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today28.02.2026
PM Dawn war ein innovatives Hip-Hop- und R&B-Duo aus Jersey City, New Jersey, das in den frühen 1990er Jahren mit seinem einzigartigen Sound internationale Erfolge feierte. Die Brüder Attrell „Prince Be” Cordes und Jarrett „DJ Minutemix” Cordes schufen eine traumhafte Mischung aus Rap, Soul und Pop, die sich deutlich vom harten Gangsta-Rap ihrer Zeit abhob. Mit spirituellen Texten, sanften Melodien und cleveren Samples prägten sie eine ganz eigene musikalische Nische.
| Künstlername | PM Dawn |
| Mitglieder | Attrell Cordes (Prince Be), Jarrett Cordes (DJ Minutemix) |
| Genre | Hip-Hop, R&B, Pop |
| Größter Hit | Set Adrift On Memory Bliss |
| Gründungsjahr | 1988 |
| Land | USA |
| Markenzeichen | Ätherische Produktionen, spirituelle Texte, opulente Kleidung, Sample-Technik |

Die Geschichte von PM Dawn beginnt in den bescheidenen Verhältnissen von Jersey City. Attrell Cordes wurde am 15. Mai 1970 geboren, sein jüngerer Bruder Jarrett folgte am 17. Juli 1971. Beide wuchsen in schwierigen Zeiten auf, nachdem ihr leiblicher Vater früh an einer Lungenentzündung verstarb. Das Schicksal meinte es jedoch gut mit den Brüdern, als ihre Mutter George Brown heiratete, ein Gründungsmitglied der legendären Funkband Kool & the Gang. Dieser musikalische Einfluss im Haushalt sollte prägend für die beiden jungen Männer werden.
1988 gründeten die Brüder offiziell ihr Duo. Der Name PM Dawn sollte den Übergang von der Dunkelheit ins Licht symbolisieren, eine Metapher, die sich durch ihre gesamte Karriere ziehen würde. Die ersten Schritte waren alles andere als glamourös. Attrell arbeitete nachts als Wachmann in einem Obdachlosenheim und sparte mühsam 600 Dollar zusammen, um ihr erstes Demo aufzunehmen. Die Single „Ode to a Forgetful Mind” erschien 1989, fand aber kaum Beachtung in der Musikwelt.
Alles änderte sich 1991 mit der Veröffentlichung ihres Debütalbums „Of the Heart, of the Soul and of the Cross: The Utopian Experience”. Die Single „Set Adrift on Memory Bliss” wurde zum Phänomen. Der Song, der ein Sample von Spandau Ballets „True” verwendete, kletterte an die Spitze der US-Billboard-Charts und wurde zur Nummer eins in Neuseeland, erreichte Platz drei in Großbritannien und Platz sieben in Australien. Besonders bemerkenswert war, dass dies der erste Nummer-eins-Hit in den USA nach Einführung des Nielsen SoundScan-Systems war, das Verkaufs- und Airplayzahlen erstmals präzise erfasste.
Der Erfolg von „Set Adrift on Memory Bliss” öffnete PM Dawn alle Türen. Ihre Musik wurde auf zahlreichen Radiosendern gespielt, und wer damals Internetradio oder Online Radio hörte, kam an ihrem Sound nicht vorbei. Das Duo gewann 1992 bei den BRIT Awards den Preis für „International Newcomer” und etablierte sich als eine der innovativsten Acts der frühen Neunziger. Ihr Album erhielt Gold-Zertifizierungen in den USA und Großbritannien.
Zwischen 1992 und 1993 folgte das zweite Album mit dem charakteristisch langen Titel „The Bliss Album…? (Vibrations of Love and Anger and the Ponderance of Life and Existence)”. Dieses Werk festigte ihren Ruf als Grenzgänger zwischen den Genres. Die Single „I’d Die Without You”, die im Soundtrack zum Eddie-Murphy-Film „Boomerang” erschien, erreichte Platz drei der US-Pop-Charts und wurde zu einem ihrer bekanntesten Songs. „Looking Through Patient Eyes”, das ein Sample von George Michaels „Father Figure” verwendete und Backing Vocals von Cathy Dennis enthielt, schaffte es ebenfalls in die Top Ten.
PM Dawn unterschied sich fundamental von anderen Hip-Hop-Acts ihrer Zeit. Während Gangsta-Rap und harte Beats die Szene dominierten, setzten die Cordes-Brüder auf sanfte, fast ätherische Produktionen. Ihre Texte waren introspektiv, spirituell und philosophisch. Sie rappten und sangen gleichermaßen, schufen traumhafte Soundlandschaften und trugen opulente, ungewöhnliche Kleidung mit mystischer Symbolik. Dieser Stil machte sie zu Außenseitern, aber genau das war ihre Stärke.
1995 erschien „Jesus Wept”, gefolgt von „Dearest Christian, I’m So Very Sorry for Bringing You Here. Love, Dad” im Jahr 1998. Beide Alben wurden von Kritikern gelobt, konnten jedoch kommerziell nicht an die früheren Erfolge anknüpfen. Die Musiklandschaft hatte sich verändert, und der zarte Sound von PM Dawn passte nicht mehr in die härter gewordene Hip-Hop-Szene. Dennoch blieben sie ihrer künstlerischen Vision treu und veröffentlichten 2000 das limitierte Album „F*cked Music” im Mail-Order-Verfahren.
Nicht alles verlief reibungslos in der Karriere von PM Dawn. Ein besonders kontroverser Moment ereignete sich, als Prince Be in einem Interview kritische Bemerkungen über den Rapper KRS-One machte. Er stellte infrage, was KRS-One eigentlich lehren wolle. Die Antwort kam prompt und drastisch: KRS-One stürmte während eines PM-Dawn-Konzerts die Bühne und drängte die Band buchstäblich von der Bühne. Dieser Vorfall wurde zu einem der berüchtigtsten Momente in der Hip-Hop-Geschichte und symbolisierte den Konflikt zwischen verschiedenen Strömungen innerhalb der Rap-Kultur.
Trotz solcher Rückschläge blieb PM Dawn ihrer künstlerischen Integrität treu. Sie experimentierten weiter mit Sounds und Texten, auch wenn die großen kommerziellen Erfolge ausblieben. Ihre Musik fand weiterhin Anhänger, besonders bei jenen, die nach etwas Anderem suchten als dem Mainstream-Sound, der damals im Streaming und auf verschiedenen Radiosendern dominierte.
Die späteren Jahre waren von gesundheitlichen Problemen überschattet. Prince Be litt seit vielen Jahren an Diabetes, einer Krankheit, die sein Leben zunehmend bestimmte. Er erlitt mehrere Schlaganfälle, wobei einer im Jahr 2005 besonders schwerwiegend war und zu einer teilweisen Lähmung der linken Körperseite führte. Diese gesundheitlichen Einschränkungen zwangen ihn, sich aus dem aktiven Musikgeschäft zurückzuziehen.
Um 2005 verließ auch Jarrett Cordes das Duo. Die Rechte an der Marke PM Dawn gingen an Prince Bes Cousin Gregory Lewis Carr II, der unter dem Namen Doc G auftrat. Unter seiner Leitung wurden neue Aufnahmen veröffentlicht und Live-Auftritte organisiert, allerdings ohne die ursprüngliche Besetzung. Kompilationen wie „The Best of P.M. Dawn” (2000), „Most Requested” (2008) und „Greatest Hits Live!” (2010) hielten die Erinnerung an die großen Zeiten wach.
Am 17. Juni 2016 verstarb Attrell „Prince Be” Cordes in Neptune City, New Jersey, an den Folgen seiner langjährigen Nierenerkrankung, die auf seine komplizierte Diabetes-Vorgeschichte zurückzuführen war. Er wurde nur 46 Jahre alt. Sein Tod markierte das endgültige Ende der ursprünglichen PM Dawn, auch wenn der Name formal weiterbesteht.
Das Erbe von PM Dawn ist bedeutender, als es ihre späteren kommerziellen Zahlen vermuten lassen. Sie waren Pioniere eines emotionaleren, verletzlicheren Hip-Hop, der Genres überschritt und neue Wege ebnete. Viele moderne Künstler, die heute erfolgreich Rap mit Gesang verbinden und persönliche, introspektive Texte schreiben, stehen in der Tradition, die PM Dawn mitbegründet haben. Ihr Mut, anders zu sein und sich nicht den Konventionen zu beugen, hat Generationen von Musikern inspiriert.
Songs wie „Set Adrift on Memory Bliss”, „I’d Die Without You” und „Looking Through Patient Eyes” bleiben zeitlose Klassiker, die auf Oldschool-Hip-Hop-Playlists und in nostalgischen Momenten immer wieder auftauchen. Ihre Musik wird weiterhin auf verschiedenen Kanälen gespielt und erreicht neue Hörer, die die besondere Atmosphäre schätzen, die nur PM Dawn schaffen konnten. Die Kombination aus spirituellen Texten, sanften Beats und der einzigartigen Stimme von Prince Be bleibt unverwechselbar.
PM Dawn waren mehr als nur eine Band – sie waren eine künstlerische Vision, die zeigte, dass Hip-Hop vielfältiger sein konnte als viele dachten. In einer Zeit, in der Härte und Aggression oft im Vordergrund standen, boten sie eine Alternative: Sanftheit, Nachdenklichkeit und eine fast meditative Qualität. Ihr Beitrag zur Musikgeschichte mag von manchen unterschätzt werden, aber für jene, die ihre Musik lieben, bleibt PM Dawn unvergessen – ein leuchtendes Beispiel dafür, dass Authentizität und künstlerischer Mut sich langfristig auszahlen, auch wenn der kommerzielle Erfolg nicht ewig währt.
Wir konnten leider keine Konzerte von PM Dawn finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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