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today01.03.2026
The Replacements waren eine einflussreiche Alternative-Rock-Band aus Minneapolis, die von 1979 bis 1991 aktiv war und als Wegbereiter des College Rock gilt. Mit ihrer Mischung aus rohem Punk und melodischem Rock prägten sie eine ganze Generation von Indie-Bands. Ihr größter kommerzieller Erfolg war der Song “I’ll Be You” aus dem Jahr 1989.
| Künstlername | The Replacements |
| Mitglieder | Paul Westerberg, Tommy Stinson, Bob Stinson, Chris Mars, Slim Dunlap, Steve Foley |
| Genre | Alternative Rock, Punk Rock, College Rock, Indie Rock, Power Pop |
| Größter Hit | I’ll Be You |
| Gründungsjahr | 1979 |
| Auflösungsjahr | 1991 |
| Land | USA |
| Markenzeichen | Chaotische Liveauftritte, Kombination aus Punk-Energie und melodischen Rock-Arrangements |

Die Geschichte der Replacements begann 1978 in Minneapolis, Minnesota, als sich Bob Stinson, sein jüngerer Halbbruder Tommy Stinson und Chris Mars zusammenfanden. Zunächst nannten sie sich Dogbreath und spielten hauptsächlich Coversongs ohne festen Sänger. Als Paul Westerberg zur Band stieß, änderte sich alles. Der charismatische Frontmann brachte nicht nur seine unverwechselbare Stimme mit, sondern auch ein außergewöhnliches Songwriting-Talent. Die Band benannte sich kurz darauf in The Replacements um, ein Name, der sowohl ihre Rolle als Ersatz-Band bei abgesagten Konzerten als auch ihre selbstironische Haltung widerspiegelte.
Das Debütalbum “Sorry Ma, Forgot to Take Out the Trash” erschien 1981 und zeigte die Band in ihrer rohesten Form. Es folgten die EP “Stink” 1982 und das Album “Hootenanny” 1983, beide noch stark vom Punkrock geprägt. Doch bereits damals zeichnete sich ab, dass The Replacements mehr zu bieten hatten als nur schnelle Gitarrenriffs und aggressive Energie. Paul Westerberg entwickelte zunehmend einen Hang zu melodischeren, nachdenklicheren Songs, die eine emotionale Tiefe besaßen, die im Punk selten zu finden war.
Mit “Let It Be” gelang der Band 1984 ein künstlerischer Durchbruch, der sie weit über die Punkrock-Szene hinaus bekannt machte. Das Album vereinte die rohe Energie ihrer frühen Werke mit ausgefeilteren Arrangements und persönlicheren Texten. Songs wie “I Will Dare” und “Unsatisfied” zeigten eine Band, die sich nicht scheute, verletzlich zu sein und gleichzeitig ihre rebellische Haltung beizubehalten. Das Album gilt heute als Meilenstein des Alternative Rock und wird regelmäßig in Listen der besten Rockalben aller Zeiten geführt.
Der Wechsel zu Sire Records im Jahr 1985 markierte einen weiteren Wendepunkt. Mit “Tim” veröffentlichten sie ein Album, das die Balance zwischen Zugänglichkeit und künstlerischer Integrität perfekt meisterte. Doch hinter den Kulissen brodelte es bereits. Bob Stinsons zunehmende Alkohol- und Drogenprobleme sowie kreative Differenzen führten 1986 zu seiner Entlassung aus der Band. Slim Dunlap übernahm ab 1987 die Leadgitarre und brachte einen neuen, etwas gereifteren Sound in die Band.
Das Album “Don’t Tell a Soul” von 1989 war ein bewusster Versuch, kommerziell erfolgreicher zu werden. Die Produktion war polierter, die Songs radiofähiger, und mit “I’ll Be You” gelang der Band tatsächlich ihr größter Hit. Der Song erreichte Platz 51 in den US Billboard Hot 100 und war damit die einzige Single der Replacements, die es in diese Charts schaffte. Noch erfolgreicher war der Song in den Spezialcharts: Er kletterte auf Platz 1 sowohl in den Modern Rock Tracks als auch in den Album Rock Tracks. Der eingängige Refrain und die melodische Gitarrenarbeit machten “I’ll Be You” zu einem Favoriten im Streaming und auf vielen Internetradio-Stationen, wo der Song bis heute regelmäßig gespielt wird.
Trotz dieses Erfolgs fühlten sich viele langjährige Fans von der glatteren Produktion entfremdet. Die Band selbst war gespalten über die Richtung, die sie einschlagen sollte. Paul Westerberg, der schon immer die kreative Kontrolle innehatte, begann zunehmend, die Band als Vehikel für seine eigenen musikalischen Visionen zu nutzen. Das folgende Album “All Shook Down” von 1990 war im Grunde bereits ein Solo-Projekt Westerbergs, bei dem die anderen Bandmitglieder nur noch sporadisch mitwirkten.
Die Replacements waren berüchtigt für ihre unberechenbaren und oft chaotischen Liveauftritte. Häufig betrunken auf der Bühne, spielten sie manchmal stundenlang Coversongs statt ihrer eigenen Hits oder brachen Konzerte mittendrin ab. Diese wilde, selbstzerstörerische Energie war Teil ihres Charmes, machte sie aber auch zu einer schwierigen Live-Band. Viele Konzertveranstalter zögerten, sie zu buchen, und die Band sabotierte gelegentlich ihre eigenen Chancen auf größeren Erfolg.
Chris Mars verließ die Band 1990, Steve Foley übernahm kurzzeitig das Schlagzeug. Doch die Auflösung war nicht mehr aufzuhalten. 1991 lösten sich The Replacements offiziell auf, nachdem sie ein letztes Konzert in Chicago gespielt hatten. Die Bandmitglieder gingen getrennte Wege: Paul Westerberg startete eine Solokarriere, Tommy Stinson spielte später bei Guns N' Roses und anderen Projekten, Chris Mars widmete sich der Malerei.
Obwohl The Replacements zu ihrer aktiven Zeit nie den großen kommerziellen Durchbruch schafften, wuchs ihr Einfluss in den folgenden Jahren stetig. Unzählige Alternative- und Indie-Bands nannten sie als wichtige Inspiration. Ihre Alben wurden wiederentdeckt und von einer neuen Generation von Musikfans geschätzt, die ihre Songs über Online Radio und Streaming-Dienste entdeckten.
2006 kam es zu einer ersten musikalischen Wiederannäherung, als für ein Best-of-Album zwei neue Songs aufgenommen wurden. Die eigentliche Reunion fand zwischen 2013 und 2015 statt, als Paul Westerberg und Tommy Stinson mit verschiedenen Gastmusikern wieder als The Replacements auftraten. Slim Dunlap konnte aufgrund gesundheitlicher Probleme nach einem schweren Schlaganfall 2012 nicht teilnehmen. Bob Stinson war bereits 1995 an Organversagen gestorben, Steve Foley starb 2008 an einer versehentlichen Medikamentenüberdosierung. Slim Dunlap verstarb schließlich 2024 im Alter von 73 Jahren in Minneapolis.
Die Replacements wurden 2014 für die Rock and Roll Hall of Fame nominiert, aber nicht aufgenommen. Für viele Fans und Musikkritiker bleibt dies eine Ungerechtigkeit, da die Band zweifellos zu den wichtigsten Wegbereitern des Alternative Rock gehört. Ihr Vermächtnis lebt weiter in den Songs, die sie hinterlassen haben, und im Geist einer Band, die sich weigerte, Kompromisse einzugehen, selbst wenn es ihrem eigenen Erfolg schadete. Im Fan-Jargon liebevoll “The ‘Mats” genannt, bleiben The Replacements eine der authentischsten und einflussreichsten Bands der amerikanischen Rockgeschichte.
Wir konnten leider keine Konzerte von The Replacements finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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