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today01.03.2026
Bryan Ferry ist eine britische Musiklegende, die als Frontmann von Roxy Music und erfolgreicher Solokünstler Musikgeschichte schrieb. Mit seiner unverwechselbaren Stimme und seinem eleganten Stil prägte er den Art Rock und Glam Rock der 1970er Jahre und blieb bis heute eine Stilikone. Seine Karriere umfasst über fünf Jahrzehnte voller musikalischer Experimente, Coverversionen und eigener Kompositionen.
| Künstlername | Bryan Ferry |
| Bürgerlicher Name | Bryan Ferry |
| Genre | Art Rock, Glam Rock, Pop Rock, Sophisti-Pop |
| Größter Hit | Slave to Love |
| Geburtsdatum | 26. September 1945 |
| Geburtsort | Washington, County Durham, England |
| Staatsangehörigkeit | Britisch |
| Sternzeichen | Waage |
| Markenzeichen | Eleganter Croon-Gesang, modischer Stil, künstlerisches Gesamtkonzept |
Bryan Ferry wurde in einfachen Verhältnissen in Washington, County Durham geboren. Sein Vater arbeitete auf einer Farm und kümmerte sich um Bergwerkspferde, während seine Mutter Mary Ann die Familie zusammenhielt. Schon früh entwickelte der junge Bryan eine Leidenschaft für Jazz und Kunst. Um sich Zeitschriften leisten zu können, jobbte er als Zeitungsjunge. Diese frühe Begeisterung für Ästhetik und Kultur sollte sein gesamtes späteres Schaffen prägen.
Nach seinem Schulabschluss begann Ferry ein Studium an der Durham University, wechselte dann aber zur Newcastle University, wo er zwischen 1964 und 1968 Kunst studierte. Dort hatte er das Glück, bei dem renommierten Künstler Richard Hamilton zu lernen, was seinen Blick auf die Verbindung von Kunst und Popkultur schärfte. Während seiner Studienzeit war er bereits musikalisch aktiv und spielte in verschiedenen Bands wie The Banshees, City Blues und The Gas Board. Nach seinem Abschluss zog Ferry 1968 nach London, wo er zunächst als Kunst- und Keramiklehrer arbeitete, während er parallel seine musikalische Karriere vorbereitete.
Im November 1970 gründete Bryan Ferry gemeinsam mit Graham Simpson die Band Roxy Music, die schnell zu einem der innovativsten Acts der britischen Musikszene wurde. Zur Gründungsbesetzung gehörten Andy Mackay am Saxophon und Oboe, Brian Eno an Synthesizern und Tape-Effekten, Phil Manzanera an der Gitarre und Paul Thompson am Schlagzeug. Die Band kombinierte avantgardistische Klänge mit Glam Rock, Kunst-Ästhetik und einer visuell beeindruckenden Bühnenpräsenz, die Ferry maßgeblich gestaltete.
Roxy Music durchlief mehrere Phasen: Von 1970 bis 1976 erlebte die Band ihre erste kreative Hochphase, bevor sie sich vorübergehend auflöste. Zwischen 1978 und 1983 folgten weitere erfolgreiche Alben und Tourneen. Nach einer längeren Pause kam es 2001 zu großen Reunion-Konzerten, die bis 2011 andauerten. Im Jahr 2022 feierte die Band ihr 50-jähriges Jubiläum mit ausgedehnten Tourneen durch Großbritannien, die USA und Kanada. Die Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame 2019 krönte das Lebenswerk der Band.
Parallel zu seiner Arbeit mit Roxy Music startete Ferry bereits 1973 seine Solokarriere. Sein Debütalbum “These Foolish Things” bestand hauptsächlich aus Coverversionen älterer Pop-Standards und zeigte seine Vorliebe für nostalgische Klänge und elegante Arrangements. Diese Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart wurde zu einem seiner Markenzeichen. In den folgenden Jahren veröffentlichte er weitere Alben wie “Another Time, Another Place” und “Let’s Stick Together”, wobei letzteres die gleichnamige Single enthielt, die Platz 4 der britischen Charts erreichte.
Den größten Solo-Erfolg feierte Ferry 1985 mit dem Album “Boys and Girls”, das Platz 1 der UK-Charts erreichte. Die Single “Slave to Love” wurde zu einem seiner bekanntesten Songs und demonstrierte seine Fähigkeit, emotionale Balladen mit perfekter Produktion zu verbinden. Das Album markierte einen Höhepunkt seiner Solokarriere und etablierte ihn endgültig als eigenständigen Künstler neben Roxy Music. Zwei Jahre später folgte “Bête Noire”, aus dem die Single “Kiss And Tell” stammte, die besonders in den USA erfolgreich war und Platz 31 der Billboard Hot 100 erreichte – sein höchster Solo-Erfolg in Amerika.
Der Song “Kiss And Tell” aus dem Jahr 1988 ist nicht nur musikalisch interessant, sondern auch wegen seines persönlichen Hintergrunds. Er thematisiert vermutlich Ferrys vergangene Beziehung mit dem Model Jerry Hall, die später ein Buch über ihre gemeinsame Zeit veröffentlichte. Der Titel spielt auf das Ausplaudern privater Details an – ein Thema, das Ferry offenbar beschäftigte. Musikalisch präsentiert sich der Song als typischer Ferry-Track der späten 1980er Jahre: glatt produziert, mit eingängigen Melodien und seiner charakteristischen Stimme, die zwischen Coolness und Verletzlichkeit changiert.
Die Single wurde als zweite Auskopplung aus “Bête Noire” veröffentlicht und erreichte in Großbritannien Platz 41 der Charts. In den USA lief es deutlich besser – hier kletterte der Song auf Platz 31 und wurde damit zu seiner erfolgreichsten Solo-Single in Amerika. Heute wird “Kiss And Tell” regelmäßig im Streaming und auf Webradio-Sendern gespielt, die sich auf die Musik der 1980er Jahre spezialisiert haben. Der Song repräsentiert eine Ära, in der Ferry seinen Sound modernisierte, ohne seine künstlerische Identität aufzugeben.
In den 1990er und 2000er Jahren setzte Ferry seine Solokarriere mit Alben wie “Taxi”, “Mamouna” und “Frantic” fort, wobei er zunehmend zu seinen Wurzeln zurückkehrte. Das Album “As Time Goes By” von 1999 war eine Hommage an die großen Standards der 1930er und 1940er Jahre. Mit “Dylanesque” widmete er sich 2007 ausschließlich Bob-Dylan-Coverversionen und zeigte damit erneut seine Liebe zur Neuinterpretation klassischer Songs.
Ein besonderes Projekt war das 2018 erschienene Album “Bitter-Sweet”, auf dem Ferry mit einem Orchester zusammenarbeitete und seine größten Hits neu arrangierte. Diese orchestralen Versionen unterstrichen die zeitlose Qualität seiner Kompositionen. Im März 2025 überraschte Ferry mit “Loose Talk”, einem experimentellen Projekt gemeinsam mit der Künstlerin Amelia Barratt. Das Album verwendet gesprochene Texte von Barratt und greift auf unveröffentlichte Demos zurück – ein künstlerischer Neuanfang, der zeigt, dass Ferry auch mit fast 80 Jahren noch bereit ist, neue Wege zu gehen.
Bryan Ferrys Einfluss auf Musik, Mode und Popkultur kann kaum überschätzt werden. Er gilt als Stilikone, dessen elegante Erscheinung und künstlerisches Gesamtkonzept Generationen von Musikern beeinflusst haben. Seine Verbindung von bildender Kunst und Musik, sein Gespür für visuelle Präsentation und seine Vorliebe für stilistische Experimente machten ihn zu einem Pionier des Art Rock. Sein Gesangsstil – ein eleganter, oft sinnlicher Croon mit leichtem Vibrato – ist unverwechselbar und wurde vielfach imitiert.
Für seine Verdienste um die britische Musik wurde Ferry 2011 zum Commander of the British Empire ernannt. Ein Jahr später erhielt er die französische Auszeichnung “Officier de l’Ordre des Arts et des Lettres”. Die Newcastle University verlieh ihm 2014 einen Ehrendoktor der Musik. Diese Ehrungen würdigen nicht nur seine musikalischen Leistungen, sondern auch seinen Beitrag zur kulturellen Landschaft. Bryan Ferry ist seit 2012 mit Amanda Sheppard verheiratet und hat vier Söhne aus seiner ersten Ehe mit Lucy Helmore. Seine Musik wird weiterhin auf Internetradio-Sendern weltweit gespielt und erreicht neue Generationen von Hörern, die seine zeitlose Eleganz zu schätzen wissen.
Wir konnten leider keine Konzerte von Bryan Ferry finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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