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today28.02.2026
K2 war ein deutsches Dance-Duo aus Bayern, das Anfang der 1990er Jahre vom Produzenten Klaus Munzert ins Leben gerufen wurde. Mit ihrer einzigartigen Mischung aus Eurodance und alpenländischer Folklore eroberten Nina Poethen und Martin Pelz 1994 die Charts. Ihr größter Hit „Der Berg ruft” wurde zum Kultklassiker der 90er Jahre.
| Künstlername | K2 |
| Mitglieder | Nina Poethen, Martin Pelz |
| Genre | Eurodance, Dancepop |
| Größter Hit | Der Berg ruft |
| Gründungsjahr | 1993/1994 |
| Land | Deutschland (Bayern) |
| Markenzeichen | Alpen-Folklore meets Dance, humorvolle Inszenierung mit Trachten |

Als Klaus Munzert Anfang der 1990er Jahre das Projekt K2 startete, ahnte wohl niemand, dass hier etwas ganz Besonderes entstehen würde. Die Idee war ebenso simpel wie genial: Warum nicht die damals angesagten Eurodance-Beats mit volkstümlichen Elementen aus dem Alpenraum verbinden? Was auf dem Papier nach einer gewagten Kombination klang, sollte sich als Volltreffer erweisen. Mit Nina Poethen, geboren 1971, als Sängerin und Martin Pelz, geboren 1975, als Rapper fand Munzert zwei Künstler, die bereit waren, dieses unkonventionelle Konzept umzusetzen.
Die musikalische Ausrichtung von K2 war von Anfang an bewusst überzeichnet und humoristisch angelegt. Das Duo scheute sich nicht, mit Klischees zu spielen und diese auf die Spitze zu treiben. Trachten, Jodeln und alpine Motive wurden mit modernen Dance-Rhythmen verschmolzen, was in der damaligen Musiklandschaft absolut einzigartig war. Diese Mischung aus Tradition und Moderne, aus Heimat und Club, sollte zum Markenzeichen von K2 werden.
Im Sommer 1994 war es soweit: „Der Berg ruft” eroberte die deutschen Charts im Sturm und erreichte Platz 3. Insgesamt 25 Wochen hielt sich die Single in den deutschen Charts, in Österreich erreichte sie Platz 5 und verweilte dort 12 Wochen, in der Schweiz schaffte es der Titel auf Platz 17 und blieb 18 Wochen in den Charts. Der Song war mehr als nur ein Sommerhit – er wurde zum Phänomen. Die Mischung aus eingängigen Dance-Beats, volkstümlichen Melodien und humorvollen Texten traf offenbar den Nerv der Zeit.
Besonders interessant war die kreative Herangehensweise bei der Produktion des Hits. Klaus Munzert verwendete Samples und Zitate von Größen wie Karl Valentin und Gerhard Polt, integrierte Melodie-Teile von Kiss‘ „I Was Made for Lovin’ You” und dem Zillertaler Hochzeitsmarsch. Sogar Elemente aus dem Hörspiel „Der Watzmann ruft” fanden ihren Weg in den Song. Diese Collage aus verschiedensten Einflüssen machte „Der Berg ruft” zu einem vielschichtigen Werk, das weit mehr war als nur ein einfacher Dance-Track. Die Single wurde in Deutschland mit Gold ausgezeichnet und etablierte K2 als ernstzunehmende Größe in der Musikszene.
Nach dem durchschlagenden Erfolg von „Der Berg ruft” veröffentlichte K2 noch im selben Jahr das gleichnamige Album sowie die Single „Die Nachtigall singt”, die ebenfalls die Top-20 in Deutschland erreichte und in Österreich Platz 15 belegte. Das Duo versuchte, an den Erfolg anzuknüpfen, doch wie so oft in der Musikbranche erwies es sich als schwierig, den Überraschungserfolg zu wiederholen. Die Hörer auf Internetradio-Sendern und in Clubs liebten zwar den charakteristischen Sound von K2, doch die nachfolgenden Singles konnten nicht mehr die gleiche Chartpräsenz erreichen.
In den folgenden Jahren erschienen weitere Titel wie „Großer Bär” und „Lederhosn” (beide 1995), „Everybody” (1996) sowie „High in the Mountain is the Paradise” (1997). Diese Veröffentlichungen zeigten, dass K2 dem eingeschlagenen Weg treu blieb und weiterhin mit der Verbindung von Dance und Alpenfolklore experimentierte. Bei Live-Auftritten und in Videos wurde das Duo durch Tänzer wie Nicola Prager, Jeanette Klein, Gabriele Niemann und Daniel Aminati unterstützt, was den Shows eine zusätzliche visuelle Dimension verlieh.
Auch wenn K2 nach der ersten Erfolgswelle kommerziell nicht mehr an die Spitze zurückkehrte, blieb das Projekt präsent. Im Jahr 2000 erschien eine neue Version von „Der Berg ruft”, gefolgt von einer weiteren Neuauflage 2004. Diese Wiederveröffentlichungen zeigten, dass der Song längst Kultstatus erreicht hatte und besonders in Après-Ski-Kreisen sowie bei Nostalgie-Events der 90er Jahre nicht mehr wegzudenken war. Weitere Titel wie „Horny Matterhorny”, „Watzmann” (2006), „Matterhorny” (2016) und „I Wanna Yodel All Night” (2019) folgten über die Jahre.
Der besondere Charme von K2 lag in der Fähigkeit, Genregrenzen aufzubrechen und mit einem Augenzwinkern verschiedenste musikalische Traditionen zu verbinden. Was zunächst wie eine Parodie wirken mochte, entpuppte sich als durchdachtes Konzept, das sowohl Dance-Fans als auch Liebhaber volkstümlicher Musik ansprach. Die überzeichnete Darstellung von Heimatkultur, kombiniert mit modernen Produktionstechniken, machte K2 zu einem einzigartigen Phänomen in der deutschen Musiklandschaft.
Heute wird K2 vor allem als typisches Produkt der 90er Jahre wahrgenommen, als eine Zeit, in der musikalische Experimente und ungewöhnliche Genremixe besonders populär waren. Der Erfolg von „Der Berg ruft” zeigt, wie ein cleveres Konzept, gepaart mit professioneller Produktion und einer Prise Humor, selbst die unwahrscheinlichsten musikalischen Kombinationen zum Erfolg führen kann. Besonders im Alpenraum hat sich der Song als fester Bestandteil der Partykultur etabliert und wird bis heute auf zahlreichen Veranstaltungen gespielt.
Die Tatsache, dass verschiedene Streaming-Dienste und Online Radio-Stationen K2 weiterhin im Programm haben, beweist die anhaltende Beliebtheit des Projekts. Nina Poethen und Martin Pelz schufen mit ihrer Arbeit ein musikalisches Denkmal der 90er Jahre, das die Grenzen zwischen Hochkultur und Popkultur, zwischen Tradition und Moderne spielerisch überschritt. Obwohl K2 nie wieder an die Chartserfolge von 1994 anknüpfen konnte, bleibt das Projekt ein faszinierendes Beispiel dafür, wie kreative Ideen und unkonventionelle Ansätze in der Musikindustrie funktionieren können. Der Berg hat gerufen – und K2 hat geantwortet, mit einem Sound, der eine ganze Generation geprägt hat.
Wir konnten leider keine Konzerte von K2 finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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