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today28.02.2026
Dr. Motte ist eine Ikone der deutschen Techno-Szene und Gründer der legendären Love Parade. Der Berliner DJ und Produzent prägte seit den späten 1980er Jahren die elektronische Tanzmusik in Deutschland und machte sie zu einem kulturellen Massenphänomen. Mit seinem unermüdlichen Einsatz für Frieden, Freiheit und Musik wurde er zu einer der wichtigsten Figuren der Rave-Bewegung.
| Künstlername | Dr. Motte |
| Bürgerlicher Name | Matthias Roeingh |
| Genre | Techno, Acid House |
| Größter Hit | Sunshine (1997) |
| Geburtsdatum | 9. Juli 1960 |
| Geburtsort | Berlin-Spandau, Deutschland |
| Wohnort | Berlin-Wedding |
| Staatsangehörigkeit | Deutsch |
| Sternzeichen | Krebs |
| Markenzeichen | Love Parade, politische Botschaften in der Tanzmusik |

Matthias Roeingh wurde am 9. Juli 1960 in Berlin-Spandau geboren und wuchs bei seiner Mutter auf, die im Spandauer Planungsamt arbeitete. Seine musikalische Sozialisation begann früh, klassische Musik war im Elternhaus präsent. Nach dem mittleren Bildungsabschluss schlug er zunächst einen ungewöhnlichen Weg ein und absolvierte eine Ausbildung zum Betonbauer, nachdem ihn eine Grafikdesign-Schule abgelehnt hatte. Doch die Musik ließ ihn nicht los.
Seine ersten musikalischen Gehversuche machte Matthias Roeingh in der Berliner Punk-Szene. Von 1981 bis etwa 1984 spielte er als Percussionist bei der Punkband Die Toten Piloten und war auch Mitglied bei Deutsch-Polnische Aggression sowie bei Squealer. Bei letzterer Band verwendete er erstmals den Künstlernamen Motte, der ihn später weltberühmt machen sollte. Die Punk-Attitüde und der rebellische Geist dieser Jahre sollten sein späteres Schaffen nachhaltig prägen.
Mitte der 1980er Jahre vollzog sich ein entscheidender Wandel in Roenighs musikalischer Ausrichtung. Er entdeckte die aufkommende House- und Acid-Musik und begann 1985 als DJ zu arbeiten. 1986 war er Mitgründer des legendären Clubs Turbine Rosenheim in Berlin-Schöneberg, der zu einem wichtigen Treffpunkt für Acid House Partys wurde. Hier legte er den Grundstein für das, was später zur Love Parade werden sollte. Weitere wichtige Stationen waren die Clubs UFO und Planet, wo er regelmäßig auflegte und die Berliner Techno-Szene mitprägte.
Das Jahr 1989 markierte einen historischen Wendepunkt. Gemeinsam mit der Künstlerin Danielle de Picciotto organisierte er die erste Love Parade, die als politische Demonstration unter dem Motto Friede, Freude, Eierkuchen angemeldet wurde. Etwa 150 Menschen tanzten bei der Premiere auf dem Kurfürstendamm zu elektronischer Musik. Was als kleine Demonstration begann, sollte sich zu einem der größten Musikfestivals der Welt entwickeln. Die Love Parade verband von Anfang an Musik mit politischen Botschaften wie Frieden, Abrüstung und Völkerverständigung.
1991 nahm Matthias Roeingh offiziell den Künstlernamen Dr. Motte an. Das Dr. war dabei weniger akademischer Titel als vielmehr eine Anspielung auf seine Rolle als musikalischer Heiler und Wegbereiter. 1992 gründete er sein eigenes Label Space Teddy und begann deutschlandweit zu touren. Die Love Parade wuchs exponentiell und erreichte 1999 mit etwa 1,5 Millionen Teilnehmern ihren absoluten Höhepunkt.
Als Produzent und DJ veröffentlichte Dr. Motte zahlreiche Tracks, die die Techno-Bewegung prägten. Sein erstes Album Euphorhythm – Chill Out Planet Earth erschien 1992 auf seinem eigenen Label Space Teddy. Es folgten weitere Veröffentlichungen wie das Kollaborationsalbum Ki mit 030 im Jahr 1993 und verschiedene Live-Aufnahmen. Seine Musik zeichnete sich durch treibende Beats, hypnotische Sequenzen und eine klare Botschaft aus: Musik als verbindendes Element zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft.
Den größten kommerziellen Erfolg feierte Dr. Motte 1997 mit der Single Sunshine, die er gemeinsam mit Westbam produzierte. Der Track erreichte Platz 5 der deutschen Singlecharts und hielt sich dort 16 Wochen. Auch in der Schweiz war die Single erfolgreich und kletterte auf Platz 10. Diese Hymne wurde zum Soundtrack der Love Parade 1997 und ist bis heute ein Klassiker der Techno-Szene. Auch im Internetradio und bei verschiedenen Streaming-Diensten gehört der Track zu den meistgespielten Techno-Klassikern der 90er Jahre.
Die Zusammenarbeit mit Westbam setzte sich in den Folgejahren fort. 1998 erschien One World One Future als offizielle Hymne der Love Parade 1998, gefolgt von Music is the Key im Jahr 1999 und One World One Loveparade im Jahr 2000. Diese Tracks wurden zu Anthems einer ganzen Generation und symbolisierten den Zeitgeist der späten 90er Jahre. Weitere bemerkenswerte Kollaborationen entstanden mit Künstlern wie Gabriel Le Mar, DJ Dag und Robert Babicz.
Dr. Mottes Einfluss auf die deutsche Musiklandschaft blieb nicht unbemerkt. 1997 erhielt er den VIVA Comet Award, eine der wichtigsten deutschen Musikauszeichnungen jener Zeit. 1999 folgten der renommierte Bambi und der BZ Kultur-Preis, die seine Bedeutung weit über die Techno-Szene hinaus würdigten. Im Jahr 2000 wurde er mit dem Musik und Maschine Award ausgezeichnet.
Besonders bedeutsam waren die Lifetime Achievement Awards, die er 2007 sowohl beim DJ Meeting als auch bei den DJ Awards erhielt. Diese Ehrungen würdigten sein Lebenswerk und seinen unermüdlichen Einsatz für die elektronische Tanzmusik. 2010 kam der Help Music Award hinzu. Diese Auszeichnungen zeigen, dass Dr. Motte nicht nur als DJ und Produzent, sondern vor allem als Visionär und Kulturbotschafter wahrgenommen wurde.
Mit zunehmendem Erfolg der Love Parade wuchs auch Dr. Mottes Kritik an der Kommerzialisierung der Veranstaltung. Die ursprünglich als politische Demonstration gedachte Parade entwickelte sich zu einem Mega-Event mit massiven kommerziellen Interessen. 2006 übergab Dr. Motte die Namensrechte und die Organisation an andere, da er die Entwicklung nicht mehr mittragen wollte. Die Love Parade verließ Berlin und fand in verschiedenen anderen Städten statt.
Die Tragödie von Duisburg 2010, bei der 21 Menschen bei der Love Parade ums Leben kamen, markierte einen schmerzlichen Tiefpunkt. Dr. Motte erklärte daraufhin, dass die Love Parade in ihrer bisherigen Form vollständig beendet sei. Er forderte später die Rückgabe der Markenrechte von McFit-Chef Rainer Schaller und kritisierte die Verantwortlichen scharf für die Katastrophe.
Doch Dr. Motte gab nicht auf. 2001 hatte er bereits die Veranstaltungsreihe Praxxiz ins Leben gerufen, die ab 2010 auch als eigenes Label fungierte. Mit Rave The Planet startete er ein neues Projekt, das den ursprünglichen Geist der Love Parade wiederbeleben sollte. Am 9. Juli 2022, seinem 62. Geburtstag, fand die erste Rave The Planet Parade unter dem Motto Together Again statt und zog rund 200.000 Besucher an. Die Veranstaltung war als Demonstration angemeldet und knüpfte damit an die Tradition der ersten Love Parade an.
Dr. Motte lebt heute im Berliner Stadtteil Wedding und ist nach wie vor aktiv in der Techno-Szene. Er tritt regelmäßig als DJ auf, organisiert Events und setzt sich für die Anerkennung der elektronischen Tanzmusik als Kulturgut ein. Seine Vision von Musik als verbindendem Element zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft, Hautfarbe und sozialer Schichten hat nichts von ihrer Aktualität verloren.
Mit über 40 Jahren Erfahrung in der Musikbranche gilt Dr. Motte als lebende Legende der Techno-Bewegung. Seine Musik wird auf zahlreichen Online Radio Plattformen gespielt und erreicht nach wie vor ein großes Publikum. Besonders im Webradio-Bereich sind seine Klassiker aus den 90er Jahren sehr gefragt und werden regelmäßig in speziellen Techno-Sendungen präsentiert. Jüngere Generationen entdecken seine Tracks über Streaming-Dienste neu und schätzen die authentische Energie seiner Produktionen.
Dr. Motte verkörpert wie kaum ein anderer die Entwicklung der deutschen Techno-Szene von ihren Underground-Anfängen bis zur weltweiten Anerkennung. Seine Botschaft von Frieden, Freiheit und Toleranz durch Musik bleibt zeitlos relevant. Mit Projekten wie Rave The Planet zeigt er, dass der Geist der frühen Rave-Kultur auch im 21. Jahrhundert lebendig bleiben kann. Seine Arbeit hat nicht nur die Musiklandschaft geprägt, sondern auch gesellschaftliche Diskurse über Jugendkultur, öffentlichen Raum und die Kraft der Musik als soziales Bindemittel beeinflusst.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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