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today28.02.2026
George Harrison war nicht nur der Lead-Gitarrist der Beatles, sondern entwickelte sich zu einem der einflussreichsten Musiker seiner Generation. Der als “Quiet Beatle” bekannte Künstler prägte mit seiner spirituellen Tiefe und musikalischen Vielseitigkeit sowohl die Popkultur als auch die Weltmusik nachhaltig. Seine Solo-Karriere brachte zeitlose Klassiker hervor und machte ihn zu einem Pionier, der östliche und westliche Musiktraditionen meisterhaft verband.
| Künstlername | George Harrison |
| Bürgerlicher Name | George Harrison |
| Genre | Rock, Pop Rock, Folk-Rock |
| Größter Hit | My Sweet Lord |
| Geburtsdatum | 25. Februar 1943 |
| Geburtsort | Liverpool, England |
| Wohnort | Friar Park, Henley-on-Thames |
| Todesdatum | 29. November 2001 |
| Sterbeort | Los Angeles, Kalifornien, USA |
| Staatsangehörigkeit | Britisch |
| Sternzeichen | Fische |
| Markenzeichen | Slide-Gitarre, Sitar, spirituelle Themen |

George Harrison erblickte am 25. Februar 1943 als jüngstes von vier Kindern in einer bescheidenen Arbeiterfamilie in Liverpool das Licht der Welt. Sein Vater Harold verdiente seinen Lebensunterhalt als Busfahrer, nachdem er zuvor als Steward auf Schiffen gearbeitet hatte, während seine Mutter Louise als Geschäftsassistentin tätig war. In diesem bodenständigen Umfeld wuchs der junge George auf und entwickelte früh eine Leidenschaft für Musik, die sein Leben grundlegend verändern sollte.
Die ersten Gitarrenakkorde lernte Harrison noch als Kind, fasziniert vom aufkommenden Rock’n’Roll der 1950er Jahre. Diese musikalische Begeisterung führte ihn 1958 zu den Quarrymen, der Band von John Lennon und Paul McCartney. Obwohl er zunächst als zu jung galt, überzeugte der talentierte Gitarrist schließlich durch sein Können und wurde festes Bandmitglied. Diese Entscheidung sollte den Grundstein für eine der erfolgreichsten Musikkarrieren des 20. Jahrhunderts legen.
Als die Quarrymen sich zu den Beatles entwickelten und mit Ringo Starr komplettierten, übernahm Harrison die Rolle des Lead-Gitarristen. Während Lennon und McCartney anfangs das Songwriting dominierten, entwickelte sich George stetig weiter und brachte zunehmend eigene Kompositionen ein. Seine musikalische Vision unterschied sich dabei deutlich von der seiner Bandkollegen – Harrison suchte nach tieferen spirituellen Dimensionen und neuen klanglichen Horizonten.
Die Begegnung mit der indischen Musik und dem Sitar-Virtuosen Ravi Shankar markierte einen Wendepunkt nicht nur in Harrisons Leben, sondern in der gesamten Popmusik. Er war der erste westliche Rockmusiker, der indische Instrumente und Philosophien ernsthaft in seine Arbeit integrierte. Songs wie “Within You Without You” zeugten von dieser kulturellen Verschmelzung und öffneten Millionen von Hörern die Ohren für östliche Klänge.
In den späteren Beatles-Jahren blühte Harrison als Songwriter regelrecht auf. Meisterwerke wie “While My Guitar Gently Weeps”, bei dem Eric Clapton als Gastgitarrist mitwirkte, “Here Comes the Sun” und “Something” gehören heute zu den beliebtesten Beatles-Songs überhaupt. Paul McCartney bezeichnete “Something” sogar als das beste Liebeslied, das je geschrieben wurde. Der einst als “Quiet Beatle” bezeichnete Harrison hatte seine künstlerische Stimme gefunden und bewies, dass er den beiden dominanten Songwritern der Band ebenbürtig war.
Nach der Auflösung der Beatles im Jahr 1970 überraschte Harrison die Musikwelt mit seinem monumentalen Triple-Album “All Things Must Pass”. Produziert von Phil Spector, enthielt das Werk eine Fülle von Songs, die Harrison während seiner Beatles-Zeit geschrieben, aber nicht veröffentlicht hatte. Das Album wurde sowohl kommerziell als auch kritisch ein überwältigender Erfolg und gilt bis heute als eines der besten Solo-Alben eines ehemaligen Beatles.
Die Single “My Sweet Lord” wurde zu einem weltweiten Phänomen und erreichte sowohl in den USA als auch in Großbritannien die Spitze der Charts. Der Song vereinte Harrisons spirituelle Suche mit eingängiger Popmelodik und machte ihn zum ersten Ex-Beatle mit einem Nummer-eins-Hit nach der Trennung. Allerdings folgte später eine kontroverse Plagiatsklage wegen angeblicher Ähnlichkeiten zu “He’s So Fine” von den Chiffons, die Harrison letztendlich verlor – ein Schatten über seinem größten Erfolg.
Bereits 1971 setzte Harrison ein weiteres Zeichen mit dem “Concert for Bangladesh”, das er gemeinsam mit Ravi Shankar organisierte. Dieses Benefizkonzert im Madison Square Garden war das erste große Charity-Event seiner Art und setzte Maßstäbe für alle nachfolgenden Wohltätigkeitskonzerte. Mit dabei waren Musikgrößen wie Bob Dylan, Eric Clapton und Ringo Starr. Das Konzert zeigte Harrisons Engagement für humanitäre Zwecke und seine Fähigkeit, Menschen für gute Zwecke zu mobilisieren.
Die 1970er Jahre brachten für Harrison eine Mischung aus Erfolgen und Enttäuschungen. Nach “All Things Must Pass” folgten weitere Alben wie “Living in the Material World” (1973), das ebenfalls erfolgreich war und die Single “Give Me Love (Give Me Peace on Earth)” enthielt, die erneut die Nummer eins in den USA erreichte. Doch nachfolgende Veröffentlichungen wie “Dark Horse” (1974) und “Extra Texture (Read All About It)” (1975) wurden kritischer aufgenommen.
Harrison gründete sein eigenes Plattenlabel Dark Horse Records und tourte 1974 erstmals solo durch Nordamerika. Die Tour war jedoch von Stimmproblemen geplagt, und die Kritiken fielen gemischt aus. Privat durchlebte er ebenfalls turbulente Zeiten: Seine Ehe mit Pattie Boyd, die zuvor mit ihm und den Beatles durch die 1960er gegangen war, zerbrach 1977. Ein Jahr später heiratete er Olivia Trinidad Arias, mit der er seinen Sohn Dhani bekam – eine Beziehung, die bis zu seinem Tod Bestand hatte.
Die frühen 1980er Jahre waren künstlerisch eher ruhig. Das Album “Somewhere in England” (1981) enthielt “All Those Years Ago”, eine bewegende Hommage an den ermordeten John Lennon, an der auch Paul McCartney und Ringo Starr mitwirkten. Nach “Gone Troppo” (1982) zog sich Harrison für mehrere Jahre aus dem Musikgeschäft zurück und konzentrierte sich auf sein Anwesen Friar Park und seine Leidenschaft für Gartenarbeit und Formel-1-Rennen.
1987 feierte George Harrison ein spektakuläres Comeback mit dem Album “Cloud Nine”, produziert von Jeff Lynne. Die Single “Got My Mind Set on You”, eine Cover-Version eines Songs von Rudy Clark aus den 1960er Jahren, wurde zu einem massiven Hit und erreichte Platz eins in den USA sowie Platz zwei in Großbritannien. Das zugehörige Musikvideo mit Harrisons charmanter Performance wurde zu einem Dauerbrenner auf Musiksendern und brachte ihn einer neuen Generation näher. Wer heute Internetradio oder Streaming-Dienste nutzt, begegnet diesem Song regelmäßig in den Playlists der 80er-Jahre-Klassiker.
Aus der Zusammenarbeit mit Jeff Lynne entstand 1988 die Supergruppe Traveling Wilburys, zu der neben Harrison und Lynne auch Bob Dylan, Roy Orbison und Tom Petty gehörten. Die fünf Musiker nahmen unter Pseudonymen auf und schufen eine lockere, freundschaftliche Atmosphäre, die sich in der Musik widerspiegelte. Das Debütalbum “Traveling Wilburys Vol. 1” wurde ein großer Erfolg und gewann einen Grammy Award. Nach dem Tod von Roy Orbison im Dezember 1988 nahm die Gruppe 1990 noch ein zweites Album auf, bevor das Projekt endete.
Die Wilburys-Erfahrung belebte Harrisons Freude an der Musik neu. Er arbeitete weiter an eigenen Projekten, trat aber nur noch selten öffentlich auf. 1991 tourte er mit Eric Clapton durch Japan, was in dem Live-Album “Live in Japan” dokumentiert wurde. In den 1990er Jahren widmete er sich auch der Wiederveröffentlichung und Neuabmischung seiner früheren Werke sowie der Arbeit an den Beatles-Anthology-Projekten, bei denen er gemeinsam mit Paul McCartney und Ringo Starr die Geschichte der Band dokumentierte.
Ende der 1990er Jahre verschlechterte sich Harrisons Gesundheit dramatisch. 1997 wurde bei ihm Kehlkopfkrebs diagnostiziert, der erfolgreich behandelt wurde. Doch 1999 überlebte er nur knapp einen Angriff in seinem Haus Friar Park, bei dem ein Eindringling ihn schwer verletzte. 2001 kehrte der Krebs zurück und hatte bereits in Lunge und Gehirn gestreut. George Harrison starb am 29. November 2001 im Alter von 58 Jahren in Los Angeles, umgeben von seiner Familie und engen Freunden.
Seinem hinduistischen Glauben entsprechend wurde seine Asche in den heiligen Flüssen Ganges und Yamuna in Indien verstreut. Sein posthum veröffentlichtes Album “Brainwashed”, an dem er bis kurz vor seinem Tod gearbeitet hatte und das von seinem Sohn Dhani und Jeff Lynne vollendet wurde, erhielt begeisterte Kritiken. Der Song “Marwa Blues” gewann 2004 einen Grammy Award für die beste Pop-Instrumentaldarbietung.
Harrisons Einfluss auf die Musikwelt kann kaum überschätzt werden. Er öffnete die westliche Popmusik für indische und östliche Einflüsse, war Pionier der Weltmusik und inspirierte unzählige Musiker mit seiner spirituellen Herangehensweise. Seine Slide-Gitarren-Technik wurde legendär, und seine Songs berühren bis heute Millionen von Menschen. 1988 wurde er als Mitglied der Beatles in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen, 2004 posthum für seine Solo-Karriere.
George Harrison bleibt in Erinnerung als der stille Beatle, der eine laute Botschaft hatte – eine Botschaft von Liebe, Spiritualität und musikalischer Innovation. Seine Musik lebt weiter in zahllosen Radiosendungen, auf Streaming-Plattformen und in den Herzen seiner Fans weltweit. Von “My Sweet Lord” bis “Got My Mind Set on You” hat er ein zeitloses musikalisches Erbe geschaffen, das Generationen überdauern wird.
Wir konnten leider keine Konzerte von George Harrison finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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