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today28.02.2026
Trio war eine der prägendsten Bands der Neuen Deutschen Welle und schrieb mit ihrem minimalistischen Sound Musikgeschichte. Die Formation aus Niedersachsen erlangte mit “Da Da Da” weltweite Berühmtheit und verkaufte rund 13 Millionen Exemplare dieses einen Songs. Ihr reduzierter Stil und die unkonventionelle Bühnenperformance machten sie zu Kultfiguren der frühen 1980er Jahre.
| Künstlername | Trio |
| Mitglieder | Stephan Remmler, Gert “Kralle” Krawinkel, Peter Behrens |
| Genre | Neue Deutsche Welle, New Wave, Minimalismus |
| Größter Hit | Da Da Da (ich lieb dich nicht du liebst mich nicht aha aha aha) |
| Gründungsjahr | 1979 |
| Auflösungsjahr | 1986 |
| Land | Deutschland |
| Markenzeichen | Minimalistischer Sound, stehendes Schlagzeugspiel, Casio VL-1 Keyboard |

Die Geschichte von Trio begann 1979 in Großenkneten, einer kleinen Gemeinde in Niedersachsen. Doch die musikalischen Wurzeln der Bandmitglieder reichten viel weiter zurück. Stephan Remmler und Gert Krawinkel kannten sich bereits seit Mitte der 1960er Jahre und hatten gemeinsam in verschiedenen Bands wie den MacBeats und Just Us gespielt. Diese frühen Formationen waren stark von Beat, Rhythm & Blues und den Rolling Stones beeinflusst. Peter Behrens hatte ebenfalls eine bewegte Musikervergangenheit, unter anderem bei der Band Silberbart, konnte aber vor Trio keinen durchschlagenden Erfolg verzeichnen.
Als sich die drei Musiker Ende der 1970er Jahre zusammenfanden, war die Zeit reif für etwas völlig Neues. Sie nannten sich zunächst zeitweise “Zam”, bevor sie den prägnanten Namen Trio wählten. Dieser Name sollte Programm werden, denn die Band reduzierte alles auf das Wesentliche: drei Musiker, minimale Instrumentierung, maximale Wirkung. In einer Zeit, in der viele Bands auf opulente Arrangements setzten, wagten Trio das genaue Gegenteil.
1981 erschien das selbstbetitelte Debütalbum “Trio”, das zunächst ohne den späteren Welthit veröffentlicht wurde. Die Band präsentierte darauf ihren unverwechselbaren Stil, den sie selbst als “Neue Deutsche Fröhlichkeit” bezeichneten. Mit nur Gitarre, Schlagzeug und Gesang sowie gelegentlich einem simplen Casio VL-1 Keyboard schufen sie einen Sound, der sich radikal von allem unterschied, was damals im Radio zu hören war. Oft verzichteten sie komplett auf Bass und setzten auf spartanische Arrangements, die dennoch eingängig und tanzbarer waren.
Der große Durchbruch kam 1982 mit “Da Da Da (ich lieb dich nicht du liebst mich nicht aha aha aha)”. Der Song entwickelte sich zu einem weltweiten Phänomen und erreichte in Deutschland Platz 2 der Charts. Auch international schlug die Single ein wie eine Bombe: In Großbritannien landete sie auf Platz 2, in Kanada auf Platz 3. Der Song wurde in etwa 30 Ländern veröffentlicht und verkaufte sich weltweit rund 13 Millionen Mal. Es gab verschiedene Sprachversionen, darunter englische und französische Fassungen, wobei die deutsche Version mit ihrem ikonischen Text am populärsten blieb. Wer in den 1980er Jahren Internetradio oder Streaming gekannt hätte, hätte “Da Da Da” sicherlich auf jeder Playlist gefunden.
Nach dem überwältigenden Erfolg von “Da Da Da” versuchte Trio, an diesen Triumph anzuknüpfen. 1982 folgte das Livealbum “Live im Frühjahr ’82”, das die energiegeladenen Auftritte der Band dokumentierte. Weitere Singles wie “Anna – Lassmichrein Lassmichraus” erreichten ebenfalls die Top-10 in Deutschland und sorgten für moderate internationale Platzierungen. Der Song “Bum Bum” aus dem Jahr 1983 schaffte es erneut in die Top-10 und war auch in Österreich, der Schweiz und anderen Ländern erfolgreich.
Das zweite Studioalbum “Bye Bye” erschien 1983 und zeigte die Band weiterhin in Experimentierlaune. “Herz ist Trumpf” wurde als Single ausgekoppelt und platzierte sich in den deutschen Charts, konnte aber international nicht mehr die gleiche Wirkung entfalten wie die frühen Hits. Dennoch blieb Trio eine feste Größe in der deutschen Musiklandschaft und tourte ausgiebig. Die Bühnenshow war dabei ebenso unkonventionell wie die Musik: Peter Behrens stand beim Schlagzeugspielen, oft mit ernster Miene, während Stephan Remmler mit seinem Kontaktmikrofon am Hals oder einer Kindergitarre für visuelle Akzente sorgte.
1985 veröffentlichte Trio ihr drittes und letztes Studioalbum “What’s the Password”. Im selben Jahr entstand auch der Film “Drei gegen Drei”, in dem die Bandmitglieder mitspielten. Doch weder Film noch Album konnten an frühere Erfolge anknüpfen. Interessanterweise hatte Peter Behrens an diesem Album keine musikalische Beteiligung mehr, obwohl er auf dem Cover erschien. Interne Spannungen, insbesondere über finanzielle Fragen, belasteten die Band zunehmend. Behrens fühlte sich benachteiligt, und die kreative Energie der Anfangsjahre war verbraucht.
1986 löste sich Trio schließlich auf. Die Kompilation “5 Jahre zuviel” markierte das Ende einer Ära. Stephan Remmler startete eine Solokarriere und veröffentlichte mehrere Alben, konnte aber nie wieder an den Erfolg der NDW-Zeit anknüpfen. Er zog sich zunehmend zurück und lebt heute mit seiner Familie auf Lanzarote und in Basel. Gert Krawinkel widmete sich anderen musikalischen Projekten, erkrankte jedoch an Lungenkrebs und verstarb am 16. Februar 2014 in Cuxhaven. Peter Behrens hatte nach dem Bandende mit persönlichen Problemen und Suchterkrankungen zu kämpfen. Er lebte zeitweise sehr zurückgezogen und verstarb am 11. Mai 2016 in Wilhelmshaven.
Obwohl Trio nur sieben Jahre aktiv war, hinterließ die Band einen bleibenden Eindruck in der Musikgeschichte. Ihr minimalistischer Ansatz beeinflusste zahlreiche Künstler und zeigte, dass man nicht mit großem Orchester und komplexen Arrangements erfolgreich sein muss. Die Reduktion auf das Wesentliche wurde zum Markenzeichen und inspirierte spätere Generationen von Musikern. “Da Da Da” wurde zu einem der bekanntesten deutschen Songs weltweit und wird bis heute in Werbung, Film und Fernsehen verwendet.
Im Jahr 2000 erschien die Best-of-Kompilation “Triologie”, 2003 folgte die “Trio Deluxe Edition”, die das Werk der Band für neue Generationen zugänglich machte. Auch wenn Trio nie mit großen Musikpreisen ausgezeichnet wurde, liegt ihr Erfolg in der kommerziellen und kulturellen Wirkung. Der Song “Da Da Da” erreichte vielfach Gold- und Platinstatus und wird auch heute noch regelmäßig im Radio gespielt. Die Band bewies, dass deutsche Texte international funktionieren können und ebnete damit den Weg für viele nachfolgende Künstler der Neuen Deutschen Welle. Trio bleibt ein faszinierendes Beispiel dafür, wie drei Musiker aus Niedersachsen mit einem simplen, aber genialen Konzept die Welt eroberten.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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