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today28.02.2026
China Crisis ist eine britische New Wave und Synth-Pop Band, die 1979 in Kirkby, Merseyside gegründet wurde und vor allem in den 1980er Jahren große Erfolge feierte. Mit ihrem melodischen Sound, mehrstimmigen Gesang und der geschickten Verbindung von elektronischen und akustischen Elementen prägten Gary Daly und Eddie Lundon eine unverwechselbare musikalische Handschrift. Ihr größter Hit “Wishful Thinking” erreichte 1984 Platz 9 der britischen Charts und machte die Band international bekannt.
| Künstlername | China Crisis |
| Mitglieder | Gary Daly, Eddie Lundon |
| Genre | New Wave, Synth-Pop, Sophisti-Pop |
| Größter Hit | Wishful Thinking |
| Gründungsjahr | 1979 |
| Land | Vereinigtes Königreich |
| Markenzeichen | Melodischer mehrstimmiger Gesang, Synthesizer-Klänge kombiniert mit akustischen Instrumenten |

Die Geschichte von China Crisis beginnt in der nordenglischen Industriestadt Kirkby in Merseyside, wo sich Gary Daly und Eddie Lundon bereits als Kinder auf der römisch-katholischen St. Kevin’s School for Boys kennenlernten. Beide wurden am 5. Mai beziehungsweise 9. Juni 1962 geboren und teilten schon früh eine Leidenschaft für Musik. Ihre gemeinsamen Vorbilder waren Künstler wie David Bowie, Brian Eno und die Talking Heads, später auch die anspruchsvollen Jazz-Rock-Arrangements von Steely Dan. Diese vielfältigen Einflüsse sollten den charakteristischen Sound der Band maßgeblich prägen.
In den späten 1970er Jahren experimentierten die beiden Freunde zunächst in verschiedenen Post-Punk-Formationen in der Region Knowsley. Die musikalische Landschaft Liverpools und Umgebung war zu dieser Zeit äußerst lebendig und bot jungen Musikern zahlreiche Möglichkeiten, sich auszuprobieren. 1979 beschlossen Daly und Lundon schließlich, ihre eigene Band zu gründen und nannten sie China Crisis. Der Name sollte ein Statement sein, auch wenn seine genaue Bedeutung von den beiden nie eindeutig erklärt wurde.
Die ersten Schritte waren bescheiden. 1981 veröffentlichten sie ihre Debütsingle “African and White” über das kleine Independent-Label Inevitable. Der Song zeigte bereits die Vorliebe der Band für atmosphärische Klänge und unkonventionelle Arrangements. Ein Jahr später folgte ein Remix der Single, der es immerhin auf Platz 45 der britischen Charts schaffte und die Aufmerksamkeit größerer Plattenfirmen erregte.
1982 war das entscheidende Jahr für China Crisis. Die Band unterschrieb einen Vertrag bei Virgin Records, was ihnen Zugang zu professionelleren Produktionsmöglichkeiten und einer breiteren Öffentlichkeit verschaffte. Noch im selben Jahr erschien ihr Debütalbum “Difficult Shapes & Passive Rhythms, Some People Think It’s Fun to Entertain”. Der sperrige Titel war typisch für die Band, die sich nie um Mainstream-Konventionen scherte. Das Album kombinierte New Wave-Elemente mit experimentellen Synthesizer-Klängen und zeigte bereits die musikalische Reife der beiden Hauptakteure.
Der kommerzielle Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Die Single “Christian” aus dem Jahr 1982 kletterte auf Platz 12 der britischen Charts und etablierte China Crisis als ernstzunehmende Größe in der britischen Popszene. 1983 folgte das zweite Album “Working with Fire and Steel – Possible Pop Songs Volume Two”, das mit Gold ausgezeichnet wurde. Songs wie “Working with Fire and Steel” und “Tragedy and Mystery” fanden sowohl bei Kritikern als auch beim Publikum Anklang.
Doch der absolute Höhepunkt sollte noch kommen. 1984 veröffentlichte die Band die Single “Wishful Thinking”, die es bis auf Platz 9 der UK-Charts schaffte – ihre einzige Top-10-Platzierung. Interessanterweise übernahm bei diesem Song Eddie Lundon den Leadgesang, während normalerweise Gary Daly diese Rolle innehatte. Der Song wurde zum Markenzeichen der Band und wird heute noch regelmäßig im Webradio und auf Streaming-Plattformen gespielt. Seine eingängige Melodie und der melancholische Text trafen den Nerv der Zeit und machten China Crisis auch international bekannt.
1985 markierte einen weiteren Meilenstein in der Karriere von China Crisis. Für ihr drittes Studioalbum “Flaunt the Imperfection” konnten sie Walter Becker gewinnen, den legendären Gitarristen und Produzenten von Steely Dan. Diese Zusammenarbeit war ein Traum für Daly und Lundon, die seit Jahren Fans von Steely Dan waren. Becker brachte seine Erfahrung und seinen Perfektionismus in die Produktion ein und half der Band, ihren Sound zu verfeinern.
Das Album wurde ein großer kommerzieller Erfolg und erhielt ebenfalls eine Goldauszeichnung in Großbritannien. Die Single “Black Man Ray” erreichte Platz 14 der Charts, gefolgt von “King in a Catholic Style (Wake Up)” auf Platz 19. Besonders bemerkenswert war die experimentelle Herangehensweise bei der Aufnahme von “Black Man Ray”. Teile des Songs wurden in der Küche des Studios aufgenommen, wobei Alltagsgeräusche und Ambient-Klangflächen bewusst in die Produktion einflossen. Diese unkonventionelle Methode zeigte die künstlerische Freiheit, die sich die Band nahm.
Die Besetzung von China Crisis war zu dieser Zeit erweitert worden. Neben den Gründungsmitgliedern Daly und Lundon gehörten zeitweise Musiker wie der Schlagzeuger Kevin Wilkinson, Bassist Gary Johnson und der Oboist Steve Levy zur Band. Diese erweiterte Formation ermöglichte es, den komplexen Sound der Studioalben auch live authentisch umzusetzen. 1986 erschien das Album “What Price Paradise”, das zwar nicht mehr ganz an die Erfolge der Vorgänger anknüpfen konnte, aber dennoch die musikalische Qualität der Band unter Beweis stellte.
Mit dem Ende der 1980er Jahre begann für China Crisis eine schwierigere Phase. Der musikalische Zeitgeist hatte sich verändert, und der melodische Synth-Pop der frühen Achtziger wurde zunehmend von härteren Sounds verdrängt. 1989 erschien das Album “Diary of a Hollow Horse”, das kommerziell hinter den Erwartungen zurückblieb. Die Band kämpfte mit sinkenden Verkaufszahlen und dem Druck, sich neu zu erfinden.
Ein weiterer Schicksalsschlag traf die Band 1999, als der ehemalige Schlagzeuger Kevin Wilkinson durch Suizid starb. Wilkinson hatte maßgeblich zum Sound der erfolgreichen Mittachtziger-Alben beigetragen, und sein Tod hinterließ eine schmerzliche Lücke. Trotz dieser Rückschläge gaben Daly und Lundon nicht auf. 1994 hatten sie mit “Warped by Success” noch ein weiteres Studioalbum veröffentlicht, danach wurde es jedoch für über zwei Jahrzehnte still um neue Studioproduktionen.
China Crisis konzentrierte sich in dieser Zeit vor allem auf Liveauftritte. Die Band tourte regelmäßig, oft mit wechselnden Begleitmusikern, und spielte ihre Klassiker vor einem treuen Publikum. Die Songs der Achtziger Jahre fanden bei nostalgischen Fans großen Anklang, und die Band entdeckte, dass ihre Musik auch bei jüngeren Generationen Interesse weckte. Besonders im Internetradio und auf Streaming-Plattformen erlebten ihre Hits eine Renaissance.
2015 überraschte China Crisis die Musikwelt mit einem bemerkenswerten Comeback. Nach 21 Jahren erschien mit “Autumn in the Neighbourhood” ein neues Studioalbum. Die Finanzierung erfolgte über Crowdfunding auf der Plattform PledgeMusic, was zeigte, wie loyal die Fanbasis auch nach all den Jahren geblieben war. Das Album erhielt überwiegend positive Kritiken und bewies, dass Daly und Lundon nichts von ihrer melodischen Finesse verloren hatten.
Die beiden Gründungsmitglieder sind heute beide über 60 Jahre alt, aber noch immer musikalisch aktiv. Sie leben weiterhin in England und treten regelmäßig auf, sowohl im Vereinigten Königreich als auch international. Ihre Konzerte sind eine Mischung aus nostalgischen Hits und neueren Songs, wobei “Wishful Thinking” natürlich nie fehlen darf. Die Band hat es geschafft, ihre musikalische Identität zu bewahren, ohne in reiner Nostalgie zu verharren.
China Crisis bleibt ein faszinierendes Beispiel für eine Band, die trotz aller Höhen und Tiefen ihrer künstlerischen Vision treu geblieben ist. Ihr Markenzeichen – der melodische mehrstimmige Gesang von Daly und Lundon, die geschickte Verbindung von Synthesizern mit akustischen Instrumenten wie Oboe und Saxophon, und die anspruchsvollen Arrangements – hat die Zeit überdauert. Ihre Musik wird bis heute auf zahlreichen Radiosendern gespielt und findet neue Hörer über moderne Plattformen. Die Zusammenarbeit mit Walter Becker bleibt ein Höhepunkt ihrer Karriere und zeigt, dass sie stets nach musikalischer Exzellenz strebten. Mit sieben Studioalben, zahlreichen Singles und einer treuen Fangemeinde haben Gary Daly und Eddie Lundon ihren Platz in der Geschichte der britischen Popmusik gesichert.
Wir konnten leider keine Konzerte von China Crisis finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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