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today28.02.2026
Army of Lovers ist eine schwedische Pop-Band, die Ende der 1980er Jahre gegründet wurde und mit ihrer extravaganten Mischung aus Dance-Pop, provokanten Musikvideos und Camp-Ästhetik internationale Bekanntheit erlangte. Die Gruppe wurde vor allem durch ihren Hit “Crucified” zu einer festen Größe in der europäischen Clubszene der frühen 1990er Jahre. Mit ihrer theatralischen Inszenierung und visuellen Provokation prägten sie eine ganze Ära des Europop.
| Künstlername | Army of Lovers |
| Mitglieder | Alexander Bard, Jean-Pierre Barda, Dominika Peczynski |
| Genre | Dance-Pop, Europop |
| Größter Hit | Crucified |
| Gründungsjahr | 1987 |
| Land | Schweden |
| Markenzeichen | Extravagante Kostüme, theatralische Videos, Camp-Ästhetik |

Die Geschichte von Army of Lovers begann 1987 in Stockholm, als sich Alexander Bard, Jean-Pierre Barda und Camilla Henemark zusammenfanden. Die drei hatten bereits zuvor im Musikprojekt “Barbie” zusammengearbeitet und wussten, dass sie gemeinsam etwas Besonderes schaffen konnten. Der Bandname selbst war eine bewusste Provokation und bezog sich auf den Dokumentarfilm “Army of Lovers or Revolt of the Perverts” von Rosa von Praunheim, der wiederum auf die antike Sacred Band of Thebes anspielte.
Von Anfang an war klar, dass Army of Lovers mehr sein sollte als nur eine weitere Pop-Band. Alexander Bard, geboren am 17. März 1961 in Motala, brachte seine Vision von synthetischem Dance-Pop ein. Jean-Pierre Barda, der am 7. März 1965 in Paris geboren wurde und algerisch-jüdische Wurzeln hat, steuerte seine charismatische Bühnenpräsenz bei. Camilla Henemark, geboren am 23. Oktober 1964 in Stockholm als Tochter einer schwedischen Mutter und eines nigerianischen Vaters, komplettierte das Trio mit ihrer markanten Erscheinung.
Das Debütalbum “Disco Extravaganza” erschien 1990 und legte den Grundstein für den kommenden Erfolg. Doch erst mit dem zweiten Album “Massive Luxury Overdose” von 1991 gelang der internationale Durchbruch. Die Single “Crucified” wurde zum größten Hit der Band und eroberte die europäischen Charts im Sturm. In Belgien erreichte der Song Platz 1, in Österreich schaffte er es in die Top 3, in Deutschland auf Platz 5 und in der Schweiz auf Platz 6. Auch in Spanien und Schweden landete “Crucified” auf Platz 8, während es im Vereinigten Königreich Platz 31 erreichte.
Der Erfolg von “Crucified” war kein Zufall. Das Lied kombinierte eingängige Dance-Beats mit religiöser Symbolik und einem provokanten Musikvideo, das die Band in opulenten Kostümen zeigte. Diese Mischung aus Popkultur und religiöser Ikonografie sorgte für Kontroversen, aber auch für massive Aufmerksamkeit. Weitere Hits wie “Obsession” und “Ride the Bullet” folgten und festigten den Status der Band als eine der führenden Acts im europäischen Dance-Pop.
Die Bandgeschichte war von mehreren Besetzungswechseln geprägt. Camilla Henemark, auch bekannt als “La Camilla”, verließ die Gruppe zeitweise aufgrund interner Konflikte und wurde durch Michaela de la Cour ersetzt, die zwischen 1991 und 1995 als weibliche Stimme fungierte. 1992 stieß Dominika Peczynski zur Band, die am 20. September 1970 in Warschau geboren wurde und als Kind nach Schweden kam. Sie brachte frischen Wind in die Formation und wurde zu einem festen Bestandteil des Army of Lovers-Sounds.
Das Album “The Gods of Earth and Heaven” von 1993 enthielt den kontroversen Hit “Israelism”, der besonders in Israel erfolgreich war und dort Platz 1 der Charts erreichte. Die Band scheute sich nie davor, politische und religiöse Themen aufzugreifen und diese in ihre extravagante visuelle Sprache zu übersetzen. 1994 folgte “Glory Glamour and Gold”, das letzte Studioalbum vor der ersten längeren Pause der Band.
1996 legte die Band eine Pause ein, die zunächst wie eine Auflösung wirkte. Alexander Bard widmete sich anderen Musikprojekten wie der Band Vacuum, während die anderen Mitglieder eigene Wege verfolgten. Jean-Pierre Barda zog nach Tel Aviv in Israel, wo er bis heute lebt und zu einer bekannten Figur in der LGBT-Community wurde. Dominika Peczynski verfolgte eine erfolgreiche Karriere in den Medien, arbeitete als Model und TV-Persönlichkeit.
Doch Army of Lovers ließen sich nicht dauerhaft begraben. Im Jahr 2001 erschien das Best-of-Album “Le Grand Docu-Soap”, das die größten Hits der Band zusammenfasste. Ab 2012 wurden die Aktivitäten wieder intensiviert, und 2013 nahm die Band sogar am schwedischen Melodifestivalen teil. Wer in dieser Zeit Internetradio hörte oder Online Radio Streaming nutzte, konnte die Band immer wieder in den Playlists verschiedener Webradio-Sender entdecken, die sich auf 90er-Jahre-Pop spezialisierten.
Im Jahr 2023 überraschte Army of Lovers die Musikwelt mit einem neuen Studioalbum namens “Sexodus”, das bewies, dass die Band auch nach Jahrzehnten noch kreativ und relevant ist. Die aktuelle Besetzung besteht aus Alexander Bard, Jean-Pierre Barda und Dominika Peczynski, die gemeinsam die Vision der Band in die Gegenwart tragen.
Army of Lovers haben im Laufe ihrer Karriere weltweit etwa sieben Millionen Alben verkauft und waren besonders in Osteuropa und Skandinavien enorm erfolgreich. Ihr Einfluss auf die visuelle Popkultur der 1990er Jahre kann kaum überschätzt werden. Mit ihren hochglänzenden Kostümen, die oft religiöse oder historische Motive aufgriffen, und ihren theatralischen Musikvideos schufen sie einen unverwechselbaren Stil, der als “High Camp” bezeichnet wird.
Die Band war nie nur Musik, sondern immer auch eine Statement-Maschine zu Themen wie Sexualität, Identität und visueller Selbstdarstellung. Sie brachen Tabus und schufen Räume für künstlerischen Ausdruck jenseits konventioneller Pop-Normen. Auch wenn sie nie einen Grammy oder ähnlich prominente internationale Musikpreise gewannen, liegt ihr Vermächtnis in den Chartpositionen, den Plattenverkäufen und vor allem in der kulturellen Wirkung, die sie bis heute entfalten. Army of Lovers bleiben eine einzigartige Erscheinung in der Popmusikgeschichte, die Generationen von Künstlern inspiriert hat und weiterhin inspiriert.
Wir konnten leider keine Konzerte von Army of Lovers finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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