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today28.02.2026
Diether Krebs war einer der vielseitigsten deutschen Entertainer seiner Zeit – Schauspieler, Komiker und Sänger in einer Person. Mit seiner legendären Figur “Martin” landete er 1991 einen überraschenden Charthit und begeisterte das Publikum jahrzehntelang mit seinem wandlungsfähigen Talent. Sein früher Tod im Jahr 2000 hinterließ eine schmerzhafte Lücke in der deutschen Comedy-Landschaft.
| Künstlername | Diether Krebs |
| Bürgerlicher Name | Diether Krebs |
| Genre | Comedy, Kabarett, Comedy-Pop |
| Größter Hit | Ich bin der Martin, ne…?! |
| Geburtsdatum | 11. August 1947 |
| Geburtsort | Essen, Deutschland |
| Wohnort | Hamburg |
| Todesdatum | 5. Januar 2000 |
| Sterbeort | Hamburg |
| Staatsangehörigkeit | Deutsch |
| Sternzeichen | Löwe |
| Markenzeichen | Figur “Martin” im Rentierpullover, komödiantische Vielseitigkeit |

Diether Krebs wurde am 11. August 1947 in Essen geboren, mitten im Herzen des Ruhrgebiets. Seine Eltern Herbert und Ingeborg Krebs betrieben ein Geschäft für Bürobedarf und Schreibwaren in der Kurfürstenstraße, gegenüber dem Wasserturm am Steeler Berg. Die Mutter stammte aus Bösingfeld im Kreis Lippe und brachte damit auch ländliche Einflüsse in die Familie. Schon früh zeigte sich beim jungen Diether eine Leidenschaft fürs Theater. Er besuchte das Humboldt-Gymnasium in Essen und engagierte sich bereits als Schüler in Laienspielgruppen. Nach dem Abitur war klar, dass er seinen Weg auf der Bühne suchen würde.
Seine Schauspielausbildung absolvierte Krebs an der renommierten Folkwangschule in Essen-Werden, einer Hochschule, die schon viele bedeutende Künstler hervorgebracht hatte. 1970 erhielt er sein erstes professionelles Theaterengagement am Stadttheater Oberhausen, gefolgt von einem weiteren am Schauspielhaus Bochum unter der Leitung des legendären Regisseurs Peter Zadek im Jahr 1971. Diese frühen Jahre prägten seinen Stil und seine Wandlungsfähigkeit, die ihn später so besonders machen sollten.
Den großen Durchbruch erlebte Diether Krebs Anfang der 1970er Jahre mit einer Rolle, die ihn schlagartig in ganz Deutschland bekannt machte. In der Kultserie “Ein Herz und eine Seele” verkörperte er ab 1973 den Michael Graf, liebevoll “Sozi” genannt – den Schwiegersohn des berüchtigten “Ekel Alfred”. Die Serie war eine deutsche Adaption der britischen Erfolgsshow und traf den Nerv der Zeit mit ihrer satirischen Darstellung des Generationenkonflikts und politischer Ansichten im Nachkriegsdeutschland. Krebs spielte den linksorientierten, langhaarigen Studenten, der ständig mit seinem konservativen Schwiegervater aneinandergeriet.
Doch bereits 1974 verließ Krebs die Serie nach Differenzen in der Produktion. Dieser mutige Schritt hätte das Ende seiner Karriere bedeuten können, doch das Gegenteil war der Fall. Er bewies damit früh seine künstlerische Unabhängigkeit und seinen Willen, sich nicht auf eine Rolle festlegen zu lassen. Stattdessen erweiterte er sein Repertoire und nahm zahlreiche andere Rollen an, sowohl im ernsten Schauspiel als auch in der Komödie.
Ab 1978 etablierte sich Krebs in einer völlig anderen Rolle: Als Kriminalobermeister Dieter Herle in der Krimiserie “SOKO 5113” zeigte er seine ernste Seite und bewies, dass er weit mehr konnte als nur Comedy. Diese Rolle behielt er über mehrere Jahre bei und wurde damit auch als seriöser Schauspieler wahrgenommen. Parallel dazu war er regelmäßig in anderen Krimiformaten wie “Tatort”, “Polizeiruf 110” und “Der Alte” zu sehen. Diese Vielseitigkeit machte ihn zu einem gefragten Darsteller im deutschen Fernsehen.
In den 1980er Jahren verlagerte Krebs seinen Schwerpunkt jedoch zunehmend auf Comedy und Kabarett. 1981 wirkte er in “Rudis Tagesshow” mit, bevor er von 1984 bis 1986 mit der Sketchshow “Sketchup” einen seiner größten Erfolge feierte. Zunächst an der Seite von Beatrice Richter, später mit Iris Berben, entwickelte er hier zahlreiche skurrile Charaktere und Situationen. Ein Markenzeichen der Show wurde der “verdutzte Blick” in die Kamera am Ende fast jedes Sketches. Die Serie wurde zu einem Publikumsliebling und festigte Krebs’ Ruf als einer der besten Comedy-Darsteller Deutschlands.
1991 gelang Diether Krebs etwas, womit wohl niemand gerechnet hatte: ein echter Charthit. Als Figur des “Martin”, einem etwas einfältigen Öko-Freak im Rentierpullover, nahm er zusammen mit Gundula Ulbrich den Song “Ich bin der Martin, ne…?!” auf. Der Titel war eine perfekte Parodie auf die damalige Öko- und Alternative-Bewegung und traf mit seinem absurden Humor genau ins Schwarze. Die Single kletterte bis auf Platz 3 der deutschen Charts und wurde zu einem Kultsong, der auch heute noch in vielen Internetradio-Programmen und beim Streaming zu hören ist.
Der Erfolg war so groß, dass 1992 das Album “Martin, ne…?!” folgte. Weitere Singles wie “Santamarghuaritanobiledimontepulciano – Du kleines Fischerdorf” (Platz 23), “Martins ganz einsame Weihnachten” und “Martins Reim” konnten zwar nicht an den Riesenerfolg des ersten Hits anknüpfen, festigten aber die Figur des Martin als eigenständige Kunstfigur. Krebs trat mit dieser Figur auch live auf und entwickelte sie zu einem festen Bestandteil seines Repertoires. Der Martin mit seinem charakteristischen Outfit und seiner naiven Art wurde zu einem seiner bekanntesten Markenzeichen.
In der zweiten Hälfte der 1990er Jahre entwickelte Krebs weitere Bühnenfiguren wie “Herr Krups” und “Mutti Hildegard Krebs”. 1998 erschien das Album “Gestatten, mein Name ist Krups!”, das diese neue Figur in den Mittelpunkt stellte. Parallel moderierte er Shows, darunter ab 1996 die Silvester-Gala des MDR und 1999 gemeinsam mit Tom Pauls die “Goldene Henne”. Seine Wandlungsfähigkeit und sein Humor machten ihn zu einem beliebten Moderator und Entertainer.
Doch gesundheitliche Probleme warfen zunehmend Schatten auf seine Karriere. In den 1990er Jahren litt Krebs an schweren Erkrankungen, musste sich einer Lungenoperation unterziehen und kämpfte gegen den Krebs, der schließlich sein Leben beenden sollte. Einige seiner Sendungen wie “R.O.S.T. – Die Diether-Krebs-Show” von 1993 oder “Der Dicke und der Belgier” von 1998 konnten nicht an frühere Erfolge anknüpfen und wurden eingestellt. Dennoch arbeitete der Vollblut-Entertainer bis zuletzt weiter.
Seine letzte Filmrolle hatte Diether Krebs 1999 in der Ruhrpott-Komödie “Bang Boom Bang – Ein todsicheres Ding”, die später Kultstatus erlangen sollte. Noch drei Tage vor seinem Tod stand er auf der Bühne – ein Beweis für seine ungebrochene Leidenschaft für seinen Beruf. In der Nacht vom 4. auf den 5. Januar 2000 starb Diether Krebs im Alter von nur 52 Jahren in Hamburg an den Folgen von Lungenkrebs. Er wurde auf dem Ostfriedhof in Essen begraben, nahe der Grabstätte seiner Eltern. Sein Grabstein ist ungewöhnlich schlicht: ein handgroßer Kieselstein mit seinen Lebensdaten markiert die letzte Ruhestätte eines der größten deutschen Entertainer.
Diether Krebs hinterließ nicht nur ein beeindruckendes künstlerisches Werk, sondern auch eine Familie: Er war seit 1979 mit Bettina von Leoprechting verheiratet und Vater zweier Söhne, Moritz (geboren 1979) und Till (geboren 1986). Für seine Arbeit erhielt er mehrere Auszeichnungen, darunter 1988 die Goldene Kamera in Silber in der Kategorie “Beste Comedy” für “Sketchup” und 1992 RSH-Gold in der Kategorie “Comedy des Jahres”.
Posthum erschienen mehrere Dokumentationen über sein Leben und Wirken, darunter “Diether mit ‘h’ Krebs” vom WDR und “Ein Abend für den legendären Diether Krebs” vom NDR. 2000 wurde das Livealbum “Diether Krebs und ungebetene Gäste: Das Album zur letzten Tour” veröffentlicht, 2005 folgte die Kompilation “Unvergessen: Seine größten Erfolge als Martin, Herr Krups und Mutti Hildegard Krebs”. Seine Heimatstadt Essen ehrte ihn 2011 mit der Benennung des “Diether-Krebs-Platzes” in der Nähe seines Elternhauses.
Diether Krebs bleibt unvergessen als Künstler, der mühelos zwischen ernsten und komödiantischen Rollen wechseln konnte, der mit absurdem Humor und sprachlicher Brillanz überzeugte und der bis zuletzt seiner Berufung treu blieb. Seine Figuren, allen voran der unvergessliche Martin, leben weiter – in Erinnerungen, auf Online Radio-Sendern und in den Herzen seiner Fans.
Wir konnten leider keine Konzerte von Diether Krebs finden.
Geschrieben von: RadioMonster.FM
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