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today28.02.2026
Extrabreit zählt zu den prägenden Bands der Neuen Deutschen Welle und hat mit provokanten Texten und eingängigen Melodien Musikgeschichte geschrieben. Die 1978 in Hagen gegründete Formation erlangte vor allem durch den Kulthit “Hurra, hurra, die Schule brennt!” bundesweite Bekanntheit. Trotz Auflösung und Wiedervereinigung ist die Band bis heute aktiv und begeistert Fans mit gesellschaftskritischen Songs.
| Künstlername | Extrabreit |
| Mitglieder | Kai Havaii, Stefan Kleinkrieg Klein, Bubi Hönig, Lars Larsson Hartmann, Rolf Möller |
| Genre | Neue Deutsche Welle, Deutschrock, Pop-Rock |
| Größter Hit | Hurra, hurra, die Schule brennt! |
| Gründungsjahr | 1978 |
| Land | Deutschland |
| Markenzeichen | Provokante, gesellschaftskritische Texte mit ironischem Unterton |

Ende 1978 formierte sich in der westfälischen Stadt Hagen eine Band, die bald zur festen Größe der deutschen Musikszene werden sollte. Stefan Klein, Gerhard Sperling und Ralf Denz gründeten Extrabreit, wobei der ungewöhnliche Bandname von der Aufschrift eines besonders dicken Edding-Filzstifts inspiriert wurde. Ursprünglich war Horst-Werner Wiegand als Sänger vorgesehen, doch er stieg kurz vor einem wichtigen Auftritt aus. Als Ersatz kam Kai Schlasse zur Band, der sich später den Künstlernamen Kai Havaii zulegte und zusammen mit Stefan Klein zur kreativen Seele von Extrabreit wurde.
Die ersten musikalischen Gehversuche waren vom Punk beeinflusst, doch schnell entwickelte die Band ihren eigenen Sound. Im April 1980 erschien die erste Single “Hart wie Marmelade”, gefolgt vom Debütalbum “Ihre größten Erfolge” im Sommer desselben Jahres. Was zunächst als B-Seite einer Single gedacht war, sollte sich als Glücksgriff erweisen: “Hurra, hurra, die Schule brennt!” entwickelte sich zum absoluten Klassiker und ist bis heute untrennbar mit dem Namen Extrabreit verbunden.
Die Jahre zwischen 1981 und 1983 markierten den kommerziellen Höhepunkt der Band. Mit dem zweiten Album “Welch ein Land! – Was für Männer:” gelang Extrabreit der große Durchbruch. Goldene Schallplatten, ausverkaufte Konzerte und Chartplatzierungen waren die Folge. Hits wie “Polizisten”, der Platz 27 der deutschen Charts erreichte, zeigten die gesellschaftskritische Ausrichtung der Band. Anders als viele andere NDW-Künstler, die vor allem auf Spaß und Leichtigkeit setzten, präsentierten Extrabreit oft dystopische und sozialkritische Texte, die Themen wie Autorität, Macht und staatliche Kontrolle aufs Korn nahmen.
Das Album “Rückkehr der phantastischen 5!” aus dem Jahr 1982 festigte den Erfolg weiter. Extrabreit war nun eine etablierte Größe der deutschen Musiklandschaft, auch wenn sie musikalisch und textlich einen anderen Weg einschlugen als viele ihrer Zeitgenossen. Die Band verstand es, eingängige Melodien mit provokanten Inhalten zu verbinden, was ihnen eine treue Fanbasis einbrachte. Besonders “Hurra, hurra, die Schule brennt!” sorgte für Kontroversen – in Bayern wurde der Song teilweise boykottiert, da man befürchtete, er könne zu Brandstiftung anregen.
Ab 1983 wagte die Band neue musikalische Wege. Personalwechsel führten zu stilistischen Veränderungen, und Extrabreit experimentierte zunehmend mit englischsprachigen Texten. Die Alben “Europa” und “LP der Woche” zeigten eine Band im Wandel, die sich vom klassischen NDW-Sound entfernte und eher in Richtung New Wave und Pop-Rock bewegte. Diese Entwicklung gipfelte 1987 im komplett englischsprachigen Album “Sex After 3 Years in a Submarine”, das trotz positiver Kritiken kommerziell erfolglos blieb.
Die folgenden Jahre waren von längeren Pausen und musikalischer Neuorientierung geprägt. In den Neunzigern erschienen Alben wie “Wer Böses denkt, soll endlich schweigen”, “Hotel Monopol” und “Jeden Tag – Jede Nacht”, die verstärkt Pop-Elemente integrierten. Besonders bemerkenswert war die Zusammenarbeit mit der legendären Hildegard Knef, mit der Extrabreit das Duett “Für mich soll’s rote Rosen regnen” aufnahm, das 1992 Platz 35 der Charts erreichte. Auch ein Remix von “Flieger, grüß mir die Sonne” wurde 1990 ein Erfolg und kletterte auf Platz 15.
Der Glamour der frühen NDW-Jahre war allerdings vorbei. Die Band spielte weiterhin Live-Konzerte und veröffentlichte Alben, doch die großen kommerziellen Erfolge blieben aus. 1998 schien das Ende gekommen: Mit dem Album “Amen” und einem letzten Konzert am 19. September 1998 in Hagen verabschiedete sich Extrabreit von der Bühne.
Doch totgesagte leben bekanntlich länger. Bereits 2002 reformierte sich Extrabreit und kehrte mit neuer Energie zurück. Die Reaktivierung war von Erfolg gekrönt – die Fanbasis war treu geblieben und freute sich über die Rückkehr ihrer Helden. Seitdem tritt die Band regelmäßig auf und veröffentlicht neue Musik. 2005 erschien das Album “Frieden”, 2008 folgte “Neues von Hiob”. Im selben Jahr feierte die Band ihr 1000. Konzert vor über tausend begeisterten Fans am Hengsteysee in Hagen.
Ein besonderes Highlight war 2010 das Live-Konzert mit dem Philharmonischen Orchester in Hagen, das als DVD und CD veröffentlicht wurde. Diese ungewöhnliche Kombination aus Rock und klassischer Musik zeigte einmal mehr die Vielseitigkeit von Extrabreit. Nach zwölf Jahren Pause erschien 2020 das Studioalbum “Auf EX!”, das sofort in die Charts einstieg und bewies, dass die Band auch nach über vier Jahrzehnten noch relevante Musik machen kann.
Die heutige Besetzung besteht aus Kai Havaii am Gesang, Stefan Kleinkrieg Klein an der Gitarre, Bubi Hönig ebenfalls an der Gitarre, Lars Larsson Hartmann am Bass und Rolf Möller am Schlagzeug. Diese Formation steht für Kontinuität und gleichzeitig für die Fähigkeit, sich weiterzuentwickeln.
Extrabreit hat die deutsche Musiklandschaft nachhaltig geprägt. Ihre Mischung aus Punk-Attitüde, eingängigen Melodien und gesellschaftskritischen Texten war und ist einzigartig. Während viele NDW-Bands in Vergessenheit gerieten, blieb Extrabreit relevant – nicht zuletzt dank ihrer Live-Stärke und der Authentizität ihrer Musik. Songs wie “Hurra, hurra, die Schule brennt!” sind längst Teil des kollektiven Gedächtnisses geworden und werden auch heute noch im Radio und auf Streaming-Plattformen gehört.
Kai Havaii, der charismatische Frontmann, hat sich auch als Schriftsteller einen Namen gemacht. 2007 veröffentlichte er seine Autobiografie “Hart wie Marmelade”, 2019 folgte der Roman “Rubicon” und 2022 “Hyperion”. Diese literarische Tätigkeit zeigt die kreative Vielseitigkeit des Künstlers, der weit mehr ist als nur ein Rockmusiker.
Die Band erhielt für ihre frühen Alben mehrere Goldene Schallplatten und bleibt bis heute eine feste Größe bei Festivals und Konzerten. Ihre Fähigkeit, kritische Themen mit Humor und Ironie zu verbinden, macht sie zeitlos. Extrabreit ist mehr als nur eine Band der Achtziger – sie ist ein kulturelles Phänomen, das Generationen verbindet und auch im Internetradio immer wieder für gute Stimmung sorgt.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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