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today01.03.2026
April Wine zählt zu den erfolgreichsten kanadischen Rockbands der 1970er und frühen 1980er Jahre. Mit ihrem kraftvollen Sound zwischen Hard Rock und melodischem Classic Rock eroberten sie nicht nur ihre Heimat, sondern auch die amerikanischen Charts. Ihr größter internationaler Hit “Just Between You and Me” machte sie 1981 weltweit bekannt.
| Künstlername | April Wine |
| Mitglieder | Brian Greenway, Richard Lanthier, Roy Nichol, Marc Parent (ehemalige: Myles Goodwyn, Jim Henman, David Henman, Ritchie Henman, Jim Clench, Jerry Mercer, Gary Moffet, Steve Lang) |
| Genre | Hard Rock, Classic Rock |
| Größter Hit | Just Between You and Me |
| Gründungsjahr | 1969 |
| Land | Kanada |
| Markenzeichen | Melodischer Gitarrenrock, kraftvolle Live-Performances |

Die Geschichte von April Wine begann 1969 im beschaulichen Waverley, Nova Scotia. Die Brüder David und Ritchie Henman gründeten zusammen mit ihrem Cousin Jim Henman eine Band, die zunächst noch auf der Suche nach ihrer musikalischen Identität war. Als Myles Goodwyn als Sänger und Gitarrist zur Gruppe stieß, nahm das Projekt konkrete Formen an. Goodwyn, geboren am 23. Juni 1948 in Woodstock, New Brunswick, sollte für die kommenden Jahrzehnte das kreative Herz der Band werden.
Bereits 1970 wagte die junge Formation einen entscheidenden Schritt: Der Umzug nach Montréal öffnete neue Türen. Die Band unterschrieb einen Plattenvertrag bei Aquarius Records und legte damit den Grundstein für ihre professionelle Karriere. Das selbstbetitelte Debütalbum erschien 1971 und zeigte bereits die Richtung an, die April Wine einschlagen würde – eine Mischung aus rockigen Gitarrenriffs und eingängigen Melodien.
Mit dem zweiten Album “On Record” gelang 1972 der erste große Erfolg. Die Coverversion von Hot Chocolates “You Could Have Been a Lady” kletterte in Kanada auf Platz 2 der Charts und erreichte in den USA immerhin Position 32. Dieser frühe Hit etablierte April Wine als ernstzunehmende Kraft in der nordamerikanischen Rockszene. Doch der Erfolg brachte auch Veränderungen mit sich.
Die Originalbesetzung hielt nicht lange zusammen. Jim Henman verließ die Band bereits 1971, später folgten auch David und Ritchie Henman. An ihre Stelle traten neue Musiker, die dem Sound von April Wine frische Impulse verliehen. Jim Clench übernahm den Bass, Gary Moffet stieg als weiterer Gitarrist ein, und Jerry Mercer setzte sich ans Schlagzeug. Diese Phase der Neuorientierung erwies sich als produktiv – die Band fand zu einem härteren, energiegeladeneren Sound.
Die mittleren 1970er Jahre markierten eine besonders kreative Phase. Alben wie “Stand Back” (1975), “The Whole World’s Goin’ Crazy” (1976) und “First Glance” (1978) festigten den Ruf der Band in Kanada. Songs wie “Roller” und “I Like to Rock” wurden zu Klassikern des kanadischen Rock und liefen regelmäßig im Radio. Besonders “Harder … Faster” von 1979 zeigte die Band auf dem Höhepunkt ihrer Kraft – rau, direkt und unwiderstehlich eingängig.
Das Jahr 1981 sollte alles verändern. Mit “The Nature of the Beast” veröffentlichte April Wine ihr kommerziell erfolgreichstes Album. Die Single “Just Between You and Me” wurde zum Durchbruch auf internationaler Ebene. Der Song erreichte Platz 21 in den amerikanischen Billboard Hot 100 und Platz 22 in Kanada – die höchste Chartplatzierung, die die Band je erreichen sollte. Die perfekte Balance zwischen rockiger Energie und melodischer Zugänglichkeit traf den Nerv der Zeit.
Das Album selbst erreichte Gold- und Platinstatus, nicht nur in Kanada, sondern auch international. Weitere Singles wie “Sign of the Gypsy Queen” folgten und festigten den Erfolg. April Wine war endgültig aus dem Schatten anderer kanadischer Rockbands herausgetreten und hatte sich einen Platz in den Playlisten von Streaming-Diensten und Radiostationen weltweit gesichert. Die Band tourte ausgiebig, spielte vor immer größerem Publikum und trat sogar beim legendären Monsters of Rock Festival 1980 in Castle Donington, England auf.
Das Folgealbum “Power Play” von 1982 konnte an den Erfolg anknüpfen. Mit “Enough Is Enough” landete die Band erneut einen Hit, der bis auf Platz 50 der US-Charts kletterte. Doch die Musiklandschaft begann sich zu wandeln. Der aufkommende Synthie-Pop und neue musikalische Strömungen machten es traditionellen Rockbands zunehmend schwerer, im Mainstream präsent zu bleiben.
Die Alben “Animal Grace” (1984) und “Walking Through Fire” (1985) markierten das Ende der ersten großen Ära von April Wine. Die Band löste sich 1985 auf, nachdem die kommerziellen Erfolge nachgelassen hatten. Myles Goodwyn und die anderen Mitglieder gingen zunächst getrennte Wege. Doch die Musik von April Wine hatte sich tief in das kollektive Gedächtnis kanadischer Rockfans eingegraben.
1992 kam es zur Wiedervereinigung. Myles Goodwyn, Brian Greenway, Jerry Mercer und Jim Clench fanden wieder zusammen und bewiesen, dass die Chemie noch immer stimmte. Neue Alben wie “Attitude” (1993) und “Frigate” (1994) folgten, auch wenn sie nicht mehr an die kommerziellen Höhenflüge der frühen 1980er anknüpfen konnten. Die Band konzentrierte sich verstärkt auf Live-Auftritte und pflegte ihre treue Fanbasis.
In den folgenden Jahrzehnten blieb April Wine aktiv, wenn auch mit wechselnden Besetzungen. Brian Greenway erwies sich als konstante Kraft neben Goodwyn, während andere Positionen mehrfach neu besetzt wurden. Richard Lanthier übernahm den Bass, Roy Nichol setzte sich ans Schlagzeug. Die Band veröffentlichte weitere Alben wie “Back to the Mansion” (2001) und “Roughly Speaking” (2006), die zeigten, dass der kreative Funke nicht erloschen war.
Die Bedeutung von April Wine für die kanadische Musikgeschichte wurde durch zahlreiche Ehrungen gewürdigt. 2010 erfolgte die Aufnahme in die Canadian Music Hall of Fame – eine Anerkennung, die nur den bedeutendsten Künstlern des Landes zuteil wird. Myles Goodwyn erhielt 2003 den Dr. Helen Creighton Lifetime Achievement Award bei den East Coast Music Awards. 2009 folgte die Aufnahme in die Canadian Music Industry Hall of Fame mit einem Lifetime Achievement Award.
Trotz dieser Erfolge blieb der Band ein Juno Award, Kanadas wichtigster Musikpreis, verwehrt. Die mehrfachen Nominierungen zeigten jedoch die Wertschätzung der Branche. Myles Goodwyn nutzte seine späteren Jahre auch für Soloprojekte, insbesondere im Blues-Bereich. Seine Autobiografie “Just Between You And Me”, die 2016 erschien, gewährte Einblicke in ein Leben für die Musik.
Im März 2023 zog sich Myles Goodwyn aus gesundheitlichen Gründen vom Tourleben zurück. Marc Parent übernahm die Lead-Vocals und Gitarre, sodass April Wine weiterhin live auftreten konnte. Am 3. Dezember 2023 verstarb Myles Goodwyn in Halifax, Nova Scotia. Mit ihm ging der kreative Kopf und Gründervater der Band, doch sein musikalisches Erbe lebt weiter. Die Songs von April Wine werden weiterhin im Internetradio gespielt, ihre Alben finden neue Hörer über verschiedene Plattformen, und ihre Konzerte bleiben ein Erlebnis für Fans klassischen Rocks.
April Wine hat über fünf Jahrzehnte hinweg bewiesen, dass authentischer Rock mit Herz und Energie zeitlos ist. Von den bescheidenen Anfängen in Nova Scotia bis zu internationalen Chartplatzierungen – die Band schrieb ein wichtiges Kapitel kanadischer Musikgeschichte und inspirierte Generationen von Rockmusikern.
Wir konnten leider keine Konzerte von April Wine finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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