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today28.02.2026
Marty Balin war eine prägende Figur des Psychedelic Rock und Mitbegründer von Jefferson Airplane. Mit seiner sanften Tenorstimme und romantischen Balladen prägte er die San Francisco Sound-Ära der 1960er Jahre. Auch als Solokünstler feierte er in den 1980ern mit Hits wie „Hearts” große Erfolge.
| Künstlername | Marty Balin |
| Bürgerlicher Name | Martyn Jerel Buchwald |
| Genre | Psychedelic Rock, Folk Rock, Pop Rock, Soft Rock |
| Größter Hit | Hearts |
| Geburtsdatum | 30. Januar 1942 |
| Geburtsort | Cincinnati, Ohio, USA |
| Todesdatum | 27. September 2018 |
| Sterbeort | Tampa, Florida, USA |
| Staatsangehörigkeit | Amerikanisch |
| Sternzeichen | Wassermann |
| Markenzeichen | Sanfte Tenorstimme, romantische Balladen |

Als Martyn Jerel Buchwald wurde Marty Balin am 30. Januar 1942 in Cincinnati, Ohio geboren. Seine Familie hatte gemischte Wurzeln – der Vater Joseph Buchwald war jüdischer Herkunft mit osteuropäischen Vorfahren, während seine Mutter Jean episkopalisch war. Diese kulturelle Vielfalt sollte später auch seine künstlerische Offenheit prägen. Im Alter von etwa vier Jahren zog die Familie nach Kalifornien, wo der junge Marty in San Francisco aufwuchs und die Washington High School besuchte.
Schon früh zeigte sich Balins künstlerisches Talent, auch wenn er in seiner Jugend mit der Diagnose Autismus konfrontiert wurde. Dies hinderte ihn jedoch nicht daran, seine Leidenschaft für Musik zu entwickeln. In den frühen 1960er Jahren begann er, unter dem Künstlernamen Marty Balin aufzutreten und wagte erste Schritte in der Musikbranche. 1962 nahm er seine ersten Singles bei Challenge Records auf, darunter „Nobody But You” und „I Specialize in Love”, die allerdings noch keine größeren Wellen schlugen. Parallel dazu war er Mitglied der Folkgruppe The Town Criers und sammelte wertvolle Bühnenerfahrung.
Das Jahr 1965 sollte zum Wendepunkt in Balins Karriere werden. Zusammen mit Paul Kantner gründete er Jefferson Airplane in San Francisco und wurde zur treibenden Kraft hinter einer der einflussreichsten Bands der Psychedelic-Rock-Ära. Balin war nicht nur Leadsänger, sondern auch maßgeblicher Songwriter der Gruppe. Seine Kompositionen wie „It’s No Secret”, „Today” und „Comin’ Back to Me” prägten den Sound des legendären Albums „Surrealistic Pillow” von 1967, das mit Hits wie „Somebody to Love” und „White Rabbit” die Charts eroberte.
Jefferson Airplane wurde schnell zu einem Symbol der Gegenkultur und des San Francisco Sound. Die Band trat auf den wichtigsten Festivals der Ära auf – beim Monterey Pop Festival, in Woodstock und beim berüchtigten Altamont Free Concert 1969. Gerade bei letzterem Ereignis erlebte Balin einen traumatischen Moment, als er von Mitgliedern der Hells Angels bewusstlos geschlagen wurde, ein Vorfall, der die dunkle Seite der Hippie-Bewegung offenbarte.
Trotz des enormen Erfolgs verließ Balin Jefferson Airplane im April 1971. Die kreativen Spannungen innerhalb der Band und unterschiedliche musikalische Visionen führten zu dieser Entscheidung. Während seine Bandkollegen oft politischere und experimentellere Wege einschlugen, blieb Balin seinen romantischen, melodiösen Kompositionen treu.
Nach einigen Jahren verschiedener musikalischer Projekte kehrte Balin 1975 zur Nachfolgeband Jefferson Starship zurück. Bereits zuvor hatte er am Album „Dragon Fly” mitgewirkt und den Song „Caroline” beigesteuert. Seine offizielle Rückkehr markierte den Beginn der kommerziell erfolgreichsten Phase der Band. Mit seiner unverwechselbaren Stimme und seinem Gespür für eingängige Melodien lieferte er einige der größten Hits von Jefferson Starship.
„Miracles” wurde 1975 zu einem der erfolgreichsten Songs der Band und erreichte Platz 3 der US-Charts. Der Song, eine gefühlvolle Ballade über Liebe und Sehnsucht, zeigte Balins Stärke perfekt – die Fähigkeit, emotionale Tiefe mit kommerzieller Zugänglichkeit zu verbinden. Weitere Hits wie „Count on Me” und „With Your Love” festigten seinen Status als einen der wichtigsten Songschreiber der Band. Diese Songs wurden zu Klassikern, die heute noch regelmäßig im Streaming und auf verschiedenen Radiosendern zu hören sind.
1978 verließ Balin jedoch erneut die Band, um sich seiner Solokarriere zu widmen. Die kreative Kontrolle und die Möglichkeit, seine eigene musikalische Vision zu verwirklichen, lockten ihn weg vom Bandkontext.
Das Jahr 1981 brachte Marty Balin seinen größten Solo-Erfolg. Sein selbstbetiteltes Debütalbum „Balin” enthielt den Hit „Hearts“, der Platz 8 der Billboard Hot 100 erreichte und zu seinem bekanntesten Song als Solokünstler wurde. Die romantische Ballade mit ihrer eingängigen Melodie und Balins charakteristischer sanfter Stimme eroberte die Herzen der Hörer und wurde zu einem Klassiker der frühen 1980er Jahre. Der Song funktionierte perfekt im damaligen Soft-Rock-Format und wurde zu einem Dauerbrenner auf Adult Contemporary-Stationen.
Weitere Singles wie „Atlanta Lady (Something About Your Love)”, die Platz 27 der Pop-Charts erreichte, und „What Love Is” aus dem Album „Lucky” von 1983 folgten. Obwohl diese nicht ganz an den Erfolg von „Hearts” anknüpfen konnten, etablierten sie Balin als eigenständigen Künstler jenseits seiner Bandvergangenheit.
In den folgenden Jahrzehnten blieb Balin musikalisch aktiv. Er veröffentlichte eine beeindruckende Reihe von Alben, darunter „Better Generation” (1991), „Freedom Flight” (1997), „Nashville Sessions” (2008) und „Good Memories” (2015). Sein letztes Album „The Greatest Love” erschien 2016. Zwischenzeitlich war er auch wieder mit der KBC Band aktiv, einem Projekt mit seinen alten Jefferson-Airplane-Kollegen Paul Kantner und Jack Casady, und kehrte mehrfach zu Jefferson Starship-Neuformationen zurück.
Neben seiner Musikkarriere entwickelte Balin auch eine Leidenschaft für die bildende Kunst. Er betrieb ein Atelier in St. Augustine, Florida, und widmete sich der Malerei. Diese künstlerische Vielseitigkeit zeigte die kreative Bandbreite eines Mannes, der nie aufhörte, sich auszudrücken.
1996 wurde Balin zusammen mit Jefferson Airplane in die Rock & Roll Hall of Fame aufgenommen – eine verdiente Anerkennung für seinen Beitrag zur Rockmusikgeschichte. Zwanzig Jahre später, 2016, erhielt die Band den Grammy Lifetime Achievement Award. Diese Ehrungen unterstrichen die bleibende Bedeutung von Balins musikalischem Schaffen für die Entwicklung des Rock.
Die späten Jahre waren jedoch von gesundheitlichen Problemen überschattet. 2016 musste sich Balin einer offenen Herzoperation unterziehen. In einer anschließenden Klage behauptete er, durch unzureichende medizinische Nachsorge schwere gesundheitliche Schäden erlitten zu haben, darunter eine teilweise Lähmung seiner Stimmbänder und den Verlust eines Daumens. Diese Komplikationen beeinträchtigten seine Fähigkeit zu singen und zu spielen erheblich.
Am 27. September 2018 starb Marty Balin im Alter von 76 Jahren in Tampa, Florida. Er hinterließ seine Frau Susan Joy Finkelstein und mindestens zwei Töchter aus verschiedenen Ehen. Sein Tod markierte das Ende einer Ära, doch sein musikalisches Vermächtnis lebt weiter. Seine Stimme, die die psychedelischen 1960er Jahre ebenso prägte wie die melodischen 1980er, bleibt unvergessen. Songs wie „Hearts”, „Miracles” und seine Beiträge zu Jefferson Airplane werden auch weiterhin von Generationen von Musikliebhabern geschätzt und gehört – sei es über klassisches Internetradio oder moderne Streaming-Dienste.
Marty Balin war mehr als nur ein Musiker – er war ein Poet der Liebe, ein Pionier des psychedelischen Sounds und ein Künstler, der es verstand, Emotionen in zeitlose Melodien zu verwandeln. Seine sanfte Tenorstimme und seine romantischen Kompositionen bildeten oft einen Kontrapunkt zu den politischeren und experimentelleren Tendenzen seiner Bandkollegen, doch gerade diese Balance machte die Bands, in denen er mitwirkte, so besonders. Sein Einfluss auf die Rockmusik ist unbestreitbar und wird noch lange nachhallen.
Wir konnten leider keine Konzerte von Marty Balin finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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