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today28.02.2026
Chilli war ein von Produzent Frank Farian ins Leben gerufenes Girlgroup-Projekt, das Mitte der 1990er Jahre mit dem Song „Tic, Tic Tac” internationale Erfolge feierte. Das Trio aus Francis Oppong, Kim Durr und Kali Fields verband lateinamerikanische Rhythmen mit Dance-Elementen und schuf damit einen unvergesslichen Sommerhit. Nach nur wenigen Jahren löste sich das Projekt bereits wieder auf.
| Künstlername | Chilli |
| Mitglieder | Francis Oppong, Kim Durr, Kali Fields |
| Genre | Latin Dance, World Music, Eurodance |
| Größter Hit | Tic, Tic Tac |
| Gründungsjahr | 1996 |
| Auflösungsjahr | 1998 |
| Land | Deutschland |
| Markenzeichen | Mehrsprachige Songs, lateinamerikanische Rhythmen, Zusammenarbeit mit Carrapicho |

Als Frank Farian 1996 während eines Brasilien-Aufenthalts den Song „Tic, Tic Tac” der brasilianischen Band Carrapicho hörte, erkannte er sofort dessen Potenzial für den europäischen Markt. Der erfahrene Produzent, der bereits mit Projekten wie Boney M. und Milli Vanilli Musikgeschichte geschrieben hatte, beschloss, eine neue Girlgroup zusammenzustellen, um eine internationale Version des Songs zu produzieren. So entstand Chilli als gezieltes Musikprojekt, das lateinamerikanische Folklore mit modernen Dance-Elementen verbinden sollte.
Die drei Sängerinnen Francis Oppong, Kim Durr und Kali Fields wurden speziell für dieses Vorhaben ausgewählt. Mit ihrem lateinamerikanischen und afro-amerikanischen Hintergrund verkörperten sie perfekt die multikulturelle Ausrichtung des Projekts. Die Zusammenarbeit mit der Originalband Carrapicho verlieh der Neuaufnahme Authentizität und ermöglichte eine spannende Fusion verschiedener musikalischer Traditionen.
Der Song „Tic, Tic Tac” basierte auf traditionellen Rhythmen aus dem brasilianischen Amazonasgebiet und war inspiriert vom Folkloric Festival von Parintins. Carrapicho hatte das Stück ursprünglich 1996 im Album „Festa do Boi Bumba” veröffentlicht, wo es bereits in Frankreich sensationelle Erfolge feierte. Die Originalversion erreichte drei Wochen lang Platz eins der französischen Charts und erhielt Diamantstatus mit Verkaufszahlen von über 750.000 Exemplaren.
Die 1997 veröffentlichte Remix-Version von Chilli featuring Carrapicho eroberte dann den gesamten europäischen Markt. In Deutschland, Österreich, Norwegen und der Schweiz erreichte der Song Top-10-Platzierungen. Auch international war der Erfolg beachtlich: In den US Dance Charts kletterte „Tic, Tic Tac” auf Platz acht, in Kanada auf Platz 14. Die Mischung aus portugiesischem und englischem Text, kombiniert mit eingängigen Rhythmen und einer markanten Choreografie, machte den Song zum perfekten Sommerhit.
Besonders bemerkenswert war die kulturelle Wirkung des Songs, der bis heute als Klassiker der 1990er Jahre gilt. Viele Hörer erinnern sich nostalgisch an diesen Ohrwurm, der in zahlreichen Ländern die Tanzflächen füllte und sogar Coverversionen in verschiedenen Sprachen inspirierte, darunter eine russische Variante von Murat Nasyrov.
Das musikalische Repertoire von Chilli zeichnete sich durch eine faszinierende Kombination verschiedener Einflüsse aus. Lateinamerikanische und afrikanische Rhythmen verschmolzen mit Eurodance-Elementen zu einem unverwechselbaren Sound. Die Verwendung mehrerer Sprachen – hauptsächlich Portugiesisch aus den Originalteilen von Carrapicho sowie englische Einschübe – verlieh den Songs eine internationale Anziehungskraft.
Nach dem überwältigenden Erfolg von „Tic, Tic Tac” versuchte das Projekt, an diesen Triumph anzuknüpfen. Etwa 1998 erschien die Single „Say I’m Your No.1″, ein Cover basierend auf einem Song von Raffaella Carrà. Allerdings konnte diese Veröffentlichung nicht annähernd an den Erfolg des Debüts anknüpfen und blieb ohne nennenswerte Chartplatzierungen. Der magische Moment war offenbar vorüber.
Vollständige Studioalben von Chilli sind nicht bekannt. Stattdessen existieren Kompilationen, die Chilli und Carrapicho gemeinsam aufführen, beispielsweise ein Album mit dem Titel „Dance To Boi Bumba”. Diese Veröffentlichungen dokumentieren die enge Zusammenarbeit zwischen dem deutschen Projekt und der brasilianischen Originalband.
Die Karriere von Chilli war von Anfang an als zeitlich begrenztes Projekt angelegt. Bereits 1998, nur etwa zwei Jahre nach der Gründung, löste sich die Gruppe wieder auf. Der Erfolg von „Tic, Tic Tac” erwies sich als nicht wiederholbar, und das Interesse am Projekt ließ nach. Dies entsprach durchaus Frank Farians typischer Arbeitsweise, der häufig Projektgruppen für spezifische Hits zusammenstellte, ohne langfristige Karrieren zu planen.
Über das weitere Leben und die Karrieren der drei Sängerinnen Francis Oppong, Kim Durr und Kali Fields ist öffentlich wenig bekannt. Ihre persönlichen Daten wie Geburtsdaten oder bürgerliche Namen wurden nie umfassend dokumentiert. Dies unterstreicht den projektartigen Charakter von Chilli, bei dem die Produktion und der Song im Vordergrund standen, nicht die individuellen Künstlerinnen.
Dennoch bleibt Chilli als faszinierendes Beispiel für die Musikproduktion der 1990er Jahre in Erinnerung. Das Projekt zeigte, wie geschickt internationale Musikstile kombiniert werden konnten, um globale Hits zu schaffen. Wer heute im Internetradio oder beim Streaming auf „Tic, Tic Tac” stößt, wird unweigerlich in die unbeschwerte Sommerstimmung der späten Neunziger zurückversetzt – eine Zeit, in der solche multikulturellen Dance-Projekte die Charts dominierten und Tanzflächen weltweit zum Beben brachten.
Wir konnten leider keine Konzerte von Chilli finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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