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today28.02.2026
Stock Aitken & Waterman, kurz SAW, waren das erfolgreichste britische Produzententrio der 1980er Jahre und prägten den Sound einer ganzen Ära. Mit ihrer “Hit Factory” schufen Mike Stock, Matt Aitken und Pete Waterman unzählige Chartstürmer und machten Künstler wie Kylie Minogue, Rick Astley und Jason Donovan zu internationalen Superstars. Ihr eingängiger Dance-Pop-Sound dominierte die Charts und läuft bis heute in zahlreichen Webradios weltweit.
| Künstlername | Stock Aitken & Waterman |
| Mitglieder | Mike Stock, Matt Aitken, Pete Waterman |
| Genre | Dance-Pop, Hi-NRG, Synth-Pop, Eurobeat |
| Größter Hit | Never Gonna Give You Up (Rick Astley) |
| Gründungsjahr | 1984 |
| Auflösungsjahr | 1993 |
| Land | Vereinigtes Königreich |
| Markenzeichen | Effiziente Hit-Produktion, prägnante Synthesizer-Sounds, eingängige Hooks |

Im Januar 1984 begann eine der erfolgreichsten Partnerschaften der Popmusikgeschichte. Mike Stock und Matt Aitken, die bereits in verschiedenen Bands und Studioproduktionen gearbeitet hatten, präsentierten Pete Waterman einen Song namens “The Upstroke”. Waterman, der als DJ, A&R-Manager und Produzent bereits Erfahrung in der Musikbranche gesammelt hatte, erkannte sofort das Potenzial der beiden und engagierte sie für sein neu gegründetes Label Pete Waterman Limited, kurz PWL. Was als einfache Zusammenarbeit begann, sollte sich zur legendären Hit Factory entwickeln.
Die drei Männer brachten unterschiedliche Stärken in die Partnerschaft ein. Mike Stock, geboren am 3. Dezember 1951 in Margate, Kent, war hauptsächlich für die Komposition und Arrangements zuständig. Matt Aitken, am 25. August 1956 in Coventry geboren, übernahm die Gitarrenparts und technische Aspekte der Produktion. Pete Waterman, der älteste im Bunde, geboren am 15. Januar 1947 in Stoke Heath, Coventry, fungierte als kreativer Direktor und Geschäftsmann, der die kommerziellen Aspekte im Blick behielt.
Anfangs konzentrierte sich das Trio auf Hi-NRG-Produktionen für Künstler wie Divine und Hazell Dean. Doch schnell entwickelten sie ihren eigenen, unverwechselbaren Stil, der Elemente aus Disco, Italo-Disco und Motown mit modernen Synthesizern und Drum Machines verband. Ihre Produktionen zeichneten sich durch eingängige Melodien, treibende Beats und Ohrwurm-Refrains aus, die perfekt für das Radio konzipiert waren.
Der große Durchbruch kam 1985 mit “You Spin Me Round (Like a Record)” von Dead or Alive, das in Großbritannien die Spitze der Charts erreichte. Dieser Erfolg öffnete die Schleusen für eine beispiellose Serie von Hits. Die SAW-Formel war einfach, aber effektiv: eingängige Melodien, die im Kopf bleiben, kombiniert mit tanzbaren Rhythmen und professioneller Produktion. Kritiker warfen ihnen vor, ihre Songs würden alle gleich klingen, doch genau diese Konsistenz machte ihre Marke aus.
Die Arbeitsweise im Studio war legendär effizient. Songs wurden oft in wenigen Stunden geschrieben und aufgenommen. Das berühmteste Beispiel ist Kylie Minogues “I Should Be So Lucky”, das angeblich in nur 40 Minuten komponiert und aufgenommen wurde. Diese Geschwindigkeit war kein Zufall, sondern das Ergebnis eines perfekt eingespielten Teams, das genau wusste, welche Zutaten einen Hit ausmachten.
Zwischen 1986 und 1990 erlebte Stock Aitken & Waterman ihre erfolgreichste Phase. In diesem Zeitraum hatten sie mindestens jede Woche einen Song in den britischen Top 100. Insgesamt produzierten sie 13 Nummer-Eins-Hits in Großbritannien und unzählige weitere Top-Ten-Platzierungen. Rick Astleys “Never Gonna Give You Up” aus dem Jahr 1987 wurde nicht nur in Großbritannien, sondern auch in den USA zur Nummer Eins und ist heute durch das Internet-Phänomen “Rickrolling” wieder in aller Munde.
Kylie Minogue wurde unter ihrer Regie vom australischen Soap-Star zum internationalen Pop-Phänomen. Hits wie “I Should Be So Lucky”, “The Loco-Motion” und “Especially for You” mit Jason Donovan machten sie zum Superstar. Auch Jason Donovan selbst profitierte enorm von der SAW-Maschinerie mit Hits wie “Too Many Broken Hearts”. Bananarama landeten mit ihrer Cover-Version von “Venus” sogar einen Nummer-Eins-Hit in den USA. Das Duo Mel & Kim stürmte mit “Respectable” 1987 die britischen Charts, und Sonia erreichte 1989 mit “You’ll Never Stop Me Loving You” ebenfalls die Spitzenposition.
Neben den Produktionen für andere Künstler veröffentlichte das Trio auch eigene Tracks. “Roadblock” aus dem Jahr 1987 ist ein besonders interessantes Beispiel. Der instrumentale Dance-Track wurde zunächst anonym auf weißem Vinyl veröffentlicht, was zu Spekulationen führte, es handle sich um einen seltenen Groove-Klassiker. Als sich herausstellte, dass SAW dahintersteckten, hatte der Song bereits Platz 13 der britischen Charts erreicht. Die Single war eine Antwort auf Kritiker, die behaupteten, alle SAW-Produktionen würden gleich klingen. Heute läuft “Roadblock” regelmäßig im Streaming-Angebot verschiedener Internetradio-Sender, die sich auf die Musik der 80er Jahre spezialisiert haben.
Der kommerzielle Erfolg brachte auch offizielle Anerkennung mit sich. 1987 gewann das Trio den Brit Award als “Best British Producer”. In den Jahren 1988 bis 1990 folgten mehrere Ivor Novello Awards, die prestigeträchtigsten Auszeichnungen für Songwriter in Großbritannien. Diese Preise würdigten nicht nur ihre kommerziellen Erfolge, sondern auch ihre handwerkliche Qualität als Komponisten und Produzenten.
Die Diskographie von Stock Aitken & Waterman als eigenständige Künstler umfasst hauptsächlich Compilations und Sampler. “The Hit Factory: The Best of Stock Aitken Waterman” erschien 1987 und wurde von “The Hit Factory Volume 2” (1988) und “Volume 3” (1989) gefolgt. 1990 erschien “A Ton of Hits: The Very Best of Stock Aitken Waterman”. Nach ihrer Wiedervereinigung 2005 veröffentlichten sie “Stock Aitken Waterman Gold”, eine umfassende Best-of-Sammlung, die ihre größten Erfolge dokumentierte.
Ab 1990 begann der Stern von SAW zu sinken. Der Musikgeschmack änderte sich, und neue Genres wie Grunge und Britpop eroberten die Charts. Matt Aitken zog sich zunehmend aus dem aktiven Produktionsgeschäft zurück. Der endgültige Bruch kam 1993, als Mike Stock das Trio verließ. Der Grund war ein schwerwiegender Vertrauensbruch: Pete Waterman hatte ohne das Wissen seiner Partner den gesamten SAW-Songkatalog an BMG verkauft. Dieser Vorfall beendete nicht nur die Geschäftsbeziehung, sondern auch die Freundschaft zwischen den drei Männern.
Nach der Trennung gingen alle drei getrennte Wege. Pete Waterman blieb in der Musikindustrie aktiv und produzierte weiterhin, wenn auch nie wieder mit dem gleichen Erfolg. Seine große Leidenschaft galt zunehmend den Eisenbahnen – er besitzt eine umfangreiche Sammlung historischer Lokomotiven. Mike Stock arbeitete weiter als Produzent und Songwriter, hauptsächlich für kleinere Projekte. Matt Aitken zog sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück.
2005 kam es zu einer Wiedervereinigung für die Veröffentlichung der “Gold”-Compilation. Seitdem gab es gelegentlich weitere Kooperationen und gemeinsame Auftritte, doch die magische Chemie der goldenen Jahre konnte nicht mehr vollständig wiederhergestellt werden. Dennoch bleibt ihr Einfluss auf die Popmusik unbestritten. Ihr Sound prägte nicht nur die 1980er Jahre, sondern beeinflusste auch spätere Generationen von Produzenten und Künstlern.
Die Musik von Stock Aitken & Waterman lebt weiter. Ihre Hits werden regelmäßig in Online Radio-Stationen gespielt, die sich auf 80er-Jahre-Musik spezialisiert haben. Songs wie “Never Gonna Give You Up” erleben durch Internet-Phänomene neue Popularität. Jüngere Generationen entdecken die eingängigen Melodien und den unbeschwerten Pop-Sound einer Ära, in der Musik vor allem eines sein sollte: Spaß machen. Die Hit Factory mag geschlossen sein, aber ihre Produkte werden noch lange nachhallen.
Wir konnten leider keine Konzerte von Stock Aitken & Waterman finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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