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today28.02.2026
Joe Jackson ist ein britischer Musiker, der sich seit Ende der 1970er Jahre durch seine stilistische Vielseitigkeit und sein virtuoses Klavierspiel einen Namen gemacht hat. Von New Wave über Jazz bis hin zu klassischen Kompositionen hat er immer wieder musikalische Grenzen überschritten. Sein größter Hit “Steppin’ Out” aus dem Jahr 1982 wurde zu einem weltweiten Erfolg und läuft heute noch regelmäßig in zahlreichen Radioprogrammen.
| Künstlername | Joe Jackson |
| Bürgerlicher Name | David Ian Jackson |
| Genre | New Wave, Rock, Pop, Jazz, Klassik |
| Größter Hit | Steppin’ Out |
| Geburtsdatum | 11. August 1954 |
| Geburtsort | Burton upon Trent, Staffordshire, England |
| Wohnort | Berlin, New York, Portsmouth |
| Staatsangehörigkeit | Britisch |
| Sternzeichen | Löwe |
| Markenzeichen | Virtuoses Klavierspiel, kritische Texte, stilistische Vielfalt |

Geboren wurde David Ian Jackson am 11. August 1954 in Burton upon Trent, einer kleinen Stadt in Staffordshire. Seine Familie zog schon bald nach Paulsgrove bei Portsmouth, wo der junge David in eher bescheidenen Verhältnissen aufwuchs. Sein Vater ließ ein Klavier in ihr Council House bringen, was sich als schicksalhafte Entscheidung herausstellen sollte. Mit etwa elf Jahren begann Joe zunächst mit der Geige, wechselte aber bald zum Klavier, das ihn von da an nicht mehr loslassen sollte.
Die Jugend in Portsmouth war für den späteren Musiker prägend. Als Teenager spielte er bereits in Bars, um sich etwas Geld dazuzuverdienen. Mit 18 Jahren erhielt er ein Stipendium für Kompositionsstudien an der renommierten Royal Academy of Music in London, wo er bei Richard Stoker lernte. Diese klassische Ausbildung sollte später seine musikalische Vielseitigkeit maßgeblich beeinflussen. Etwa zu dieser Zeit machte er auch aus seinem Spitznamen “Joe” seinen offiziellen Vornamen – David Ian Jackson wurde zu Joe Jackson.
Nach seiner Ausbildung tingelte Jackson zunächst durch verschiedene Bands. Er spielte bei “Edward Bear” und später bei “Arms and Legs”, doch der große Erfolg blieb zunächst aus. Das änderte sich 1978, als er von einem Produzenten entdeckt und bei A&M Records unter Vertrag genommen wurde. Zusammen mit Gary Sanford an der Gitarre, Graham Maby am Bass und David Houghton am Schlagzeug formierte er die Joe Jackson Band.
Das Debütalbum “Look Sharp!” erschien 1979 und traf den Nerv der Zeit. Mit seiner Mischung aus New Wave, Rock und cleveren, oft satirischen Texten hob sich Jackson von vielen seiner Zeitgenossen ab. Die Single “Is She Really Going Out with Him?” wurde zum ersten Hit und erreichte sowohl in Großbritannien als auch in den USA die Charts. Der Song mit seiner eingängigen Melodie und dem ironischen Text über Beziehungen wurde schnell zu einem Klassiker der New-Wave-Ära.
Noch im selben Jahr legte Jackson mit “I’m the Man” nach. Die Single “It’s Different for Girls” kletterte in Großbritannien sogar auf Platz 5 und zeigte, dass Jackson kein One-Hit-Wonder war. Seine Texte waren intelligent, seine Arrangements unkonventionell, und sein Klavierspiel brachte eine erfrischende Note in die damalige Rockmusik. Mit “Beat Crazy” (1980) und dem Swing-inspirierten “Joe Jackson’s Jumpin’ Jive” (1981) bewies er schon früh seine Lust am Experimentieren.
Das Jahr 1982 markierte den absoluten Höhepunkt von Joe Jacksons kommerzieller Karriere. Nach einem längeren Aufenthalt in New York City, wo er sich vom Nachtleben, den Jazz-Clubs und der pulsierenden Energie der Stadt inspirieren ließ, entstand das Album “Night and Day”. Der Titelsong “Steppin’ Out” wurde zu seinem größten Hit überhaupt und erreichte sowohl in den USA als auch in Großbritannien Platz 6 der Charts.
Was “Steppin’ Out” so besonders machte, war seine raffinierte Produktion. Jackson spielte fast alle Instrumente selbst – Klavier, Hammond-Orgel, Minimoog und Vibraphon. Nur der Schlagzeuger Larry Tolfree ergänzte echte Snare und Becken. Das Ergebnis war ein sophistizierter Pop-Song mit Latin- und Jazz-Einflüssen, der perfekt die Atmosphäre nächtlicher Großstadtabenteuer einfing. Der Song wurde für zwei Grammy Awards nominiert, darunter Record of the Year.
Auch die zweite Single-Auskopplung “Breaking Us in Two” wurde ein Erfolg und erreichte in den USA Platz 18. Das Album “Night and Day” selbst verkaufte sich millionenfach und etablierte Jackson endgültig als einen der interessantesten Songwriter seiner Generation. Seine Musik lief nicht nur im Radio, sondern wurde auch zum festen Bestandteil vieler Streaming-Playlists, die sich der Musik der 80er Jahre widmen.
Nach dem kommerziellen Erfolg von “Night and Day” hätte Jackson einfach weitermachen können wie bisher. Doch das entsprach nicht seinem Naturell. Mit “Body and Soul” (1984) wandte er sich noch stärker Jazz- und Latin-Einflüssen zu. Songs wie “You Can’t Get What You Want (Till You Know What You Want)” zeigten seine Fähigkeit, tanzbare Rhythmen mit anspruchsvollen Arrangements zu verbinden. Der Song erreichte Platz 15 in den USA und bewies, dass sein Publikum bereit war, ihm auch auf ungewöhnlicheren Pfaden zu folgen.
“Big World” (1986) war ein Live-Album, das ohne Overdubs aufgenommen wurde – ein mutiges Statement in einer Zeit, in der Studioproduktionen immer aufwendiger wurden. Mit “Will Power” (1987) wagte Jackson sich dann erstmals in orchestrale Gefilde vor. Das Album war eine Sammlung instrumentaler Kompositionen, die seine klassische Ausbildung widerspiegelten. Kritiker waren begeistert, auch wenn das breite Publikum etwas ratlos zurückblieb.
Die 1990er Jahre brachten weitere stilistische Ausflüge. “Laughter & Lust” (1991) kehrte zu rockigeren Tönen zurück, während “Night Music” (1994) erneut jazzige Elemente betonte. Mit “Heaven & Hell” (1997) schuf Jackson ein Konzeptalbum über die sieben Todsünden, das musikalisch von Barock bis Rock reichte. Der Höhepunkt dieser experimentellen Phase war zweifellos “Symphony No. 1” (1999), eine vollständige Symphonie, die ihm 2001 einen Grammy Award für das beste Pop-Instrumental-Album einbrachte.
Joe Jackson war nie jemand, der sich gerne in eine Schublade stecken ließ – weder musikalisch noch persönlich. In seiner 1999 erschienenen Autobiographie “A Cure for Gravity” sprach er offen über seine Kindheit, seine musikalische Entwicklung und auch über Fragen der Identität und Sexualität. Songs wie “Real Men” hatten bereits früh angedeutet, dass Jackson sich mit Geschlechterrollen und gesellschaftlichen Normen kritisch auseinandersetzte.
Sein Lebensmittelpunkt verlagerte sich im Laufe der Jahre mehrfach. Nach seiner prägenden Zeit in New York, die so stark in “Night and Day” einfloss, zog es ihn schließlich nach Berlin, wo er heute hauptsächlich lebt. Er besitzt aber auch Häuser in New York und in seiner alten Heimat Portsmouth. Diese internationale Perspektive spiegelt sich auch in seiner Musik wider, die nie typisch britisch oder amerikanisch klang, sondern immer weltoffener und experimentierfreudiger war als die seiner Zeitgenossen.
Jackson engagierte sich auch politisch, allerdings auf unkonventionelle Weise. Er schrieb mehrere Essays gegen Rauchverbote und veröffentlichte sogar ein Buch zu diesem Thema. Diese Haltung brachte ihm Kritik ein, zeigte aber auch seine Bereitschaft, gegen den Strom zu schwimmen und unbequeme Positionen zu vertreten. Sein kritischer Geist, der schon in seinen frühen Songs durchschien, blieb ihm also auch jenseits der Musik erhalten.
Auch im fortgeschrittenen Alter blieb Joe Jackson produktiv. “Night and Day II” (2000) war eine Art Fortsetzung seines größten Erfolgs, konnte aber nicht an dessen kommerzielle Wirkung anknüpfen. “Volume 4” (2003) und “Rain” (2008) zeigten einen gereiften Songwriter, der sich nicht mehr um Charts scherte, sondern einfach die Musik machte, die ihm am Herzen lag. “The Duke” (2012) war eine Hommage an Duke Ellington und unterstrich erneut Jacksons tiefe Verbundenheit mit dem Jazz.
Mit “Fast Forward” (2015) kehrte Jackson zu einem rockigeren Sound zurück, während “Fool” (2019) wieder jazzigere Töne anschlug. Sein bislang letztes Album “What a Racket!” erschien 2023 und bewies, dass der mittlerweile fast 70-Jährige noch lange nicht ans Aufhören denkt. Die Platte erhielt durchweg positive Kritiken und zeigte einen Künstler, der sich treu geblieben ist und weiterhin musikalische Grenzen auslotet.
Joe Jacksons Einfluss auf die Popmusik ist schwer zu überschätzen. Er gehörte zu jenen Künstlern, die Ende der 1970er Jahre halfen, die Musik aus der Sackgasse des Disco und des Stadion-Rocks zu führen. Seine Kombination aus intelligentem Songwriting, virtuosem Können und der Bereitschaft, Risiken einzugehen, machte ihn zu einem Vorbild für viele nachfolgende Musiker. Bands und Solokünstler, die Pop mit Jazz, Klassik oder Latin verbinden, stehen direkt oder indirekt in seiner Tradition.
Heute läuft “Steppin’ Out” noch immer regelmäßig im Internetradio, wenn es um die Musik der 80er Jahre geht. Der Song hat nichts von seiner Frische verloren und klingt auch Jahrzehnte nach seiner Veröffentlichung noch modern. Das liegt nicht zuletzt an Jacksons zeitlosem Ansatz: Er folgte nie blind Trends, sondern schuf Musik, die aus innerer Überzeugung entstand. Diese Authentizität ist es wohl, die sein Werk bis heute so relevant macht und ihm einen festen Platz in der Musikgeschichte sichert.
Wir konnten leider keine Konzerte von Joe Jackson finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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