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today28.02.2026
LEN ist eine kanadische Alternative-Rock-Band aus Toronto, die 1991 von den Geschwistern Marc und Sharon Costanzo gegründet wurde. Mit ihrem Sommerhit „Steal My Sunshine” aus dem Jahr 1999 schafften sie den internationalen Durchbruch und prägten den Sound der späten 90er Jahre. Die Band vereint geschickt Elemente aus Alternative Rock, Hip Hop und Pop zu einem unverwechselbaren Stil.
| Künstlername | LEN |
| Mitglieder | Marc Costanzo, Sharon Costanzo |
| Genre | Alternative Rock, Indie Rock, Hip Hop, Pop |
| Größter Hit | Steal My Sunshine |
| Gründungsjahr | 1991 |
| Land | Kanada |
| Markenzeichen | Geschwister-Duo mit kontrastierenden Vocals, Sample-basierte Arrangements |

Was 1991 in Toronto begann, sollte die kanadische Musikszene nachhaltig beeinflussen. Marc Costanzo, geboren am 1. August 1972 in Montréal, startete LEN zunächst als Solo-Projekt. Der Name der Band geht auf einen Highschool-Freund namens Lenny zurück – eine persönliche Note, die von Anfang an den familiären Charakter des Projekts unterstreicht. Bereits ein Jahr nach der Gründung stieg Marcs ältere Schwester Sharon offiziell ein, wodurch aus dem Solo-Projekt ein Geschwister-Duo wurde. Die Familie Costanzo war Anfang der 1990er Jahre von Montreal nach Toronto gezogen, wo die beiden ihre musikalische Vision verwirklichen wollten.
In den frühen Jahren dominierten Punk, Alternative Rock und Pop ihre Musik. Die Band veröffentlichte 1992 eine selbstbetitelte EP, die erste Gehversuche in der Independent-Szene markierte. Es folgten die Alben „Superstar” im Jahr 1995 und „Get Your Legs Broke” 1997, beide unter Independent-Labels wie Funtrip Records. Diese Phase war geprägt von Experimentierfreude und dem Versuch, einen eigenen Sound zu entwickeln, der sich von der Masse abheben sollte.
Das Jahr 1998 brachte die entscheidende Wende: LEN unterzeichnete einen Vertrag mit der US-Labelgruppe Work Group. Die erste große kommerzielle Phase begann mit dem Album „You Can’t Stop the Bum Rush”, das 1999 erschien. Doch der wahre Paukenschlag sollte von einem Song kommen, der ursprünglich als Demo unter Marcs Bett lag. „Steal My Sunshine” wurde zunächst auf dem Soundtrack zum Film „Go” veröffentlicht und erhielt sofort starke Resonanz beim Streaming und im Radio.
Im Juni 1999 als Single ausgekoppelt, entwickelte sich der Track zum Phänomen. Die Mischung aus einem Sample von Andrea True Connections „More, More, More”, den kontrastierenden Vocals der Geschwister und dem unwiderstehlichen Sommergefühl traf den Nerv der Zeit. Der Song erreichte Platz 3 in Kanada, Platz 9 in den US Hot 100, Platz 8 in Großbritannien und hohe Platzierungen in Australien. Das Besondere: Marc und Sharon hatten zeitweise keinen engen Kontakt zueinander, tauschten sich aber auf diesem Track perfekt über die Lead-Stimmen ab – männlich rau trifft auf weiblich melodisch.
Die Auszeichnungen ließen nicht lange auf sich warten. Bei den MuchMusic Video Awards 1999 räumte LEN mehrfach ab: Best Video, Best Pop Video und Favourite Canadian Video. Das Album „You Can’t Stop the Bum Rush” erreichte Goldstatus in den USA und Kanada, die Single „Steal My Sunshine” ging in mehreren Ländern Platin. Bei den Juno Awards 2000 folgte die Nominierung als Best New Group sowie für das Album als Best Alternative Album.
Nach dem überwältigenden Erfolg von „Steal My Sunshine” stand LEN vor der Herausforderung, die hohen Erwartungen zu erfüllen. Die zweite Single „Feelin’ Alright” aus dem gleichen Album erhielt zwar Aufmerksamkeit, konnte aber keine bedeutenden Chartplatzierungen erreichen. „Cryptik Souls Crew” schaffte es immerhin auf Platz 28 in Großbritannien und erhielt einige Chartpräsenz in Kanada. Weitere Singles wie „Candy Pop”, „Showoff” oder „Kids in America” blieben jedoch weitgehend unter dem Radar.
Trotz dieser Schwierigkeiten gab die Band nicht auf. 2002 erschien „We Be Who We Be”, gefolgt von „The Diary of the Madmen” im Jahr 2005. Diese Alben zeigten die musikalische Bandbreite von LEN, die sich nicht auf einen Sound festlegen lassen wollte. Die genreübergreifenden, verspielt-populären Arrangements mit Hip-Hop- und Disco-Einflüssen blieben das Markenzeichen der Band. Doch kommerziell konnten diese Veröffentlichungen nicht an den Erfolg von 1999 anknüpfen.
Nach 2005 folgte eine längere Phase der Inaktivität. Die Band löste sich nie offiziell auf, doch es wurde still um Marc und Sharon Costanzo. Sieben Jahre später, 2012, kehrten die Geschwister mit dem Album „It’s Easy If You Try” zurück. Das Comeback zeigte, dass die kreative Verbindung zwischen den beiden noch immer bestand, auch wenn die große kommerzielle Aufmerksamkeit ausblieb.
Die Besetzung von LEN war über die Jahre hinweg flexibel. Neben den Kernmitgliedern Marc und Sharon waren zeitweise Derek „D Rock” MacKenzie, Brian „DJ Moves” Higgins, Philip „Planet Pea” Rae sowie weitere Musiker wie Drew Lidkea und Mike Ramsay beteiligt. Diese wechselnde Konstellation ermöglichte es der Band, verschiedene musikalische Richtungen auszuprobieren und ihren Sound kontinuierlich weiterzuentwickeln.
2016 äußerte Marc Costanzo in einem Interview, dass ein weiteres Album nach „It’s Easy If You Try” eher unwahrscheinlich sei. Dennoch bleibt LEN ein fester Bestandteil der Musikgeschichte der späten 90er Jahre. „Steal My Sunshine” wird bis heute auf zahlreichen Internetradio-Stationen gespielt und verkörpert das unbeschwerte Lebensgefühl einer ganzen Generation. Der Song ist mehr als nur ein Sommerhit – er ist ein Zeitdokument, das die Verschmelzung verschiedener Genres perfekt einfängt.
Die Stärke von LEN lag immer in der Fähigkeit, nostalgische Disco-Vibes mit moderner Pop- und Hip-Hop-Ästhetik zu verbinden. Der Einsatz von Samples, die Kombination unterschiedlicher Gesangsstile und die Experimentierfreude machten die Band zu etwas Besonderem. Auch wenn der große kommerzielle Erfolg auf einen Song konzentriert blieb, zeigt die Diskografie von LEN eine Band, die sich nicht verbiegen ließ und ihren eigenen Weg ging.
Heute werden Marc und Sharon Costanzo vor allem für ihren Beitrag zur Alternative-Rock-Szene der 90er Jahre geschätzt. Als kanadische Künstler haben sie bewiesen, dass man auch aus Toronto heraus internationale Erfolge feiern kann. Ihr Einfluss auf nachfolgende Generationen von Musikern, die ebenfalls Genre-Grenzen überschreiten wollen, ist nicht zu unterschätzen. LEN bleibt ein faszinierendes Beispiel dafür, wie ein einziger Song ein ganzes Künstlerleben definieren kann – zum Guten wie zum Herausfordernden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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