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today28.02.2026
Chip Taylor ist ein legendärer amerikanischer Songwriter und Sänger, der mit Klassikern wie “Wild Thing” und “Angel of the Morning” Musikgeschichte schrieb. Der 1940 in Yonkers geborene Künstler prägte über sechs Jahrzehnte hinweg die Pop-, Rock- und Country-Musik. Seine Songs wurden von unzähligen Künstlern interpretiert und gehören bis heute zum festen Repertoire vieler Radiostationen weltweit.
| Künstlername | Chip Taylor |
| Bürgerlicher Name | James Wesley Voight |
| Genre | Country, Pop, Rock, Americana |
| Größter Hit | Wild Thing |
| Geburtsdatum | 21. März 1940 |
| Geburtsort | Yonkers, New York, USA |
| Wohnort | New York City, USA |
| Staatsangehörigkeit | US-amerikanisch |
| Sternzeichen | Widder |
| Markenzeichen | Emotionale Texte, genreübergreifende Songs |

Als James Wesley Voight kam Chip Taylor am 21. März 1940 in Yonkers, New York, zur Welt. Seine Familie sollte später noch für einige Überraschungen sorgen: Sein älterer Bruder Jon Voight wurde ein gefeierter Hollywood-Schauspieler, sein Bruder Barry ein renommierter Geologe. Damit ist Chip Taylor auch der Onkel von Angelina Jolie und James Haven – eine Verwandtschaft, die viele überrascht. Die musikalische Ader lag allerdings ganz bei ihm, während seine Geschwister andere Wege einschlugen.
Aufgewachsen in einer Zeit, als Rock’n’Roll gerade das Licht der Welt erblickte, besuchte Taylor die Archbishop Stepinac High School in White Plains. Sein Vater war professioneller Golfspieler, und für kurze Zeit versuchte auch der junge James, in diesem Sport Fuß zu fassen. Doch die Musik hatte bereits einen viel stärkeren Sog auf ihn. 1961 schrieb er sich kurzzeitig an der University of Hartford ein, doch die akademische Laufbahn sollte nicht sein Weg werden.
Schon als Teenager spielte Chip Taylor in lokalen Country- und Doo-Wop-Bands. Unter dem Namen Wes Voight veröffentlichte er Ende der 1950er Jahre seine ersten Singles beim Label King/DeLuxe. Diese frühen Gehversuche waren zwar noch nicht der große Durchbruch, legten aber den Grundstein für seine spätere Karriere. Die 1960er Jahre sollten dann alles verändern.
Taylor begann, sich auf das Songwriting zu konzentrieren und arbeitete mit verschiedenen Partnern zusammen, darunter Al Gorgoni, Billy Vera, Ted Daryll und Jerry Ragovoy. Diese Kollaborationen erwiesen sich als äußerst fruchtbar. 1966 gelang ihm mit “Wild Thing” der absolute Durchbruch. Der Song, interpretiert von den Troggs, stürmte die Charts und erreichte Platz 1 in den USA und Platz 2 in Großbritannien. Mit seinem rohen, primitiven Rock-Sound wurde “Wild Thing” zu einer Hymne der Garage-Rock-Ära und ist bis heute ein Klassiker, der in unzähligen Filmen und Werbespots verwendet wird.
Nur zwei Jahre später folgte der nächste Geniestreich: “Angel of the Morning”. Ursprünglich 1968 von Merrilee Rush gesungen, wurde der Song zu einem zeitlosen Klassiker. Die emotionale Ballade über eine Frau, die nach einer Liebesnacht um Verständnis bittet, war für die damalige Zeit bemerkenswert offen und ehrlich. Juice Newton brachte 1981 eine weitere erfolgreiche Version heraus, die zum Millionenseller wurde. Selbst 2001 erlebte der Song durch Shaggy eine Renaissance – ein Beweis für die zeitlose Qualität von Taylors Komposition.
Chip Taylors Talent lag nicht nur darin, Hits zu schreiben, sondern Songs zu kreieren, die von den unterschiedlichsten Künstlern interpretiert werden konnten. “I Can’t Let Go” wurde 1966 von den Hollies auf Platz 2 der britischen Charts gebracht und später von Linda Ronstadt gecovert. “Try (Just a Little Bit Harder)”, ursprünglich von Lorraine Ellison gesungen, wurde durch Janis Joplins kraftvolle Interpretation unsterblich.
Die Liste der Künstler, die Chip-Taylor-Songs aufgenommen haben, liest sich wie ein Who’s Who der Musikgeschichte: The Hollies, Willie Nelson, Anne Murray, Evie Sands, Linda Ronstadt und viele mehr. Seine Fähigkeit, Songs zu schreiben, die sowohl im Country als auch im Pop, Rock oder Soul funktionieren, machte ihn zu einem der gefragtesten Songwriter seiner Zeit. Während viele seiner Kollegen auf ein Genre festgelegt waren, bewegte sich Taylor mühelos zwischen den Stilen.
Ende der 1970er Jahre geschah etwas Unerwartetes: Chip Taylor zog sich weitgehend aus der Musikbranche zurück. Der Grund war eine Leidenschaft, die ihn schon lange begleitet hatte – das Glücksspiel. Taylor wurde professioneller Blackjack-Spieler und Pferdewetter. Diese Phase seines Lebens war von Höhen und Tiefen geprägt, und Taylor selbst sprach später offen über seine Spielsucht. Für mehr als ein Jahrzehnt konzentrierte er sich auf diese alternative Karriere, während seine Songs weiterhin im Radio liefen und von anderen Künstlern aufgenommen wurden.
Diese Auszeit hätte das Ende seiner musikalischen Karriere bedeuten können, doch Mitte der 1990er Jahre kehrte Taylor zur Musik zurück. Mit neuem Schwung und einer veränderten Perspektive begann er, wieder aufzutreten und eigene Alben aufzunehmen. 1996 erschien “Hit Man”, das den Beginn seiner zweiten musikalischen Phase markierte. Die Erfahrungen aus den Jahren des Glücksspiels und die persönlichen Kämpfe flossen in seine neuen Songs ein und verliehen ihnen eine Tiefe und Authentizität, die viele Hörer berührte.
Die zweite Hälfte von Chip Taylors Karriere erwies sich als erstaunlich produktiv. Er veröffentlichte eine beeindruckende Reihe von Alben, die seine Entwicklung als Künstler dokumentierten. Besonders bemerkenswert war seine Zusammenarbeit mit der Geigerin und Sängerin Carrie Rodriguez, mit der er mehrere Alben aufnahm, darunter “Let’s Leave This Town” (2002). Diese Partnerschaft brachte eine neue Dimension in seine Musik und führte ihn tiefer in die Americana- und Roots-Music-Szene.
Alben wie “Yonkers, NY” (2009), benannt nach seiner Geburtsstadt, zeigten einen reflektierenden, autobiographischen Taylor. Das Album wurde 2011 für einen Grammy in der Kategorie “Best Recording Package” nominiert. Mit “F*** All the Perfect People” (2012) bewies er, dass er auch mit über 70 Jahren noch rebellisch und provokant sein konnte. Seine späteren Werke wie “The Little Prayers Trilogy” (2014) und “The Cradle of All Living Things” (2023) wurden von Kritikern für ihre kreative Energie und emotionale Tiefe gelobt.
Taylor gründete sein eigenes Label, Train Wreck Records, und behielt so die vollständige kreative Kontrolle über seine Musik. Diese Unabhängigkeit ermöglichte es ihm, genau die Musik zu machen, die er machen wollte, ohne kommerzielle Zwänge. Seine Konzerte, oft in intimen Venues, wurden zu legendären Ereignissen, bei denen er Geschichten erzählte und seine Songs in einem persönlichen Kontext präsentierte – eine Erfahrung, die man heute über verschiedene Streaming-Plattformen und Internetradio-Sender nacherleben kann.
2016 wurde Chip Taylor die höchste Ehre zuteil, die einem Songwriter zuteilwerden kann: die Aufnahme in die Songwriters Hall of Fame. Diese Anerkennung würdigte ein Lebenswerk, das die Popmusik nachhaltig geprägt hat. Seine Songs haben Generationen überdauert und werden auch heute noch regelmäßig gecovert und in verschiedenen Medien verwendet.
Trotz gesundheitlicher Herausforderungen – Taylor musste sich wegen Kehlkopfkrebs behandeln lassen – blieb er musikalisch aktiv. 2025 veröffentlichte er “The Truth And Other Things”, ein ambitioniertes Drei-Disc-Projekt, das Songs, Geschichten und persönliche Reflexionen vereint. Mit über 80 Jahren bewies er damit, dass sein kreatives Feuer noch immer brennt.
Chip Taylors Leben war geprägt von Höhen und Tiefen, von spektakulären Erfolgen und persönlichen Kämpfen. Seine Ehe mit Joan Carole Frey, die im Juni 2025 verstarb, war eine wichtige Konstante in seinem Leben. Das Paar hatte Kinder und Enkel, und Taylor lebt weiterhin in New York City, der Stadt, die nie weit von seinem künstlerischen Schaffen entfernt war.
Sein Vermächtnis ist beeindruckend: Songs, die zu Evergreens wurden, eine Karriere, die sich über mehr als sechs Jahrzehnte erstreckt, und eine Authentizität, die in der heutigen Musikindustrie selten geworden ist. Ob man seine Klassiker im Radio hört oder seine späteren Americana-Werke entdeckt – Chip Taylor bleibt ein faszinierender Künstler, dessen Musik zeitlos ist und dessen Geschichte von Durchhaltevermögen, Talent und der unerschütterlichen Liebe zur Musik erzählt.
Wir konnten leider keine Konzerte von Chip Taylor finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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