models aus den Überresten zweier Melbourner Bands, den Teenage Radio Stars und JAB. Die Gründungsbesetzung bestand aus Sean Kelly an Gesang und Gitarre, Peter Sutcliffe am Bass, Ash Wednesday an den Keyboards sowie Janis Friedenfelds, der unter dem Künstlernamen Johnny Crash am Schlagzeug saß. Von Anfang an verfolgte die Band einen experimentellen Ansatz, der Punk-Attitüde mit Glam-Elementen und New-Wave-Ästhetik verband.
Das Debütalbum “Alphabravocharliedeltaechofoxtrotgolf” erschien 1980 und zeigte bereits die stilistische Vielfalt der Gruppe. Die ersten Singles wurden hauptsächlich an Radiostationen verschickt, doch kommerzieller Erfolg blieb zunächst aus. Die Band bewegte sich in der lebendigen Underground-Szene Melbournes und baute sich eine treue Fangemeinde auf, die ihre unkonventionelle Herangehensweise schätzte.
Bis 1982 hatte sich die Besetzung grundlegend verändert. Mark Ferrie übernahm den Bass, während James Freud, geboren als Colin Joseph McGlinchey am 29. Juni 1959 in Melbourne, als charismatischer Sänger und Bassist zur Band stieß. Barton Price ersetzte Friedenfelds am Schlagzeug, und Andrew Duffield kehrte als Keyboarder zurück. Diese Formation sollte den kommerziellen Durchbruch ermöglichen.
Mit dem 1983er Album “The Pleasure of Your Company” gelang Models der erste größere Erfolg. Die Single “I Hear Motion” erreichte Platz 16 der australischen Charts und etablierte die Band als ernstzunehmende Kraft in der heimischen Musikszene. Der Sound wurde zugänglicher, ohne die experimentelle Grundhaltung völlig aufzugeben. Die Kombination aus eingängigen Melodien und anspruchsvollen Arrangements fand zunehmend Anklang beim Publikum.
Die Jahre 1984 und 1985 markierten den Höhepunkt der Karriere von Models. Mit verschiedenen Produzenten wie Mark Opitz, Reggie Lucas und Nick Launay arbeitete die Band am Album “Out of Mind, Out of Sight”, das eine deutlich mainstreamorientiertere Ausrichtung aufwies. Im März 1985 erschien die Single “Barbados”, die Platz 2 der australischen Charts erreichte. Der Song behandelte offen James Freuds Probleme mit Alkohol und Suizidgedanken – ein mutiger Schritt, der die Authentizität der Band unterstrich.
Der eigentliche Triumph folgte im Juni 1985 mit der Veröffentlichung von “Out Of Mind Out Of Sight”. Die Single wurde zum ersten und einzigen Nummer-1-Hit der Band in Australien und schaffte es sogar bis auf Platz 37 der US-amerikanischen Billboard Hot 100. Das gleichnamige Album kletterte auf Platz 3 der australischen Albumcharts. Plötzlich war Models nicht mehr nur eine lokale Größe, sondern eine international beachtete Band. Der Erfolg führte zu einem Auftritt bei “Oz for Africa”, dem australischen Beitrag zu den legendären Live-Aid-Konzerten 1985.
In dieser Phase erweiterte sich die Besetzung um Musiker wie Roger Mason an den Keyboards, James Valentine am Saxophon und Wendy Matthews als Backing-Sängerin. Die Live-Auftritte wurden aufwendiger, die visuellen Elemente ausgefeilter. Models bewegten sich nun in einem Spannungsfeld zwischen künstlerischem Anspruch und kommerziellem Erfolg, wobei die Synthesizer-lastigen Sounds und die komplexen Arrangements ihr Markenzeichen blieben.
1986 veröffentlichte Models ihr fünftes Studioalbum “Models’ Media”, das jedoch nicht an den Erfolg des Vorgängers anknüpfen konnte. Die musikalische Landschaft veränderte sich, und der spezifische Sound der Band passte nicht mehr ganz in die Zeit. Interne Spannungen und die Erschöpfung nach Jahren intensiver Arbeit führten dazu, dass die Band 1988 in eine längere Pause ging, die faktisch einer Auflösung gleichkam.
Sean Kelly, geboren am 9. November 1958 in Sydney, verfolgte wie andere Bandmitglieder Solo-Projekte. James Freud startete eine Solokarriere, arbeitete mit anderen Künstlern zusammen und veröffentlichte später seine Memoiren, in denen er offen über seine Erfahrungen in der Musikindustrie und seine persönlichen Kämpfe schrieb. Die Zeilen aus “Barbados” dienten dabei als Titel für sein Buch – ein Zeichen dafür, wie tief die Songs der Band mit dem Leben ihrer Mitglieder verwoben waren.
Models ließen sich nicht dauerhaft begraben. Zwischen 2000 und 2001 gab es eine erste Wiedervereinigung, gefolgt von weiteren Zusammenkünften 2006 und 2008. Seit etwa 2010 ist die Band wieder regelmäßig aktiv und tritt live auf. Im selben Jahr wurde Models die höchste Ehre der australischen Musikindustrie zuteil: die Aufnahme in die ARIA Hall of Fame. Diese Auszeichnung würdigte nicht nur die kommerziellen Erfolge, sondern auch den nachhaltigen Einfluss der Band auf die australische Musikszene.
Die Wiedervereinigungen waren jedoch von Tragödien überschattet. James Freud starb am 4. November 2010 in Melbourne, nur wenige Monate nach der Hall-of-Fame-Zeremonie. Johnny Crash folgte 2014, und Mark Hough, bekannt als Buster Stiggs, verstarb 2018. Diese Verluste erinnerten daran, dass hinter der Musik echte Menschen mit ihren Kämpfen und Schicksalen standen.
Trotz dieser Rückschläge führen die verbliebenen Mitglieder das Erbe von Models fort. Ihre Musik wird weiterhin auf Internetradio-Stationen gespielt und erreicht neue Generationen von Hörern. Die Kombination aus experimentellen Ansätzen und eingängigen Melodien, die kryptischen Texte und die charakteristischen Keyboard-Sounds haben nichts von ihrer Faszination verloren. Models bleiben ein wichtiger Teil der australischen Musikgeschichte und ein Beispiel dafür, wie eine Band zwischen Underground-Kultstatus und kommerziellem Erfolg navigieren kann, ohne ihre künstlerische Integrität zu verlieren.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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