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today28.02.2026
Gat Decor ist ein britisches House-Projekt aus London, das Anfang der 1990er Jahre mit seinem Progressive-House-Sound die Clubszene revolutionierte. Der größte Erfolg war die legendäre Single “Passion”, die sowohl 1992 als auch in der Remix-Version von 1996 die Charts eroberte. Das Projekt um DJ und Produzent Simon Slater gilt als Wegbereiter des Progressive House in Großbritannien.
| Künstlername | Gat Decor |
| Mitglieder | Simon Slater, Laurence Nelson-Boudville, Simon Hanson |
| Genre | Progressive House, House |
| Größter Hit | Passion |
| Gründungsjahr | 1992 |
| Land | Vereinigtes Königreich |

Die Geschichte von Gat Decor beginnt in den pulsierenden Clubs von London. Simon Slater, das kreative Mastermind hinter dem Projekt, hatte bereits eine beeindruckende DJ-Karriere hinter sich, bevor er sich der Musikproduktion zuwandte. Von etwa 1984 bis 1990 war er Resident-DJ im legendären Club Xenon, danach von 1990 bis 1993 im Club Valbonne. Diese Jahre prägten seinen Sound nachhaltig und gaben ihm ein tiefes Verständnis dafür, was die Tanzfläche zum Beben bringt.
Der Name “Gat Decor” selbst ist eine clevere Hommage an Slaters Wurzeln: Es handelt sich um ein Anagramm von “Tag Records”, einem Plattenladen in Soho, London, in dem er einst gearbeitet hatte. Diese Verbindung zur Vinyl-Kultur und zum Underground-Sound sollte die Philosophie des Projekts maßgeblich beeinflussen. Zusammen mit Laurence Nelson-Boudville und Simon Hanson formierte Slater ein Trio, das bereit war, die elektronische Tanzmusik neu zu definieren.
Das Jahr 1992 markierte den entscheidenden Wendepunkt für Gat Decor. Mit der Veröffentlichung von “Passion” schufen sie einen Track, der die Clubszene im Sturm eroberte. Die ursprüngliche instrumentale Version, auch als “Naked Mix” bekannt, wurde von Darren Emerson gemixt – interessanterweise war dies Emersons allererster Remix überhaupt. Der Track bestach durch seinen charakteristischen Aufbau mit einem kraftvollen Bass und einem unvergesslichen Piano-Break in der zweiten Hälfte, der zur Signatur des Songs wurde.
“Passion” startete zunächst als Underground-Phänomen, verbreitete sich aber rasend schnell in den Clubs des Landes. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Der Track erreichte Platz 29 in den UK Singles Charts, eroberte aber die Spitze der UK Dance Charts und landete auf Platz 4 der UK Club Charts. Diese Zahlen erzählen nur einen Teil der Geschichte – in den Clubs war “Passion” omnipräsent und wurde zum Anthem einer ganzen Generation von Clubgängern.
Vier Jahre nach dem ursprünglichen Release erlebte “Passion” eine spektakuläre Wiedergeburt. Die Neuauflage von 1996 präsentierte den Track in einem völlig neuen Gewand: Der “Do You Want It Right Now Mix” fügte Vocals von Sängerin Beverley Skeete hinzu und verlieh dem bereits bekannten Instrumental eine zusätzliche emotionale Dimension. Diese Version wurde zu einem noch größeren kommerziellen Erfolg als das Original.
Der Remix katapultierte sich auf Platz 6 der UK Singles Charts und erreichte Platz 2 der UK Dance Charts. Auch international machte die neue Version Furore und platzierte sich in Irland, den Niederlanden und Schottland in den Charts. Die Transformation von einem instrumentalen Club-Track zu einem Vocal-House-Hit bewies die Vielseitigkeit und zeitlose Qualität der Komposition. Während viele Künstler auf Streaming-Diensten und im Internetradio heute nur noch als historische Referenzen wahrgenommen werden, blieb “Passion” ein lebendiger Teil der Clubkultur.
Neben “Passion” veröffentlichte Gat Decor weitere Singles, die jedoch nicht denselben Kultstatus erreichten. Bereits 1989, noch vor dem großen Durchbruch, erschien “Feel So Good / Life”. Im Jahr 1996, parallel zum erfolgreichen “Passion”-Remix, kam “In the Head / Barefoot in the Head” heraus, konnte aber keine nennenswerten Chartplatzierungen erzielen.
Einen bedeutenden Teil ihrer Arbeit widmete die Gruppe der Remixproduktion. Zwischen 1992 und 1994 entstanden zahlreiche Remixes für andere Künstler, die den charakteristischen Gat-Decor-Sound in verschiedene musikalische Kontexte übertrugen. Zu den bemerkenswertesten Arbeiten gehörten Remixes für Euphoria (“Love You Right”), The Odd Company (“Swing in Trance”), D’lusion (“Take You There”) und sogar für den elektronischen Pionier Jean-Michel Jarre (“Chronologie Part 6”). Diese Remixarbeit festigte ihren Ruf als versierte Produzenten, die verstanden, wie man Tracks für die Tanzfläche optimiert.
Die Bedeutung von Gat Decor für die Entwicklung des Progressive House kann kaum überschätzt werden. Sie gelten als Vorreiter dieses Genres in Großbritannien und prägten den Sound einer ganzen Ära. Das renommierte Magazin Mixmag würdigte diese Leistung, indem es “Passion” 1996 auf Platz 33 der “50 Most Influential Records of All Time” und auf Platz 22 der “100 Best Dance Singles of All Time” listete.
Auch Jahrzehnte nach der ursprünglichen Veröffentlichung bleibt “Passion” ein fester Bestandteil von DJ-Sets weltweit. Der Track hat unzählige Neuauflagen, Bootlegs und Mash-ups inspiriert, was seine anhaltende Relevanz unterstreicht. Obwohl Gat Decor seit den mittleren 1990er Jahren keine neuen Produktionen mehr veröffentlicht hat, lebt ihr Einfluss in der elektronischen Tanzmusik fort. Ihr Sound hat eine Generation von Produzenten inspiriert und zeigt, wie zeitlos gut produzierte House-Musik sein kann. Die Verschmelzung von instrumentalen Vibes mit späteren Vocal-Versionen wurde zu einem Stilmittel, das viele nachfolgende Künstler adaptierten und weiterentwickelten.
Wir konnten leider keine Konzerte von Gat Decor finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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