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today14.07.2026
Als sich Anne Hathaway und Meryl Streep im Jahre 2006 im ersten Teil von “Der Teufel trägt Prada” witzig und wortreich in ihren gegensätzlichen Rollen duellierten, da entstand ein Film, der Fans wie Kritiker gleichermaßen überzeugte. Mit Spannung und Vorfreude wurde daher die Fortsetzung erwartet, die seit wenigen Monaten in den Kinos läuft. Die Meinungen dazu fallen vielfach aber kritisch aus – und hinterfragen, ob derlei Fortsetzungen überhaupt sinnvoll sind, wenn sie keine neue Geschichte erzählen.

Tatsächlich knüpft das Sequel unverblümt an den Vorgänger an. Erneut stehen sich Andy Sachs – nunmehr als erfolgreiche Redakteurin – und ihre frühere Mentorin Miranda Priestly als ungleiches Paar gegenüber. Beide haben sich im Laufe der Zeit spürbar verändert. Auch das Mediengeschäft ist nicht mehr, was es einst war. So verkauft sich Mirandas Zeitung “Runway” nur noch schleppend und hat gegen die ebenso schnell wie aggressiv arbeitende Konkurrenz der wie Pilze aus dem Boden schießenden Onlineportale gar keine Chance mehr. Dringend notwendige Veränderungen müssen also gefunden werden.
Doch während der erste Film aus dem Jahre 2006 noch durchgängig gute bis sehr gute Kritiken bekam sowie für renommierte Filmpreise wie den Oscar oder den Golden Globe nominiert wurde, kann der Nachfolger diesen Erfolg nicht recht fortsetzen. Zu sehr ähneln sich die dargestellten Rollen und die Rahmenhandlung in beiden Werken – etwas wirklich Neues scheint es nicht zu geben. Kein Wunder, dass neben der bestenfalls durchwachsenen Rezeption mittlerweile auch die Frage nach dem Sinn solcher Sequels gestellt wird. Vor allem dann, wenn diese nur wie ein lauwarmer Aufguss einer bereits bekannten Story daherkommen.
Beide Teile von “Der Teufel trägt Prada” ähneln sich stark. Die Veränderung des Nachfolgers liegt aber im Detail – und kommt als schonungslose Kritik an den Medien und der Gesellschaft daher. Meryl Streep und Anne Hathaway verkörpern zwei Frauen, die mit dem Beeinflussen öffentlicher Meinungen ihr Geld verdienen. Und die sich in ihrem schnelllebigen Geschäft zunehmend die Frage stellen müssen, was sie ihrer immer stärker an Skandalen und Sensationen interessierten Leserschaft eigentlich bieten können. Mehr noch: Wo sie sich in diesem Kampf um die Deutungshoheit – in dem die Wahrheit unwichtig ist – überhaupt positionieren wollen.
Äußert sich das Publikum kritisch, weil es seiner Meinung nach zu wenige Veränderungen in der Fortsetzung gibt, so lohnt es sich, das Sequel des Films noch einmal zu schauen. Denn das Thema der Veränderung bildet die allgegenwärtige Rahmenhandlung des Werks, wirft dabei existenzielle Fragen auf und regt die Zuschauer dazu an, sich mit der eigenen Rolle im Mediengeschäft zu befassen. Regisseur David Frankel ist daher mit “Der Teufel trägt Prada 2” eine kluge Parodie auf die gegenwärtige Gesellschaft gelungen, die bewusst mit der Erwartungshaltung der Filmfans spielt – und zugleich die Frage nach der Sinnhaftigkeit solcher Sequels selbst beantwortet.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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