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today28.02.2026
Alabina ist eine französisch-israelische Musikgruppe, die seit Mitte der 1990er Jahre mit ihrer einzigartigen Mischung aus arabischen, hebräischen, spanischen und französischen Klängen die Weltmusikszene bereichert. Die Formation besteht aus der charismatischen Sängerin Ishtar und der Roma-Band Los Niños de Sara. Ihr Sound verbindet Flamenco, Pop und orientalische Rhythmen zu einem unverwechselbaren musikalischen Erlebnis.
| Künstlername | Alabina |
| Mitglieder | Ishtar, Antonio Contreras, Ramón Compas, Santiago Lorente, Coco |
| Genre | Weltmusik, Flamenco, Pop, Worldbeat |
| Größter Hit | Alabina |
| Gründungsjahr | 1996 |
| Land | Frankreich, Israel |
| Markenzeichen | Mehrsprachige Songs, Fusion aus orientalischen und spanischen Elementen |

Die Geschichte von Alabina beginnt mit einer ungewöhnlichen Begegnung zwischen zwei musikalischen Welten. Ishtar, geboren am 10. November 1968 in Kiryat Ata bei Haifa in Israel, wuchs in einem kulturell vielfältigen Umfeld auf. Ihre Mutter stammte aus einer ägyptisch-jüdischen Familie, ihr Vater hatte marokkanisch-jüdische Wurzeln. Diese multikulturelle Prägung sollte später zum Markenzeichen ihrer Musik werden. Schon ihre Großmütterin war Sängerin und führte die junge Ishtar früh an die Musik heran.
In ihrer Jugend sang Ishtar bereits in Clubs und setzte ihre musikalische Leidenschaft sogar während ihres Militärdienstes fort. Dabei hatte sie einen durchaus ungewöhnlichen Job: Sie arbeitete als Technikerin für Hubschrauber in der israelischen Luftwaffe. Nach dem Militärdienst zog es sie auf Reisen durch verschiedene Länder, bis sie sich schließlich in Frankreich niederließ. Dort traf sie auf Los Niños de Sara, eine spanischsprachige Roma-Band aus Montpellier.
Los Niños de Sara bestanden aus vier Cousins: Antonio, liebevoll Tonio genannt, Ramón, Santiago, der meist Santi gerufen wurde, und Coco. Die vier Musiker brachten die feurigen Rhythmen des Flamenco und der Rumba mit, die tief in ihrer Roma-Kultur verwurzelt waren. Als sie auf Ishtars orientalische Gesangstradition trafen, entstand eine musikalische Chemie, die einzigartig war. Der Name Alabina stammt aus dem Arabischen und bedeutet so viel wie “lasst uns gehen” oder “Gott ist unter uns” – ein passender Name für ein Projekt, das Grenzen überschreiten sollte.
Mit der Veröffentlichung ihres ersten Albums 1996 beziehungsweise 1997, das schlicht “The Album” oder “Alabina – The Album” hieß, gelang der Gruppe der Durchbruch. Der gleichnamige Song “Alabina” wurde zum Aushängeschild der Formation und verbreitete sich rasend schnell in der Weltmusikszene. Die Kombination aus Ishtars ausdrucksstarker Stimme, die mühelos zwischen Arabisch, Hebräisch, Französisch und Englisch wechselte, und den mitreißenden Gitarrenklängen von Los Niños de Sara faszinierte das Publikum.
Das zweite Album “The Album II” folgte bereits 1998 und festigte den Ruf der Gruppe. Doch der wirkliche kommerzielle Höhepunkt kam 1999 mit dem Album “Sahara”. Dieses Werk erreichte in Frankreich Platz 18 der offiziellen Albumcharts und hielt sich mehrere Wochen in den Top 50. Songs wie “Lolole (Don’t Let Me Be Misunderstood)”, “Salam, La Paz Al Final”, “Choukrane” und “Vengan, Vengan (Ya habaybi, Ya ghaybine)” wurden zu Klassikern in ihrem Repertoire. Viele dieser Titel waren kreative Neuinterpretationen traditioneller Stücke oder bekannter Songs anderer Künstler, die Alabina mit ihrem charakteristischen Stil versahen.
Die Musik von Alabina fand besonders bei Hörern von Internetradio und Streaming-Diensten großen Anklang, da sie eine perfekte Mischung für weltoffene Musikliebhaber bot. Ihre Alben “L’Essentiel” und “The Ultimate Club Remixes” brachten zudem tanzbare Versionen ihrer Hits, die in Clubs und bei Radio-Stationen weltweit gespielt wurden.
Ishtar, als Skorpion geboren, entwickelte sich zur prägenden Figur der Gruppe. Ihre Fähigkeit, in mehreren Sprachen zu singen und dabei die emotionale Tiefe jeder Kultur einzufangen, machte sie zu einer außergewöhnlichen Künstlerin. Neben ihrer Arbeit mit Alabina startete sie parallel eine erfolgreiche Solokarriere. Ihr Album “La voix d’Alabina” erschien um das Jahr 2000 und zeigte eine persönlichere Seite ihrer Kunst.
Mit “Truly Emet” aus dem Jahr 2003 und “Je sais d’où je viens” von 2005 etablierte sich Ishtar auch als Solokünstlerin. Ihre Musik blieb dabei ihrer Linie treu: eine Verschmelzung verschiedener kultureller Einflüsse, die ihre eigene Lebensgeschichte widerspiegelte. Die Anerkennung für ihr Schaffen kam 2009, als sie in New York den prestigeträchtigen Big Apple Diamond Award erhielt – eine Auszeichnung, die ihre Bedeutung für die Weltmusik unterstrich.
Optisch war Ishtar bei Auftritten oft in opulenten, orientalisch inspirierten Outfits zu sehen, die perfekt zur exotischen Atmosphäre ihrer Musik passten. Ihre Bühnenpräsenz war ebenso fesselnd wie ihre Stimme, und sie verstand es, das Publikum in ferne Welten zu entführen.
Während Ishtar das Gesicht von Alabina war, bildeten Los Niños de Sara das musikalische Rückgrat. Die vier Cousins aus Montpellier brachten nicht nur ihre Instrumente mit, sondern auch die lebendige Tradition der Roma-Musik. Ihre Muttersprache Spanisch dominierte viele der Texte, doch sie sprachen auch fließend Französisch und verstanden es, sich musikalisch mit Ishtars orientalischen Melodien zu verbinden.
Los Niños de Sara waren keine Neulinge in der Musikszene. Sie hatten bereits vor Alabina eigene Projekte und führten auch während der gemeinsamen Zeit mit Ishtar parallel ihre eigene Karriere fort. Ihre Expertise in Flamenco und Rumba verlieh den Songs von Alabina jene rhythmische Intensität, die sie so tanzbarer und energiegeladener machte. Die Gitarrenriffs und perkussiven Elemente waren unverkennbar und wurden zum Markenzeichen der Gruppe.
Die Zusammenarbeit zwischen Ishtar und Los Niños de Sara war von gegenseitigem Respekt geprägt. Jeder brachte seine kulturellen Wurzeln ein, ohne die des anderen zu überdecken. Diese Balance machte ihre Musik so authentisch und gleichzeitig so universell ansprechend.
Alabina schuf eine Brücke zwischen verschiedenen Kulturen zu einer Zeit, als Weltmusik noch nicht so selbstverständlich im Mainstream vertreten war wie heute. Ihr Publikum erstreckte sich von Frankreich über den Nahen Osten bis hin zu lateinamerikanisch geprägten Regionen. Die Gruppe bewies, dass Musik eine universelle Sprache ist, die politische und kulturelle Grenzen überwinden kann.
Im Jahr 2008 erschien “The Alabina Years”, eine Best-of-Compilation, die die wichtigsten Momente ihrer gemeinsamen Karriere zusammenfasste. Diese Veröffentlichung diente nicht nur als Rückblick, sondern auch als Einführung für eine neue Generation von Hörern, die über Online Radio und Streaming-Plattformen auf die Gruppe aufmerksam wurden.
Was Alabina besonders macht, ist die Tatsache, dass ihre Musik zeitlos geblieben ist. Die Themen von Liebe, Sehnsucht und kultureller Identität, die sie in ihren mehrsprachigen Texten behandelten, sind universell und sprechen Menschen verschiedener Generationen an. Viele ihrer Songs sind Coverversionen oder Interpretationen traditioneller Stücke, doch Alabina verlieh ihnen stets eine neue, frische Perspektive. Ein Beispiel ist “Habibi de mis amores (Habibi Ya Nour El Ein)”, eine Neuinterpretation des Hits von Amr Diab, die zeigt, wie geschickt die Gruppe verschiedene musikalische Traditionen miteinander verwob.
Die Mitglieder von Alabina sind alle noch aktiv in der Musikszene, auch wenn gemeinsame Projekte seltener geworden sind. Ishtar lebt weiterhin in Frankreich und arbeitet an neuen musikalischen Projekten, während Los Niños de Sara ihre eigenen Wege gehen, aber immer wieder zu ihren Wurzeln zurückkehren. Das Erbe von Alabina lebt in der Weltmusikszene fort und inspiriert Künstler, die ebenfalls kulturelle Grenzen überschreiten möchten. Ihre Musik bleibt ein leuchtendes Beispiel dafür, wie Vielfalt zu etwas Schönem und Kraftvollem verschmelzen kann.
Wir konnten leider keine Konzerte von Alabina finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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