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today28.02.2026
Haircut 100 gehörten zu den schillerndsten New-Wave-Bands der frühen 80er Jahre und prägten mit ihrem sonnigen Jazz-Funk-Pop eine ganze Ära. Mit Hits wie „Love Plus One” und „Favourite Shirts (Boy Meets Girl)” eroberten die Londoner im Handumdrehen die Charts. Trotz interner Konflikte und einer frühen Auflösung bleibt ihr Debütalbum „Pelican West” ein Meilenstein des britischen Pop.
| Künstlername | Haircut 100 |
| Mitglieder | Nick Heyward, Les Nemes, Graham Jones, Blair Cunningham, Phil Smith, Marc Fox |
| Genre | New Wave, New Pop, Jazz-Funk |
| Größter Hit | Love Plus One |
| Gründungsjahr | 1980 |
| Auflösungsjahr | 1984 (Wiedervereinigungen ab 2004) |
| Land | Vereinigtes Königreich |
| Markenzeichen | Heller Funk-Pop-Sound, Saxophon-Arrangements, lässiges Mode-Image |

Die Geschichte von Haircut 100 beginnt 1980 im Londoner Stadtteil Beckenham, wo Nick Heyward, Les Nemes und Graham Jones beschlossen, ihre musikalischen Kräfte zu bündeln. Die drei hatten bereits in verschiedenen Vorgängerbands wie Rugby, Boat Party und Captain Pennyworth zusammengespielt, doch erst unter dem Namen Haircut One Hundred sollte der große Durchbruch gelingen. Der ungewöhnliche Bandname war bewusst gewählt – er sollte Aufmerksamkeit erregen und sich von der Masse abheben.
1981 erweiterte sich die Besetzung um entscheidende Mitglieder: Schlagzeuger Patrick Hunt, der später durch den amerikanischen Drummer Blair Cunningham ersetzt wurde, Saxophonist Phil Smith und Perkussionist Marc Fox komplettierten die Gruppe. Diese Konstellation sollte den charakteristischen Sound der Band prägen – eine mitreißende Mischung aus funkigen Rhythmen, jazzigen Bläsersätzen und eingängigen Popmelodien. Die Chemie stimmte sofort, und schon bald unterschrieb die Band einen Vertrag bei Arista Records.
Der Durchbruch ließ nicht lange auf sich warten. Im Herbst 1981 veröffentlichten Haircut 100 ihre Debütsingle „Favourite Shirts (Boy Meets Girl)”, die prompt auf Platz 4 der britischen Charts kletterte und mit Silber ausgezeichnet wurde. Der Song war eine Offenbarung – frisch, unbeschwert und perfekt auf den Zeitgeist abgestimmt. Doch das war erst der Anfang. Anfang 1982 folgte „Love Plus One”, ein Track, der die Band endgültig zu Superstars machte. Die Single erreichte Platz 3 in Großbritannien, wurde mit Gold ausgezeichnet und eroberte auch international die Radiostationen. In den USA schaffte es der Song auf Platz 37, in Australien auf Platz 10 und in Kanada sogar auf Platz 4.
Das im Februar 1982 erschienene Debütalbum „Pelican West” wurde zum Triumph. Es erreichte Platz 2 der britischen Albumcharts und erhielt Platin-Status. Die Platte war eine der ersten, die vollständig digital aufgenommen wurde, was dem Sound eine besondere Klarheit und Präzision verlieh. Produzent Bob Sargeant hatte mit der Band einen zeitlosen Klassiker geschaffen, der die Leichtigkeit und den Optimismus der frühen 80er Jahre perfekt einfing. Weitere Singles wie „Fantastic Day” und „Nobody’s Fool” folgten, beide erreichten Platz 9 in den UK-Charts und zementierten den Status von Haircut 100 als eine der angesagtesten Bands Großbritanniens.
Doch hinter den Kulissen brodelte es bereits. Der enorme Druck, der plötzliche Ruhm und die ständigen Verpflichtungen setzten besonders Frontmann Nick Heyward zu. Er litt unter Stress und Depressionen, versäumte Aufnahmesitzungen und zog sich zunehmend zurück. Die Spannungen innerhalb der Band wuchsen, und im Januar 1983 kam es zum Bruch: Heyward verließ Haircut 100, um eine Solokarriere zu starten. Für die Fans war es ein Schock, für die Band eine Zäsur.
Die verbliebenen Mitglieder wollten jedoch nicht aufgeben. Mit Marc Fox als neuem Leadsänger setzten sie die Band fort und wechselten zu Polydor Records. 1984 erschien das zweite Album „Paint and Paint”, das die verbliebenen Mitglieder selbst geschrieben hatten. Doch der Zauber war verflogen. Das Album konnte weder kommerziell noch künstlerisch an den Erfolg von „Pelican West” anknüpfen. Singles wie „Prime Time”, „So Tired” und „Too Up, Two Down” verschwanden nahezu spurlos in den Charts. Noch im selben Jahr löste sich die Band auf.
Für lange Zeit schien Haircut 100 Geschichte zu sein. Doch die Nostalgie und die anhaltende Beliebtheit ihrer Musik brachten die Band immer wieder zusammen. 2004 gab es eine erste Wiedervereinigung für die VH1-Show „Bands Reunited”, bei der Nick Heyward und die Originalmitglieder gemeinsam auftraten. Die positive Resonanz ermutigte die Band, ab 2009 regelmäßig Live-Konzerte zu geben. Zwischen 2009 und 2013 tourten sie durch Großbritannien und spielten auf Festivals, wobei sie ihre alten Hits zum Besten gaben und eine neue Generation von Fans begeisterten.
Seit 2023 ist Haircut 100 wieder richtig aktiv. Die Band kündigte nicht nur ein Konzert zum 40. Jubiläum von „Pelican West” an, sondern auch ein komplett neues Album namens „Boxing the Compass”, das im März 2026 erscheinen soll – der erste Longplayer seit über vier Jahrzehnten. Neue Singles wie „The Unloving Plum” und „Dynamite” zeigen, dass die Band nichts von ihrer Spielfreude verloren hat. Für Fans, die den Sound von Haircut 100 schätzen, gibt es mittlerweile zahlreiche Möglichkeiten, die Musik zu genießen – sei es über Streaming-Dienste oder spezialisierte Internetradio-Kanäle, die sich den Hits der 80er Jahre widmen.
Haircut 100 waren mehr als nur eine weitere New-Wave-Band. Ihr Sound war eine einzigartige Verschmelzung von New Pop, Jazz-Funk und Brit Funk, angereichert mit perkussiven Rhythmen, funkelnden Gitarrenriffs und markanten Saxophon-Parts. Die Musik strahlte eine Unbeschwertheit und Lebensfreude aus, die in der oft düsteren Post-Punk-Ära erfrischend anders wirkte. Visuell setzten sie ebenfalls Akzente: Mit lässiger Mode, Sonnenbrillen und einem jugendlichen Image waren sie Medienlieblinge und hatten sogar einen eigenen Comicstrip.
Ihr größter Hit „Love Plus One” bleibt bis heute ein Klassiker, der regelmäßig im Radio und auf Retro-Playlists zu hören ist. Das Musikvideo zum Song wurde auf MTV in den USA intensiv gespielt und trug wesentlich zur internationalen Bekanntheit der Band bei. „Pelican West” gilt als eines der besten britischen Pop-Alben der frühen 80er Jahre und wird von Kritikern und Fans gleichermaßen geschätzt. Obwohl die Band nur ein wirklich erfolgreiches Album veröffentlichte, haben Haircut 100 einen festen Platz in der Popgeschichte. Ihre Musik verkörpert den Optimismus und die Experimentierfreude einer Ära, in der alles möglich schien – und genau das macht sie auch heute noch so zeitlos.
Wir konnten leider keine Konzerte von Haircut 100 finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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