GTR – Steckbrief, Songs & Konzerte

today01.03.2026

Hintergrund
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GTR war eine britische Rock-Supergroup, die 1985 von den beiden Gitarrenvirtuosen Steve Howe und Steve Hackett gegründet wurde. Die Band erlangte vor allem durch ihren Hit “When the Heart Rules the Mind” internationale Bekanntheit, löste sich jedoch bereits 1987 nach internen Spannungen wieder auf. Trotz ihrer kurzen Existenz hinterließ GTR mit ihrem einzigen Studioalbum einen bleibenden Eindruck in der Rockmusikszene der 1980er Jahre.

Künstlername GTR
Mitglieder Steve Howe, Steve Hackett, Max Bacon, Phil Spalding, Jonathan Mover
Genre Progressive Rock, AOR, Stadium Rock
Größter Hit When the Heart Rules the Mind
Gründungsjahr 1985
Auflösungsjahr 1987
Land England
Markenzeichen Zwei virtuose Gitarristen, gitarrenzentrierter Progressive Rock

Die Entstehung einer Supergroup

Webradio Steckbrief - GTR

Die Geschichte von GTR begann 1985 in London, als zwei der renommiertesten Gitarristen der Progressive-Rock-Szene zusammenfanden. Steve Howe, der zuvor bei Yes und Asia gespielt hatte, war 1984 aus Asia ausgestiegen und suchte nach neuen musikalischen Herausforderungen. Steve Hackett, ehemaliges Mitglied von Genesis, hatte zwar mehrere Soloalben veröffentlicht, diese erreichten jedoch nicht den erhofften kommerziellen Erfolg. Ihr gemeinsamer Manager Brian Lane brachte die beiden zusammen mit der Vision, eine gitarrenzentrierte Rock-Supergroup zu formen, die weniger keyboardlastig sein sollte als die Projekte, aus denen beide kamen.

Der Bandname GTR leitet sich vom Studiokürzel für “guitar” ab und war Programm: Die Gitarren sollten im Mittelpunkt stehen. Neben den beiden Gitarristen komplettierte Sänger Max Bacon die Frontlinie, während Phil Spalding am Bass und Jonathan Mover am Schlagzeug die Rhythmussektion bildeten. Die Chemie zwischen Howe und Hackett war zunächst vielversprechend, und der erste gemeinsam geschriebene Song wurde ausgerechnet “When the Heart Rules the Mind” – jener Titel, der später zum größten Erfolg der Band werden sollte.

Kommerzieller Durchbruch und Tourneen

1986 veröffentlichte GTR ihr selbstbetiteltes Debütalbum, produziert von Geoff Downes, der ebenfalls aus Asia bekannt war. Das Album verband Progressive Rock mit AOR-Elementen und präsentierte die technische Brillanz beider Gitarristen in einem zugänglicheren, radiofähigeren Format. Die Platte wurde ein beachtlicher kommerzieller Erfolg, erreichte Platz 11 der Billboard 200 in den USA und erhielt Gold-Status für über 500.000 verkaufte Einheiten. In Großbritannien kletterte das Album auf Position 41 der Charts.

Die Single “When the Heart Rules the Mind” entwickelte sich zum Durchbruch der Band. In den USA erreichte der Song Platz 14 der Billboard Hot 100 und sogar Platz 3 der Mainstream Rock Tracks. Interessanterweise lief die Single in Großbritannien mit Platz 82 deutlich schlechter, was die unterschiedliche Rezeption der Band auf beiden Seiten des Atlantiks verdeutlichte. Die zweite Single “The Hunter” konnte mit Platz 85 in den Hot 100 und Platz 14 in den Rock Charts an den Erfolg anknüpfen, wenn auch nicht ganz so spektakulär.

GTR ging 1986 auf ausgedehnte Tournee durch Europa und Nordamerika. Für die Live-Auftritte wurde Keyboarder Matt Clifford hinzugezogen, um die auf dem Album verwendeten Synthesizer und Keyboards adäquat umzusetzen. Die Konzerte zeigten die technische Meisterschaft der beiden Gitarristen und wurden später auf verschiedenen Live-Alben dokumentiert, darunter “King Biscuit Flower Hour Presents GTR” von 1997 und “GTR Live” von 2008 mit Aufnahmen aus der Münchner Alabamahalle vom 22. September 1986. Fans von Internetradio und Streaming-Diensten können heute noch diese energiegeladenen Performances genießen.

Interne Spannungen und das Ende

Trotz des äußeren Erfolgs brodelte es bereits innerhalb der Band. Die Zusammenarbeit zwischen Howe und Hackett, die anfangs so vielversprechend begonnen hatte, entwickelte sich zunehmend problematisch. Kreative Differenzen, finanzielle Unstimmigkeiten und Managementfragen führten zu wachsenden Spannungen. Gegen Ende 1986 verließ Steve Hackett die Gruppe – ein Schlag, von dem sich GTR nicht mehr erholen sollte.

Steve Howe versuchte dennoch, das Projekt am Leben zu erhalten. Er holte Robert Berry als Gitarristen und Sänger sowie Nigel Glockler als Schlagzeuger in die Band. Mit dieser neuen Besetzung wurde sogar an einem zweiten Studioalbum gearbeitet. Doch dieses Album sollte nie offiziell das Licht der Welt erblicken. Streitigkeiten über Besitzrechte an den Aufnahmen und Berrys Interesse an anderen Projekten verhinderten eine Veröffentlichung. Einige der für dieses zweite Album vorgesehenen Songs tauchten später in Soloprojekten verschiedener Beteiligter auf. 1987 war GTR endgültig Geschichte.

Das musikalische Erbe

Obwohl GTR nur ein einziges offizielles Studioalbum veröffentlichte und kaum zwei Jahre existierte, hinterließ die Band einen bleibenden Eindruck. Die Musik verband die Progressive-Rock-Wurzeln beider Gitarristen mit den kommerzielleren AOR-Elementen der 1980er Jahre. Die ausgefeilten Gitarrenarrangements, die Howe und Hackett kreierten, zeigten, was möglich war, wenn zwei Meister ihres Fachs zusammenarbeiteten – auch wenn diese Zusammenarbeit letztlich nicht von Dauer war.

“When the Heart Rules the Mind” bleibt der definitive GTR-Song und wird bis heute auf zahlreichen Classic-Rock-Sendern gespielt. Der Track verkörpert perfekt den Sound der Mitte der 1980er Jahre: melodischer Rock mit technischer Finesse, eingängigen Hooks und einer Produktion, die sowohl die Gitarren als auch die damals modernen Synthesizer-Elemente in den Vordergrund stellte. Für viele Hörer von Online Radio und Webradio-Stationen ist dieser Song oft der erste Berührungspunkt mit der Band.

Die Mitglieder nach GTR

Nach der Auflösung von GTR gingen die Mitglieder unterschiedliche Wege. Steve Howe kehrte zu Yes zurück und setzte seine erfolgreiche Karriere mit der Band fort, die bis heute andauert. Er veröffentlichte zudem zahlreiche Soloalben und gilt als einer der einflussreichsten Gitarristen der Progressive-Rock-Geschichte. Steve Hackett konzentrierte sich ebenfalls auf seine Solokarriere, die nach GTR deutlich erfolgreicher verlief als zuvor. Er tourte regelmäßig und veröffentlichte kontinuierlich neue Alben, die sowohl seine Genesis-Wurzeln als auch seine vielfältigen musikalischen Interessen widerspiegelten.

Max Bacon zog sich weitgehend aus dem Musikgeschäft zurück und betrieb Gaststätten in England. Später lebte er teilweise in Spanien und trat nur noch gelegentlich auf. Phil Spalding entwickelte sich zu einem gefragten Sessionbassisten, der an unzähligen Produktionen mitwirkte, von Pop über Rock bis hin zu Soundtracks. Er verstarb am 5. Februar 2023. Jonathan Mover setzte seine Karriere als Schlagzeuger fort und arbeitete mit verschiedenen Künstlern zusammen.

Die Geschichte von GTR ist letztlich die Geschichte einer ambitionierten Idee, die zwar kommerziell erfolgreich war, aber an den Realitäten des Bandlebens scheiterte. Zwei außergewöhnliche Talente fanden zusammen, schufen etwas Besonderes, konnten aber ihre Differenzen nicht überwinden. Was bleibt, ist ein Album, das die technische Brillanz und den melodischen Sinn beider Gitarristen dokumentiert, sowie ein Hit, der die Band unsterblich machte. Für Fans des Progressive Rock und des AOR der 1980er Jahre bleibt GTR ein faszinierendes “Was wäre wenn”-Kapitel der Rockgeschichte – ein kurzes, aber intensives Aufleuchten zweier Gitarrengiganten.

Songs von GTR im Radio

Konzerte von GTR

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Geschrieben von: RadioMonster.FM