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today28.02.2026
Gompie war ein niederländisches Musikprojekt aus Nijmegen, das Mitte der 1990er Jahre mit seiner frechen Parodie-Version von „Alice (Who The X Is Alice?)” europaweit für Furore sorgte. Hinter dem Projekt standen der legendäre niederländische Musiker Peter Koelewijn, Produzent Rob Peters und DJ Onno Pelser. Mit ihrem satirischen Ansatz und der Publikumsbeteiligung schufen sie einen der bekanntesten Party-Hits der 90er Jahre.
| Künstlername | Gompie |
| Mitglieder | Peter Koelewijn, Rob Peters, Onno Pelser |
| Genre | Comedy, Parodie, Novelty-Music |
| Größter Hit | Alice (Who The X Is Alice?) |
| Gründungsjahr | 1995 |
| Land | Niederlande |
| Markenzeichen | Satirische Coverversionen mit Publikumsbeteiligung |

Die Geschichte von Gompie beginnt in einem kleinen Café in Nijmegen, das ebenfalls den Namen Gompie trug. Hier entwickelte sich ein spontanes Ritual, das später zur Grundlage eines internationalen Hits werden sollte. DJ Onno Pelser legte regelmäßig den Song „Living Next Door to Alice” von Smokie auf, doch mit einem besonderen Twist: Jedes Mal, wenn im Refrain der Name Alice erklang, drehte er die Musik ab, und die Gäste schrien aus voller Kehle „Alice, who the fuck is Alice?!” Diese ausgelassene Tradition wurde schnell zum festen Bestandteil der Cafékultur und zog immer mehr Menschen an.
Eines Abends war Produzent Rob Peters zu Gast im Café und erlebte diese besondere Atmosphäre hautnah. Sofort erkannte er das kommerzielle Potenzial dieser interaktiven Performance. Peters, der das Label RPC betrieb und bestens vernetzt war in der niederländischen Musikszene, kontaktierte umgehend seinen Freund Peter Koelewijn. Koelewijn war bereits eine Legende in den Niederlanden, oft als „Vater des niederländischen Rock’n’Roll” bezeichnet, und hatte jahrzehntelange Erfahrung als Sänger, Songwriter und Produzent.
Die Zusammenarbeit zwischen Peters und Koelewijn verlief blitzschnell. Innerhalb kürzester Zeit nahmen sie die satirische Version von „Living Next Door to Alice” auf und veröffentlichten sie 1995 unter dem Projektnamen Gompie. Der Song behielt die Melodie und den Grundtext des Originals bei, fügte aber den mittlerweile legendären Ausruf ein, der die Zuhörer zum Mitsingen animierte. Je nach Markt wurde die explizite Version mit „fuck” oder eine zensierte Variante mit einem Piepton ausgestrahlt.
Der Erfolg übertraf alle Erwartungen. In den Niederlanden schoss „Alice (Who The X Is Alice?)” sofort an die Spitze der Charts und hielt sich dort wochenlang. Auch in Belgien eroberte der Song Platz eins. In Deutschland, Österreich und der Schweiz erreichte Gompie jeweils Platz zwei und wurde zum absoluten Party-Kracher. Selbst in Norwegen landete der Hit in den Top Five, und in Großbritannien schaffte er es immerhin auf Platz 17. Die goldene Schallplatte in Deutschland und die Auszeichnung als „Party-Hit des Jahres” beim RSH-Gold 1996 krönten diesen beispiellosen Erfolg.
Was den Song so besonders machte, war die Kombination aus eingängiger Melodie, humorvoller Provokation und der Aufforderung zur aktiven Teilnahme. In Clubs, auf Partys und beim Streaming im Internetradio wurde „Alice” zum Garant für ausgelassene Stimmung. Die Menschen liebten es, gemeinsam den frechen Refrain zu schmettern und sich dabei ein bisschen rebellisch zu fühlen.
Auf der Welle des Erfolgs veröffentlichte Gompie noch im selben Jahr das Album „Who the X Is Gompie!” Der Titel spielte ironisch auf die Frage des Hit-Songs an und versprach mehr von der humorvollen Herangehensweise. Das Album enthielt weitere Parodien und Coverversionen bekannter Songs, alle mit dem typischen Gompie-Twist versehen. Die Macher setzten auf starke Sprache, satirische Umdeutungen und die Einbindung des Publikums.
Weitere Singles folgten, darunter „Tarzan & Heidi”, das 1995 in Flandern immerhin Platz 30 erreichte, sowie „Life? You Never Saw My Wife!” im gleichen Jahr. 1997 versuchte man es mit „All I Want for X-Mas Is a Spice Girl”, einem weiteren humorvollen Seitenhieb auf die Popkultur der Zeit. Im Jahr 2000 erschien noch „Hey Baby – Oe Aa”, doch keiner dieser Songs konnte auch nur annähernd an den Erfolg von „Alice” anknüpfen.
Das Phänomen Gompie erwies sich als klassisches One-Hit-Wonder. Während der erste Song perfekt den Zeitgeist traf und eine einzigartige Mischung aus Nostalgie, Humor und Mitmach-Faktor bot, fehlte den Nachfolgern diese magische Kombination. Die Hörer hatten ihren Spaß gehabt, aber das Konzept ließ sich nicht beliebig wiederholen.
Peter Koelewijn, geboren am 29. Dezember 1940 in Eindhoven, war die musikalische Seele des Projekts. Seine Karriere begann bereits in den 1960er Jahren mit seiner Band Peter en zijn Rockets, und er hatte über Jahrzehnte hinweg zahlreiche nationale Erfolge als Interpret und Produzent gefeiert. Koelewijn brachte die professionelle Erfahrung und das musikalische Know-how ein, das Gompie brauchte, um aus einer Café-Idee einen internationalen Hit zu machen. Er lebte lange Zeit in der Region Brabant und blieb der niederländischen Musikszene bis ins hohe Alter treu verbunden.
Rob Peters war der visionäre Produzent und Labelbetreiber, der das kommerzielle Potenzial der Idee erkannte. Als Chef des Labels RPC hatte er ein feines Gespür für Trends und wusste, wie man Musik erfolgreich vermarktet. Peters stammte aus Nijmegen und blieb seiner Heimatstadt zeitlebens verbunden. Sein plötzlicher Tod am 7. September 2013 im Alter von 65 Jahren erschütterte die niederländische Musikszene. Er starb an Herzstillstand und hinterließ ein beeindruckendes Erbe in der Musikproduktion.
Onno Pelser, der DJ im Café Gompie, war der eigentliche Ideengeber für das „Alice”-Ritual. Ohne seine spontane Kreativität und sein Gespür für die Stimmung im Publikum wäre der Hit nie entstanden. Über Pelsers persönliches Leben ist öffentlich wenig bekannt, doch sein Beitrag zur Popkultur der 90er Jahre bleibt unvergessen.
Gompie mag nur einen großen Hit gehabt haben, doch dieser eine Song hat sich tief ins kollektive Gedächtnis einer ganzen Generation eingegraben. „Alice (Who The X Is Alice?)” ist mehr als nur ein Lied – es ist ein kulturelles Phänomen, das die Party-Kultur der 1990er Jahre perfekt einfängt. Der Song läuft noch heute regelmäßig im Radio und auf Streaming-Plattformen, besonders wenn es um 90er-Jahre-Partys oder nostalgische Rückblicke geht.
Das Café Gompie in Nijmegen, das dem Projekt seinen Namen gab, existierte bis etwa zum Jahr 2000. Auch wenn die Lokalität längst geschlossen ist, lebt der Geist dieses Ortes in jedem Abspielen des Songs weiter. Die Idee, dass Musik nicht nur konsumiert, sondern aktiv erlebt werden sollte, war revolutionär und inspirierte zahlreiche andere Acts.
In Deutschland gilt Gompie als Paradebeispiel für ein gelungenes One-Hit-Wonder – ein Act, der mit einem einzigen Song maximale Wirkung erzielte. Die goldene Schallplatte und die Auszeichnung als Party-Hit des Jahres unterstreichen die Bedeutung, die dieser Song für die damalige Jugendkultur hatte. Auch im Online Radio und Webradio wird „Alice” bis heute gerne gespielt, wenn es darum geht, gute Laune zu verbreiten und die Hörer zum Mitsingen zu animieren.
Das Projekt Gompie ruhte spätestens ab dem Jahr 2000, eine formelle Auflösung gab es nie. Die Beteiligten gingen ihre eigenen Wege, doch der gemeinsame Erfolg verbindet sie für immer. Peter Koelewijn setzte seine vielseitige Karriere fort, Rob Peters arbeitete bis zu seinem Tod an verschiedenen Musikprojekten, und die Erinnerung an jene magischen Abende im Café Gompie blieb lebendig. Mit ihrem frechen, humorvollen Ansatz und der Fähigkeit, Menschen zusammenzubringen, haben Gompie und ihr Hit einen festen Platz in der Popgeschichte erobert.
Wir konnten leider keine Konzerte von Gompie finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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