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The Bride – es lebe die Frauenpower

today16.03.2026

Hintergrund

Autoren haben es nicht leicht. Nicht immer können sie das ausdrücken, was sie denken – immerhin will auch der Zeitgeist beachtet werden. Genau das ist der Aufhänger von Maggie Gyllenhaals neuem Film „The Bride – es lebe die Braut“, der einerseits die Figuren aus den Frankenstein-Romanen im Stil von Mary Shelley aufgreift, der andererseits aber mit den 1930er Jahren in den Vereinigten Staaten ein völlig neues Setting schafft.

Eine Stimme aus dem Reich der Toten

The Bride – es lebe die Frauenpower

Der Film beginnt mit Mary Shelley selbst: Die bereits im Jahre 1851 gestorbene britische Schriftstellerin beklagt aus dem Jenseits heraus, zu Lebzeiten nie richtig ernst genommen worden zu sein. Vor allem ihre männlich dominierte Umgebung habe dazu geführt, dass sie in ihren Werken kaum das ausdrücken konnte, was ihr wirklich auf der Seele lag. Kurzum beschließt sie, von den Toten aufzuerstehen. So schlüpft sie im Chicago des Jahres 1936 in den Körper der Escort-Dame Ida, erlebt eine berauschende Nacht in einem Fetisch-Klub, fällt von der Treppe – und stirbt. In einem zweiten Handlungsstrang erleben wir Frank: Das von Dr. Frankenstein erschaffene Monster zieht einsam durch Chicagos Straßen und sehnt sich nach einer liebevollen Partnerin. Was läge da näher, als die tote Ida zum Leben zu erwecken?

Auch Monster können feinfühlig sein

Der im März 2026 in den deutschen Kinos gestartete Film „The Bride – es lebe die Braut“ begnügt sich nicht damit, die bereits erzählten Geschichten um Frankenstein und seine Kreaturen lediglich aufzuwärmen. Vielmehr erleben die Zuschauer hier eine kleine Revolution, denn das mit den beiden Oscarpreisträgern Jessie Buckley und Christian Bale hochkarätig besetzte Werk gibt zunächst den Monstern eine Stimme. Regisseurin Maggie Gyllenhaal folgt dabei noch in den Spuren von Mary Shelley, deren Botschaft stets darin lag, andere Personen nicht nach ihrem Äußeren zu bewerten. Auch Ida und Frank zeigen sich trotz aller Narben als sensible Wesen, die das Schöne im Leben zu schätzen wissen. Gyllenhaal und Shelley halten der Gesellschaft den Spiegel vor: Wie oft grenzen wir Menschen aus, nur weil sie anders aussehen?

Frauen werden als eigenständig und stark gezeigt

Gänzlich neue Wege beschreitet Maggie Gyllenhaal aber bei der Darstellung aller Frauen-Figuren in ihrer zweiten Regiearbeit. Denn natürlich bewegen sich Frank und Ida in den 1930er Jahren in Chicago in einer von Polizei und Mafia dominierten Parallelwelt, in der die Damen häufig nur Statistinnen sind. Doch ob Ida selbst, die von Penélope Cruz gespielte Polizistin Myrna oder die Wissenschaftlerin Euphronius: Frauen werden als starke und eigenständige Personen inszeniert, die selbst in einer patriarchalischen Umgebung Großes leisten können, ohne die Hilfe ihrer männlichen Kollegen zu benötigen. „The Bride“ darf daher durchaus als feministisches Werk angesehen werden, das ganz in unsere Zeit passt. Und das vielleicht sogar genau das ausdrückt, was Mary Shelley einst wirklich auf der Seele lag.

Geschrieben von: RadioMonster.FM