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today28.02.2026
Divinyls waren eine australische Rockband, die 1980 in Sydney gegründet wurde und mit ihrem provokanten Auftreten und eingängigen Songs internationale Bekanntheit erlangte. Die Band um Sängerin Chrissy Amphlett und Gitarrist Mark McEntee prägte die australische Musikszene der 80er und 90er Jahre nachhaltig. Ihr größter Hit “I Touch Myself” von 1990 wurde zu einem weltweiten Erfolg und ist bis heute ein Klassiker, der auch im Internetradio regelmäßig gespielt wird.
| Künstlername | Divinyls |
| Mitglieder | Chrissy Amphlett, Mark McEntee, Jeremy Paul, Bjarne Ohlin, Richard Harvey, Rick Grossman, Charley Drayton |
| Genre | Rock, Pop-Rock, New Wave, Pub Rock |
| Größter Hit | I Touch Myself |
| Gründungsjahr | 1980 |
| Auflösungsjahr | 1996 (Reunion 2006-2009) |
| Land | Australien |
| Markenzeichen | Chrissy Amphletts provokante Bühnenpräsenz in Schuluniform und Netzstrümpfen mit leuchtender Neonröhre |

Die Geschichte der Divinyls begann 1980 in Sydney, als sich Sängerin Chrissy Amphlett und Gitarrist Mark McEntee zusammentaten. Amphlett, geboren am 25. Oktober 1959 in Geelong, Victoria, hatte bereits eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Als Kind arbeitete sie als Modell, und mit 17 Jahren wurde sie in Spanien wegen Straßenmusik festgenommen. Diese rebellische Ader sollte später zum Markenzeichen der Band werden. Zusammen mit Jeremy Paul am Bass, Bjarne Ohlin an Keyboard und Gitarre sowie Richard Harvey am Schlagzeug formierte sich die Urbesetzung der Divinyls.
Die Band machte sich zunächst in den Pubs und Clubs von Sydney einen Namen, besonders im berüchtigten Stadtteil Kings Cross. Ihr rauer, energiegeladener Sound und Amphletts unkonventionelle Bühnenpräsenz sorgten schnell für Aufsehen. Der große Durchbruch kam, als die Band Songs für den australischen Film “Monkey Grip” beisteuerte. Amphlett und McEntee spielten sogar kleine Rollen in dem Film, was der Band zusätzliche Aufmerksamkeit verschaffte. Die erste Single “Boys in Town” erschien 1981 und erreichte Platz 8 in den australischen Charts.
Nach dem Soundtrack “Music from Monkey Grip” von 1982 veröffentlichten Divinyls 1983 ihr erstes richtiges Studioalbum “Desperate”. Die Platte etablierte die Band endgültig in der australischen Musikszene und zeigte ihre Vielseitigkeit zwischen hartem Rock und New Wave-Einflüssen. Der Song “Science Fiction” aus dem Jahr 1982 erreichte Platz 13 in Australien und wurde zu einem ihrer frühen Klassiker.
Mit “What a Life!” von 1985 setzten Divinyls ihren Erfolgskurs fort. Die Single “Pleasure and Pain” kletterte auf Platz 11 der australischen Charts und demonstrierte die Fähigkeit der Band, eingängige Melodien mit kantigem Rock zu verbinden. Chrissy Amphletts Stimme – kraftvoll, rau und gleichzeitig verletzlich – wurde zum unverwechselbaren Erkennungszeichen der Band. Ihr Bühnenbild war ebenso ikonisch: Sie trat häufig in Schuluniform und Netzstrümpfen auf und benutzte eine leuchtende Neonröhre als Requisite, was für damalige Verhältnisse äußerst provokant war.
Das Album “Temperamental” erschien 1988 und zeigte eine leichte Verschiebung in Richtung Pop-Rock, ohne dabei die raue Energie der Band zu verlieren. Die Cover-Version von “Hey Little Boy” erreichte Platz 25 in Australien. Die Band hatte zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Besetzungswechsel hinter sich, doch das Kernteam Amphlett und McEntee blieb stets das kreative Zentrum.
1991 veröffentlichten Divinyls ihr selbstbetiteltes Album, das alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen sollte. Die Single “I Touch Myself” wurde zum größten Hit der Bandgeschichte und katapultierte Divinyls auf die internationale Bühne. Der Song erreichte Platz 1 in Australien, Platz 4 in den USA, Platz 10 in Großbritannien und Platz 13 in Kanada. Mit seinem offenen Text über weibliche Sexualität war der Song für die damalige Zeit mutig und sorgte für kontroverse Diskussionen.
Der Erfolg von “I Touch Myself” machte Divinyls zu einem internationalen Phänomen. Das Lied wurde in zahlreichen Filmen und Fernsehserien verwendet und ist bis heute ein fester Bestandteil vieler Streaming-Playlists und Webradio-Programme. Die Kombination aus Amphletts selbstbewusster Darbietung und der eingängigen Melodie machte den Song zu einem zeitlosen Klassiker. Die Band erhielt zahlreiche Nominierungen bei den ARIA Awards und MTV Video Music Awards.
Trotz des enormen Erfolgs blieben Divinyls ihrer rebellischen Haltung treu. Amphlett nutzte ihre Plattform, um gesellschaftliche Konventionen zu hinterfragen und weibliche Selbstbestimmung zu thematisieren. Ihre Performances waren energiegeladen und oft unpredictable, was ihr den Ruf einer der charismatischsten Frontfrauen der Rockmusik einbrachte.
Nach dem Höhepunkt von 1991 veröffentlichten Divinyls 1996 ihr letztes Studioalbum “Underworld“. Die Single “Human on the Inside” erreichte noch Platz 59 in Australien, doch der große kommerzielle Erfolg blieb aus. Im selben Jahr löste sich die Band auf. Chrissy Amphlett wandte sich anderen Projekten zu, darunter Musical-Produktionen wie “Blood Brothers” und “The Boy From Oz”, in denen sie ihre schauspielerischen Fähigkeiten unter Beweis stellte.
2006 erfolgte eine Wiedervereinigung der Band, und Divinyls wurden in die ARIA Hall of Fame aufgenommen – eine verdiente Anerkennung für ihren Beitrag zur australischen Musikgeschichte. Die Band spielte einige Konzerte und veröffentlichte neue Songs, doch die Reunion war nur von kurzer Dauer. Bis etwa 2009 waren Divinyls sporadisch aktiv, bevor die Aktivitäten endgültig eingestellt wurden.
Chrissy Amphlett hatte in ihren letzten Lebensjahren mit schweren gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Sie litt an Multipler Sklerose und wurde 2010 mit Brustkrebs diagnostiziert. Aufgrund ihrer MS konnte sie keine Chemotherapie erhalten. Amphlett lebte zuletzt mit ihrem Ehemann Charley Drayton, der auch als Schlagzeuger bei Divinyls gespielt hatte, in New York City. Am 21. April 2013 verstarb sie dort im Alter von 53 Jahren.
Das Vermächtnis der Divinyls lebt weit über die aktive Zeit der Band hinaus. “I Touch Myself” wurde später Teil einer Kampagne für Brustkrebs-Prävention, dem “I Touch Myself Project”, das Frauen zur Selbstuntersuchung ermutigt – eine bewegende Verbindung zu Amphletts eigenem Schicksal. Der Song wird regelmäßig im Radio und auf Online-Streaming-Plattformen gespielt und hat nichts von seiner Kraft verloren.
Chrissy Amphlett war übrigens eine Cousine von Patricia “Little Pattie” Amphlett, einer bekannten australischen Sängerin der 1960er Jahre. Diese musikalische Familientradition setzte Chrissy auf ihre ganz eigene, unverwechselbare Weise fort. Ihr Einfluss auf nachfolgende Generationen von Rockmusikerinnen ist unbestreitbar. Sie zeigte, dass Frauen im Rock nicht nur mitspielen, sondern die Regeln neu schreiben können.
Die Divinyls hinterließen ein beeindruckendes musikalisches Erbe mit sechs Studioalben, zahlreichen Singles und unvergesslichen Live-Auftritten. Ihre Musik vereinte rohe Energie mit melodischem Gespür und ihre Texte waren oft mutig und gesellschaftskritisch. Von den rauen Pub-Rock-Anfängen über New Wave-Experimente bis hin zu Pop-Rock-Hymnen zeigten Divinyls eine bemerkenswerte stilistische Bandbreite. Mark McEntees Gitarrenarbeit bildete dabei stets das perfekte Fundament für Amphletts unverwechselbare Stimme und Bühnenpräsenz. Die Band bleibt ein wichtiger Teil der australischen Rockgeschichte und ihre Songs werden auch heute noch von Fans weltweit geschätzt.
Wir konnten leider keine Konzerte von Divinyls finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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